Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Bronzeguss & Co. - Rechtsfragen und Probleme

Einträge 161 bis 180 (von insgesamt 186 Einträgen)

1 6 7 8 9 10

Avatar
Eintrag #26 vom 13. Mrz. 2002 18:08 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht P.s.

Zu meinem Letzten Eintrag, um möglichen Mißverständnissen vorzubeugen:
Es ging mir darum, den Bronzegußanfängern zu zeigen, das es nicht nur bei den Ersten Anfängen Probleme zu bewältigen gibt, sondern daß auch im “echten leben” die Sache nicht immer so funktioniert, wie sie soll…
Vielleicht macht Euch das ja Mut, weiter zu machen. Die Schwierigkeiten und Probleme bei den sehr Speziellen Teilen für unser Hobby sind nicht unlösbar!
Euer Traumschmied

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #25 vom 11. Mrz. 2002 08:48 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Ehrenrettung

Hallo Markus
…Um mal kurz off topic zu werden:
Das ist mir alles durchaus bewußt. Dann wäre es aber an der Gießerei, den Auftrag entweder abzulehnen, oder aber die Arbeit z.B. einem lehrling zu übertragen, der dabei was lernen kann und letztlich trotzdem bessere Arbeit leistet (weil er nicht so teuer ist und deshalb einen Fehlguß, wenns sein muß auch ein paar mal, wiederholen kann).
Zu guter letzt sollten die Gießereien den
entstandenen Mehraufwand ruhig in Rechnung stellen!
Wenn z.B. für den Sandguß eines Schwertknaufes extra ein kleinerer Kasten angefertigt werden müßte:
Ich wäre durchaus bereit, auch das zu bezahlen. Ich habe nun selbst einen angefertigt.
Ein Knauf für 30 DM, den ich wegschmeißen kann, bringt mir nämlich weit weniger, als ein vernünftiger für 60.- …
Glücklicherweise ist das nicht bei jeder Gießerei so problematisch. Nach etwa 5 Jahren intensiver Suche habe ich nun zwei Gießerreien gefunden, die Korrekt arbeiten.
Das Problem bleibt aber letztlich auch die Zeit, die auf dem Postweg verloren geht und der lästige Papierkrieg. So gesehen lohnt es sich teilweise, selber zu gießen.
Soviel - off topic - zum Thema Ehrenrettung Deines Berufsstandes / deiner Kollegen.
Ich mein´s nicht wirklich böse, bin nur schon recht oft enttäuscht worden und der Meinung, das hätte sich durchaus vermeiden lassen.
Gruß, Euer Traumschmied

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #24 vom 10. Mrz. 2002 11:32 Uhr Markus Winterstein  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Markus Winterstein eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Sorry...

Hallo Leute,
meinereiner war jetzt ‘ne Weile weg, daher erst jetzt wieder ein Posting von mir.
Zunächst einmal an die Admin’s: Das mit der fehlenden Domain/Topdomain tut mir leid - sch… Hektik! - ab sofort steht sie aber wieder dabei.
Thema “Silberguß”: Ein feines Büchelchen zu dem Thema ist “Silversmithing” aus der Reihe “Thames & Hudson Manuals”. Dort findet ihr massenhaft gute Tipps - ich gewöhn’ mich noch an die Schreibweise… - zum Thema Silberverarbeitung. Mein Gebrauchstipp dazu aber ist die Empfehlung, sich ein g u t e s Nachschlagewerk Englisch-Deutsch daneben zu legen, denn selbst für mich als altgedienten “FORD-Profi” ist der Stoff hartes Brot. Dennoch aber lohnt es sich, sich durchzuknabbern.
Daß der Schwertknauf in Heimarbeit besser geworden ist, als in der Gießerei freut mich sehr. Zur Ehrenrettung der Kollegen dort ist aber anzumerken, daß solche Kleinteile entweder in einem großen Kasten miteingeformt werden müssen, oder aber man muß zum Guß auf Handtiegel umfüllen, wenn der Brocken nicht gerade 50…3000 kg wiegt. Dabei wird die Suppe aber verflixt schnell kalt, sodaß es dann beim Formfüllen Probleme geben kann. Daher sind solche kleinen Formen extrem fest einzustampfen und/oder mit einem Binder einzuformen, um die notwendige Robustheit zu gewährleisten. Da man aber die große Masse nicht zu weit überhitzen darf, ist es nicht verwunderlich, wenn die Speise beim Handguß in der Gießerei trotz aller Schliche und Tricks (Aluminiumspäne, Kohlebett, etc. ) nicht ausreichend warm für einen optimalen Guß bleibt.
Mit besten Grüßen
Markus von Königsberg, Waffenschmied im Ruhestand

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #23 vom 09. Mrz. 2002 08:18 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nochmal an David

Hallo nochmal
Da Du ja vornehmlich nach Silberguß gefragt hast:
Wie Markus schon sagte, ist Silber relativ unproblematisch zu gießen.
Es wird sehr dünnflüssig, fast wie Wasser und fließt daher sehr gut von sich aus in feinste Details. Du benötigst also hier in den meisten Fällen keinerlei “Fließhilfen” außer den üblichen Steigern (Wenn vom Gußteil her notwendig).
Gruß, Euer Traumschmied

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #22 vom 01. Mrz. 2002 19:23 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schlichten

Hallo Löckchen :-)
Was das GENAU ist, muß ich zugeben, weiß ich leider auch (noch) nicht.
Es geht dabei aber darum, die Form schon beim Einformen von innen mit einer Flußmittelschicht zu versehen.
Diese sog. “Schlichte” ist damit entweder z.B. eine Boraxmixtur oder (das kenne ich allerdings eher als Trennmittel für Gußkerne) eine Graphitstaubsuspension.
Schlichten nehmen In der Gießerei gleich eine ganze Reihe von Aufgaben wahr, und ich bin leider noch nicht so weit in dieses Gebiet vorgedrungen. Sicher weiß mein Kollege Markus Winterstein noch mehr darüber.
Anfängern kann ich ßbrigens die ersten “Gehversuche” im Sandgußverfahren ebenfalls nur empfehlen. Wachsausschmelzguß ist was für Könner. (Das größte Problem dabei ist eigentlich das “Auswachsen”, ohne, das einem die Form in die Brüche geht. Geht fast nur mit Ofen).
Im Sandguß ist es mir erst letzte Woche gelungen, meine Schwertknäufe im Kerngußverfahren auf ANHIEB (!) besser hinzukriegen, als jede Gießerei, die ich bisher damit beauftragt habe… Ist zwar nicht billiger, aber auf jeden Fall besser und geht schneller, als die ewige Modell Hin- und Herschickerei nur um dann festzustellen, das man den Guß auch besser gleich zurückschickt (Kopfschüttel…und DIE haben das angeblich gelernt…Seufz…).
Gruß, Euer Traumschmied

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #21 vom 25. Feb. 2002 21:29 Uhr David Münchow  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um David Münchow eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Flußmittel-Schlichte?

Hallo
Was meint ihr mit Flußmittel-Schlichte? Ich bin an Silberguß interessiert. Was bedeutet das da für mich?
Ansonsten DANKE für eure bisherigen Einträge. Ihr habt mir schon relativ gut weitergeholfen.
Grüße, “Löckchen” David

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne

Arrow_upNeue Einträge oberhalb dieser MarkierungArrow_up

Eintrag #20 vom 10. Feb. 2002 21:22 Uhr Hilmar Becker  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Hilmar Becker eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Admin-Hinweis

Hallo Markus
Bitte gib bei deinen Einträgen, entsprechend der Nutzungsbedingungen, deine E-Mail-Adresse vollständig an, da wir deine Einträge ansonsten löschen müssen.
Danke und Gruß
Hilmar
TV-Team

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #19 vom 10. Feb. 2002 20:43 Uhr Markus Winterstein  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Markus Winterstein eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Oje...da hab' ich glaube ich 'was losgetreten...

Hallo Leute,
na, ich glaub’ ich bin ‘mal wieder zuweit vorgeprescht. Ja, Arno, das stimmt: Silber kaufe ich als Barrensilber direkt ab Scheideanstalt, aber für Anfänger und kleinere Stücke bekommt man im Sanitärfachhandel Stangenlot (meist AgCuAs-Legierungen), die sich für kleinere Schmuckgegenstände gut eignen für recht günstige Preise - 100g so um die 5,- -.
Noch etwas zum Messingguß: Für Anfänger sehr ungeeignet!!! Warum? Nun, Messing ist eine Cu-Zn-Legierung (gängig als CuZn67, CuZn88, etc.). Das Zeug hat zwei boshafte Tücken:
1. Wenn man es überhitzt, brennt einem, meist mit blauer Flamme die ganze Brühe weg, weil Zink schnell aus der Legierung ausschwitzt und dann verbrennt - das ergibt dann im Gußstück die netten, weißen Schlieren.
2. Da die meisten Tafelmessinge mit Blei verschnitten sind, ist hier vom Blecheinschmelzen im heimischen Herd dringend abzuraten - die später ‘mal er wünschten Kinder danken es Euch. (Bei den Gelbgießern sind erhöhte Risiken für Gendefekte und Krebserkrankungen erwiesene Berufskrankheit)
Wesentlich besser für den Anfänger sind Rotgußbrocken aus dem Sanitärschrott. Das sind relativ leicht schmelzende CuSn6-Derivate, die zwar auch recht schnell wegbruzeln, mit ein bisschen Kohle als Decke auf der Schmelze kriegt man das aber relativ leicht in den Griff. In jedem Fall bei dem Zeug: einen Notausgang ins Freie halten, wo man den Tiegel gefahrlos entsorgen kann - denn wenn es brennt, dann brennt es; durch einen nicht zu knappen Phosphoranteil können sich da herzallerliebste Brandsätze bilden. Auch sollte man hier die Nase vielleicht nicht gerade über den Tiegel hängen…
Gut sind selbst fabrizierte Legierungen, bei denen man reines Kupfer aufschmilzt und dann mit Zinn legiert. Kupfer bekommt man recht leicht im Elektroschrott (da ist das Kupfer auch besonders rein). Zinn ist im gut sortierten Metallgroßhandel zu bekommen (Preise? So um die 140,- Euro/Kilo)
Markus von Königsberg, Waffenschmied im Ruhestand

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #18 vom 06. Feb. 2002 08:15 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Auch Silberpreise...

Hallo Bastian
Jetzt mal langsam:
Natürlich ist der Preis von Silber und Messing ein Anderer, das wissen Alle hier.
Aber:
1. Du benötigst zum gießen kein Blech, sondern z.B. einen Barren oder sonst irgendwelche Schnipsel. Während Silberblech durchaus bis zu einer Mark pro Gramm kosten kann, bekommt man z.B. “Silberschrott” oder Feinsilberreste zum tatsächlichen Silberpreis von um die 30 Pfennig pro Gramm.
2. Ein Profi wie Marcus kauft auch keine Messingblechschnipsel, sondern eher eine Ganze Tafel, die, ähnlich wie bei Silber, sauteuer werden kann, dann aber eine Weile reicht. Das Kann gut und gerne 500.- DM kosten. Gußlegierungen (und eigentlich brauchst Du genau die), können noch teurer sein. Für dieses Geld bekommst Du aber tatsächlich fast 1 1/2 Kg (!)Silber.
Da stellt sich zwangsläufig die Frage, wo denn das Geld besser angelegt ist…
Im Zweifelsfalle macht man Hacksilber draus oder gibt´s wieder der Scheideanstalt (natürlich für noch weniger Geld).
3. Silber ist tatsächlich gegenüber Buntmetall sehr viel einfacher zu gießen und auch zu schmieden. Also das ideale Anfängermetall.
Die Bezahlbarkeit ist mit ca. 30 Pfennig pro Gramm denke ich auch gegeben.
Ansonsten gilt beim Gießen im großen Ganzen das Gleiche, wie auch schon beim Schmieden:
Man muß wissen, mit was für einem Material GENAU man arbeitet, sonst kann man keine Erfahrungen sammeln.
Es gibt etwa 30 bis 50 verschiedene Messing- und Bronzearten und einige hundert verschiedene Stähle.
Ein Profi kann diese teilweise durch seinen Täglichen Umgang allein über die Farbe, eine Berührung und vielleicht einer Biege- oder Feilprobe unterscheiden. Aber nur, weil er weis, welches Material sich wie verhält!
Jedes Material verhält sich anders (deshalb gibt´s so viele verschiedene). Also wundert Euch nicht, wenn´s mit der ersten Ladung Messingblech noch gut ging und bei der Zweiten nix mehr klappt…Und erst die Mischung aus beiden…Oje…
Gruß, Arno der Traumschmied

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #17 vom 05. Feb. 2002 14:44 Uhr Bastian Kreusing   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Silberpreis

Hi,
Silber ist jetzt billiger als Messing? Seit wann und woher? Wenn Du wirklich so billig an Silber kommst, dann sag bescheid….bei Scheideanstalten kostet ein vernünftigs Blech halt immer noch 300 Euro, und Messingbleche krieg ich in rauen Mengen für nen Zwanziger in die Kaffekasse beim Buntmetallhandel.
Also, nix für ungut, aber das würde mich jetz echt mal interessieren, wo Du dein Silber kaufst ;o)
Gruß
Bartolomeus

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #16 vom 01. Feb. 2002 18:18 Uhr Markus Winterstein  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Markus Winterstein eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Bronzegießer und Hobbyschmiede

Hallo Leute,
nach laaanger Abwesenheit bin auch ich wieder ‘mal hier spazieren gegangen. Wenn ich das so lese, sind ein paar interessante Anmerkungen dabei. Hier aber einmal etwas von einem Profi (ich war lange Zeit Chef in einem Kupferwalzwerk - nicht nur der Waffenschmied, als den man mich hier bislang kannte)
Der Bronzeguß hat sich abgesehen von den Formwerkstoffen (Stahl, Beton, Polymerbetone, etc.) und den Wärmequellen nur sehr wenig verändert - aber wie schon angemerkt: Der Teufel steckt im Detail!
Die meisten Hobby-Gießer machen schon den ersten Fehler beim Schmelzen: Anstatt die Speise in einem geschlossenen Tiegel aufzuschmelzen, oder diese doch wenigstens mit Schlackebildnern abzudecken, nutzen sie meist offenen Tiegel, wodurch ein gut’ Teil der Arbeit durch Oxyde schon von anfang an zunichte gemacht wird. Meine Empfehlung: ein Passauer Tiegel im E-Ofen oder für Märkte im Holzkohlenbecken (gut abdecken und anblasen).
Der nächste Fehler der oft gemacht wird: Gleich mit Wachs anfangen und dann auch noch direkt gießen! Flache Sachen lassen sich gut im Herdgußverfahren erstellen. Man nehme einen feuchten (nicht zu nassen) Quarzsand mit ein bisschen Schamotte und drücke sein Modell (aus Holz, Kunststoff, Metall) ein und stampfe das ganze fest; danach vorsichtig das Modell herausnehmen. Anschließend wird mit Ruß und etwas Borax ausgestäubt und abgegossen - VORSICHT: durch den Wasseranteil unbedingt Vorkehrung gegen spritzendes Metall treffen!!!! Damit geht natürlich nur, was einseitig verwendet werden soll.
Räumliche Modelle kann man (bei größeren Sachen) erst in Holz machen, dann in Gips abformen. In die Gipsform füllt man dann das Wachsmodell, klebt anschließend ggf. weitere Eingüsse, Pfeifen und Steiger an und überzieht das dann mit einer Flußmittel-Schlichte (je nach Legierung). Man kann das Wachsmodell aber auch frei aufbauen - Formwachse sind gut, Paraffine tun’s aber meiner Erfahrung nach auch. Natürlich braucht auch ein freies Modell einen Schlichteüberzug. Das Einformen ist hier etwas komplizierter: Zunächst wird das Modell in eine Schlickerlösung getaucht und getrocknet. Dann mit etwas weicherem, gemagerten Lehm hinterfüttert und schließlich in einem Sandkasten eingesetzt. Nach etwas Trocknungszeit wird dann der Formling ausgeschmolzen und nachgetrocknet. (Daher das Schwundmaß, das Hadu anbrachte: Form + Schmelze können schon ‘mal an die 10% werden!)
Schließlich noch ‘was zur Nachbearbeitung: Guß muß ja immer noch nachgearbeitet werden. Verfahren und Techniken sind heute nicht anders als vor 500 Jahren, wie Werkzeugspuren belegen. Man kann auch davon ausgehen, daß die Formen der Werkzeuge sich von heutigen nur sehr wenig unterscheiden (was alte Holzschnitte hinreichend belegen)- wenn man nicht gerade Kunststoffgriffe verwendet…
Natürlich war das jetzt noch lange kein vollständiger Abriß zum Thema “NE-Metallguß”, denn wie schon angemerkt: An Bronze und - schlimmer noch Messing - ist schon so mancher Profi verzweifelt! Noch ein Tip für Anfänger: Silber ist in Bezug auf Gießen und Nachbearbeiten wesentlich einfacher und bei heutigen Silberpreisen unter dem Strich auch fast billiger!
Markus von Königsberg, Waffenschmied im Ruhestand

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #15 vom 16. Jan. 2002 09:46 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Schrumpfung

Hallo Bastian
Hadu hat schon recht.
Bei kleinen Gußteilen macht sich allerdings diese Schrumpfung nicht so stark bemerkbar (sie ergibt sich ja prozentual aus den Maßen des Modelles).
10 % sind aber in der Tat etwas hoch gegriffen.
Moderne Gießer rechnen (stark Werkstoffabhängig!) zwischen 1% und 5% SCHWUND gegenüber der endgültigen Gußform.
Wird im Wachsausschmelzverfahren gegossen, wird das Urmodell oft mehrfach abgeformt und abgegossen (erst in Silikon, dann in Wachs und erst dann in Metall).
Bei Bronzeguß entstehen so in etwa 5% Schrumpfung gegenüber dem Urmodell.
Die erwähnte Anschneidetechnik (“Mehr Material vergießen, als man braucht”) dient in erster Linie zum Verhindern der Lunkerbildung (Hohlräume im Gußteil, die durch die Schrumpfung des Materials beim Abkühlen entstehen).
Die Verkleinerung des Gußobjektes durch Lunker ist aber ein grober Gußfehler, der mit der eigentlichen Materialschrumpfung nichts (bzw. nur indirekt) zu tun hat.
Mein Zahntechniker empfielt grundsätzlich mindestens die gleiche Menge Material in den Anguß zu packen, wie das Gußteil selbst benötigt.
Bei Großen Teilen ist das nicht immer möglich. Deswegen ist Gießen ja auch so knifflig.
Forschungen haben übrigens ergeben, daß das Bischen Druck, das der Materialspiegel im Anguß auf das Gußteil ausüben kann, in absolut keinem Verhältnis zu den gigantischen Kräften steht, die beim Abkühlen des Werkstückes wirken.
Es geht also vielmehr darum, es dem schrumpfenden Gußteil zu ermöglichen, flüssiges Material nachzuziehen. Und je mehr Material sich im Trichter befindet, desto länger bleibt dieses flüssig.
Zahntechniker platzieren deshalb beim Wachsausschmelzguß das eigentliche Modell an den Rand der Form, damit es schnell abkühlt. Der Trichter wird ins Zentrum der Form gesetzt, damit er möglichst lange flüssig bleibt…
Gruß, Arno der Traumschmied

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #14 vom 15. Jan. 2002 13:33 Uhr Bastian Kreusing   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Verkleinerung der Form

Hi,
@ Hadu:
Sorry, wenn ich Dir widersprechen muß, aber der Guß ist NICHT immer kleiner als die Form.
Also, im Sandguß ist mir das noch nicht passiert, und bei verlorener Form hat man den Effekt meiner Meinung nach eh’ nicht.
Vielleicht solltest Du das Metall auch nach dem Schmelzpunkt noch weiter erhitzen - dann fließt es besser, da es nicht so schnell erstarrt.
Wichtig ist auch, daß man mehr Material vergießt, als man für die Form braucht.
Der ßberschuß drückt dann auf den Guß und verhindert so das schrumpfen.
Nur als Tip ;o))
Gruß
Bartolomeus

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #13 vom 07. Jan. 2002 18:33 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Zuviel zugetraut?

Hallo nochmal
Nur die Ruhe…
Ich glaube nicht, das Du versuchst, zuviel selber zu machen. Im Gegenteil.
Der Grund nämlich, weshalb “moderne” Gießer sich nicht so ohne Weiteres an Arbeiten wie selbst legieren u.ä. wagen ist der, daß sie es schlicht sehr selten bis nie machen und es so auch kaum jemanden gibt, von dem man das lernen könnte…
Mit ein Bischen Probieren (wozu den Profis meist die Zeit fehlt) kann man oft mit einfachen Mitteln erstaunliches leisten!
(Eben ganz so, wie unsere Vorfahren).
Verbuche Deine Arbeit also ruhig unter dem Kapitel “Experimentelle Archäologie”, schau Dir mal die Bücher in Ruhe an und dann kanns losgehen!
Viel Erfolg!
Gruß, Arno der Traumschmied

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #12 vom 07. Jan. 2002 11:24 Uhr Michael Effertz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Michael Effertz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht alle achtung...

Hallo…
also so langsam wird mir vieles klar :-)
Ich glaube, da fehlt es bei mir noch an einigem, damit mal ne richtige Bronze entsteht. Werde mir wohl mal dieses “Anfängerbuch” zulegen und reinschaun… Vielleicht vesuche ich auch zuviel selber zu machen ;-)
Naja, ich denke, daß ich noch etwas probieren werde und mal sehn, obs irgendwann klappt.
Danke soweit für die hervoragenden Antworten, vielleicht gibt es ja noch mehr Leute, die daraus was gelernt haben.
Also Danke nochmal,
gehabt Euch denn wohl,
Micha

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #11 vom 07. Jan. 2002 09:31 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Giessen...

Grüß Euch,
und vergesst nicht, daß die Güsse auf dem Weg vom Modell über die Form zum endgültigen Guss bis zu 10% kleiner werden.
Euer Haduwolff

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #10 vom 07. Jan. 2002 08:59 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Wachsmodelle die Zweite

Hallo Micha
Tja, da hast Du weit verbreitete Probleme, die entstehen, wenn man als Unerfahrener mit “schlechtem” Material (Kerzenwachs) arbeitet.
Aus einigen Gesprächen weis ich, daß es Zahntechnikern und Goldschmieden eigentlich egal ist, was für ein Wachs vorliegt. Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie ein Zahntechniker mit hilfe einer brennenden Kerze, eises Kronkorkens als Unterlage und eines einzigen kleinen Spatels einen perfekten Backenzahn modelliert hat…
Aber wie gesagt:
Mit dem geeigneten Wachs macht man sich wirklich vieles leichter.
Deine Unregelmäßigkeiten und Kanten rühren in erster Linie von mangelnder ßbung und schlechtem Material her.
Also:
Nicht verzweifeln und weiter üben. Es ist schließlich auch noch kein Meister vom Himmel gefallen!
Meist lässt man sich zum Erstellen der Modelle einfach zu wenig Zeit, weil es einem nach dem Gußversuch verlangt! Genaues Arbeiten an dieser Stelle erspart aber viele Mißerfolge.
Wie schon gesagt:
Ein Abguß ist SELTEN ;-) besser, als das Modell…
“Hinterschnitten” beschreibt ein Modell, welches sich aus einer starren, 2-Teiligen Form nicht entfernen ließe, ohne das die Form ganz oder teilweise zerstört werden müßte.
Spröde Bronze:
Gute Frage!
Hier kommt es auf die Feinheiten an!
ßblicherweise wird zum Guß eine Bronze mit 10 % Zinnanteil verwendet.
wer seine Bronze selbst legiert, tut erfahrungsgemäß sehr gut daran, die entsprechenden Materialmengen zuvor GENAU abzuwiegen. Winzige Abweichungen können zu einem vollkommen anderen Ergebnis führen, als eben dem erhofften.
Durch Zusatz von Elemenmten wie Blei und Zink kann man außerdem noch die Flußeigenschaften ein wenig steuern (mit VIEL Erfahrung)
Fast alle Gießer kaufen Ihre Gußlegierungen heute genau eingestellt und einsatzfertig im Materialhandel. Selbst zu legieren ist eine Wissenschaft für sich. Nur sehr Erfahrene Profis mit entsprechender Ausbildung wagen sich daran.
Es gibt Bronzen in einer ungeheuren Bandbreite, von weich und geschmeidig über hart bis hin zu federharten, die aber alle eigentlich nicht soooo spröde sind.
Wie gesagt:
Es kommt auf die Feinheiten an. Auch die Gußtemperatur spielt dabei eine nicht unwesentliche Rolle. Spröder Guß entsteht in erster Linie durch zu kühle Schmelze und unsachgemäßes “Anschneiden” (Platzierung der Angußkanäle und ggf. der “Steiger”).
Also:
Einfach nur “Material in Tiegel Schmeißen und flüssig werden lassen” genügt nicht!
Noch ein paar Gründe , warum sich so wenige trauen, dieses Handwerk auf einer Veranstaltung zu zeigen…
Gruß, Arno der Traumschmied

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #9 vom 07. Jan. 2002 00:18 Uhr Bastian Kreusing   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Nachtrag: Goldschieden

Sorry - Fehler gemacht…
Verlorene Form ist selbstverständlich “A”….
Ich meinte den “Latex” - Guss….
Bartolomeus

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Eintrag #8 vom 07. Jan. 2002 00:16 Uhr Bastian Kreusing   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Goldschmieden

Hi,
Aaalso….
Es gibt, wie schon von meinem Vorredner gesagt, spezielle Modellier - Wachse, die mit “normalen” Werkzeugen bearbeitbar sind. Sprich, Feilen o.ä. setzen sich nicht (oder wenig) zu. Falls doch, gibt es Feilenkratzer.
Kerzenwachs halte ich für ungeeignet, da es zu weich ist, und z.B. beim Abdruck im Formsand nachgibt. Formwachs ist zwar nicht umsonst - lohnt sich aber…
Für die Beschaffung kann auch ich nur an einschlägige Goldschmiede Versender verweisen. Fischer ist da sicher ne gute Adresse (übrigens auch im Internet www.fischer-pforzheim.de
So, das wars vom mir
PAX
Bartolomeus

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Avatar
Eintrag #7 vom 06. Jan. 2002 10:41 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Verständnisfrage

Moin,
Arno: könntest du bitte den Begriff “hinterschnittene Modelle” präzisieren?
Danke im Vorraus.
Pax, Timm

BewertungHinweis:
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne
Durchschnittlich 0 Sterne

1 6 7 8 9 10