Ergänzung: in der zweiten Hälfte des 14ten gibts auch noch eine einsame Grabplatte, fragt mich aber jetzt nicht mehr, welche.
Die Inventarangaben reiche ich vlt. irgendwann nach, wenn ich sie finde; falls mal einer welche fürs 15te findet, Bescheid sagen. Freilich kann man anhand der Begriffe selten 100% erkennen, ob das entsprechende gemeint ist.
Ich glaube nicht an daran das das altes Zeug war zumal es auch im 16. Jahrhundert durchaus auftaucht.
Was mir für die historische Darstellung viel größeres Kopfzerbrechen bereiten würde ist aber die geringe Menge der Abildungen zumal auf deutschen Quellen und die schiere Masse an Anbietern die diese Dinger verkaufen. Alleine das hat zu einer so überproportionalen Verbreitung der Dinger gesorgt, das ich nur abraten kann die für eine halbwegs brauchbare Darstellung zu verwenden.
Die frühesten Darstellungen von schmalen Metallstreifen, die miteinander verbunden sind, und eine darunterliegende Rüstung verstärken, kenne ich von der Mitte des 14ten Jahrhundert von ritterlichen Grabplatten (Deutschland), Beispiel wäre die Grabplatte Markgraf Rudolfs IV von Baden-Durlach in Lichtental, gestorben 1348.
In dem Zeitrahmen tauchen auch entsprechend interpretierbare Erwähnungen in Textstellen auf. Wohlgemerkt: in einem Zeitrahmen, in dem der Ringpanzer über Textilpanzer zunehmend durch Armzeug ergänzt bzw. teilweise ersetzt wird. Danach sieht es erstmal mau aus.
Dann erst wieder bei einigen Darstellungen ziemlich spät im 15ten Jahrhundert, unter anderem auf dem berühmten Schrein der heiligen Ursula, bemalt von Hans Memling, um 1489: www.wga.hu/frames-e.html?/html/m/memling/index.html, aber eben Flandern. Hierzulande sieht es mau aus, ganz generell sind die Dinger selten zu finden, und auch in Inventaren taucht nix aus, was man dessen verdächtigen könnte.
Eine Theorie von mir lautet, dass die wenigen Darstellungen schlicht alter Kram war, der noch weiterverwendet wurde, und dass es keine “Mode” im 15ten war.
Mein rein persönlicher Rat wäre, ob der schon zu großen Häufung meist eher schlechter Nachbauten in der Szene eher drauf zu verzichten.