In einem Beitrag über das Bürstenmacherhandwerk las ich folgendes:
“Die Bürstenmacher waren in Zünften organisiert. Es handelte sich um ein ”geschenktes Handwerk“, d.h. die reisenden Gesellen wurden freigehalten und erhielten als Lohn Geschenke (Bürsten und Besen), die sie auf ihren Wanderschaften feilboten.”
So wie ich das sehe, kann man das geschenkte Handwerk mit Bafög vergleichen.
Zum Geschenkten Handwerk gibt es den “Geschenkgesell”, jemand, der das “Geschenk” erhält.
Das Geschenk selbst:
“zunächst Ehrentrunk als Willkomm in der Zunftstube, später Gabe zur Unterstützung des wandernden Gesellen.”
(Deutsches Rechtswörterbuch)
“sol er einem gesellen 2 maaß bier und einem jünger 1 maaß bier zum geschencke geben”
und
“wird dir … verehret als 6 groschen 8 (pfennig) … zum kleinen geschenck, damit du kannst einem ehrlichen meister zu ziehen und einen unehrlichen meiden”
(Beier, Adrian: Boethus peregre redux conspectibus et indice conspicuus = Der Handwercks-Gesell / e museo A. Beieri. - Jenae : Schmidt, 1690.)
Das Geld ist also wohl eine Unterstützung des angehenden Gesellens, damit dieser für seine Ausbildung bei einem Zunftmeister aufkommen kann.
Martin, mich würde noch intressieren, in welchen Kontext (vor allem zeitlich) du diese Begriffe gelesen hast.