Ich habe schon mehrfach Federn und auch Pfeilspitzen mit einer Mischung aus Harz und Wachs geklebt.
Da mir zu dem Zeitpunkt nichts anderes zur Verfügung stand habe ich als Baumharz Weihrauch verwendet. Der dürfte ähnliche Eigenschaften haben wie Kieferharz getrocknet.
Das Zeug klebt, solange es warm ist wie die Hölle und hält danach bombenfest.
Das harz erwärme ich in ner Metallkelle über ner Kerze und entferne alle festen Bestandteile und fügr nach und nach etwas Wachs dazu, ganz nach Gefühl, dann lass ich das etwas “köcheln” und ab geht’s.
ich hab leider nicht die Moeglichkeit, selber Kiefern- oder Birkenpech herzustellen, aber ich habe gesehen, dass man beides wohl bei Lederkram.de erwerben kann. Klebt / haellt Kiefernpech denn besser als das Harz / Kolophonium?
Ich habe auch mal etwas ueber ein Harz- Wachsgemisch gelesen. Hat damit jemand schon Erfahrungen gemacht?
Frisches Harz der Kiefer enthält Terpentin, stimmt. Man kann altes auch wieder frisch machen.
Nur, es wird immer wieder genauso spröde, das Terpentin verflüchtigt sich und “knick”
Um gewickelte Federn an Pfeilen zu sichern und die Wicklung gegen Durscheuern kann man Kiefernharz nehmen, aber es hält dann nur die Wicklung, das Harz hält fast nichts
Ich habe das Harz auch aus Wunden gesammelt. Allerdings war das meiste schon sehr getrocknet, bzw. ich habe nur das sehr feste gesammelt. Dadurch waren meine Finger dann auch nicht so klebrig ;)
Dann habe ich das Harz geschmolzen - eine leere kleine Blechdose (z.B. eine Cremedose) ueber einem Teelicht hat dabei sehr gut funktioniert. Offenbar habe ich es dann nur zu lange “gekocht”, also fluessig gehalten. Ich habe ein kleines Loch in den Boden der Dose gemacht und dadurch das fluessige Harz abfliessen lassen, das hat eine ganze Weile gedauert, aber alle festen Bestandteile herausgefiltert. Vermutlich habe ich dann jetzt einfach viel zu wenig Terpentin in dem Harz, daher ist es dann so sproede. Mal sehen, ggf. teste ich es dann aus das Harz wieder mit Terpentin zu versetzen…
Hat sonst noch jemand schon mit Kiefernharz gearbeitet?
Kiefernharz aus Baumwunden sammeln. Gibt ziemlich klebrige Finger. In einer Blechdose über dem Feuer erhitzen. Dreck aus dem flüssigen Harz fischen. Der schwimmt teilweise auf dem Harz und sinkt teilweise auf den Boden. Wenn man ungefähr einen Zentimeter flüssiges Harz in der Blechdose hat, dann einige Minuten köcheln lassen. Vorsichtig sein, weil das Harz leicht brennt. Dann mit einem Holzspatel etwas flüssige Harz auf die Klebestelle streichen und was auch immer aufgeklebt werden soll, aufkleben. Das Ganze muss sehr schnell gehen, weil das Harz nur in sehr heißem Zustand klebt. Der kalte Harzkleber ist hart und je länger man das Harz köcheln lässt, umso härter und spröder wird er im kalten Zustand.
Und jetzt die Theorie zu dem Ganzen:
Kolophonium ist Harz aus dem das Terpentinöl und sonstige flüchtige Bestandteile herausdestilliert wurden. Im Umkehrschluss könnte man probieren, dem Kolophonium einige Tropfen Terpentin zuzusetzen.
Würde ich aber nur draußen probieren, weil das nicht nur stinkt, sondern auch ungesund ist.
Ich habe im Archiv leider bisher nicht viel gefunden. Ich habe versucht bei verschiedenen kleineren Arbeiten mit Kiefernharz, bzw. Colophonium zu kleben.
Ich hatte mehrmals hier und auf anderen seiten in Bemerkungen gelesen, dass ein “Harz+Wachs” Kleber verwendet werden kann, meist im Bezug auf eine Waage beschriebene Mischung aus Kiefernharz und Bienenwachs. Allerdings ist das Harz selbst sehr sproede und eine leichte Verduennung mit Wachs (ca 5:1) aendert dies nicht (zumindest bei meinen Versuchen).
Hat hier jemand Erfahrung mit dieser Art des Klebens oder kann mir irgendwelche Quellen nennen, in denen ich ggf. etwas mehr zu dem Mischverhaeltnis oder der Verarbeitungsweise lesen kann?