noch ein paar Anmerkungen zu DeinemFarben-auf-dem-Schild-Problem:
Eine Grundierung auf Basis von Kasein ist ziemlich Wasserfest und auch für draussen geeignet, solche giftigen Pigmente wie Bleiweiss (was heute für Nicht-Restauratoren und ohne amtliche Genehmigung eh nicht mehr zu kriegen ist) oder Zinnober sind eigentlich nicht nötig, auch rote Erden (eben von Kremer, z. B. gebranntes Siena oder sog. RTFLES-Ocker) sind sehr farbstark und v.a. auf der Fläche sehr leuchtend.
Das Kasein-Bindemittel kannst Du Dir z.B aus Magerquark (yes!) oder aus Trockenkasein herstellen (bei Kremer, aber unbedingt dort für beides noch genaues Rezept erfragen, denn das muss noch mit Hirschhornsalz oder Kalk aufgeschlossen, d.h. löslich gemacht werden und blätert ab, wenn man eine zu hohe Konzentration nimmt…).
Eigelb geht übrigens auch als Bindemittel (s. die Anmerkung ein paar mails vorher), das muss aber gut durchgequirlt werden und verdünnt, es dauert auch einige Wochen, bis das Ei wasserfest ist; die Farben solltes Du auch ganz schnell verbrauchen, denn die verderben + stinken dann (ev. etwas Nelkenöl zum Konservieren zugeben, dann hält’s ein paar Tage im Kühlschrank)
Bei Blau ist das so eine Sache, das genannte ßgyptischblau gibt’s bei Kremer auch, das ist wirklich eine Alternative zu der Urinbeize-Herstellung aus Färberwaid, wirklich eine komplizierte und recht heftige Aufbereitung ist nötig, bis man das als Blaufarbstoff brauchen kann….
der Vollständigkeit halber möchte ich hier noch darauf hinweisen, daß einiger der originalen Pigmente wie das erwähnte Zinnober (ein Quecksilbersulfid) oder bspw. Bleiweiß hoch toxisch sind. Daher ist eigtl. jedem Nichtfachmann abzuraten damit umzugehen! Die Gefahren für sich und die Umwelt sind einfach zu hoch.
Weicht bitte lieber auf andere Alternativen aus. Solche Alternativen gibt es genug, z.B. Kremer-Pigmente (siehe vorherige Einträge) beraten gut und gerne.
ist zwar nicht Zeitenwende, sondern 3. Jh., aber immerhin:
Im sogenannten “Fürstengrab” von Gommern wurden die Reste eines Schildes gefunden, ebenfalls mit roter und blauer Farbe, analysiert und rekonstruiert.
Rot: Zinnober.
Blau: ßgyptischblau (Kupfer-Kalzium-Silikat)
Bindemittel: vermtl. Eigelb
Auserdem wurde etwas Kreide in die Farbe gemischt.
Die genaue Rezeptur ist zu finden in:
“Gold für die Ewigkeit - Das germanische Fürstengrab von Gommern”; Begleitband zur Sonderausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle(Saale); Hrsg. Siegfried Fröhlich, 2001
nach, welche Pigmente da in Frage kommen. Wird die Leinenbespannung mit Kreidegrund grundiert, lassen sich durchaus mit einfachsten Mitteln sehr brillante Farbeffeckte erzielen.