Gibts ein genaues Rezept wie man den Talg herstellt,
Da wir Schafe haben und auch Schlachten für den Hausgebrauch, fällt auch einiges an Fett an und das würde ich gerne verwenden um Kerzen oder Lampen herzustellen um sie im Lager auf Mittelaltermärkten zu verwenden
Talgkerzen kann man genauso ziehen wie Bienenwachskerzen.
Dauert halt nur, und man braucht Platz.
Ich verwende die Aufzeichungen von Krünitz, was aber eben 18. Jh. ist, der auch das gießen von Kerzen in Formen beschreibt.
Er beschreibt dann (fürs 18.) auch den Zusatz mehrerer Chemikalien und Salze, welche den Talg härter und weißer (Qualität) machen sollen. Härte und höheren Schmelzpunkt erreicht man durch ablagern des Talges (6-12 Monate) und durch den Zusatz von Hirsch oder Hammeltalg.
Da ich eine Abneigung gegen den Geruch von Hammelfleisch habe, werde ich dies nicht ausprobieren. Im Oktober sollte ich aber Hirschtalg bekommen, zwar aus einer Zucht, aber mal probieren.
Meine gegossenen Talgkerzen brennen ca. 7-8 Stunden, und brennen wenn sich keine Kanal bildet, fast sauber runter, es verläuft also nichts. Das geht aber so nur windgeschützt. Das runterlaufende Talg kann man dann immer noch einschmelzen und in einem Schälchen abbrennen lassen.
Gut ist Talg, wenn er nach dem auslassen bei 25° C Zimmertemperatur so hart ist, das man mit dem Finger nicht reindrücken kann.
Ich habe mal gehört, das man Kirschbaumharz dem Talg zusetzen soll, im heißen Zustand 20% vom Gewicht des harten Talg mit reinrühren und dann wieder kalt werden lassen. Dies würde den Schmelzpunkt nach oben treiben und damit die Kerzen ruhiger abbrennen lassen.
Blöd nur, das Kirschbaumharz so nicht zu bekommen ist.
Und bisher habe ich niemanden gefunden, der mich an seinen Bäumen rumschneiden lässt.
Bienenwachs muß man nicht härten, es geht ja um die Bienenwachs Talg Mischung.
Die Eigenschaften sind schon besser als bei einer reinen Talgkerze, wenngleich aus güstigeren Rohstoffen, aber Belege kenn ich selber auch nicht, deswegen die Frage
Ich habe vor Jahren mal auf einer VA Kerzen gekauft, die aus einem Verschnitt aus Talg, Bienenwachs und einem Baumharz als “Härter” bestanden.
Das genaue Mischungsverhältnis nannte der Verkäufer sein Betriebsgeheimnis, aber gebrannt haben sie vergleichsweise gut, trotz relativ geringem Anteil von Bienenwachs.
Laut Aussage des Anbieters wäre diese Art belegbar, mir ist aber noch nichts derartiges untergekommen, deswegen die Frage in die Runde, ob jemand etwas derartiges kennt.
Du meinst zu herstellen von Talgkerzen? Mir ist nich bekannt, das es überhaupt Kerzen aus Talg gab, sondern eher aus Schälchen oder Ständer mit Talg gefüllt… Aber als Kerzenform? Talg hat so einem geringen Schmelzgrad, dass Kerzen im sonnenlich wortwörtlich dahin zerschmelzen. Und Talg auf der Leinen Tischdecke= Sauerei ;-)
Oder habe ich deine Frage missverstanden?
Lg
Natürlich werde ich von meinen Recherchen berichten!
Im Archeologie Museum von Brugge sind Tontöpfe aus dem 13.- 14. Jhd ausgestellt, Bilder habe ich leider keine. Aber näheres darüber findest Du auch in folgendem Buch:
ich bin schon lange auf der Suche, nach belegen um 1250 für Gefäße, die zum Schmelzen für das Bienenwachs genutzt worden sind!
wurde das Bienenwachs direkt über dem Feuer geschmolzen, oder stand es in einem Gefäß mit Wasser (wegen der Gefahr, dass sich das Bienenwachs über dem Feuer entzündet).
Wenn mir irgendwer weiterhelfen kann, wäre ich euch total dankbar!!! Bin wirklich schon lange auf der Suche!
Ich denke, dass genietete Töpfe schlichweg zu Teuer waren, auch wenn Bienenwachskerzen ein Luxusgut waren!