Wappenrolle

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Wappenrolle von Heinrich von Ebersberg
Thomas Schuster
Heinrich von Ebersberg
Miles, fränkischer Ministerialer
1250 n.Chr. bis 1290 n.Chr.
Charakterbeschreibung
Heinrich von Ebersberg…
… ist einer von vier Brüdern, Sproß eines staufertreuen, altfränkischen Ministeraliengeschlechts, welche trotz des niederen Standes zu einiger Macht und Ansehen gelangte. Die Rhöner Linie, aus der auch Heinrich entstammt, hatte in der buchonischen Ritterschaft ein gewichtiges Wort und durfte sogar Unterlehen vergeben. Die Würzburger Linie stellte den Kanonikus der größten Kirche zu Würzburg, u. a. Burkhardt von Ebersberg. Die Ebersberger tragen als Wappen die silberne Lilie auf blauem Grund. Einen Familien-Wahlspruch konnte ich noch nicht finden.
Seine Geschichte Über Heinrich sind nur wenige persönliche Tatsachen bekannt, da er und seine Brüder wegen der Hinrichtung des Abtes Leipolz von Fulda, spöttisch “Fingerhut” genannt, sorgfältig aus dem Stammbaum derer von Ebersberg gelöscht wurden. Heinrich wurde wohl um das Jahr 1240 geboren, nahm mit seinen Brüdern an der Fehde verschiedener buchonischer Ritter gegen die Abtei zu Fulda teil, in deren Verlauf einige Burgen, darunter auch die Ebersburg, geschleift und Heinrichs älterer Bruder Hermann, trotz der Zusicherung des freien Geleits durch den Abt, in Fulda hingerichtet wurden. Das brachte das Faß zum Überlaufen. Die Ritterschaft war darob so erbost und entsetzt, daß man unter der Führung von Giso von Steinau (Schwestermann [=Schwager] des Friedrich von Schlitz) und Heinrich von Ebersberg den Abt während der Messe des 18. März 1271 in seiner eigenen Klosterkapelle mit 26 Schwertstreichen richtete. Danach soll man ihn noch enthauptet und seiner Tonsur entledigt (=skalpiert) haben. Am Weihnachtstage des selben Jahres werden Heinrich und sein Bruder Albertus in der Kirche zu Haselstein festgesetzt. Bei dem Scharmützel sterben Heinrichs vierter Bruder und einige andere Ritter.
Nun werden sich die Quellen uneins: Einige berichten von Pilgerfahrten nach Rom, die als Buße durchgeführt werden. Nach diesen Reisen soll es am 01. Oktober 1273 mit dem Überfall auf das Kloster Holzkirchen zu einem Rückfall der Ritter gekommen sein. Andere Quellen verschweigen dies und gehen von Kerkerhaft und sofortiger Verurteilung aus. Im Jahre 1274, darüber ist man sich dann wieder einig, werden zumindest Heinrich und Albertus von Ebersberg zum Tode durch das Rad verurteilt. Das Urteil sollte in Frankfurt am Main vollstreckt werden.
Es bleiben Fragen Ob es wirklich zu der Hinrichtung kam ist fraglich, ebenso die dreijährige Kerkerhaft der Ebersberg-Brüder.
Die Hinrichtungen sind aus folgenden Gründen anzuzweifeln: - Es existieren keinerlei Aufzeichnungen über solche Hinrichtungen in Frankfurt am Main in diesen Jahren - Albertus von Ebersberg, mit Heinrich zusammen festgenommen, verurteilt und angeblich hingerichtet, zeichnet 1275 (also ein Jahr nach seiner Hinrichtung) eine Urkunde, in der er dem Bischof von Würzburg mit seinem Schloß Jageßberg belehnt. - Der ebenfalls als Rädelsführer genannte Giso von Steinau wird in Urkunden bis ins Jahr 1308 erwähnt. - Die Aussöhnungen derer von Ebersberg und derer von Steinau mit der Abtei Fulda fallen beide in die Zeit kurz vor 1300. - Die Ebersberger bauen eine Wasserburg in Weyhers. - Fehlende Urkunden über Heinrich sind wahrscheinlich mit der Tilgung der Brüder aus dem Stammbaum verschwunden. Dies fand erst lange nach den Vorfällen statt.
Es liegt also nahe, daß die Würzburger Linie der Ebersberger ihren Einfluß im Klerus geltend gemachte (siehe auch Belehnung des Bischofs von Würzburg) und ihren Verwandten in der Rhön eventuell den Kopf rettete. Wie auch immer, trotz der Ereignisse hatten die vier Brüder eine große Nachkommenschaft, von welcher leider nur ein Sohn konkret zugeordnet werden kann. Ob Heinrich eine Frau und Kinder hatte, bleibt leider im Dunkel verborgen. 1848 sterben die Ebersberger im Mannesstamm aus.
Am Ende… …möchte ich alle, die etwas über die Familie der Ebersberger in der Zeit von 1100-1400 wissen bitten, sich mit mir in Verbindung zu setzen. Entweder über E-Mail (HvE@gmx.de) oder über Telephon/Fax 069-457608. Auch Fragen beantworte ich gerne.
Aber nicht nur die Ebersberger sind von Interesse für mich. Auch alles, was mit der Region Fulda (inkl. 100km Umkreis), auch an alltäglichen Dingen bekannt ist (z.B. Währungen) ist wichtig. Selbiges gilt für Frankfurt am Main, allerdings nur mit kleinem Umkreis (25km). Die Zeit: 1150-1350. Also mailt, faxt, schreibt mir oder ruft an!!! VIELEN DANK FÜR EURE HILFE!!!