Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Schwert abschleifen zur Gewichtsreduzierung?

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Eintrag #1 vom 09. Mai. 2016 03:26 Uhr Marion Berger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marion Berger eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
ich bräuchte mal etwas Fachwissen von euch.
Ich habe mir ein Schaukampfschwert (Deutsches Langschwert, 130cm) schmieden lassen, mit dem ich eigentlich sehr glücklich bin. Optik, “Balance” usw finde ich top… wäre da nicht die Tatsache, dass ich es eigentlich etwas leichter haben wollte. :-/
Ich weiß im Augenblick noch nicht ob der Schmied daran noch irgendwas machen wird (oder ein neues schmieden o.ä.), aber ich wollte mich profilaktisch mal informieren, ob da (rein hypothetisch) überhaupt was dran zu machen wäre.
Kann man eine schon fertige, ausgewogene Schwertklinge durch schleifen (aka “verschmälern”) sinnvoll (!) leichter machen, oder müsste man die Klinge komplett neu schmieden?
Ein Schwert besitzt ja bekanntlich wichtige Schwingpunkte usw, die durch Klingenstärke, Form, Länge etc bestimmt wird und die natürlich sehr wichtig sind.
Mein erster Laienhafter gedanke war: Nunja, macht man die Klinge schmäler, wirds ja leichter. (Achtung, Laienlogik!)
So langsam frag ich mich aber wirklich, inwieweit das funktionieren könnte. Man hört ja ab und zu von Leuten, die sich mal ein Schaukampfschwert scharf geschliffen haben oder ein scharfes stumpf; was ja zumindest von außen betrachtet ein ähnliches unterfangen ist: man schleift an den Schlagkanten was weg, und fragliche Schwerter waren hinterher sicher auch leichter als vorher. (Wie viel, sei mal da hingestellt. ;-))
Gibt hier Erfahrungswerte? Fachmeinungen? Ist das totaler Schwachsinn, oder kann das tatsächlich klappen, wenn man gleichmäßig dabei vorgeht? Machen Schwertschmiede das vielleicht sowieso gelegentlich? Verändern sich die Schwingpunkte dabei (sehr?). Wie weit kann so ein Schwerpunkt “wandern”?
Würde mich über eure Meinungen freuen.
Vielen Dank!
Divided

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Eintrag #2 vom 09. Mai. 2016 13:21 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nein

Kurze Antwort: nein.
Die lange: ein “Schaukampfschwert” ist ein Sportgerät, ein Simulator. Es ist dicker, hat ein anderes Klingenprofil, weil es anders als “echte” Schwerter nicht dazu gedacht sind, nur Fleisch zu zerhacken, sondern für ständiges Schneide-auf-Schneide Prügeln- was eine echte Waffe irgendwann mit einem traurigen Laut und einem Bruch quitiert.
Deine Ambition ist also die, aus einem GoCart ein Rennauto zu machen, indem Du deinen großen Motor einbauen willst. Klappt so nicht.
Natürlich kann man es sehr lange umbauen- bis man maximal einige Teile wiederverwendet hat- aber dann stellt sich die Frage, ob es nicht billiger und sinniger wäre, Geld in ein richtiges Auto zu investieren. Dito Schwert. Du kannst das bei einem Monostahlschwert theoretisch- wenn du es nciht zu heiß werden lässt, und somit die Härtung runierst, oder es nachhärtest- alles wegschleifen/schneiden,was es von einem echten unterscheidet- ist aber kaum sinnvoll.
Belass es bei seinem Zweck eines Sportgerätes, und hol dir entweder ein scharfes Replikat, oder ein Fechtschwert, die i.A. zwischen beiden liegen, mit realitätsnahem Klingenprofil. stumpfer, aber nicht zu dicker Schneide- aber auch dem Nachteil, dass sie irgendwann das zeitliche segnen, so man sie nicht historisch-unter nicht zuviel Schneide-Schneide-Kontakt- benutzt.

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Eintrag #3 vom 09. Mai. 2016 14:11 Uhr Marion Berger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marion Berger eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Missverständnis?

Hallo Jens,
danke für deine ausführliche Antwort! Jedoch habe ich den Eindruck du hast was falsch verstanden (wenn ich mich nicht gerade total verlese. Wenn ja, sorry ;-)). Ich will NICHT mein Schaukampfschwert scharf schleifen (oder umgekehrt), das Grundprinzip des Schwertes soll gleich bleiben.
Ich würde mein Schaukampfschwert nur (Achtung Untertreibung!) leichter machen wollen, in dem ich banal gesagt die 4cm breite Klinge (mit 3mm Schlagkante) auf beispielswese eine 3,7cm breite Klinge herunterschleife, die ebenfalls stumpf bleibt mit einer 3mm Schlagkante, oder dann vielleicht 4mm, was dann halt dabei rauskommt. GoCart bleibt GoCart.
Liebe Grüße,
Marion

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Eintrag #4 vom 09. Mai. 2016 15:04 Uhr Alexander Klenner  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Alexander Klenner eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ein klares "kommt drauf an"

Also zunächst mal, ja, entsprechend schonend und kalt gearbeitet sollte sich eine gescheit gehärtete Schaukampfklinge in eine andere Form schleifen lassen - sofern keine Hohlkehle oder zu spitzer Ort dagegen spricht.
Aber: wenn du mit der Balance jetzt “sehr zufrieden” bist, endest du wohl mit einem Stück, dessen Balance arg im Griff liegt. Das mag manchem gefallen, für andere ist es wenig vorteilhaft.
Was mich ja interessieren würde, auch ob der Maße, die du angibst, wie die Wert insgesamt sind. Also Gewichte Balancepunkt, Klingendicke. Wenn du schreibst, daß die Schlagkante durch Wegnahme dr Klingenbreite von 3 auf 4mm gehen könnte, hege ich den argen Verdacht, daß das Teil insgesamt deutlich zu dick ist.

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Eintrag #5 vom 09. Mai. 2016 16:23 Uhr Marion Berger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marion Berger eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Alex,
danke für deine Antwort. Die bisherigen Maßangaben (abgesehen von der Länge) waren nur Beispielhaft, muss ich gestehen. Ich hab jetzt nochmal konkret nachgemessen: Gesamtlänge 131cm, (Gehilz ca 34,5 cm, Klinge ca 95cm), Schwerpunkt 5cm vor Parier, Schwingpunkt 1 ca (!) 21cm vor Parier, Schwingpunkt 2 ca 67cm vor Parier. An der breitesten Stelle ist die Klinge 4,5cm breit. Die Schlagkante ist ca 2mm, am “Ricasso” ca 4mm. Die Dicke der Klinge an den dicksten Stellen kann ich grad leider nicht messen, hab keinen Messchieber hier…. Das Gewicht beträgt 1822g.
Foto hier, die Striche der Schwer- und Schwingpunkte sind jetzt nur ungefähr eingezeichnet.
abload.de/img/schwertmarionangabenbdl6a.jpg
Wenn der Schwerpunkt noch 1-2cm nach hinten wandert kann ich vermutlich damit leben, aber im Kreuz oder Gehilz will ich ihn eigentlich nicht haben.
Die Klinge vom Schwert meines Freundes (gleiche Schwertlänge) ist aber mit Sicherheit schmaler, also gehe ich persönlich davon aus, dass da noch Spielraum nach unten wäre.

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Eintrag #6 vom 13. Mai. 2016 11:44 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Egal

Hi Marion,
Ich hab dich schon verstanden. Der Punkt ist: es ist egal, ob du es “nur” “leichter” schleifen oder gleich scharf schleifen willst. Die Klinge ist für ihren Zweck (Schaukampf) ausgelegt. Wenn du die jetzt runterschleifst, änderst du die Klingengeometrie hin zu etwas anderem. Das geht theoretisch, ist aber umständlich. Und sie ist halt dann nimmer für den ursprünglichen Einsatz geeignet.
Mein Rat bleibt: lass es und kauf, wen du nicht zufrieden bist, eine für deinen zweck und Anspruch produzierte Klinge bzw. Waffe/Sportgerät.
Abgesehen davon: ein 130cm langes, stumpfes Sportgerät darf schon 1,8kg wiegen, das ist ok. Allerdings, wenn ich mir das Foto so ansehe, habe ich Zweifel, ob das lohnt, die Klinge nahe am Kreuz sieht mir arg komisch aus. Was ist denn die Vorlage, gibt es eine?

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Eintrag #7 vom 14. Mai. 2016 18:40 Uhr Marion Berger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marion Berger eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Alles klar

Hallo Jens,
okay, dann hab ich dich da falsch verstanden, tut mir leid.
Das “Ding am Parier”- also dieses verhungerte Ricasso für Arme ist wohl ein Mischmasch aus meiner Fantasie und ähnlichen Dingen, die ich an historischen Schwertern schon gesehen habe, meist kategorisiert unter “Oakeshott XVIIIe”. (Google Bildersuche spuckt entsprechender Bilder und Funde aus). War wohl v.a. im dänischen Raum zu finden. Da war das Ricasso allerdings etwas länger und die Hohlkehle kürzer oder nicht vorhanden, aber es ist das gleiche Prinzip. Ich hab es dann nur noch verunstaltet. *haha*
Das Schwert werde ich auch weniger für eine historische Darstellung nutzen, sondern primär fürs Techniktraining, deshalb hat dann mein Künstler-Gen irgendwie die Oberhand gewonnen…
Dass für ein stumpfes Schwert dieser Größe so ein Gewicht relativ normal ist, ist mir auch klar. Ändert trotzdem nichts daran, dass ich was anderes haben wollte. Ich habs ja eigentlich extra für “meinen Zweck” schmieden lassen! Ich hab klar als Vorraussetzung das Gewicht von unter 1600g angegeben, was mir zweifach (!) zugesichert wurde, hab da ganz konkret nochmal nachgehakt. Aber er hat die Vorgabe dennoch nicht eingehalten. Deshalb regt mich das jetzt schon irgendwie auf. :-/ Ich finde er hätte mir entweder vorher, oder spätestens halt während des Schmiedeprozesses sagen müssen, dass er das nicht hinkriegt, oder es mit den anderen Vorgaben in Kombination halt nicht möglich ist…
Naja, mal sehen ob der Schmied noch irgendwie darauf eingeht oder nicht…

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Eintrag #8 vom 19. Mai. 2016 12:51 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Also wenn ich Techniktraining (hsitorischer Techniken) mache, dann nehm ich auch einen möglichst historischen Simulator/Spüortgerät, und kein Fantasydingens ;)
Und wenn Du eine Vorgabe gegeben hast, der Lieferant sich aber nicht drann hielt, würde ich es schlicht zurückgeben.
Ganz ehrlich, mein Rat: zurückgeben, verkloppen,und was gescheites kaufen.
Geh stumpf zu Arma Bohemia, da haste immer wieder Angebote, die Dinger taugen. Fürs Fechten, fürs “Reenactment”, je nachdem was für Klinge.
Freilich gibts noch zieg andere Bezugsquellen.
Aber an etwas schon unzulänglichen rumdoktorn: schlechte Idee.

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