Es gibt erhaltene Seiden aus dieser Zeit. Allen gemensam ist, daß sie in Mustern gewebt wurden. Ich kenne zumindest für nachweisbare Oberstoffe nichts, was ungemustert wäre. Daher würde ich sagen, wenn Du nicht irgendwo was Passendes weben lassen kannst, wird das wohl nix mit Seidenbekleidung.
Flächig bestickte (das allerdings auch in Goldlahn) Seidenstoffe kenne ich erst viel später.
Literatur ist z.B. “Mittelalterliche Seidenstoffe” von Leonie von Wilckens und von derselben Autorin “die textilen Künste”.
Erhaltene Textilien kann man z.B. in Halberstadt im Domschatz anschauen.
ich mache eine slawische Händlerdarstellung aus Alt-Lübeck ums Jahr 1090. Neben der natürlich vorhandenen Leinen- und Wollkleidung trage ich mich mit dem Gedanken einer Seidentunika, deren Stoff dann ja den langen Weg über die Seidenstraße nach Byzanz und von dort aus übers slawische Handelsnetz nach Alt-Lübeck gefunden haben müsste. Mein Problem ist jetzt, dass ich zwar weiß, worauf bei Woll- und Leinenstoffen zu achten ist, aber keine genauere Ahnung über Seidenstoff habe. Welche von den verschiedenen Seidenarten (Bourett, Dupion, Pongé…)ist die für meinen Zweck geeignete? Und was ist von dieser Seide, vor allem zum Selbsteinfärben, zu halten: