Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Überwurf beim Wundarzt?

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Eintrag #1 vom 22. Jul. 2008 17:19 Uhr Stephan Schütz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stephan Schütz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht ßberwurf beim Wundarzt?

Hallo an alle hier,
bei meiner Darstellung als Wundarzt bin ich auf eine interessante Frage gestoßen die ich für mich nicht ganz klären kann.
Da die Wundärzte, Bader, Feldscher ja oft in Kontakt mit Blut gekommen sind (z.B. während einer OP etc.) trugen sie dann einen ßberwurf zum Schutz ihrer Kleidung darunter (also ähnlich eines Skapuliers bei Mönchen bei der Feldarbeit) oder wurde die Kleidung dann eben schmutzig?
Ich würde dazu tendieren das sie einen ßberwurf trugen zum Schutz der Kleidung. Nur belegen kann ich es nicht.
Hat hier jemand Quellen, Belege dafür oder kann mir weiterhelfen? Was meint ihr dazu?

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Eintrag #2 vom 25. Jul. 2008 22:09 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hi Stephan

es wäre vielleicht einfacher, Deine Frage in die entsprechenden ßrztethreads zu stellen und das Jahrhundert zu spezifieren. Dort gibt es ansatzweise Antworten auf Deine Frage. Nur mal von der rein praktischen Seite: Wofür den ßberwurf? Dafür, dass er Dir im Patienten respektive in dessen Wunde oder in der Sicht hängt? Am einfachsten kannst Du Deine Haut reinigen…keine blutigen, klebenden ßrmel, die schwer sind und dauernd überall Spuren hinterlassen, Eimer Wasser, gut ist.
ßrztefarbe war im HoMi schwarz (Frankreich), dunkle Farben reinigungstechnisch sicherlich sinnvoller; weiss als Kleidungsfarbe der ßrzte entstammt der Zeit der Entdeckung ursächlicher Zusammenhänge zwischen Kindbettfieber und ßrzten/Studenten mit ungereinigter Kleidung.
MfG
Nicole

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Eintrag #3 vom 26. Aug. 2010 00:40 Uhr Marek Ahlers  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marek Ahlers eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Hygiene?

Entdecker der Kindsbettfiebergeschichte war Ignaz Semmelweiss. Die feinen Herren(Ärzte) forschten gerne an Leichen herum und fanden das anschließende reinigen der Hände als nicht standesgemäße Zumutung. So wurde beim stümperhaften herumwühlen in den Vaginas der schwangeren(damals gutgemeinte Geburtshilfe)hochinfektiöses materialübertragen, was fast immer zum Tod der Gebärenden,des Säuglings oder halt beider führte. Die Ärzte selbst konnten sich durch kleinste Wunden aber auch infizieren. Durch von Semmelweiss angeordnetes Pfötchenwaschen, sanken die infektionszahlen rapide. Bei sämtlichen Abbildungen von Ärzten konnte ich maximal Schürzen feststellen…wahrscheinlich aus Leder. Das ließ das Blut nicht so einfach auf die gutbürgerliche Kleidung suppen. Waschen empfand man aber als besonders risikobehaftete Unnötigkeit. Man vermutete, das die Haut eine empfindliche Membran war, welche durch Wasser nur geschädigt wird. Das widerrum würde Schutzkleidung sinnvoll erscheinen lassen…da hätte man sich nicht so gründlich reinigen müssen, sondern nur die Wäsche. Die Wäsche diente übrigens dazu, die “Körpersäfte” aufzunehmen u. im Gleichgewicht zu halten.

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Eintrag #4 vom 26. Aug. 2010 08:55 Uhr Frank (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Frank eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Waschen???

Ähm.. Marek…
Über welche Zeit reden wir denn…
Ich möchte nur verhindern, das hier wieder die alte Mähr vom “unsauberen” Mittelalter breitgetretten wird.
Die Dichte an Badestuben, die reichlichen Bilder zu jenen, besonderst aus dem Spätmittelalter, und nicht zuletzt auch die Anweisungen im norw. Königsspiegel, der Dienstmann habe jeden früh, rasiert, gewaschen und in sauberer Kleidung bei seinem Herren zu erscheinen (1250, Norwegen) und diese alte Geschichte, deren genauer Quelle ich mich leider nicht mehr erinnere, die zur Zeit der Eroberung Englands durch die “Nor(d)männer” war, als die unterdrückten Einheimischen Männer sich beschwerten, die Besatzer würden nur von ihrer Hände Arbeit und dem Vieh und Feldfrüchten leben, sich aber jeden Tag baden, kämmen und parfümieren, spricht eine deutlich andere Sprache.
F.I. (preuß.) hat dieser “Anti-Körperpflege”, welche aus dem neuen Babylon Versailles kam, deutlich den Kampf angesagt und seinen Truppen und Beamten die tägliche Körperpflege verordnet. Er war nicht der Auffassung, Wasser wäre schlecht.
Gruß
Frank

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Eintrag #5 vom 26. Aug. 2010 09:51 Uhr Marek Ahlers  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marek Ahlers eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Keine Angst ums Mittelalter

Semwelweiss war so um 1840. Aus allen mittelalterlichen und späteren Vorschriften und Beschreibungen gewinnt man den Eindruck, daß der mittelalterliche Mensch mehr auf Sauberkeit und Körperpflege gab, als der des 16. u. 17.Jh. Vielleicht mag zu dem späteren Abflauen des Hygieneaufwands, für die Gesundheit, die allmähliche Schließung der Badestuben wesentlich beigetragen haben. Die immer größer werdende Ausbreitung der Syphilis, der Pest und die Stellung der Kirche trugen ebenfalls dazu bei. Auch scheint es nur spät und ungenügend gelungen zu sein, Kranke vom Besuch der Badestuben auszuschließen, so daß diese zu einem Herd ansteckender Krankheiten wurden.
Wobei man wohl auch im Mittelalter zwischen Land-u.Stadtbevölkerung sehr wohl unterscheiden muß.Bei vielen Schriften handelt es sich auch um erwünschte Idealzustände bzw. Vorschriften. Die Flut dieser Vorschriften deutet aber im allgemeinen nicht auf den gewünschten Schritt in Richtung mehr Hygiene hin. Befasst man sich mit der allgemeinen Hygiene im menschlichen Umfeld, also nicht nur mit der Körperhygiene, schneidet das Mittelalter nicht so dolle ab. Trotzdem war die körperliche Hygiene des Mittelaltermenschen deutlich ausgeprägter, als die des Neuzeitmenschen.

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Eintrag #6 vom 26. Aug. 2010 22:52 Uhr Dr. Nicole Schneider  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dr. Nicole Schneider eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Mehr Präzision, bitte

Du scherst hier mehrere Jahrhunderte (13. bis 19. Jhdt.) und Themengebiete (Körperhygiene/Umwelt) pauschal über einen Kamm. Semmelweis (nicht Semmelweiss) lebte von 1818 bis 1865 und erhielt 1844 gerade mal seinen Doktortitel.
“Trotzdem war die körperliche Hygiene des Mittelaltermenschen deutlich ausgeprägter, als die des Neuzeitmenschen.”
Kannst Du diese These durch irgendwelche Belege untermauern?
Nicole

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Eintrag #7 vom 27. Aug. 2010 09:09 Uhr Marek Ahlers  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Marek Ahlers eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Back to the roots....

Dann lag ich ja mit so um 1840 gar nicht mal so falsch:-) Wann er den Doktortitel gekriegt hat interessiert mich eigentlich weniger. Auch nicht die Tatsache, dass Robert Koch der Ruhm für den Nachweis krankheitserregender Keime zufiel, obwohl Semmelweis diesen ursächlichen Zusammenhang entdeckte.
“Du scherst hier mehrere Jahrhunderte (13. bis 19. Jhdt.)über einen Kamm”
Kann mich nicht daran erinnern, dass hier ursprünglich überhaupt von einen speziellen Jahrhundert die Rede gewesen ist?
Was kritisierst du also diesbezüglich?
“Trotzdem war die körperliche Hygiene des Mittelaltermenschen deutlich ausgeprägter, als die des Neuzeitmenschen.”
Kannst Du diese These durch irgendwelche Belege untermauern?
Nö, da du ja schon für dich festgestellt hast, dass es sich hier um “meine These” handelt.
Habe zwar noch kein Buch herausgebracht, aber es soll wohl schon mehrere geben, die das getan haben.In der Bibliothek oder im Internet findest du bestimmt etwas zum “mauern”:-D
“Semmelweis (nicht Semmelweiss)”
Gott sei dank hast du mich darauf hingewiesen…-nicht auszudenken, was da alles hätte passieren können!

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Eintrag #8 vom 27. Aug. 2010 11:30 Uhr Radi (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Radi eine Nachricht zu schreiben.

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Marek, Du gewinnst “Eindrücke” aus von Dir ungenannten und undatierten “Vorschriften und Beschreibungen”. Dinge “tragen bei”, “scheinen”, gar “Fluten” von Vorschriften “deuten im allgemeinen”. Du bist ohne Erläuterung “befasst” und kommst zur These “deutlich ausgeprägter” im “Mittelalter”.
Ich weiß nicht, welche Autorität Du hast oder zu haben annimmst, aber ohne je zu belegen oder zu datieren wird Du vielen Lesern und Schreibern hier werder glaubhaft noch ernsthaft erscheinen, sondern eher trollhaft.
Nix für ungut und mit besten Grüßen
R adi W ilhelm

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