Oh, verdammt, ich sollte mal meine eigenen, alten Postings lesen. Das, was ich als Spannband bezeichnet habe, nennt sich übrigens Steg (wie die früher beliebten Steghosen), es gibt die verschiedensten Hinweise darauf, kann ich bei Gelegenheit nachschlagen. Die Wickelversion der Bruch habe ich mal als Anlegeanleitung irgendwo gesehen, müßte ich auch zuhause mal abchecken. Ansonsten gibt es ja noch die - ich bezeichne sie so - Braccaeversion aus zwei oder drei Teilen, die ähnlich wie Boxershorts aussehen. Die Konstruktion von Gevatter Lehnhardt zu der Bruch für Reiter (die mit dem Wickelzeug ja wirklich nichts anfangen können) hat was für sich, doch fehlt mir (und im Buch) leider die Quellenlage. Bis dann Thorsten
Hi Thorsten, nach Deiner Bemerkung aus NR 17 > , ging ich davon aus, daß dieses Spannband unter dem Fuß langläuft (> NR. 18). Bruch und Beilinge trenne ich begrifflich auch. Zum Verständnis: die Bruch ist dieser “Lendenwickel” (by the way: weiß jemand, wie der genau funktioniert?) und die Beinlinge wurden an die Bruch, bzw an den Gürtel der Bruch (irgendwie muß das Teil ja halten und Gummiband gab´s noch nicht ;-)) angenestelt. Bis denndann Gabriele
Moin Sylvia, moin Gabriele, nur mal eben zur Begriffserklärung: was meint Ihr mit Spannband an Beinlingen? Das Zugband an der Bruch oder die Kniebänder, die erst im 14. Jhdt. aufkamen? An den Beinlingen selber kann ich mich nicht erinnern, mal andere Bänder als Nesteln gesehen zu haben. Ich komme etwas durcheinander, da ich Bruch und Beinlinge begrifflich trenne. Bis dann Thorsten
Moin Gabriele, zu Deinem Beitrag Nr. 18: Ich habe eine Abbildung entdeckt, die Beinlinge mit Spannband zeigt. Die Abblidung ist aus der Hstoria Welforum. Sylvia(Dragomira)
Moin Patrick, die Seitennaht is´ IMHO nich´ der wahre Bienenhonig - wenn jemand andere Infos (außer dem “Buch der Gewandung”) hat; her damit! Alle Informationen, die ich habe, weisen im HMA auf einteilige Beinlinge mit hinten liegender Naht hin. Mail mir mal Deine Adresse und Körpergröße zu, dann können wir ja sehen, ob´ der Schnitt ohne Schwierigkeiten verwendbar is´. Moin Gabriele! Schamlos? Besser als´n altmodischer HMA-Spießer (g,d&r). Außerdem steht meine Freundin auf hinten gelöste Beinlinge (vbG). Bis dann Thorsten (der auch´n Spießer darstellt)
Hallo Thorsten, klar war “schönes Bein” ein Ideal und in der Tat lassen die Herren der Manesse ihre Waden durch die Kleiderschlitze “hindurchblitzen”, aber das kann man ja doch wohl nicht mit dieser schamlosen Freizügigkeit nach 1350 vergleichen. Da hat man ja fast alles gesehen… Eine leicht errötende Gabriele
Hallo Thorsten. Ich habe ebenfalls Interesse an Deinem Schnitt für die Beinlinge. Ich habe zwar schon einen, bei dem aber die Nähte innen an den Schenkeln verlaufen. Jedoch verläuft auf zahlreichen Abbildungen die Naht hinten am Bein. Weiß jemand was nun “korrekter ” ist ? …ein grübelnder Patrick…
Moin Gabriele, ich habe Deine Mail erhalten und werde Dir den Krempel rüberschicken. Meinen Beinlingsschnitt lege ich dann dabei. Bruch mit Zugband habe ich selber, hab´ mich da bei meiner Erstkonstruktion eher an die Braccae gehalten. Ich würde mir aber jetzt im HMA aus praktischen Gründen lieber eine Bruch mit ´nem dünnen Gürtel machen, da es daran einfacher und stabiler ist Beinlinge aufzuhängen. Außerdem war´s ja wohl nicht unschicklich, im HMA Bein zu zeigen. Immerhin gehörte ein schönes Bein zum Schönheitsideal des HMA-Ritters (J. Buhmke, Höfische Kultur). Oder schau mal in die Manesse, wie gut man die Beine sehen kannn. Wohl auch´n Grund warum ich mit meinen Haxen gen 1350 gewandert bin ;-) Bis dann Thorsten
Moin, Moin !! Für Manuela: Ich schicke Dir gern eine Kopie wenn ich eine Möglichkeit zum scannen habe. Bitte etwas Geduld. Für Gabriele: Der Ausstellungskatalog ist recht umfangreich. Antiquarisch habe ich DM 15,– bezahlt. Eine ISBN-Nr. ist nicht angegeben. Das der Katalog noch verlegt wird halte ich für unwahrscheinlich, da die Veröffentlichung von 1977 ist. Ich kann Dir das Buch aber gern leihen (Sehen wir uns in Hohenweststedt??) Beinlinge hat es wohl auch mit Band gegeben. Ich kann Dir den Schnitt gern schicken (Siehe oben!) Sylvia (Dragomira)
Hi Thorsten, ich bräuchte den Schnitt aus dem 13.Jahrhundert. Ab 1350 gibt´s eine neue Mode. Also, die zeigt wirklich unschicklich viel Bein… ;-). Das ist nix für´s HMA (zumindest nicht nach unserer Datierung). Gab es das: Spannband, so wie bei modernen Gymnastikhosen, oder ist das mehr p. als a.? Erwarungsvoll Gabriele PS: Hast wenigstens Du mein Mail bekommen?
Sag´ mal Gabriele, welchen Beinlingeschnitt brauchst Du denn? Ich habe sowohl HMA (13. Jhdt.) als auch um 1350 (für´n Pourpoint oder Doublet) die beide ganz gut funktionieren erarbeitet. Soweit ich im Kopf habe ist Phillipp ´n bißchen größer wie ich, da müßtest Du den Schnitt dann angleichen. Ich bevorzuge die Version ohne Füße, nur mit dem “Spannband” und werde stattdessen mir “Füßlinge” bauen. Bis dann Thorsten
Hallo Sylivia, ich habe gerade versucht, Dir ein Mail zuschicken, aber es kam mit “User unkown” zurück. Also, dann eben auf diesem Weg: Hast Du einen Schnitt für Beinlinge?? Ich bin für Philipps Beinlinge im Prinzip von der Abbildung aus dem “Buch der Gewandung” (hab ich mir mal ganz zu Anfang gekauft) ausgegangen, bzw. von dem, was ich noch im Kopf hatte (das Buch liegt nämlich in irgendeiner Umzugskiste vergraben, seuftz). Dann habe ich es überall so eng wie möglich gemacht, wobei man im Bereich des Fußgelenkes natürlich das Problem hat, daß da der Fuß durchpassen muß und es dementsprechend etwas schlackert. Und die ISBN-Nummer für den Ausstellungskatalog “Zeit der Staufer” würde mich interessieren. Kommt man da noch ran? Gruß Gabriele (gespannt auf Antwort wartend)
Moin Thorsten, der Schnitt für die Beinlinge im Buch der Gewandungen ist nicht viel kniffeliger als der aus den Lenhardt-Buch. Dafür sind die Schnitte für Hemd bzw. Kotta recht prima. Im Ausstellungskatalog “Die Zeit der Staufer” ist der Schnitt vom sog. Bußkleid der hl. Elisabeth enthalten.(Datiert in die erste Hälfte des 13. Jahrh.). Das Kleid ist ein einfaches Wollkleid mit Leinenfutter. Als Nahgarn wurde Leinengarn verwendet. Im Schnittmuster ist der Fadenlauf eingezeichnet. Beim Zuschnitt sind sogut wie keine Reste angefallen. Bei Interesse schicke ich gern eine Kopie. Nachtrag zum Nähen: Mit den für das (Hoch-) Mittelalter nachgewiesenen Nadeln aus Metall(Messing ect.) oder Knochen(Bein) läßt sich recht gut nähen. Vor allem werden Knochennadeln vom Leinennähen nicht so schnell stumpf. Gegen die zerstochenen Finger hilft ein Fingerling oder breiter Streifen aus Leder am mitteleren Finger recht gut. Sylvia(Dragomira)
Moin moin alle, unsichtbare Nähte werde ich auch in Zukunft mit der Maschine nähen, denke ich. Die sichtbaren Nähte nähe ich (seit meinem letzten Waffenrock) auch von Hand. Dabei komme ich auf etwa 8-12 Stiche/cm. Diesen Stichabstand habe ich bei den im Schnüttgen-Museum in Köln ausgestellten Ornaten gesehen. Alles Gute, Philipp
Moin Sylvia, man sollte aber bei dem Krämer´schen Werk darauf hinweisen, daß nicht alles so 100% ist und auch nicht jeder Schnitt ohne Fuckeln funktioniert. Das sind zumindest die Erfahrungen von ein paar Bekannten auß dem Liverollenspiel-Bereich, die versucht haben sich nach dem Buch ´ne Gewandung zu basteln. Ich habe das Buch vor ein paar Jahren mal in der Hand gehabt und zumindest der Schnitt für Beinlinge war ziemlich daneben. Ich weiß ja nicht, ob es inzwischen redigiert worden ist, dann relativieren sich natürlich meine Aussagen. Bis dann Thorsten