bitte nicht falsch verstehen, aber vielleicht solltest Du ein paar andere Bücher zu Rate ziehen, bevor Du eine Entscheidung triffst.
Ich kann das Hintergrundwissen dieser Autorin nicht beurteilen, weil ich das betreffende Buch nicht kenne, sondern nur mal in einen Hebammenroman dieser Autorin reingelesen habe - und der hatte mit Mittelalter ungefähr so viel zu tun, wie ein Arztroman mit Krankenhausalltag.
Vielleicht guckst Du Dir statt dessen ein paar Kunstbildbände an. Bücher wie “Das leuchtende Mittelalter” von Jaques Delarun, “Kunst des Mittelalters” von Liana Castelfranchi Vegas oder “Codices illustres” von Ingo F. Walther und Norbert Wolf bieten nicht nur einen kunsthistorischen Überblick, sondern vermitteln auch erste Eindrücke, welche Mode zu welcher Zeit en vogue war. Damit wirst Du im Zweifel glücklicher, als wenn Du dich aus Begeisterung für ein einzelnes Buch für eine Klamotte entscheidest, die Dir vielleicht gar nicht gefällt oder nicht steht.
Mich würde das Leben um 1300 plusminus 10 in Sachsen (Freiberg) interessieren- inspiriert vom Buch “Blut und Silber” von Sabine Ebert. Dieses Buch habe ich quasi “verschlungen”.
Wie habt ihr euch eigentlich inspirieren lassen, wie seid ihr zu eurer Darstellung gekommen, wenn ich fragen darf?
bitte verstehe mich nicht falsch, so im Internet/schriftlich ist es nicht leicht etwas zu sagen, ohne daß es sich vielleicht “böse” anhört ;o). Dies ist jetzt nur eine interessierte Frage und keine Kritik, aber was möchtest Du eigentlich wirklich?
- Gelegentlich als Besucher an “Mittelalter”-Märkten teilnehmen?
oder
- Eine historische Darstellung aufbauen?
Man braucht ja eine Diskussionsbasis ;o)
LiGrü
Dannie
Edit: Jetzt warst Du schneller als ich.
Wenn Du Dir eine Darstellung aufbauen möchtest, überlege Dir welche Zeit und Region für Dich besonders interessant ist. Das kann von der Steinzeit bis zur Hippie-Ära gehen. Mal ein kleiner Überblick von einer diesjährigen Veranstaltung: www.diewerkstaettenseite.de
Und klar helfen wir Dir gerne weiter, dafür ist das Forum ja da ;o)
Man kann das nicht annehmen. Es ist modern. Vollkommen. Total. Farbe, Färbung, Stoff, Stofffall, Schnitt, Verschluss, einfach absolut alles. Es hat nichts mit einem Kleid um 1450 gemein.
Mein Rat: Kürz den Rockteil, kürz die Ärmel und mach nen aussergewöhnliches Sommerkleid draus.
Und wenn du wirklich Interesse am Mittelalter hast, siehe meine Links.
Dort hast du auch Kopfbedeckungen. Auf unserer Seite auch, wenn auch (noch) nicht erklärt, aber sehen kann man sie. Grob bestehend aus Unterhaube, teils Unterbau (Hörnchen) und Steuchlein (lange schmale Tücher, drappiert).
Und ich weise nochmal auf meine Ausführung hin: 1450 ist eine schlechte Wahl, da praktisch _alle_ die wirklich Living History 15tes machen, spätes solches machen.
Sollte dir irgendwann mal nach sowas der Sinn stehen, bist du dann 20 Jahre zu früh.
… ich würd den zweiten Gedanken konsequent weiterverfolgen.
Aus dem Kleid ist bereits das beste gemacht, was es werden kann, und auf das Ergebnis deines ersten “richtigen” Nähversuches wirst du um Längen stolzer sein, als auf jeden Kompromiss, den du vielleicht mit dem aktuellen Kleid versuchst, zu erreichen.
Vielen lieben Dank für Eure Antworten und Eure Mühe!
Besonders für die Zusammenfassung und die Links, die Seiten hatte ich teilweise noch nicht gefunden.
Ich weiss, ich zäume momentan das Pferd von hinten auf, aber ich möchte einfach ein einigermassen passendes Outfit haben, und da das Kleid nun schon mal da ist…muss man sehen, wie man das Beste draus machen kann:)
Unter folgendem Link müsstet ihr das Kleid sehen können- die Turnschuhe dazu bitte konsequent ignorieren, das war beim Anprobieren ;)
In der Tat überlege ich jedoch, noch ein zweites Outfit herzustellen, diesmal richtigrum “aufgezäumt”, Nähkenntnisse sind zwar eher rudimentär vorhanden, Kreativität und guter Wille jedoch Massen :)
Nun ist es so, dass es in meinen Augen keinen Sinn hat, dich gleich mit Details zu Modeströmungen, Regionalitäten etc. zu jagen, wenn Du Dich noch nicht orientiert hast. Ich würde dir gerne, um dir das zu erleichtern, grob die verschiedenen Varianten der Hobbies, die unter “Mittelalter-<hierworteinfügen>” fallen, schildern, bedauerlicherweise wäre selbst das recht lang, und es gibt so etwas (noch) nicht online. Daher greife ich mal auf Wikipedia zurück:
Unten unter “Siehe auch” wirst du die verschiedenen Haupthobbyströmungen bzw. verschiedene wesentliche Hauptbegriffe finden. Diese sind relevant, weil je nachdem, unter welche Kategorie die von dir genannten “Mittelalterveranstaltungen” fallen, und welche du anpeilst, ist es entweder optional, sinnvoll oder unabdingbar, dass deine Kleidung so exakt wie möglich der aktuellen Forschung entspricht, angefangen von “optional” für Mittelaltermärkte, bis zu “unabdingbar” für Living History. In diesem Forum wirst Du Hobbybetreibende aller Kategorien finden, die Diskussionen drehen sich allerdings schlicht um das “wie es <möglicherweise,höchstwahrscheinlich> war”, oder wie Du es schreibst “richtig”.
Um Alex’ Faden wieder aufzugreifen, wirst Du- und ich spekuliere jetzt auch nur- vermutlich auf einem sogenannten “Mittelaltermarkt” das Kleid gekauft haben. Jenseits der von dir genannten Beschreibung ist dort mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit fast nichts kaufbar, was auch nur im Ansatz der tatsächlichen Kleidung irgendeines Abschnitts des europäischen Mittelalrs entspricht, das meiste sind schlicht moderne, oft noch billig und in Indien und Pakstian in Massen produzierte Kostüme.
Nun liegt es an dir, was Du möchtest. Wenn du es “richtig” machen willst, sag ich dir gleich, wirst du auf Mittelaltermärkten auf die Dauer kaum glücklich werden, da nur auf den allerwenigsten sehr viel vertreten sein wird, was in die Kategorie fällt. Allerdings gehört ja nach Umfang der Umsetzung sehr viel Arbeit zu dem “richtig”: es muss viel gelesen, gewühlt, recherchiert werden, dann nicht ganz so viel umgesetzt wie recherchiert, und dann erst zum Schluss wird gaaanz wenig (im Verhältnis) benutzt/getragen, wobei das freilich davon abhängt, wie viele KM du bereit bist, mit dem Auto pro jahr runterzureissen, denn entsprechende Veranstaltung wachsen nicht an Bäumen, und wenn doch, an hohen Ästen, die sehr weit auseinanderstehen, wenn ich die Umschreibung bemühen darf.
Unabhängig von diesen ganzen Drumrum, erlaube ich mir nur mal direkt auf die Überschrift des Themas einzugehen: frontal geschnürte Kleider mit (geschneiderter) Figurbetonung kommen irgendwann zwischen 1330 und 50 irgendwo in Spanien, England, Frankreich auf, um setzen sich in der zweiten Hälfte des 14ten Jahrhundert dann sukzessive durch, und stellen ab irgendwann um 1400 die Mehrheit der Verschlüsse neben den Haken und Hösen und dann bereits veralteten engen Knopfleisten. Verbreitetstes Zeitfenster, in dem diese Mode getragen wurde, der “Szene” ist die Zeit um 1460-85, genauer, ob eines bestimmten Ereignisses, das dargestellt wird (siehe www.reichsaufgebot.de ) um 1474-75.
In diesem Zusammenhang erlaube ich mir dir auch unsere Homepage www.die-minnezit.de zu verlinken, dort wirst Du 3 Zeitfenster finden, bei der wir (Galerie→Kleidung) jeweils die kleidung vorstellen, für Mann und Frau, sowie etwas zur Entwicklung sagen; die entsprechende Zeit, die ich erwähnte, findest du dann unter www.diu-minnezit.de/1475
Eine andere Seite, die die Mode am praktischen Beispiel zeigt, ist www.evocatio.de (Menüpunkt “auf der Haut”) oder www.aufgebot1474.de (“Kleidung”). Eine englische Beschreibung der Mode der Zeit in Burgund, Frankreich, sowie beeinflussten Regionen, findest du hier: www.companie-of-st-george.ch/cms/?[ ]
Dieser passt nicht für (Süd-)Deutschland, ist jedoch auch ein ganz guter Überblick.
Und gleich vorweg die Warnung: die Zeit ist spannend, die Mode (und Wehrtechnik, für deinen Freund: Plattenharnische!) interessant, aber die Kleidung benötigt sehr viel Geduld, etwas Erfahrung, und auch den Mut zu unmodernen Denken (eingeschnürte Taille!)
So, ich denke, damit wirst Du gut eingedeckt sein ;)
Nicht, daß ich nun sagen will, daß die Vorposter hier Unrecht haben, nur…
Wenn das Kleid schon da ist, und man die Beschreibung liest, bleibt eigentlich kein Raum für Präzisierungen.
Mal kurz in Stichworten:
- leichter Stoff ohne Unterkleid tragbar:
Klingt nach dem klassischen Baumwollkleid aus einschlägigen Shops.
- Frontschnürung und Borte zu tailliertem Schnitt: Passt im großen und ganzen auch nicht zusammen, entspricht aber ebenfalls diesem Typ.
Ich greif mal die Wortwahl der Fragestellerin auf:
Ich fürchte, das Kleid fällt sehr eindeutig unter “Gab es nicht, Mumpitz”.
Ich weiß ja nun nicht, wie viel Geld das Teil gekostet hat, aber höchstwahrscheinlich muß es, unter der Prämisse daß man »es dann doch “richtig” machen« will, leider als Lehrgeld abgehakt werden.
Da du das Kleid nun schon hast, wäre ein Bild wohl das Beste, dann kann dir gesagt werden, ob und in welche Zeit das passt. Falls es einigermaßen korrekt ist, kannst du dann nach weiterer Ausrüstung zu der Zeit suchen. Es sei allerdings angemerkt, dass man das normalerweise anders herum machen sollte - sich erst die Zeit raussuchen und dann nach Kleidern gucken ;)
Aber beim Einstiegskleid wird das kein Problem sein, denke ich ;)
Ich denke Du musst zuvorderst präzisieren, in welchem Zeitrahmen Du dich bewegen willst. Das Mittelalter ist eine zu schwammige Bezichnung, da es über Jahrhunderte reicht und die Mode sehr unterschiedlich war.
ohne Bild des Kleides und einer Angabe des von dir dargestellten Zeitraumes wird eine Antwort auf deine Frage sehr schwierig wenn nicht sogar unmöglich sein. :-)
Ich bin ein absoluter Neuling und bisher auf zwei Mittelalterveranstaltungen gewesen, die mir und meinem Freund sehr gut gefallen haben. Gleich beim ersten Besuch habe ich mir ein Kleid gekauft, zu dem ich nun, bei tieferem Eintauchen in das (echt spannende)Thema, einige Fragen hätte. Ich wäre sehr froh, wenn mir jemand kurze Information(nach mehreren Tagen intensivem online Lesen und Recherchieren)zu meinen Fragen geben könnte…ich komm allein nicht klar.
Meine Fragen wären folgende:
-Wann (wenn überhaupt) ca gab es Schnürung vorne in Verbindung mit figurbetonten Schnitt und leichtem Stoff mit(unauffälligen)Borten?(Süddeutschland) Das Kleid ist quasi solo zu tragen, ohne Unterkleid oder Überkleid :( Die Schnürung vorne kam nach meinen Infos erst im Spätmittelalter auf, ist das richtig?
→Sollte obige Frage mit “Gab es nicht, Mumpitz” beantwortet werden, haben sich die nächsten Fragen von vornherein erledigt ;).
-Falls es derartige Bekleidung gab, welche Kopfbedeckung wurde dazu getragen?
-Passt ein gleichfarbiger groberer Radmantel mit Borte und einem Knopf dazu?
-Welcher Stand hätte ein solches Kleid getragen?
-Was hätte der dazugehörige Mann getragen?
Da mein Freund und ich noch öfters Mittelalterveranstaltungen besuchen wollen, möchte ich es dann doch “richtig” machen und nicht einfach nur “verkleidet” aussehen.