Ums kurz zu fassen fand ich den Exkurs ebenfalls eher die Frage veralbernd denn sachlich, daher habe ich die dazugehörigen Beiträge (und in bestehenden Postings Sätze, die rein darauf Bezug nahmen) gelöscht.
Und ich würde auch so um 1450 vom “gotischen” Harnisch sprechen. Allerdings ist das genauso willkührliche Begriffseinteilerei wie Früh-,Hoch- und Spätmittelalter.
Der Begriff der gotischen Rüstung muss getrennt von der Kunstepoche der Gotik betrachtet werden, er bezeichnet einen bestimmten Rüstungsstil der sich in den Herstellungszentren nördlich der Alpen wie Innsbruck, Augsburg, Landshut und Nürnberg herausbildeten. Er war in Nordeuropa sehr beliebt und wurde in Italien für Exportharnische eifrig kopiert. Diese Exportware dürfte einen Großteil diese gotischen Rüstungen ausmachen.
Einige Stilmerkmale waren bereits bei den Rüstungen der 1430 und 1440 Jahre, wie sie z.B. bei Konrad Witz zu sehen sind, vorhanden. Dennoch würde ich erst ab den 1450er Jahren von einem gotischen Harnisch sprechen, da erst in dieser Zeit das Erscheinungsbild mit Gratenbündel, gefeilten Verzierungen usw. die typische Optik die an Elemente des gotischen Baustils an Kathedralen erinnert, hervorbringen.