Wappenrolle

Wappenrolle von Freiherr Friedrich von Burg Eichelsheym
Helmut F. Frank
Freiherr Friedrich von Burg Eichelsheym
1235 n.Chr. bis 1250 n.Chr.
Charakterbeschreibung
Friedrich von Mannenheym wurde Anno Domini 1207 als dritter Sohn des Friedrich Vincentius, Lehnsherr der Zollburg zu Eichelsheym off dem Ryn, geboren. Die Mutter Anna, eine Kammerzofe, stand im Dienste der Gattin des Grafen Waldemar, der Gräfin Stephania, derer Landgrafen zu Trenck und Thaus aus boemisch Landen. Anna wurde an Pfingsten Anno Domini 1205 mit dem Lehnsherrn Friedrich Vincentius verehelicht, als jener Friedrich aus Jerusalem im großen Zuge seines Vormunds, des freien Markgrafen Hermann V. zu Baden - ein Zähringer und Herr über die ganze Mark Verona, vom IV. Kreuzzug zurück kam. Friedrich Vincentius erhielt von seynem Herrn zur Hochzeyt ein führtreffliches Geschenk - die Zollburg Eichelsheym bey Mannenheym off dem Ryn als Eigenbesitz. Außerdem hatte Hermann V. ihm die Stadt Durlach, die in Hermanns Eigenbesitz war, als Lehen verliehen. Bey der Zeremonie schwor Friedrich Vincetius seynem Herrn erneut den Lehnseid: Deine Feinde sind meine Feinde, deine Freunde sind meine Freunde. Ich will Dir allzeyt treu und gegenwärtig sein, wenn Du mich brauchst. Fortan diente er dort als Lehnsherr unter dem freien Markgrafen Hermann V. zu Baden und erfüllte die Pflichten der Zolleinnahme und die Vertreybung der vielen Wölfe. In seynem Wappen trug er den Zähringer Löwen und eine Wolfsangel und führte den Namen Friedrich Vincetius von Burg Eichelsheym.

     <br>               
                          Friedrich von Mannheym  - der Sohn des Friedrich Vincetius - wuchs mit seynen beiden Brüdern und zwey Schwestern in der Zollburg Eichelsheym bey Mannenheym off dem Ryn auf. Die Burg stand fast am Wasser. Es war weniger eine Burg, vielmehr ein mächtiges steynernes Haus mit Wehrtürmen und Zinnen und noch ohne umgebende Burgmauer. Eines Tages war er zum Jüngling herangewachsen und sollte am Hofe Aufgaben übernehmen. Markgraf Hermann V. wollte Friedrich als Knappe in die Hände seynen Sohnes Hermann VI. geben, um aus Friedrich einen Ritter für das Heer Friedrich II., ein Enkel von Friedrich I. Barbarossas, zu machen, wie schon zuvor seyne Brüder in die Dienste des Kaisers treten durften. 

<br> Aber Friedrichs Mutter verhinderte dies; er solle zuerst des Lesens, Schreibens und in der Mathematik kundig gemacht werden. So ward Friedrich mit 12 Jahren für vier Jahre in das elsässische Damenkloster Erstein gekommen, wo er auch die lateinische Sprache erlernte. Eine junge adlige Novizin - Mechthild - brachte ihm nicht nur die Wissen-schaften bey. Im Damenkloster hatte man Friedrich auch in den höfischen Umgangsformen unterwiesen. Zur höfischen Erziehung gehörte ferner auch die Unterweisung in der Musik. Oft war Friedrich bey der Jagd zugegen gewesen. Bei diesen “Ausflügen” begab es sich viele Male, daß Friedrich weiter nach Norden ausritt als es für die Jagd üblich war. Das hatte einen gewichtigen Grund: der Flecken Friedolfs-heym lag im Schatten eines Tales in der Ebene. Die Bauernschaft verstand sich auf die Hege und Pflege guter und kräftiger Rebsäfte, wovon Friedrich reichlich genoß. Einen noch viel größeren Genuß bereitete ihm die Tochter des dortigen Waldhüters, Sigrid von Friedolfsheym. Bei einem seiner Ausritte traf Friedrich dieses schöne blonde Mädchen in der nahe gelegenen Benediktiner-Abtei Limburg, als es dort die Kirche verlassen wollte. Sofort entbrannte in ihm tiefe Zuneigung. Während einer Unterhaltung mit ihr erfuhr er auch ihren Wohnort. In der Folgezeyt suchte Friedrich immer wieder die Kirche in Friedolfsheym auf, welche mit der Abtei Limburg verbunden war, um mit Sigrid ins Gespräch zu kommen, und auch sie suchte öfter als sonst die heimatliche Kirche auf, um auf ihn zu warten. Der häufige Gang zur Kirche brachte ihr das Lob der Eltern ein. Nachdem Friedrich und Sigrid sich einigermaßen gut kannten, verabredete er sich mit ihr zu Zeyten in den väterlichen Wäldern, um mit ihr zu plaudern und die Minne “zu studieren”. Das ging famos. Es waren schöne und glückliche Monate für die beiden. Einige Male trafen sie sich auch im Zisterzienserkloster Eußerthal, ganz in der Nähe des Trifels auf dem vor 57 Jahren Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde. Für Sigrid war es nicht schwer das elterliche Haus für längere Zeyt zu verlassen - sie führte “Botengänge” für das heimatliche Kloster aus, in dem sie auch die Klosterschule besuchte. Das Zisterzienserkloster Eußerthal hatte eine kulinarische Eigenheyt: die Mönche hier verstanden sich in ganz besonderer Weise auf das Räuchern von Fischen mit erlesenen Kräutern, welche sie dann zum Verzehr mit Meerrettich, Wachholder und Beeren gereichten. - Im Eußerthal hat Friedrich mit der adligen Novizin Mechthild von Mettenheym einige Male diese besonderen Fische genießen dürfen. - Nach Erstein in südlicher Richtung und nach Friedolfsheym in nördlicher Richtung war es von hier aus ungefähr gleich weit. Traf sich Friedrich wieder einmal mit Sigrid in der Nähe des Klosters Eußerthal, nahm sie auf dem Rückweg immer Dinge des Klosters mit nach Friedolfsheym, die die dortigen Mönche brauchten: Urkunden, Briefe, Dornentinte, Pergamente oder auch nur Bücher zum kopieren. So fiel den Eltern diese heimlichen Treffen nicht auf. <br> Eines Tages, es war ein kalter Herbsttag und der Winter ließ nicht mehr lange auf sich warten, erreichte Friedrich im Kloster Erstein eine versiegelte Botschaft. Das Siegel des Briefes trug das Zeichen der Mönche aus der Benediktiner-Abtei Limburg. Offenbar war die Nachricht von einem der klösterlichen Scriptoren verfasst. Sigrid hatte dort einen Schreiber gefunden und bedauerte in dem Brief die lange Zeyt der Abwesenheyt Friedrichs - sie hatten sich mehrere Monate nicht sehen können - und offenbarte ihm darin ihre Mutterschaft, nachdem ihre Altvorderen für Sigrid einen Ehemann auserwählt hatten, welcher sogleich die Aufgaben des Schwiegervaters als Waldhüter übernahm. <br> Für Friedrich war die Zeyt gekommen, das Kloster Erstein wieder zu verlassen. Nach diesen Jahren allerley Entdeckungen und etlichen Erfahrungen in einem Damenkloster kehrte Friedrich Anno Domini 1223 nach Mannenheym an den Hof zurück. Auch er führte wie seyn Vater fortan den Namen Eichelsheym. In der Zwischenzeyt hatten es seyne Brüder und die Zähringer Ritterschaft verstanden die staufischen und die welfischen Streyterreyen für sich zu nutzen und den Machtbereich im Südwesten auszudehnen. Herrschaftsaufbau war auch eine Frage des Organisationstalents. Die Zähringer besaßen es und sind dabei einen vielversprechenden Weg gegangen, haben Reichslehen, Kirchenlehen und Eigengut zu geschlossenen Machtkomplexen zusammengefaßt, haben diese systematisch mit Städten durchsetzt und mit einer schlagkräftigen Dienstmannschaft ihr Gebiet kontrolliert. Die süddeutschen Welfen machten es zu Barbarossas Zeyten nicht anders und der staufische Kaiser hatte Mühe, die Sonderinteressen der Fürsten denjenigen des Reiches unterzuordnen. Bey dieser Umverteylung der Machtpositionen im Oberryngebiet gingen die Zähringer als Gewinner hervor, während Hermanns Erben, die Markgrafen von Baden, die Grundlage für ihr künftiges Territorium legten. In badischen Landen sah man jetzt immer häufiger die neuen Farben: das Wappen mit dem Schräg-balken, Rot in Gold. <p>Friedrich von Mannheym trat Anno Domini 1223 als Knappe in die Dienste Hermann VI., der vom Vater - Hermann V. - den Besitz erbte und sich den Titel Markgraf von Verona beylegte. Seynen Namen und Titel vererbte dieser sogleich auf seyne Nachkommen [der sechs Generationen beibehalten werden sollte]. So erlernte Friedrich recht spät das Ritterhandwerk. Seyne Brüder waren bereits betuchte Ritter und Theyl des badischen Spitzenadels und sie teylten sich ein Territorium von Lorsch bis zur Linie Strasbourg / Weilheim und machten sich bereyt das Erbe des Vaters anzutreten, welcher erst kürzlich an verdorbenem Fleisch verstarb. Dem Erstgeborenen sollte das südliche Land zwischen Durlach und Baden zufallen - dem Zweitgeborenen der nördliche Theyl des Landes von Lorsch bis Durlach. Friedrich war die Zollburg Eichelheym und das Zisterzienserkloster Tennenbach bey Emmendingen, aus der Linie derer Grafen zu Hachberg, sowie 1000 Silbermark zugesprochen. Dabei hatte er dank der eigensinnigen Regentschaft seyner Verwandten noch recht viel abbekommen. Die Zuletztgeborenen gingen in der Regel leer aus. Fortan stand auch das Kloster unter seyner Vogtey. <br> Hermann VI. hatte Friedrich so gut es ging im Schwertkampf, der Reiterey und im Umgang mit Lanze und Streytaxt unterwiesen. Auch in der Führung von Dolch und Dussack. Er nahm ihn mit zu Wettkämpfen und auch wenn wichtige Staatsgeschäfte zu regeln waren. So lernte Friedrich schnell die Verbündeten Waffenbrüder kennen und auf welcher Seyte sie standen und wer verlässlich war oder wer doppeltes Spiel trieb. Hermann VI. übte mit Friedrich Schlachtaufstellungen und Schlachttaktiken ein und lehrte ihn auch Gerechtigkeyt und Recht durchzusetzen. Es kam der Tag der Schwertleite. In einer Zeremonie Anno Domini 1227 versetzte ihm ein Ritter, es war der alternde Graf Heinrich von Hachberg in Anwesenheyt des Markgrafen Hermann VI. und dessen Brüder, einen schweren Schlag. Dies war für Friedrich der letzte Schlag, den er ohne Verlust seyner Ehre hinnehmen durfte. <br> Bereyts Anno Domini 1228 hatte man sich in allen Landen für den V. Kreuzzug bereytgemacht, nachdem Friedrich II. den Waffengang ins gelobte Land sehr lange hinausgezögert hatte. Nach dem anfänglich guten Verhältnis zur Kurie kam es Anno Domini 1227 zwischen Papst Gregor IX. und Friedrich II. zum Konflikt, wobey dann Friedrich II. vom Papst Gregor IX. gebannt worden war. Hermann VI. stellte in Baden ein Heer von 400 Mann auf, das sich in Ratisbona (Regensburg) mit anderen Kreuzrittern vereinigen sollte. Als dritter Sohn kam Friedrich wieder einmal gut weg: er blieb im Lande und sollte in Speyer und Worms die Interessen Hermann VI. sichern, indem Friedrich ihn als geheimer Ratgeber in allen politischen Angelegenheyten ständig unterrichtete und für ihn seyne Interessen durchsetzte, solange dieser sich auf dem Kreuzzug befand. Für diese Zwecke erhielt Friedrich ein Siegel für dessen Einsatz Friedrich genaueste Anweisungen erhalten hatte.<br>

Nach einigen Jahren hatte Friedrich aus seynen beyden Gütern eine lohnende Geldquelle geschaffen. Stetig füllte er die Kriegskasse seynes Landesherrn Hermann VI. und schuf und erhielt sich dadurch seyne Unabhängigkeit. Anno Domini 1237, war - nach dem Reichstag zu Mainz unter Friedrich II. - Konrad IV. zum deutschen König gekrönt worden. Friedrich hatte schnell mitbekommen, daß man in politischen Angelegeheyten viele Verbündete benötigt. Leider ist das Glück nicht fortwährend … In der Folgezeyt wuchs die Linie Hachberg heran. Die Zeyt der Zähringer neigte sich dem Ende. Doch das sollte noch etwas dauern. Friedrich wußte die Zeichen der Zeyt zu deuten. Der dritte Bruder Hermann VI. hatte eine eigene Linie begründet, jene der Grafen von Hachberg, die sich nach der Hochburg bey Emmendingen nannten [und bis 1503 bestand]. Nach Rückkehr Hermann VI. aus dem Hl. Land hatte er mit Friedrich und dem Spitzenadel alle Mühe das Land unter ihrer Kontrolle zu behalten. Die Zähringer wurden beinahe nahtlos vom Hause Hachberg abgelöst, die Konzentration des Machtzuwachses bestand im Lande Baden aber gegen alle Erwartungen fort. Die Entwicklung der Markgrafen von Baden bewährte sich in der Konkurrenz mit den Pfalzgrafen bei Ryn und dem Speyerer Bischof im Norden, mit dem Württemberger Grafen im Osten, mit Städten und Rittern. Baden bekundete seynen Herrschaftswillen weythin sichtbar. <br> A.D. 1247 hatte sich Friedrich bey verschiedenen Turnieren ein beträchtliches Vermögen erstritten. Die Ehre brachte ihm mit dem Geld genauso viele Feinde ein. Zu seyner eigenen Sicherheyt schickte Hermann VI. Friedrich zu einem seyner besten Freunde, Otto III. von Calvelage, Graf von Ravensberg, der in Bilivelde [Bielefeld] seynen Stammsitz hatte. Um Anno Domini 1248 machte Friedrich sich auf den Weg dorthin und kam nach Colonia Agrippinensis [Köln]. Dort geriet er wegen eyner Vrouw Ruth, die er oft und nur heimlich besuchte in Streyt mit dem Ritter Chlodwig von Brühl, der Friedrich herausforderte, obwohl er keine Beweise hatte. Friedrich besiegte den Herausforder in eynem Tjost, der sich aber durch ein hohes Lösegeld freykaufte. <br> Im heilagmânôth [Dezember] Anno Domini 1249 erreicht Friedrich Bilivelde. A.D. 1250 tritt er in die Dienste Ottos III. wie schon zuvor unter Hermann VI. Auf Geheiß des Grafen von Calvelage nimmt Friedrich Wohnung auf der Höhenburg Ravensberg bey Herrn Dietrich von Stolzenburg zu Holthus, Lehnsherr Ottos III. Friedrich dient hier beyden Herren als Scriptor, Consultor und Chronist unter dem Heerbann Ottos. Hier trifft Friedrich zuweylen das Vries Volk zu Sparrenberg und seine Ritter. <br> Und wenn in einsamen Nächten in seynem Schlafgemach auf der Burg nur der Wind die Stille stört, dann erinnert sich Friedrich gerne an die Zeyt im Kloster Erstein, besonders an die Ausflüge mit Mechthild in die nahen Weinberge und in die tiefen Wälder, nach Hagenau in die Kaiserstadt, auf die Hohekönigsburg oder in die Nähe der Reichsburg Trifels oder eben an die leckeren Fische im Zisterzienserkloster Eußerthal. Seyt Friedrich in den Diensten des Grafen Ottos III. steht, kommt er nur noch selten als Gesandter in seyn geliebtes Elsaß. Mechthild von Mettenheym, die er immer noch in seynem Herzen trägt, hat er aus den Augen verloren. Sigrid von Friedolfsheym traf er im wîtumânôth [September] A.D. 1250 auf der Hardenburg, wo er mit Herrn Dietrich von Stolzenburg als Legatio de Ravensbergne zu einer geheimen aber als Fest der dortigen Fürsten getarnten Versammlung gesandt wurde. Sigrid diente auf der Hardenburg zusammen mit ihrer Tochter als Zofe den mitgereisten Vrouwen der Fürsten, während Sigrids Ehemann die Burg mit Brennholz versorgte.
Oberes Wappen: Familienwappen derer von Burg Eichelsheym bey Mannenheym off dem Ryn. <br> Unteres Wappen: “SOCIETAS HILARITAS”. <br> Die Person Friedrich von Burg Eichelsheym ist fiktiv. Bei der Suche nach den Ursprüngen seiner Stadt finden wir als erste urkundliche Erwähnung einen Eintrag im Urkundenbuch des Klosters Lorsch (Codex Laureshamensis) aus dem Jahre 766 über das Dorf “Mannenheim”. Die Burg gab es tatsächlich um 1200 bis etwa 1550. Urkundlich wird die Zolleinnahme 1247 erstmals erwähnt. 1368 wird die Burg in einer gräflichen Urkunde erwähnt: “Mannenheim, die Veste off dem Ryn”. Von 1415 bis 1418 wird auf ihr der abgesetzte Papst Johannes XXIII. auf Geheiß des Kaisers Sigismund gefangen gehalten. Mit dem Anwachsen des Fischerdorfes Manninheym (Mannheim) off dem Ryn, später Mannoheym… (Heim des Manno) verlor die Burg an Bedeutung und man nutzte sie als Lieferant für Baumaterial bis später (1607) die befestigte Stadt Mannheim entstand. Noch heute kündet eine eiserne Tafel am ehemaligen Standort von ihrer Existenz. Bei den Bürgern von Mannheim ist die Burg auch als Friedrichsburg oder Rheinschanze bekannt. Das heutige Stadtwappen von Mannheim trägt noch immer die Wolfsangel und den Zähringer Löwen. Anno Domini 2007 feiert die Stadt ihr 400jähriges Bestehen anlässlich der Verleihung der Stadtrechte durch Kurfürst Friedrich IV. <br> Die Zisterzienser wurden aus dem Benediktinerorden ausgegliedert. Der als »Rodungsorden« bezeichnete Zisterzienserorden wurde be-vorzugt von Adelsfamilien herangezogen, um Kolonisationsaufgaben zu übernehmen. 1807 wurde das Zisterzienserkloster nach der Säkularisation abgebrochen. Um 1830 kommen die Grafen zu Hachberg in besonders lauter Form zur Regierung: Zeitzeugen und spätere Forscher konstatieren, wegen ihnen wurde Kaspar Hauser aus dem Weg geräumt, um ihnen Bahn zum Thron zu machen. Der Mord ist bis heute nicht aufgeklärt worden. <br> Die Lebensstationen des Freiherrn Friedrich von Burg Eichelsheym in der Geschichte wurden teilweise erlebt - der Rest ist eine schöne Geschichte. Friedrich von Burg Eichelsheym trifft man zuweilen auf der Ravensburg, wenn er nicht gerade mit seynem edlen Freund, dem Freiherrn Dietrich von Stolzenburg zu Holthus [Borgholzhausen], im Dienste seynes Herrn als LEGATIO DE RAVENSBERGENSIS in den deutschen Landen umherzieht und die gräflichen Aufgaben erfüllt. Vor vielen Monaten schon schickte der Graf von Ravensberg seynen treuen Consultor mit eynem wichtigen Auftrag an die Grenze zur dänischen Mark, wo er dem dortigen Landesfürsten mit Rat und Tat wider die heidnischen Brandschatzer und Piraten zu Felde zieht. Im Sommer sollte seyn Auftrag dort den Landesfrieden wieder hergestellt haben. Das ist ihm wahrlich gelungen. Die dortigen Landesfürsten überhäuften ihn mit Dank und Anerkennung und belohnten ihn reichlich. Eine Depesche seynes Herrn erreichte Friedrich kurz nach der Jahreswende: “Kommet zurück in die Gefilde meyner Grafschaft. Ihr werdet jetzt hier umso dringlicher gebraucht.” Und während Friedrich mit seynen Mannen die Zelte abbrach, um dem Geheiß des Grafen von Ravensburg zu folgen, erzählt man sich in der nordischen Mark die schönsten Heldengeschichten über Friedrich, den Zähringer. Die einfachen Leute nennen ihn hierzulande den “Nordischen Löwen”, weil er wie ein Löwe mit dem Lumpengesindel umgesprungen ist und die Landschaft befriedet hat. In eynem Dorfe, welches man nach ihm benannte und welches wohl bald zu einer ansehlichen Stadt erhoben werden wird, Friedrichstadt genennet, hat ein Besitzer eyner Taverne sofort den alten Namen BATAVIA entfernt und sie in NORDISCHER LÖWE umbenannt. Seytdem ist seyne Taverne auch des Tags randvoll mit Gästen gefüllt, die alle nur dem Wirt zuhören wollen, wenn er von Friedrichs Taten erzählt. Friedrich von Burg Eichelsheym indes befindet sich bereyts in der Grafschaft Ravensberg. Als Consultor seynes Grafen wird Herr Friedrich, zusammen mit dem Freiherrn Dietrich von Stolzenburg zu Holthus, der zum Legaten des Grafen ernannt ward, als LEGATIO DE RAVENSBERGENSIS zur Reichsversammlung nach Mainz entsendet, um dort die Interessen des Hauses Ravensberg zu vertreten. Die aus dem Jahre 1076 bestehenden verwandtschaftlichen Bindungen des Hauses Ravensberg und des Hauses der Grafen von Northeym brachten für den Freiherrn Friedrich von Burg Eichelsheym neue Abenteuer: so machten sich die Freiherren Dietrich und Friedrich vor ein paar Tagen auf in die Grafschaft Northeym, um dort die Gräfin Lidiardis von Northeym zu ihrem Schutze zum Reichs- und Hoftag nach Mainz zu begleiten.
Der des Lesens Kundige sey darauf hingewiesen, daß die zeitliche Einbindung des Herrn Friedrich in die SOCIETAS HILARITAS um etwa 15 Jahre abweicht. Das stellt für Friedrich aber keinen Nachteil dar, sondern birgt die seltene Gelegenheit, dem König Heinrich VII. einmal persönlich gegenübertreten zu dürfen.