Allerdings möchte ich auch hier wieder ungefragt meine Meinung kundtun.
Ich selber versuch ja dummerweise, n niederbayrischen Hochadligen darzustellen. Der war seineszeichens reichsfreier Graf, Rat (Kämmerer?) des Herzogs Albrecht von Niederbayern-Straubing-Holland und - Vogt mehrerer Klöster…
Und bei jenem Herrn, genau wie bei seinen hochadligen Vorfahren, von denen er diese Vogteien geerbt hatte, ist kaum anzunehmen, dass er sich in irgendeiner Weise “vogtmäßig” gekleidet hat…
Insofern ist daher immer in Betracht zu ziehen, ob er Ministerial, Vasall oder Edler war, bevor man sich verzweifelt auf die Suche nach “Standesattributen” macht…
1440, Dominikanerkloster in Basel. Auch roter Rock, aber Pelzhut. Abbildungen müßten auch zu finden sein. Mit der Quelle bezügl. der Farbe “rot” in Amtsgewändern (z.b. auch bei Kardinälen) wird´s etwas schwieriger. Umzugskartonsimkellerdurchstögern. Glaube nicht, daß es im Netz veröffentlicht ist. Ist schon etwas älter.
In einem Totentanz wird er im roten Rock mit Pelzkragen beschrieben. Darauf aufbauend recherchierte ich, daß Art der Kleidung keineswegs auf einen Hang zur Travestie, sondern auf die Blutgerichtsbarkeit hinwies. Verwandte Amtskleidung: Die roten Roben der heutigen Verfassungsrichter.
Hallo Daniel, mir ist momentan nicht bekannt, ob ein Vogt um 1200 eine besondere Kleidung oder ein besonderes “Abzeichen” oder Zeichen seines Amtes getragen hat.
kannst Du aber mal schauen, wie im 13. Jahrhundert verschiedene Stände / Berufe im Sachsenspiegel durch besondere Kleidung bildlich dargestellt/hervorgehoben wurden. Die Bilder waren so angelegt, daß sie für sich sprechen sollten. Vielleicht müßte ich den Sachsenspiegel noch mal mit Ruth nach einem Vogt durchsehen. Vielleicht wird er dort wirklich irgendwie besonders gekennzeichnet. Aber zeitlich liegt der Sachsenspiegel halt deutlich nach 1200.
Oder wolltest Du jetzt etwa eine generelle Einführung in die Männermode um 1200? Dafür gibt es bereits unzählige andere threads und mehr oder weniger gelungene Bastelanleitungen.
Habe gerade zufällig einen Nachweis für einen Vogt tätig noch 1905 in der preußischen Provinz Posen gefunden. In dieser Epoche wurden Vogte als Verwalter einzelner Gutsteile (z.B. Vorwerk) eingesetzt. Sie waren für den täglichen Betrieb und Ablauf zuständig und vertraten die Rechte und Interessen des Gutsherrn gegenüber der Dorfgemeinschaft. Aber auch in Belange der Politik und Moral mischten sie sich ein, galten oft als selbstherrliche Administratoren. Sein natürlicher Feind und Gegenspieler war somit der Dorfschulze, der die Interessen der Dorfgemeinschaft zu wahren hatte.
Gruß mitten aus der Familienforschung
Joachim
Martin Sprungala; Die deutsche Klostersiedlung Mauche und das Primenter Land; Bernardus-Verlag; Langwaden 2000
ich weiß jetzt was die aufgaben eines Vogtes waren, ordnung auf dem Markt zuhalten, gericht sprechen, die Interessen seines Herren zuvertretten usw.
Nun möchte ich wissen wie ein Vogt aussah. Er lebte im 12Jhd. im süd-westharz und kam aus dem Magdeburgerraum ursprünglich. Er hatte die aufsicht über einen “Ort” der Münz-, Markt- und Zollrecht hatte sowie Bergwercke die Silber zu Tage brachten und mehrere Morgen Wald.
Den Begriffen “Vogt” u. Vogtei“ liegen lat. advocatus, advocatia zugrunde. Sie bezeichnen eine breite Palette von Institutionen. Gemeinsam ist den unterschiedl. Begriffsinhalten die Tatsache, daß Personen im Auftrag - oder zumindest formal beauftragt - Herrschaft ausübten, Verwaltung organisierten, Abgaben einzogen, Gericht hielten oder bei Prozessen die rechtl. Vertretung übernahmen. Die Beauftragung zur Stellvertretung war in ihrer Wirkung ambivalent. Sie konnte sowohl Herrschaft als auch Unterordnung begründen. Die Polyvalenz der Begriffe und die vielfältige Anwendbarkeit der zugrundeliegenden Tatbestände erschweren das Verständnis, verweisen aber zugleich auf Wesensmerkmale der ma. Verfassung, die Macht von Schutz ableitete und keine eindeutige Scheidung in ”privat“ und ”staatl." kannte.