Esther Gallwitz: Kleiner Kräutergarten - Kräuter und Blumen bei den Alten Meistern im Städel, Insel Verlag, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-45-833518-8
Das mit der Kultivierung habe ich, meine ich aus:
Heinz-Dieter Krausch: Kaiserkron und Päonien rot… - Entdeckung und Einführung unserer Gartenblumen, Dölling und Galitz Verlag, Hamburg 2003, ISBN 3-93-554923-7
oder aus dem hier, weiß ich nicht mehr so genau:
Angelika Lüttig & Juliane Kasten: Hagebutte & Co - Blüten, Früchte und Ausbreitung europäischer Pflanzen, Fauna Verlag, Nottuln 2003, ISBN 3-93-598090-6
Die Erdbeeren als Illustration kommen recht häufig vor. Sie werden mit der Jungfrau Maria in Verbindung gebracht und haben Symbolwert. Sie steht für reine und fromme Gedanken und für Rechtschaffenheit (Rosenform, dornenlos, Blüte und Frucht an einer Pflanze). Eine Kultivierung hat vom 14. bis zum 18. Jhd. stattgefunden. Danach kamen die modernen Erdbeersorten auf und der Anbau von Walderdbeeren wurde unrentabel. Die Monatserdbeere ist übrigens eine Kreuzung zwischen der europäischen Walderdbeere und den amerikanischen Sorten, die Walderdbeere trägt bis ins Spätjahr hinein, das machen die amerikanischen Sorten nicht.
kleine Anmerkung zu Walderdbeeren: Meine Eltern haben vor mind. 15 Jahren eine im Urlaub ausgegrabene Walderdbeerpflanze in ihrem Garten eingepflanzt. Durch den hochwertigeren Boden und mehr Licht haben sich diese so rasant vermehrt, dass mein Vater die Pracht jedes Jahr eingedämmen musste. Ich könnte mir vorstellen, dass eine solche “Kultivierung” auch schon damals möglich war. Außerdem habe ich festgestellt, dass die Früchte nach ein paar Jahren größer und aromatischer wurden, sich sozusagen ohne Kreuzung den heute üblichen Erdbeeren angenähert haben.
Auf spätmittelalterlichen Gemälden habe ich schon des öfteren Erdbeeren gesehen, diese wuchsen selten im Wald, waren außerdem deutlich größer als heutige Walderdbeeren und hatten die typische “Erdbeerform”, nicht nur so kleine Knubbel wie im Wald. Dies könnte evt. für eine Kultivierung auf gutem gedüngtem(?) Boden sprechen.(Reine Spekulation meinerseits, aber vielleicht weiß jemand mehr?)
Elisabeth hat Recht. Bei uns in Kirchhellen gibt es auf Grund des sandigen Bodens (ich wohne “An der Sandgrube”) keine Erdbeeren. Auch nicht im Wald. Brombeeren wachsen aber bei uns prächtig.
Für Gebiete mit entsprechendem Boden kann man sie aber mit Sicherheit auch schon im Mittelalter vorraussetzen.
Leider habe ich keine Belege dafür, wo in Europa es überall Walderdbeeren gab. Bei uns im süddeutschen Raum wachsen sie an jedem Waldweg und oft auch am Waldrand. Wie das in anderen Teilen Europas / Deutschlands aussieht, weiß ich nicht.
Es hängt wohl vom Boden und vom Klima ab. Aber in mittelalterlichen Rezepten wird sie erwähnt. Also ist davon auszugehen, dass es sich um eine bekannte Frucht handelt.
Ausserdem habe ich sie auch schon als Randverzierung bei Handschriften gesehen, ich weiß aber leider nicht mehr, in welcher. So war sie zumindest dem Illustrator bekannt.
Allerdings ist das sammeln mühsam und auf den rohen Verzehr würde ich im Hinblick auf den Fuchsbandwurm verzichten.
Thorsten, es kommt nicht nur auf das Vorhandensein von Wald an ;) Bei Wikipedia deuten sie es schon an: “benötigt feuchte, aber gut durchlässige, nährstoff- und humusreiche Böden”. In der nordwestdeutschen Tiefebene (arme Sandböden) ist mir noch keine Walderdbeere begegnet, hier im Südwesten hingegen wächst sie an jedem Waldweg.
Ich möchte mal zu bedenken geben, dass es regional sehr große Unterschiede geben kann. Man vergleiche beispielsweise nur mal die Funde in Haithabu mit denen in Elisenhof (liegen nur ca. 50 km auseinander!).
Quellen:
Ernährung und Umwelt der wikingerzeitlichen Siedlung Haithabu : die Ergebnisse der Untersuchungen der Pflanzenreste v. Karl-Ernst Behre
Die Pflanzenreste aus der frühgeschichtlichen Wurt Elisenhof v. Karl-Ernst Behre
Roquefort-Käse ist ein grün-blau mamorierter Schimmelkäse aus Schafsmilch, der aus den Hölen um Roquefort-sur-Soulzon stammt.
Erste Erwähnung: 79 n. Chr von Plinius der ßltere. Um 1060 erste Erwähnung Klosterbüchern unter dem Namen Roquefort.
Herkunft: Roquefort-sur-Soulzon, Südfrankreich. Kommt bis heute aus der Region.
Ursprüngliche Form: keine Informationen. Es ist anzunehmen, dass sich nicht viel im Laufe der Zeit geändert hat.
Verbreitung: Keine Informationen.
Verwendung: Roquefortsauce oder für Rinderfiletsteak mit Roquefort (Datierung unbekannt). Begleitgetränk Portwein.
Kosten/Aufwand: Geringer Aufwand. Käse wird zum Reifen in den Hölen vor Ort aufgehängt. Es ist anzunehmen, dass die damalige Produktionsmenge nicht ausreichte, um den Käse überall zu erschwinglichen Preisen verfügbar zu machen. Es liegen mir aber keinerlei verifizierte Informationen vor.
Um mal in die Lebensmitteldiskussion und die ewige Frage “War dieses oder jenes Lebensmittel schon zu meiner Darstellungszeit verfügbar?” mal zu beantworten, würde ich gerne eine ßbersicht mit Euch erstellen.
Dabei sind für jedes Lebensmittel folgende Daten interessant:
<UL>
<LI>Erste Erwähnung: Wann wird das Lebensmittel erstmals erwähnt oder nachgewiesen?</LI>
<LI>Herkunft: Wo kommt das Lebensmittel ursprünglich her?</LI>
<LI>Ursprüngliche Form: Sah das Lebensmittel anders aus als heute? Wie? </LI>
<LI>Verbreitung: Wann war das Lebensmittel wie weit verbreitet (und wo steht das)?</LI>
<LI>Verwendung: Was wurde aus dem Lebensmittel produziert? Welche Rezepte sind bekannt?</LI>
<LI>Kosten/Aufwand: Wie teuer war das Lebensmittel in welchem Bereich Europas, wie schwierig war die Gewinnung?</LI>
<LI>Zugänglichkeit: War das Lebensmittel der breiten Bevölkerung zugänglich oder war es nur bestimmten Personengruppen zugänglich (, beispielsweise bestimmtes Wildfleisch)?</LI>
</UL>
Sobald ein paar Lebensmittel zusammengekommen sind, werde ich parallel zum Thread einen Artikel in der Bibliothek pflegen und die Erkenntnisse von hier dort nachtragen.
Ich persönlich orientiere mich da meist an Hildegard von Bingen, die so einige Obst und Gemüsesorten erwähnt hat.
Darunter eben auch (wie bereits erwähnt) die Pfirsich oder Erdbeeren, also eigentlich Dinge die man nicht sofort als “Das haben die bestimmt im Mittelalter gegessen” erkennt.
Grund (für Pfirsiche insbesondere, die es anscheinend in Deutschland angebaut wurden), das Klima hat sich stätig verändert und gerade im Mittelalter (weis nicht genau wann) war es wohl recht warm.
In einem ‘92 Bericht über “Spätmittelalterliche Getreidefunde aus einer Brandschicht
des Basler Rosshof-Areales (15. Jahrhundert AD)” von Marlu Kühn und Stefanie Jacomet werden zwei Buchweizensamenerwähnt, davon einer sicher bestimmt. Die Autorinnen halten einen Anbau von Buchweizen in der Baseler Region für wahrscheinlicher, als einen aufwendigen Import aus Norddeutschland.