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Eintrag #1 vom 15. Okt. 2006 16:46 Uhr Katrin Schindler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Katrin Schindler eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo
Ich brauch dringend Hilfe.
Ich brauch Informationen zum Thema Diagnostik von Krankheiten.
Hab bisher nur Harnschau gefunden. Das kann doch aber nicht alles sein, oder?
Gab es vieleicht schon eine Art Stethoskop oder anderes?
Katrin

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Eintrag #2 vom 16. Okt. 2006 11:28 Uhr Volker Bach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Volker Bach eine Nachricht zu schreiben.

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Also, die Hauptquelle der Diagnose in der mittelalterlichen Medizin war die Anamnese. Auskultation (Abhorchen/-klopfen) war schon gebraeuchlich, aber ein Stethoskop gab es noch nicht, und das ganze war auch nicht sehr wissenschaftlich. Dann gab es neben der Harnschau noch Formen der Pulsdiagnose, ein ‘Abfuehlen’ betroffener Koerperteile, und schlicht gute Beobachtungsgabe und Menschenkenntnis, die von Aerzten verlangt wurde. Aber die meisten Diagnosen wurden wohl schlicht per Anamnese gestellt, nicht selten auch ‘fernmuendlich’. Medizinische Werke der Zeit verwenen gerne Formulierungen wie “wenn der Patient ueber X klagt…” oder “frage, ob er Y hatte”.
Weiterfuehrend wuerde ich hierzu empfehlen:
R. Toellner (Hg.) Illustrierte Geschichte der Medizin, Band 1-3, verschiedene Eintraege
K.P. Jankrift: Mit Gott und schwarzer Magie. Medizin im Mittelalter
Besonders im letzteren Fall auch die Bibliographie. Dann ist noch wichtig, wann und wo das ganze stattfindet. Die spaetmittelalterliche Medizin hat ein komplett entwickeltes theoretisches Lehrgebaude auf dessen Grundlage Diagnosen z.B. mit Hilfe von Astrologie und Numerologie gestellt werden konnten. Im 11-12. Jh gibt es die Rezeption der antiken und arabischen Medizin zusammen mit eigener empirischer Arbeit, bei der die Theoriebildung noch relativ im Hintergrund steht. Vor 1000 ist die gelehrte Medizin des Westens primaer auf spaetantike lateinische Kompendien angewiesen die mit Volksmedizinischem Wissen ergaenzt werden. Auch Diagnosemethode werden sich da unterschieden haben. Aber in jeder schriftlich niedergelegten Tradition bis zurueck zur hippokratischen Medizin ist die Anamnese die wichtigste Methode.
Ianus

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