Ich finde, wenn es kaum einen Beleg für das tragen von Mützen in der La-Téne Kultur gibt, aber aus einem Bergwerk ein Exemplar aus Leder gefunden wird, ist eine Interpretation als Schutzkleidung nicht so weit hergeholt. Es geht ja nicht um die Frage, ob es einen Ünterschied zwischen Mützen für die Arbeit und Mützen für die Schönheit gab, sondern ob Mützen überhaupt nur in bestimmten Tätigkeitsbereichen getragen wurden. Keltische Schuhe wurden ja auch außerhalb von Bergwerken gefunden, Mützen nicht. Und weil von vergangenen Jahrhunderten die Rede war: dass es im Mittelalter Schutzbekleidung für Bergleute gab ist durch zahlreiche zeitgenössische Darstellungen belegt.
Wie Theodor schon gesagt hat, gegen Abschürfungen und kleine Stöße hilft so eine Mütze schon. Ich weiß nicht, ob du jemals in einem Bergwerksstollen warst, aber man donnert in so einem Stollen selten mit dem Kopf voll gegen die Decke, sondern man übersieht meist kleine Vorsprünge, oder schätzt die Höhe etwas falsch ein, sodass man die Decke streift. Und wie bei den Zipfelkapuzen des Mittelalters erlaubt es eine Mütze, die Decke zu spüren, bevor der Kopf damit in Kontakt kommt (auch wenn der Spielraum ohne Zipfel etwas kleiner ist, da muss man dann wohl etwas besser aufpassen).
Trugen Kelten eigentlich Mützen? Soviel ich weiß werden Kelten immer ohne Kopfbedeckungen abgebildet. In einem Bergwerk hat eine Lederhaube eine wichtige Schutzfunktion. So eine Mütze für die Darstellung eines Kelten außerhalb des Berbaubereiches zu verwenden finde ich etwas problematisch.
Eine originale keltische Mütze aus Leder ist im Prähistorischen Museum in Hallstatt, Oberösterreich, ausgestellt. Sie wurde neben vielen anderen antiken Gegenständen im dortigen Salzbergwerk gefunden.
Ich suche schon seit einer Weile nach einer Kopfbedeckung für einen Kelten, egal welchen Standes oder Region, um 50 v.C. Ein Freund empfahl mir eine phrygische Mütze, ich fand aber leider keinerlei Belege hinsichtlich irgendeiner Art Kopfbedeckung. Kann mir jemand sagen, was getragen wurde?