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Eintrag #1 vom 10. Okt. 2013 21:46 Uhr Markus Krautz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Markus Krautz eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo zusammen,
Ich heiße Markus, steure auf die 30 zu und hab mir noch ein BWL- Studium angetan (3. Semester).
Zum Ausgleich bin ich diesen Sommer auf 2 LARP- Cons gegangen (Drachenfest und Conquest), bei dem ich als Küchenjunge 50 Krieger vor dem Hungertot gerettet habe XD.
Um an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können brauchte ich noch Kleidung, die ich mir zu 90% an der 80 Jahre alten Nähmaschine meiner Mutter gefertigt habe. Da etwa muss ich mich mit dem Virus angesteckt haben…
Meine LARP- Gruppe war eine internationale Gruppe mit Spielern aus der ganzen Welt, darunter auch einige Reenactor. Über die bin ich dann zu einer Gruppe im Nachbardorf gestoßen, die Neuenbürger Spielleut und Landsknechte.
Da ich ein großer Norwegenfan bin, habe ich mich entschieden einen norwegischen Warägergardisten aus dem Jahre 1204 darzustellen. Ich habe die Eroberung Byzanz durch die Kreuzritter überlebt und reise gerade zurück in die Heimat. Die beiden Ospreybücher zu diesem Thema habe ich schon bestellt.
Als Student habe ich leider nur sehr begrenzte finanzielle Mittel, weshalb ich die Zeit erstmal für intensive Recherche nutzen will, schließlich kann ich sämtliche Biblotheken in meiner Stadt nutzen.
Deshalb bitte ich euch um viele schöne Literaturtipps, insbesondere zum Thema Norwegen und seine Bewohner im 12./ 13. Jahrhundert. Waffen und Rüstungen kommen für mich frühstens in 2 Jahren in Betracht, deshalb interessiert mich vorrangig Altagsleben und Politik.
Wenn ihr sonst irgendwelche Tipps, Hinweise oder Ratschläge zu Nordgermanen, Waräger oder Warägergarde habt, nur her damit!
MfG Markus

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Eintrag #4 vom 16. Okt. 2013 23:18 Uhr Radi (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Radi eine Nachricht zu schreiben.

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Gelöscht. Ich schaffe es heute nicht, was nützliches zu schreiben, sorry. Aber Du hast den falschen Gaul von hinten aufgezäumt. Vielleicht klappts morgen.

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Eintrag #5 vom 17. Okt. 2013 10:58 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Markus,
Also es ist so: Larp ist prima, machen hier viele, aber, das ist ein Forum für historische Umsetzungen. Man kann auch Larp vor hist. Hintergrund machen, genau recherchieren, umsetzen: machen auch viele. Nun verstehe ich allerdings nicht, worum es sich jetzt dreht: historische Umsetzung, sprich “Living History” (de.wikipedia.org/wiki/Living_History)? Das ist oft auch mit Besuchern, d.h. man vermittelt etwas; bist Du dir denn schon im klaren, was Du genau machen willst? Wirst Du jetzt vlt. als merkwürdige Frage empfinden, aber davon hängt die Antwort und mein Rat ab. Weil, z.B., wenn sich Leute, die Du kennst, als “Reenactor”(s) bezeichnen, dann irrt sich wer in der Kette, weil Reenactment vor 1500 findet hierzulande quasi nicht statt: de.wikipedia.org/wiki/Reenactment . Wenn sich besagte Gruppe “Neuenbürger Spielleut und Landsknechte” so bezeichnet, dann lehne ich mich mal aus dem Fenster, und vermute alleine schon ob des Gruppennamens, dass die betreffenden Personen schlicht nicht wissen, was “Reenactment” ist, und sich fälschlich so bezeichnen. Betrachte ich nun deren Webseite: www.spielleuteundlandsknechte.de , dann lese ich nichts von “Reenactment” -. was auch gut so ist, denn augenscheinlich macht man hier keine wirkliche Geschichtsdarstellung. Damit will ich dir nix vermiesen, odder wen schlecht machen, aber, ob des Threadtitels “Hilfe für Einstieger”, bzw. um dem gerecht zu werden, rate ich dir, bevor Du dir eine “Rolle” zurechtlegst bzw. aussuchst, und gar Geld für Literatur (an sich löblich) oder Ausrüstung (wäre zu früh) ausgibst, erstmal Dich umtust, und überlegst, was Du gerne machen magst. Die von dir genannte und von mir verlinkte Gruppe macht ist jedenfalls, um das so deutlich zu sagen, eine typische Mittelaltermarktgruppe, deren Umsetzung mit der Geschichte teils wenig, meistens nix zu tun hat, und die ihrem eigenen Anspruch, “Alltag des Mittelalters” zu zeigen, wie schon die Bilder auf der Seite zeigen, kaum gerecht werden kann. Sie mögen Spaß beim Schaukampf haben, sich schön zu verkleiden usw.- aber Geschichte ist das nicht.
Wenn Du das machen magst, prima, alles in Butter. Erzähl aber bitte niemenanden dann, dass Du was anderes tust.
Wenn Du Geschichte aber akkurat darstellen willst, dann wäre mein Rat: schau dich mal um. Besuche mal ein paar Living-History Veranstaltungen in Deutschland, als moderner Besucher. Sprich mit Darstellern, guck dir Umsetzungen an. Triff mal wen, guck über die Schulter, und ob das was für Dich ist.
*Dann* wähle Zeit/Ort der Darstellung.
Das von dir genannte ist insofern löblich, weil Du dich informieren willst. Allerdings sind da die Ospreys kein geeigneter Start. Bevor Du damit beginnst, solltest Du dich besser erstmal mit der Zeit an sich, und dem hiesigen Alltag auseinandersetzen, denn: darstellen wirst Du es, wenn, hier. Nicht in Norwegen, nicht im heiligen Land. Deine Frage hinsichtlich dessen kann ich nur unterstützen, aber ich würde mit hiesigen Umständigen beginnen, z.B. mit www.amazon.de/[…]/ref=sr_1_7?[…]
“Die Zeit der Staufer. Geschichte, Kunst, Kultur”
Und dann ist die Frage, ob die von dir genannte Konstellation nicht etwas zu sehr auf Larp-üblichen, recht abenteuerlichen Hintergrundstorys basiert. Um es klar zu sagen: die von dir genannte Konstellation ist quasi unmöglich hierzulande sinnig darzustellen. Bestenfalls bist Du ein - wen überhaupt- exotisch gekleideter Mann, der auf Anfrage (oder ohne solche) eine abenteuerliche Story erzählt. So ein bisserl wie ein Kriegsveteran aus dem Hochmittelalter, der jeden mit Kriegserlebnissen zusülzt. ;)
Jetzt kann man freilich über die generelle Sinnhaftigkeit der Darstellung anderer Länder und Kulturen diskutieren, nur ist es halt so, dass die Living History Veranstaltungen - siehe wieder die Frage nach deinem Ziel- in Deutschland wenig Platz für einen Norwegerdarsteller aus dem Orient haben. Man versucht da erstmal, den Leuten sinnig den hiesigen Alltag nahezubringen.
Überleg mal, wie das für einen Besucher erkennbar ist: da steht dann jemand vor ihm, der vlt. exotische Dinge am Leib trägt (Stichwort Wärgervergangenheit in Byzanz), d.h. Dinge, die für hiesige Gefilde untypisch sind, die man ihm erst erklären muss. Die, dioe die Erklärung nciht hören, sehen sie, das prägt sich ein, und wird mit hiesiger Geschichte verbunden. Denen bleibt der Hintergrund- zumal dieser unmöglich eingrenzbar ist- verborgen (versuch mal zu recherchieren, ob und wann wer was woher mitgenommen hat…)
So das nicht der Fall ist, d.h. der “Ex-Waräger” schlicht europäisch gekleidet ist - mir ist keine explizit Notwegische Mode im 13ten bekannt- sehen sie jemanden, der wie jeder anderes aussieht. Dann ist die Hintergrundstory für die Katz.
Das jetzt mal als Anregung. Ich weiß, das geht nur teils in Stossrichtung deiner Frage, aber “Hilfe für Neuling” bedeutet halt imho auch, auf Dinge hinzuweisen, die man als solcher noch nicht weiß.

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Eintrag #6 vom 17. Okt. 2013 12:02 Uhr Radi (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Radi eine Nachricht zu schreiben.

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Übrigens kann man schlecht “Nordgermane”, “Waräger”, “Warägergardist”, “Norweger des 13. Jahrhunderts” und “byzantinischer Soldat von 1204” gleichzeitig darstellen. Wieviele mehr oder weniger nicht zusammenpassende Darstellungen willst Du machen bzw. Dir über das Fell hängen? ;-)
Vorschlag: Vergiss die romantische “Reise”, suche Dir _eine_ Darstellung und denke dran, dass diese Begriffe unterschiedlich definiert und abgegrenzt werden sowie massiv von Gerüchten, Ideologie, Politik und überhaupt von Entwicklungen in der Geschichtswissenschaft überfrachtet sind. Mach’ lieber nur Sachkultur. Darstellung des “Lebens im Mittelalter” ist IMHO unmöglich.
Bücher? Mittelalterliche Geschichte von “Russland”, Byzanz, Skandinavien. Zum Orientieren. Kein populärwissenschaftliches Zeugs, das im Zweifelsfall _nur_ Rezeptionen und Vorstellungen vom Mittelalter wiederkäut. Nicht mit Klamottenanleitungen anfangen. Du bist aber ja ein Student und als solcher bestimmt auch ein Bücherwurm :-)
Zu “Russland”: Manfred Alexander, Günther Stöckl. Russische Geschichte. Kröner Verlag 2009. Gibts garantiert in jeder UB.
Du musst ja nicht alle Bücher von der ersten bis zur letzten Seite lesen :-)))
Alternativ: Mittelaltermarkt-“Waräger” machen oder bei einer “unhistorischen” LARP-Variante bleiben. Wenig Bücher-Aufwand, auch viel Spaß. Dann wirst Du vermutl. sowas wie ein “später Rus-Wikinger” (Stichwort für Dich!). Hat nichts nennenswertes mit Geschichte zu tun, dafür gibts davon rumlaufenderweise viele zum Abkupfern und sieht super aus.
Klingt irgendwie alles nach Grundsatzentscheidung ganz am Anfang, kann man so auffassen. IMHO aber nicht. Leg’ einfach los. Der Weg ist das Ziel. Allein welcher? Möglichst: Reflektiere was Du tust. _Glaube_ keinen Büchern und schon gar nicht den ganzen Klugsch* und Ratgebern, die Dir sagen es geht so und so und so ist es richtig. Schon gar nicht mir.
Viel Glück
Radi

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Eintrag #7 vom 17. Okt. 2013 12:58 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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So sehr ich mit Radi im wesentlichen übereinstimme, mit dem letzten Absatz tu ich es nicht. Der Punkt ist, niemand kann dir sagen “was richtig ist”. Allerdings wie man ein Ziel eher erreicht, und wie sicher nicht. Wenn Du Geschichte zeigen bzw. vermitteln willst, gibt es dafür bestimmte Wege, und die Voraussetzung ist, sich damit zu befassen, und gezeigtes in einem bestimmten Rahmen akkurat umzusetzen. Dafür gibt es Wege, die funktionieren, und solche, die es nicht tun. Das Mittel der Wahl wäre die historisch-kritische Methode. Bei der Vermittlung gibt es bestimmte Ansätze der Kulturvermittlung und Didaktik, und ohne jetzt gleich einen Studiengang zu absolvieren, ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, was wie beim Betrachter ankommt.
Bei diesen Dingen ist es durchaus sinnvoll, Ratgebern zu glauben, so sie da einfach schon Erfahrung haben, und bestimmte Abzweigungen auf dem “Weg” genommen haben, und merkten, dass sie so eben nicht ans Ziel kommen.
Gleichwohl ist die Grundsatzentscheidung vor Beschreiten eines Weges insofern sinnvoll, so man irgendwann ankommen will, wenn man ein Ziel hat (Das sagten übrigens sowohl Nietzsche als auch Konfuzius).
Insofern, wenn Du z.B. nur auf nem Mittelaltermarkt rumhängen willst, ist das Forum hier vemutlich auch nicht der beste Weg.
Was ich aber unterschreibe: reflektiere. Und solange Du dir selbst und anderen gegenüber ehrlich bist in dem, was du tust, ist alles in Ordnung. Das beeinhaltet aber auch, es sich klar zu machen, was man denn tut/tun will.

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Eintrag #8 vom 22. Okt. 2013 13:20 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Markus,
wenn Du beim LARP bleiben willst, wäre vielleicht das Große Heer was für Dich. Dieses orientiert sich grob an den Skandinaviern und es gibt auch etliche, die problemlos im Reenactment mitmischen könnten ;-)
das-grosse-heer.de hat auch ein Forum, wo Du Dich einlesen kannst. Hier gibt es sicher eine Menge Startinfos fürs LARP.
Bei der Reenactment-Schiene geht an Recherche, Museums- und Ausstellungsbesuchen und viel Lesen/Austauschen/Vergleichen kein Weg vorbei.
Bücher kann ich Dir jetzt keine konkret empfehlen, dazu ist Dein “Lebenslauf” noch zu vielschichtig. Byzanz? Norwegen? Warägergarde? Vom orientalischen Klima mit den daran angepaßten Kleiderschnitten und -stoffen zum kühl-naßen Norden …. Das ist mal ein Spannungsfeld ;-)
Du kannst Dich auf jeden Fall an regionalen bildlichen Darstellungen und Buchillustrationen orientieren (wobei gerade bei biblischen Illustrationen der allegorische, symbolische Aspekt nicht außer Acht gelassen werden darf!).
Zum Einstieg hilft vielleicht auch der alte Katalog Wikinger-Waräger-Normannen weiter, da er einen recht guten Überblick über die folgende Zeit (bis 12. Jhdt, wenn ich es richtig in Erinnerung habe) bietet.
Viel Erfolg bei Deinem Projekt!
Gruß
Ameli

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Eintrag #10 vom 08. Nov. 2013 11:08 Uhr Markus Krautz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Markus Krautz eine Nachricht zu schreiben.

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Danke für eure Antworten, hat mir sehr geholfen.
Ich habe versucht meinen LARP- Charakter und meine Darstellung unter einen Hut zu bekommen, und inzwischen weiß ich dass das nicht funktioniert.
@ Jens: Du hast recht, die Spielleut und Landsknechte sind eine Mittelaltermarktgruppe, sie wissen genau was Reenactment ist und würden sich nie als solche bezeichnen. Die Reenactor auf die ich mich bezogen habe kommen aus der LARP- Gruppe, aber da diese Leute aus Norwegen und Israel kommen, wird es schwer für mich bei denen mitzumischen.
Beim Schwertkampftraining habe ich festgestellt dass mir das doch nicht so viel Spaß macht wie ich anfangs dachte, und lieber auf Märkten etc. was anderes darstellen möchte, ich denke deine Buchempfehlung wird mir da sehr helfen.

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