Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Linkshänder im Spätmittelalter

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Eintrag #1 vom 08. Apr. 2010 12:04 Uhr David Jaumann  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um David Jaumann eine Nachricht zu schreiben.

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Wurden Linkshänder im Spätmittelalter zu Rechtshändern umtrainiert, oder nicht?
Wenn nicht, wie war dann das Ansehen der Linkshänder in der Bevölkerung?
Kann man diesbezüglich Antworten in Bildern finden?

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Eintrag #2 vom 24. Okt. 2010 23:23 Uhr Matthias Grüner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Grüner eine Nachricht zu schreiben.

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Hi,
also ich kann dir schon mal sagen, dass Linkshänder nicht umtrainiert wurden. Ich habe in einem Bericht über die Ausbildung von Milizen, Söldnern und Knappen einen ganz guten Satz gefunden.
Zitat: “Linkshänder müssen starkt Kämpfen!”
Was wohl darauf schließen lässt, dass Linkshänder auch normal behandelt wurden, auch auf dem Schlachtfeld. Das “müssen Stark kämpfen” kommt daher, dass die Treppenaufgänge in den Burgen immer rechtsherum gehen. Möchte der Angreifer nach oben ist die Seite mit dem Treppenpfeiler im Weg, hat also kein Platz, wobei der Verdeitiger der von oben kommt an der Mauerseite mehr Platz hat.
Nun ist es für einen Linkshänder natürlich einfacher in so einem Treppenaufgang zu kämpfen, aber .. er muss mit der Linken das abwehren was der andere mit der rechten schlägt UND er steht weiter unten als der Verdeitiger. Und bekanntlich sind Linkshänder ja etwas schwächer, als Rechtshänder. Deshalb “müssen starkt kämpfen”.
Hoffe es hat dir geholfen.

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Eintrag #3 vom 25. Okt. 2010 00:14 Uhr Andrej Pfeiffer-Perkuhn  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andrej Pfeiffer-Perkuhn eine Nachricht zu schreiben.

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Interessant was man aus einem Satz so folgern kann wenn man will. Klingt alles arg weit hergeholt.
Es kommt vermutlich vor allem auf die einzelne Person an. Die heutige starke Betonung der Händigkeit hat auch mit der stark gestiegen Literalität und der Schreibfähigkeit zu tun. Jenseits der Schriebfähigkeit ist die Händigkeit sicher auch nicht unwichtig aber doch nicht so relevant. Ich kenne allerdings auch keine Beispiele für spezielles Werkzeug für Linkshänder.
Generell ist aber die Frage denke ich schlicht noch nicht hinreichend untersucht. Man müsste Belege dafür finden ob es eine Rolle gespielt hat, Linkshändigkeit irgendwie negativ belegt war und inwiefern dann eine Umerziehung stattgefunden hat.
Mit eine einzelnen, vieldeutigen Anweisung alleine ist es sicher nicht getan.
Schöne Grüße
Andrej

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Eintrag #4 vom 25. Okt. 2010 05:40 Uhr Wilfried Masberg   Nachricht

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Nun, Sicheln für Linkshänder muß es gegeben haben, oder der musste mit rechts mähen.
www.linkshaender.de/a_lnk_produkte_details.html?[…]
Auch Scheren müssen praktischerweise seitenverkehrt sein.

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Eintrag #5 vom 25. Okt. 2010 11:56 Uhr Alexander Jäger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Jäger eine Nachricht zu schreiben.

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Auch wenn’s OT ist, dass Linkshänder bekanntlich schwächer sind … dafür will ich einen fundierten Beweis! Das halt ich für ausgemachten Blödsinn.

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Eintrag #6 vom 25. Okt. 2010 12:00 Uhr Ina (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ina eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hä ?

Sieht mir nicht nach einem Spämi-Fund aus, Wilfried. Wie kommst du zu der Annahme, dass es Linkshändersicheln gegeben haben muss ?!
Ich als Linkshänder möchte mal gegen das Ma-Linkshänderwerkzeug halten. Warum ? Ganz einfach. Es ist durchaus machbar, sich für bestimmte Dinge umzutrainieren. Ich habe mich für die Handnahttechniken auf rechts umtrainiert. Das dauerte bloß etwa ein Jahr. Nun ist es kein Problem mehr, und ich nähe mit geschlossenen Augen 1-2mm-Stiche mit Seide. Mit links kann ich übrigens überhaupt nicht nähen.
Ich spekuliere also, dass Werkzeug nicht extra für Linkshänder umgebaut wurde, weil ein Umtrainieren sehr leicht ist. Außerdem weitet sich das automatisch aus - will sagen, da ich mich fürs Nähen auf Rechts trainiert habe, fallen mir nun alle anderen Arbeiten mit rechts sehr leicht. Das Umtrainieren von anderen Arbeiten geht also noch schneller.
Beispiel für Wilfried : Wenn ein Bauer sich schnell und von Kind an mit der Sichel auf rechts trainiert, dann kann er auch leicht mit rechts eine Forke bedienen. Eine Schaufel, einen Hammer… etc. :-)
Ach ja… Linkshänder sind nicht schwächer. Es kommt ganz auf die Person an.

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Eintrag #7 vom 25. Okt. 2010 12:23 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Pragmatismus...

Ich kenne aus Fechtbüchern verschiedene Hinweise auf linkshändige Fechter, aber gerade auch aus dem Fechten die Aussage, daß man links wie rechts gleichermaßen geübt sein soll.
Das spricht zwar einerseits gegen eine generelle “Verpönung” der Linkshändigkeit, relativiert aber auf der anderen Seite die Aussagekraft der Texte in Bezug auf natürliche Linkshänder.
Aus dem zivilen Alltag kenne ich bislang keinerlei Texte, die eine Aussage dazu treffen, ergo auch nicht zu einer Umerziehung, und an Realien fallen mir ad hoc nur ein paar Zimmermannsäxte ein, bei denen eine Verwendung mit Links in die Form einging.
Bei Sensen und anderen zweihändig geführten Gegenständen stellt sich meines Erachtens das Problem nicht so sehr, insofern würde ich hier auch keine große Fundmasse erwarten.
Aus eigener Erfahrung: Ich bin Linkshänder und betreibe seit bald 10 Jahren Historisches Fechten.
Im Fechten mit dem Langen Schwert bin ich nach relativ kurzer Zeit des zusätzlichen Trainings mit Rechts brauchbar stark geworden, in der weiter auseinander gegriffenenen Stange/Mordaxt ist mir die Händigkeit eigentlich vollkommen egal (so egal, daß ich sie oft eher taktisch der Situation anpasse), während ich mir beim Langen Messer oder Einhand-Buckler auf Rechts immer noch extrem schwer tue.
Zum Eintrag von Mathias:
Daß Linkshänder generell schwächer sind leitet sich woraus ab? Stelle ich stark in Zweifel.
Ebenso halte ich diese Geschichte mit den Turmtreppen für unsinnig.
Genau genommen behindert eine Wendeltreppe beide, Angreifer wie Verteidiger, und ob die Kombi Schwert Schild nun die häufigste beim Erstürmen einer Burg war, sei auch mal dahin gestellt.
Und gerade wenn der Vorteil nennenswert wäre, muß das noch keine Aussage über die generelle Existenz von Linkshändern treffen, sondern nur über die Verteilung.
Zu guter Letzt bleibt mir nur, Andrej zuzustimmen, Das Thema ist bislang nicht wirklich ausreichend behandelt worden um eine klare Aussage zu treffen.
Sämtliche Postulate “damals wurden alle umerzogen” haben sich bei tieferer Betrachtung als unbelegte Rückprojektion aus der Schulpflicht vor den 60er Jahren des 20. Jhds. erwiesen.
Aus den Realien eine Antwort abzuleiten fällt ebenfalls schwer.
Mein Fazit daraus ist, daß man sich um die Händigkeit an sich keinen Kopf gemacht hat, während in konkreten Bereichen (plattes Beispiel: Ritter mit Lanze links und Schild rechts kann schlecht tjosten) simpel der Sachzwang Vorrang gehabt haben dürfte.
Allerdings bin ich mir bewußt, daß dies aus tönernen Füßen seht. Was gleichermaßen für die Gegenthese gilt.

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Eintrag #8 vom 25. Okt. 2010 12:45 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Äxte

Moin,
bezüglich der Zimmermansäxte muss meines Erachtens eine links oder rechts ausgestellte Klinge nicht automatisch ein Hinweis auf linkshändigen Gebrauch sein, es kann auch einfach nur eine Frage des Werkstücks und der Zugänglichkeit des selben sein. Ich kann sowohl eine links- als auch eine rechtsausgestellte Axt mit der rechten Hand als Führhand benutzen.
Gruß,
Timm

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Eintrag #9 vom 25. Okt. 2010 13:30 Uhr Wilfried Masberg   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Also umtrainieren?

Nun, wenn ich die Linkshänder richtig verstehe ist umtrainieren leichter als Werkzeug finden.
Bei rund 5% Linkshänderanteil dürtfte ein Werkzeugfund von einem Linkshänderwerkzeug eher unwahrscheinlich sein. Und der müsste dann auch noch erkannt werden.
Wie ich darauf komme, das es “linke” Sicheln gab? Wie gesagt, will jemand mit links mähen, braucht er eine.

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Eintrag #10 vom 25. Okt. 2010 13:31 Uhr Sina Klausnitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sina Klausnitz eine Nachricht zu schreiben.

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Hi, zum Thema Linkshänder kann ich aus dem Löffelfund von Altenkirchen (vor 1600) mitteilen, dass zumindest bei ca. 7 % der Löffel eindeutig eine Nutzung durch Linkshänder belegbar ist ca. 50% der Löffel sind eindeutig durch einen Rechtshänder genutzt - der Rest war nicht feststellbar oder nicht eindeutig.
Zitat aus der Tante Wiki: Statistiken geben den phänotypischen Anteil der Linkshänder in der Bevölkerung mit 10 bis 15 Prozent an. Es ist zu beachten, dass der Wert bei Befragungen unter Umständen geringer ausfällt als bei gezielten Tests, was auf die lange Zeit verbreitete Umerziehung zurückzuführen ist. Daher sind Linkshänder in Statistiken unter alten Menschen deutlich seltener.
Der genotypische Anteil ist offenbar noch nicht hinreichend wissenschaftlich nachgewiesen. Schätzungen gehen bis zur Hälfte der Bevölkerung (Gleichverteilung).
Viele Grüße, Sikla

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Eintrag #11 vom 25. Okt. 2010 14:00 Uhr Ina (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ina eine Nachricht zu schreiben.

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@Wilfried :
Hat ein wenig etwas witziges an sich. Etwa so wie folgender Satz, mit gleicher Struktur, aber anderem Inhalt :
“Will jemand etwas kühl halten, braucht er einen Kühlschrank.”
Dann gab es im Ma also Kühlschränke ? Cool ! :-)

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Eintrag #12 vom 26. Okt. 2010 10:00 Uhr Hannah Bender  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Hannah Bender eine Nachricht zu schreiben.

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Deine Aussage du hast dich für das Nähen mit der Hand auf rechts umtrainiert, versteh ich nicht so ganz. Ich bin auch Linkshänderin und nähe problemlos mit links. Ich wäre nie auf die Idee gekommen mich umzutrainieren. Ich verstehe nicht so ganz wofür du das gemacht hast?
Zum Werkzeug, zumindest bei Scheren zB seh ich da auch kein Problem. Ich kann auch mit rechts schneiden, einfach weils bei uns zu hause nie Linkshänderscheren gab. Und wenns nicht gerade ein Scherenschnitt werden soll, klappt das auch ganz passabel.

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Eintrag #13 vom 26. Okt. 2010 10:53 Uhr Ina (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ina eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Hannah,
na ich dachte mir, dass das Nähen mit rechts einfacher ist, wenn ich die Stiche anwenden will, die es an diversen Textilfunden zu sehen gibt, da die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Nähte an den Funden von einem Rechtshänder genäht wurden. :-)

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Eintrag #14 vom 26. Okt. 2010 10:58 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Also eigentlich ist es den Stichen wurscht, von wem sie genäht wurden, und zwar damals wie heute.

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Eintrag #15 vom 26. Okt. 2010 11:49 Uhr Ina (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ina eine Nachricht zu schreiben.

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Ja… und was willst du mir damit sagen ?
Ich hatte mich im Jahr 2000 für das Umtrainieren entschieden, weil es mir sinnvoller erschien, und gut ist. Ist doch ganz einfach. Außerdem bleibt es eh jedem selbst überlassen, ob er sich umtrainieren möchte, oder nicht.

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Eintrag #16 vom 26. Okt. 2010 12:01 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Ina, das war eine direkte Antwort auf deine Begründung, das Nähen mit Rechts deswegen gelernt zu haben, weil “die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Nähte an den Funden von einem Rechtshänder genäht wurden”.
Denn genau das kann man überhaupt nicht abschätzen, abgesehen davon, dass es keinerlei unterschied macht.
Ich weiss, dass es heutzutage modern ist, das Recht auf Selbstbestimmung zu betonen, aber dennoch war es unsinnig ;)

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Eintrag #17 vom 26. Okt. 2010 12:21 Uhr Ina (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ina eine Nachricht zu schreiben.

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Da ich mir das Nähen selbst beigebracht habe, hatte ich die Wahl, ob mit links oder mit rechts. Um die Fehlerwahrscheinlichkeit zu verringern, wählte ich halt rechts. Ob die Stiche im Endeffekt mit links genauso aussehen, habe ich nie ausprobiert, weil ich mich halt entschieden hatte, und kein Interesse mehr am Nähen mit links hatte. Es ergab für mich keinen Sinn, beidhändig nähen zu können.

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Eintrag #18 vom 10. Nov. 2010 14:26 Uhr Birgit (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit eine Nachricht zu schreiben.

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Ich nähe und sticke mit Links.
Und ich kann keinen Unterschied zu den historischen Nähten und Stickereien erkennen.(Ausser das meine Stiche noch etwas regelmäßiger werden müssen. *selbstironisch grins*)
Bei den Scheren kann ich auch keine Händigkeit erkennen.
Im Gegenteil, meine Bügelscheren nach Vorbild des 12.jhds nutze ich auch für die modernen Einsatzwecke.
Einfach weil sie keine “Fingerlöcher” haben die in irgendeine Richtung ausgeformt sind.(Moderne Normalschere tut nach ein paar Zentimetern Schnitt echt weh am Daumen!)
Bis jetzt habe ich noch kein mittelalterliches Werkzeug erlebt, das primär auf die Nutzung mit der rechten Hand ausgelegt ist.
Gut beim Spinnen war es erstmal etwas kompliziert in die für mich falsche Richtung zu drehen.
Aber trotzdem bediene ich auch meine Handspindel locker mit der linken Hand.(Wäre mir auch überhaupt nicht in den Sinn gekommen, meine ungeschickte Hand zu nehmen.)
Meine (Achtung!) Vermutung (Achtung Ende!) geht in die Richtung das es zumindest für das 12.Jhd ziemlich Wurscht war, welche Hand für die Arbeit genutzt wurde.
Hauptsache die Arbeit war gut getan.
Aber das ist nur eine Vermutung die ich nicht belegen kann.
Wenn jemand Quellen für eine bevorzugte Händigkeit im Frauenbereich hat?
Bitte her damit!
LG

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Eintrag #19 vom 10. Nov. 2010 15:03 Uhr Beate (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Beate eine Nachricht zu schreiben.

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> Gut beim Spinnen war es erstmal etwas kompliziert in die für mich falsche Richtung zu drehen.
Was meinst du mit "falsche Spinnrichtung?
Es gab doch sowohl S- wie auch Z-gesponnenes Garn.

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Eintrag #20 vom 10. Nov. 2010 17:09 Uhr Katrin Auer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Katrin Auer eine Nachricht zu schreiben.

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… und wenn gezwirnt wird, muss die Spindel zwangsläufig in die Gegenrichtung der Spinnrichtung laufen. Da ich fast alles zwirne, was ich spinne, bin ich an beide Richtungen gewöhnt.

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Eintrag #21 vom 10. Nov. 2010 22:15 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Zu Katrins Aussage kann ich noch hinzufügen, daß ich, obwohl ganz eindeutige Rechtshänderin, das Spinnen in der Richtung gelernt habe, die bei modernen Spinnern als “linkshändig” gelehrt wird. Und ich bevorzuge diese Richtung noch immer, wenn ich nicht Garn in der anderen Drehrichtung unbedingt brauche.
Es hat also überhaupt nichts mit der Händigkeit zu tun, in welche Richtung man am liebsten spinnt - alles reine Gewohnheit.

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Eintrag #22 vom 12. Nov. 2010 01:37 Uhr Birgit (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Birgit eine Nachricht zu schreiben.

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Stimmt.
Die Garne wurden in beide Richtungen gezwirnt.
*Schmunzel*
Ich hab 97 meine erste Handspindel erstanden und hatte gleich am Stand auch meinen ersten “Wie geht den das?” Grundlagenunterricht.
Und als blutiger Anfänger glaubt man das, dann auch wenn einem die “Lehrerin” bittet, doch beim Dochtgarn lieber in die andere Richtung zu drehen. Damit eine andere Spinnerin mit dem Garn auch weiterarbeiten kann.
Inzwischen weiss ich auch, das die gefundenen Garne je nach Lust und Laune mal in die eine und mal in die andere Richtung gedreht wurden. (Eben S und Z.)
Aber wie das so ist.
Inzwischen hat sich das “Falschrumdrehen” bei mir eingeschliffen… *lach*
Und da ich es irgendwie nie schaffe mir mal ne genügend große Wandfläche freizuschaufeln um mir einen Gewichtswebstuhl zu bauen.
Nutze ich das gesponnene Garn meistens für moderne Verwendungszwecke.
Schöne warme gehäkelte oder gestrickte Winterpullis.
Ok, das nächste Projekt aus der Wolle wird mal fürs Hobby sein.
Meine Kiepe braucht ein paar kuschelige “AntiAua” Schulterriemen.
Da werde ich die Kammwebe mal wieder anwerfen…

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