Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Tipps für Museeumsreproduktion gesucht.

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Eintrag #1 vom 20. Dez. 2011 11:28 Uhr Kirsten Wechsler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kirsten Wechsler eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen!
Ich bin schon einige Jahre in einer Gruppe für Gewandschneiderei. Anfangs haben wir nur Fantasygewandungen im Stil von Herr der Ringe genäht. Dann haben wir angefangen, LARPs zu organisieren, dann kam mittelalterliches Tanzen dazu und schließlich auch Lagern auf Märkten. Und so wandelte sich die Art des Schneiderns von Fantasy zu Mittelalter und Renaissance.
Jetzt ist ein Museum an uns heran getreten und hat uns den Auftrag für drei Reproduktionen erteilt, die im Kinder- und Familienmuseum ausgestellt werden sollen.
Tja, und wie das Leben so spielt, bekam ich eine Reproduktion davon aufs Auge gedrückt. Mein Problem ist jedoch, dass ich noch weit vom großen “A” entfernt bin, diesen Auftrag aber sehr ernst nehme. Darum wende ich mich hilfesuchend an euch. Ich bin schon häufiger auf der Suche nach Informationen zu verschiedenen Gewandungen auf eure Seite gestoßen und war immer erstaunt, wieviel Hintergrundwissen hier zusammenkommt. Darum hoffe ich, dass ihr mir ein paar Tipps zu Form, Schnitt, Farben und Materialien geben oder mir geeignete Lektüre empfehlen könnt.
Es handelt sich bei dem Auftrag um die Kleidung einer wohlhabenden Kaufmannswittwe um 1370-1380 aus Dortmund.
Wäre da eine Cotehardie angebracht?
Der Stoff braucht jedoch nicht handgewebt zu sein, da die Gewandungen leider nicht abgesperrt sondern für jeden zum Anfassen sein sollen. Das würde der Handgewebte wohl nicht lange überleben. Darum haben wir die Erlaubnis, maschinell hergestelltes Gewebe zu verwenden. Trotzdem sollen diese natürlich so nah wie möglich an die damiligen Stoffe herankommen
Ich freue mich auf eure Hilfe.
LG, Dawn.

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Eintrag #2 vom 20. Dez. 2011 13:07 Uhr Constantin (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Constantin eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Kirsten,
da habt ihr aber einen Haufen Verantwortung auf Euch geladen und zugleich ist es eine große Chance!
Am Anfang muß die Recherche stehen. Aber nicht hier im Forum, viel mehr sollten dabei Kostümkunde und -Entwicklung im Allgemeinen und bildliche Darstellungen (Altäre, Epitaphien, Manuscripte) im Speziellen im Vordergrund stehen.
Hier im Forum wirst Du keine konkrete Nähanleitung bekommen, jedoch Tipps und Links zu weiterführenden Quellen.
Nicht zuletzt sind natürlich außerdem Stoffe, Farben und Nähtechnik zu beachten.
Die angestrebte Zeit ist im Bild (und Abbild) schon recht gut vertreten.
Als übliche Verdächtige in Sachen Internetrecherche sind hier bildindex.de und imareal (tethys.imareal.oeaw.ac.at/realonline) zu nennen.
Hier mal zwei Beispiele aus Frankfurt aus (etwa) der Zeit:
(Datierung 1551 ist falsch)
www.bildindex.de/bilder/fm623106a.jpg
oder
www.bildindex.de/bilder/mi00564g13a.jpg
Viel Erfolg,
Constantin

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Eintrag #3 vom 20. Dez. 2011 13:30 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Ich bin mir nicht sicher, was eine “Gruppe für Gewandschneiderei” ist, ist das nun eine professionelle, gar berufliche Sache, oder seid ihr Hobbyisten?
Ich bin nämlich etwas im Zwispalt. Insbesondere wenn ihr- aus dem Wort “Auftrag” lese ich einen kommerziellen Aspekt, sprich, ihr bekommt Geld dafür- das aus ersterem Grund macht, bin ich versucht zu sagen: wieso erwartest du, dass andere dir deine Arbeit abnehmen? Wenn ich als Entwickler nicht in der Lage bin, eine bei mir beauftragtes Softwarezu entwickeln, dann lasse ich mir doch auch nicht von jemand anderen ein Design erstellen? Und wenn ihr Hobbyisten seit, und damit ja nicht gezwungen seid, solche Aufträge anzunehmen, warum verweist ihr nicht auf jemanden, der qualifizierter ist, als ihr?
Andererseits bin ich an sich immer gerne bereit zu helfen, und habe- auch wenn es mir wurscht sein kann, was irgendein kleines Museum so zeigt- ein Interesse daran, dass in solchen was gescheites zu sehen ist, und unterstütze gerne dabei, dazuzulernen.
Hier weiss ich allerdings nicht genau, wo ich anfangen soll, weil ich aus deiner Fragestellung und bestimmten Aspekten, wie den Aussagen über die Stoffe herauslese, dass da, um ehrlich zu sein, noch sehr viel Knowhow auch genereller Natur über die Textilien des späten Mittelaltes fehlen.
Konkret macht sich das z.B. an den “handgewebten” Stoffen fest, die einen dauernden Kontakt weniger schlecht aushalten sollen, als nicht handgewebte- warum sollte das so sein?
Wir können heutzutage froh sein, wenn wir halbwegs so feine, sauber verarbeitete Tuche bekommen, wie damals verfügbar waren, wie sie in großen Produktionszentren in Flandern, England, Italien, Paris etc. hergestellt wurden, an großen Webstühlen, an denen das einzige “Hand” die Energiequelle war- zusammen mit dem Fuß. Maschinen waren es wie heute, nur halt nicht mit Strom betrieben.
Ein solchermaßen i.A. als “handgewebt” bezeichneter Stoff, der auf einem ähnlichen oder rekonstruierten Webstuhl entstanden ist, ist nicht weniger haltbar, als einer aus einer modernen Weberei, oder ein damaliger- insbesondere wenn er letzteres wäre, wäre er ja nicht mehr historisch.
Insofern ist die Frage primär die, ob Material, Dicke, Fadenstärke, Fadendichte,Webung, Bindung etc. passen.
Einen Eindruck von Textilien just auch diesen Zeitraumens bekommst du vlt. in diesem: www.diu-minnezit.de/buecher.php?[…] Buch (Woven into the Earth: Textiles from Norse Greenland, ISBN 877288935)
Was nun die Mode an sich angeht, wäre für eine Reko eine kompletten Garderrobe einer bestimmten Person neben Kenntnissen über Stoffe, Verarbeitungstechniken, Schnitten und Kostümgeschichte ja auch Aspekte der Soziologie notwendig. Was trug eine “wohlhabende Kaufmannswittwe um 1370-1380 aus Dortmund”? Wenn man das überhaupt so beantworten kann, dann ist es eine sehr große Frage, ob das in seinem Museum sinnig wäre, das so genau zu definieren. Insofern ist hier im Auftrag an sich schon etwas nicht optimal.
Eher noch zu beantworten wäre “was trug eine gutsituierte Dame mit Bürgerrecht in Dortmund um 1370-80”.
Um das zu beantworten, müsste man meines Erachtens sich mit dem Stadtarchiv in Verbindung setzen, und damalige Gesetzestexte, allen Vorran Luxus-bzw- Kleiderordnungen ansehen, um Grenzen und Spezialitäten zu finden.
Für das allgemeine wird eine recht reichsgebietübergreifende Mode zum Tragen kommen, für deren Verständnis wieder ide Mode der Zeit an sich bekannt sein muss. Da fällt dann z.B. auf, dass der von 14. Jhd Darstellern inflationär verwendete Begriff
“Cotehardie” auf das Reichsgebiet so garnicht passt.
Hierfür empfehle ich fürs 14te immer global galaktisch: www.diu-minnezit.de/buecher.php?[…] (Fashion in the Age of the Black Prince: A Study of the Years 1340-1365, ISBN 085115767). Endet vor 1380, aber dadurch weiss man, wie die Mode funktioniert (und hat entsprechende Literaturverweise).
Für die Provinienz an sich muss man nun Handschriften der Zeit wälzen.
Dazu würde ich IMGReal www.imareal.oeaw.ac.at
und die üblichen Verdächtigen der Onlinehandschriftenverzeichnisse wälzen: www.ub.uni-heidelberg.de/helios/digi/handschriften.html (z.B.) plus halt entsprechende Bücher über Malerei der Zeit (hier im Forum gibts zu all den Dingen Links und Tipps bereits in Threads).
Allein, diese Vorarbeit dauert, und jetzt damit zu beginnen halte ich für etwas spät.
Ich kann noch etwas egozentrisch unsere Homepage www.diu-minnezit.de/1350 empfehlen, hier allerdings mit der Enschränkung, dass unser Fokus im 14ten 20-30 Jahre früher, und auf den französischsprachigen Raum liegt. Für Literatur-und Quellenverweise sowie das allgemeine Verständnis aber vlt. hilfreich.

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Eintrag #4 vom 20. Dez. 2011 14:07 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Meine Vorredner haben ja schon einige Tipps gegeben. Ich gehe mal davon aus, dass es sich um die Agnes oder Nyse von der Vierbecke handeln soll - das wäre so ziemlich die bekannteste Kaufmannswitwe (verheiratet mit nem Sundermann) aus der Zeit.
Wir haben da afaik einige lokale Quellen in Dortmund, z.B. im MKK. Wenn Du ein paar Details rausgibst, kann ich da vielleicht helfen. Oder der Einfachheit halber melde Dich mal bei mir.
Thorsten

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Eintrag #5 vom 20. Dez. 2011 16:36 Uhr Kirsten Wechsler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kirsten Wechsler eine Nachricht zu schreiben.

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Vielen Dank schon mal für die Hilfe. Ich werde gleich schauen, dass ich mir die vorgeschlagenen Bücher zulege.
Als kurze Information:
Unsere Gewandschneidergruppe wird von einer ausgebildeten und studierten Gewandschneiderin geleitet, die auch schon Reproduktionen für ein Museeum in London angefertigt hat (Genaueres weiß ich leider nicht). Dieses Gewand bestand aus einem handgewebten Wollstoff, der jedoch sehr unter den Händen der Leute gelitten haben soll. Darum wurde eben gesagt, dass der Handgewebte vielleicht nicht so optimal wäre. Ich kann mir aber auch vorstellen, dass ein guter hangewebter Stoff der heutigen Massenware überlegen ist und sperre mich natürlich nicht gegen die Verwendung eines Solchen.
Ich möchte aber keinesfalls, dass hier der Eindruck entsteht, dass ich euch die Arbeit machen lassen möchte. Was ich brauche, sind einfach Tipps in die richtige Richtung. Und da fragt man doch am besten diejenigen, die sich damit auskennen. ;) Lesen werde ich schon selbst, schließlich lerne ich so ja auch noch was für mich selber und kann so in Zukunft meine eigenen Gewandungen etwas authentischer herstellen.
Und sicher hätte ich den Auftrag auch ablehnen können, aber warum, wenn ich doch bereit bin, mich zu informieren und die nötige Arbeit zu investieren. Dass das zeitaufwendig wird, ist mir klar. Aber ich will auf keinen Fall irgendein Kleid nach Karfunkelschnittmuster zusammentackern. Dafür nehme ich das zu ernst.
Und ganz ehrlich, daran verdienen werde ich wohl nichts. Es gibt zwar ein Budget, doch das wird bei Verwendung entsprechender Materialien wohl komplett aufgebraucht werden. Schließlich besteht so ein Gewand ja nicht gerade aus einer Lage Ikea Bomull. Mir geht es viel mehr darum, daraus was zu lernen (ja, das gibt es noch).
Ich habe mich bereits durch diese Seite: Externer Link gewühlt, jedoch hauptsächlich klerikale Werke gefunden, die mir nicht ganz so viel Aufschluss über die normale Bevölkerung gegeben hat. Sicher kann man sich vieles davon ableiten, aber auch nicht alles. Ich werde mich jetzt aber erstmal durch die anderen Links kämpfen.
Diu Minnezit ist mir übrigens bereits bekannt. Ich stöbere immer wieder gern auf dieser Seite und bin wirklich sehr beeindruckt von den tollen Arbeiten. Besonders die rote Cotehardie und der goldbestickte Almosenbeutel haben es mir angetan. *schmacht*
@ Thorsten: Es handelt sich übrigens tatsächlich um die Agnes von den Vierbecke.
Und ich werde mich auf jeden Fall mal bei dir melden.
LG, Dawn.

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Eintrag #6 vom 20. Dez. 2011 21:17 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Kirsten,
Leider hilft die Information, dass eure Gruppe von einer “ausgebildeten und studierten Gewandschneiderin geleitet, die auch schon Reproduktionen für ein Museeum in London angefertigt hat” geleitet wird, nicht weiter, insofern, die Kommerzialität dieser zu beurteilen. Im Gegenteil wirft sie mehr Frage auf, wie nämlich eure Gruppe unter der Leitung eines solchen Profis dann etwas annehmen konnte, für dessen Auftragserfüllung offensichtlich nicht die Kompetenzen bestehen.
Übrigens hilft es für die Herstellung von Textilrekonstruktionen nur in handwerklicher, nicht in fachlicher Sicht, Kostümschneiderin zu sein. Jedoch in der Beurteilung, ob handgwebter Stoff weniger belastbar wäre, an sich schon- daher wundert mich diese Aussage. Das hängt allein vom Stoff an sich ab, nicht davon, wie er gewebt wurde. Eins superdünner Stoff ist ein superdünner Stoff, ein schlechter ein schlechter, und ein dicker ein dicker, das ist wesentlich ;) Wenn ihr einen gescheiten, festen, geschorenen Wollköper als Oberstoff nehmen (was, so es keine Festtagskelidung sein soll, wohl der Fall sein dürfte), z.B. von www.naturtuche.de oder gleich passend eingefärbt von www.faerbehof.de oder www.rubia-pflanzenfaerberei.de , dann dürfte der an sich etwas halten. Wenn freilich tausende von Leute an der selben Stelle zupfen, mit fettigen Fingern etc., dann sit das suboptimal; insofern wäre die Frage, ob nicht ne Vitrine, und nen Ordner mit Griffproben an ner Kette davor nicht sinniger wäre- könnte man auch gleich mehr Stoffe vorstellen.
Aus dem Rest (“Budget”) entnehme ich wiederrum, dass es ein kommerzieller Auftrag ist. Eingedenk dessen frage ich mich- das ist nichts gegen Dich, sondern eher allgemeiner Natur- ein ums andere Mal, warum so oft Aufträge angenommen werden, wo der Auftraggeber offenkundig sich keine besonderen Gedanken gemacht hat, und am Ende jemand ausgenutzt wird. Ich mein, die Recherche bedeutet ja auch Zeit, und das wiederrum Kosten wollte ihr wirklich draufzahlen, nur weil irgendein Museumsfritze ohne Plan sich was ausgedacht hat? Ist eure Sache, aber ich mein ja nur ;)
Und leider lernen solche Leute dadurch nix dazu…
Danke für die Komplimente übrigens, wir bemühen uns.
Für euch relevant sein könnten noch:
- effigiesandbrasses.com Durchsuchbare Datenbank mit Grabplatten, primär 14tes
- von Mul’, Trans. Mon. Brass Soc., 13 (1984), 363-80
- Cameron, H.K., “Flemish Brasses of the Fourteenth Century in Northern Germany and their use by Merchants of the Hanse” aus Archäolog. Journal 143 v. 1984, S. 331-51 → wegen der Nähe zu Flandern (daher sind vlt. auch dortige Handschriften teils interessant)
- Liselotte Eisenbart: Kleiderordnungen in d. Städten zw. 1350 und 1700, Gött. 1962
- Die Limburger Chronik: www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/[…]/tempusvivit-21

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Eintrag #7 vom 20. Dez. 2011 22:32 Uhr Daniela (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Daniela eine Nachricht zu schreiben.

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da hast Du Dir ja was auf´s Auge drücken lassen.><
Ich beschäftige mich zwar schon ein paar Jährchen mit der Dortmunder Stadtgeschichte, aber für diesem Auftrag würde mir noch der Mut fehlen!
Mit einem bescheidenem Budget eine “Frau Sudermann” auf die Füße zustellen ist sehr schwer, wenn nicht unmöglich. Es gehört ja nicht nur ein “nettes Kleidchen” dazu, sondern auch z.B. die silbernen Knöpfe, Silber- oder Goldbeschläge für den Gürtel, passende Schuhe, Schmuck, Kruseler, etc. dazu. Puhh!
Vielleicht hilft Dir ja folgendes weiter:
“Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark” vom Historischem Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark e.V.
In dem Buch Aus Stadt und Grafschaft Dortmund von August Meininghaus, befindet sich auch eine Abbildung von Agnes. Ich weiß nur leider nicht mehr, wann dieses Bild gemalt wurde?
Götz J. Pfeiffer: Die Malerei am Niederrhein und in Westfalen um 1400
Der Berswordt-Meister und die Dortmunder Malerei um 1400
Ferne Welten - Freie Stadt: Dortmund im Mittelalter
Für welches Museum soll´s denn sein, MKK? Ein “Kinder und Familien Museum” in Dortmund wäre mir unbekannt.
Meinst Du die Schneidergruppe aus dem Althoffblock?
www.nachbarschaftstreff-althoffblock.de/[…]/front_[…]?[…]
Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg und Spaß!
Wenn ich Dir sonst noch irgendwie helfen kann, kannst Du mich auch gerne kontakten.
Liebe Grüße,
Dannie

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Eintrag #8 vom 20. Dez. 2011 23:17 Uhr Kirsten Wechsler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kirsten Wechsler eine Nachricht zu schreiben.

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Nun, über die Intentionen unserer Leiterin möchte ich mir keine Gedanken machen. Ich nehme einfach an, dass sie das Projekt zeimlich unter- oder uns überschätzt.
Den Vorschlag mit den Griffproben hatte ich auch bereits gemacht, in der Hoffnung, so das Überleben des Gewands zu sichern, aber leider ist es nicht möglich, Vitrinen aufzubauen, da die Räume des Museums nur sehr klein sind.
In meinen schlimmsten Horrorvorstellungen sehe ich schon currywurstverschmierte Kinderhände an dem Stoff herumgrabbeln und zerren. Und mir blutet das Herz, wenn ich bedenke, dass dieses Gewand vielleicht nur ein bis zwei Jahre halten wird.
Vielen Dank für die vielen Links. Ich sehe schon dass da in den nächsten Monaten eine Menge Arbeit auf mich zukommen wird, bevor ich auch nur einmal eine Nadel in den Stoff stechen darf.
Da ich so eine ausgiebige Recherche aber eh schon lange mal vor hatte und irgendwie nie wußte, wie und wo ich damit anfangen soll, bin ich eigentlich ganz froh, diesen Auftrag als Anlass zu haben.
@Dannie:
Ja, genau die Gruppe ist das.
Das Museum wird erst nächstes Jahr eröffnet, darum ist darüber auch noch nichts bekannt.
Im Grunde sollte das Budget für die Materialien reichen. Es klingt für die Meisten, die davon hören, auch ganz gut, doch wenn ich dann einmal kurz vorrechne, was alleine der Stoff kosten wird und was noch alles dazukommt, machen alle lange Gesichter.
Nach den Schriftstücken werde ich auch mal ausschau halten. Vielleicht bekomme ich ja auch einiges davon in der Bibliothek.
LG, Dawn.

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Eintrag #9 vom 20. Dez. 2011 23:15 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Das einzige historische Bild, das die Agnes Vierbecke zeigt stammt aus der Chronik von Dietrich Westhoff und wurde afaik gegen 1550 gemalt. Habe just über das Thema gelesen ;)
Bis denn
Thorsten

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Eintrag #10 vom 21. Dez. 2011 10:22 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Zwecks Accessoirs, die Dannie (hervorragende Buchempfehlungen übrigens!) erwähnt hat, fällt mir spontan z.B.
www.foederales-programm.de/[…]/pritzwalker-silberf[…]
und
www.amazon.de/[…]/3422006451 (das Standardwerk zum Thema) ein;
sowie das hier: über den Kruseler
m-silkwork.blogspot.com/[…]/frilled-veils-final-th[…]
letzterer wird euer Budget dann vermutlich endgültig sprengen, denn hiesige Kruseler waren gewebt, während einige englische und flämische teilweise wohl vernäht waren. Für die Anfertigung kann ich euch Frau Wiechmann: www.damasthandweberei.de empfehlen, sie hat bereits Erfahrung in späteren Kruselern.
Für erstere kann ich www.jazwiec.pl und www.dirkhuelsemann.de empfehlen.
unter ner größeren 4stelligen Summe würde ich allerdings nicht kalkulieren für alles zusammen.

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Eintrag #11 vom 21. Dez. 2011 13:32 Uhr Sylvia Crumbach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sylvia Crumbach eine Nachricht zu schreiben.

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www.kasties.de
Rainer Kasties ist ein professioneller Historiker, der Firmen und Privatpersonen berät. Er kann zur Recherche für Euren Auftrag weiterhelfen.
Ein eine detaillierte Recherche zu einer Anfertigung für ein Museum ist eine große Herausforderung - immer.

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Eintrag #12 vom 21. Dez. 2011 14:31 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Anscheinend habt ihr ja sehr global um Hilfe gerufen: www.flinkhand.de/forum/viewtopic.php?[…]
Ich komme nicht umhin (wir haben keinen Account für dieses Forum) multiplen Aussagen, und insbesondere Annahmen in diesem Thread bezüglich der von uns gemachten Arbeiten zu widersprechen, gerade was die Schnittentwicklung angeht. Von der ihr übrigens meiner Ansicht nach einige Wochen, wenn nicht gar Monate intensiver Recherche entfernt seid, daher kann ich dir nur dringend raten, irgendwelchen Links zu Schnittentwicklungen erstmal keine besondere Beachtung zu schenken, und auf gar keinen Fall am Ende irgendwas aus dem Internet nachzuschneidern. Das ist dann alles, nur wirklich nichts, was in einem Museum was zu suchen hat.
Ich würde an eurer Stelle auch nochmals versuchen, wirklich deutlich auf das Museum einzuwirken, von der Idee, diese herausragende Person (was geschichtliche Bekanntheit und sozialen Status angeht), und dann noch, wie ich in obigen Link lesen konnte, weitere(!) Personen von der Ausstattung nachbauen lassen zu wollen, ganz zu schweigen davon, dass sie von jedermann anfassbar sind.
Eine, wie Du schreibst, von ihnen gefordert “so authentisch wie mögiche” Figurine einer Dame der städtischen Elite im Wert von ettlichen tausend Euro wird niemand klaren Verstandes begrabbelbar hinstellen. Da sollen die Damen und Herren vom Museum doch lieber mal ein paar hundert Euro für Vitrinen ausgeben (die ja auch nicht mehr Platz einnehmen, aus die Figurine darin), und dann etwas tiefer stapeln, und einen Herr und eine Dame und charakteristischer Kleidung um 1380 dort aufbauen. Das wird selbst mit Fleiss noch jede Menge Arbeit, wenn keine Vorkenntnise zur Kostümgeschichte vorhanden sind, aber wenigstens erreichbar.
Und vor allem würde ich Aussagen aus Bastel-und Hobbyistenforen (und damit meine ich auch dieses) für eine Museumsreko wirklich nur sehr bedingt nutzen. Literaturtipps etc. ja- aber Ideen zur Schnittentwicklung? Net wirklich.

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Eintrag #14 vom 21. Dez. 2011 16:50 Uhr Kirsten Wechsler  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kirsten Wechsler eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Erkenntnis.

Ich muss zugeben, je mehr ich hier erfahre, desto unsinniger kommt mir dieses Projekt vor. Nicht nur, dass es unmengen an Hintergrundwissen erfordert, sondern auch wesentlich mehr Geld verschlingen wird, als das Museum bereit ist, zu zahlen. Darum werde ich nochmal mit unserer Leiterin reden, ihr eure Argumente vortragen und mich vor allem nochmal mit dem Professor unterhalten, wie authentisch er es denn nun haben will und auch ihm mal die Fehler in der Planung, wenn man das so nennen kann, vortragen.
Ich bin mal sehr gespannt, was dabei rumkommt. Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass das Museum zwar den Wunsch hat, eine perfekte Rekonstruktion zu bekommen, jedoch einfach die Gelder fehlen, um eine solche in professionelle Hände zu geben. Darum werden sie wohl oder übel Abstriche machen müssen und ich würde gerne wissen, worin die liegen dürfen, bevor ich mich an die Arbeit mache.
Sollten sie jedoch weiter daran festhalten, eine perfekte Rekonstruktion haben zu wollen, werde ich den Auftrag wohl abgeben.
Eure Links und Literaturvorschläge werde ich mir wohl trotzdem noch zu Gemüte führen, egal, wie die Sache ausgeht. Schließlich finde ich dieses Thema doch überaus interessant.
LG, Dawn.

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