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Eintrag #8 vom 23. Nov. 2004 21:04 UhrNorbert Schuller Profil

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Fassreifen spaltet man aus Bandstöcken, schönen, geraden Haselnuß- oder Salweiden- (oder anderen Weiden-)stöcken, die eigens dafür gezogen und gepflegt wurden, mit ca. 4cm Durchmesser am dickeren Ende und einer Länge von etwa doppeltem Reifenumfang plus 0,5m. Gerade Stöcke, die möglichst frei von Seitenzweigen sind, lassen sich viel leichter spalten.

Zum Spalten schneidet man den frisch geschnittenen Stock am unteren Ende mit einem starken Messer in der Mitte ein, als ob man ihn spalten wollte und macht so einen ca. 10 cm tiefen Anfangsspalt (Kerb). (Vorsicht, das Messer bricht leicht nach der Seite aus; ein Stück des Stockes und möglicherweise auch ein Stück des Fingers ist dann unbrauchbar.) Weiter der Originaltext meiner Anleitung (hier das Spalten von Siebzehen, das Halbieren geht aber genauso):

"...oder man schneidet an der einen Spitze einen Kerb ein, steckt den Stock durch das Loch eines Bocks und zieht ihn von dem angekerbten bis zum entgegengesetzten Ende unter beständigem Biegen hindurch. Durch dieses Verfahren bewirkt man, daß eine Zehe abspaltet, die so dick ist, wie der Kerb tief und etwa einen halben Zoll breit ist. [bzw, wenn der Kerb in der Mitte war, der Stock halbiert wird] ...

Der Bock besteht aus einem zwei= bis dreizölligen Bohlenstück, welches 2 bis 3 Fuß lang und 5 bis 6 Zoll breit ist; an seinem vordern Ende sind 2, 14 bis 18 Zoll hohe Füße angebracht, welche in vorwärts schreitender Richtung unten weit auseinander gehen, damit der Bock fest stehe, und das Hintertheil ruht auf dem Fußboden. Auf diesem Bock sind einige Löcher in der vordern Hälfte schräg nach vorn zu glatt durchgebohrt. ...so steckt man dieselbe [die Stange] durch das vordere und weiteste [das passende] Loch und zieht sie, während man sich mit dem Fuße gegen den Bock spannt, durch;..."

(Anmerkung: 1Zoll sind ca 25mm, ein Fuß sind ca. 30 cm)

Mit dem Spaltmesser stellt man nur brettförmige Teile her (Dachschindeln, Faß- und andere Dauben...). Das französische (L-förmige) Spaltmesser war in Deutschland erst ab dem 19. Jhdt üblich, davor wurde nur das deutsche Spaltmesser (Klinge und Stiel mit parallelen Achsen) verwendet. (Auch im Mittelalter?)

Spalten ist eine faszinierende, elementare Art der Holzverarbeitung und ich finde es interessant, dass es heutzutage tatsächlich kaum jemand richtig beherrschen dürfte (ich eingeschlossen.)

Viel Spass beim Probieren!
Norbert

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Eintrag #7 vom 07. Jun. 2004 16:59 UhrWolfram Troeder Profil

nach oben / Zur ÜbersichtDaubenschalen und Schlösser

Moin,
Daubenschalen geistern zur Zeit käufliche über gute Veranstaltungen. Aber nicht billig.

Holzreifenschloss?
Wie?
Sind das wie Zahnräder nebeneianderliegend und dann umwickelt?
Und dann aufgezogen?
Wie mach ich das mit den Kopfreifen? Da ist ja nicht soviel Platz?
Gibts eine Quelle für holzbereifte Fässer? Oder, wenn ich ein Fass habe zum Auswechseln der Reifen?

Spalteisen, engl froe? Wie zum Schindeln spalten?

Fragen über Fragen.

Gruß
Tassilo

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Eintrag #6 vom 07. Jul. 2003 20:34 UhrMagdalena Wohlgemuth Profil

nach oben / Zur Übersichtschon mal wer ausprobiert?

... wie leicht/schwer das zu machen ist? Ich hätt ganz furchtbar gern so eine Daubenschale, da ich sie bei meinem derzeitigen Stand der Dinge (für eine niedere Darstellung) für ein viel wahrscheinlicheres Trink- usw. Gefäß halte als die "Fernhandelskeramik" wie die Pingsdorfer, aber wenn ich mir die Dinger so ansehe, zweifle ich sehr, ob ich so was selber hinkriege. Bin eher bei textilen Sachen gut.
Also wie sind die Erfahrungen mit dem Schwierigkeitsgrad bzw. gibts da irgendwen, der einem so was machen würde?
Lena

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Eintrag #5 vom 07. Jul. 2003 09:47 UhrUlrich Busse Profil

nach oben / Zur ÜbersichtKerbe

In Museen sieht man immer wieder Funde von Daubeneimern, -schalen und -bechern (zuletzt gesehen bei einer Ausstellung im Gropiusbau zu Berlin).

Die Kerben in den Ruten sind ziemlich eckig, so breit wie die Rute, reichen bis zur Mitte der Rute und sind winkelig eingeschnitten ("auf Gerung"), damit sie lückenlos schließen.

Ich würde die Rute gewässert über die trockenen Dauben schieben, so zieht sich die Rute beim Trocknen fest.

Grüße von der Spree
Ulli

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Eintrag #4 vom 06. Jul. 2003 19:25 UhrMichael Finger Email

nach oben / Zur ÜbersichtHolzreifen für Eßschalen

Hallo Lutz,
ja mal wieder zu schnell geschrieben. Ich kannte bis jetzt nur aus Eisen die Reifen, daher die Antwort. Ja und ich meine das Wässern des Holzes.
Habe nach deiner Anwort noch mal gegoogelt und dieses unter www.dueppel.de/lexikon/dauben.htm gefunden. Danach wurden die Reifen aus Birkenreisig oder Weidenruten gemacht. Auf der Seite von dueppel ist man sich nur nicht sicher wie es geht mit dem Birkenreisig(es ist sehr brüchig). Danach wurde das Holz für Eßschalen ganz anders bearbeitet als das für Dauben(Faßbau) soweit ich das jetzt verstanden habe. Wobei ich mir da noch nicht so sicher bin, ob das so richtig ist, da die Eßschalen nur 2Jahrringe haben, bei einer gesammt stärke des Holzes von 1-3mm, was ja in den Furnierbereich fählt und da ist es so, das sich Holz anders verhält als das starke Holz der Dauben.

Das Werkzeug war das gleiche wie das der Dauben-oder Schindelhersteller, es war ein einfaches Beil oder Spalteisen.

MfG

Michael Finger
Holztechniker

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Eintrag #3 vom 05. Jul. 2003 21:02 UhrLutz Schmidt Profil

nach oben / Zur ÜbersichtHOLZreifen!

Hallo Michael,

Es geht Wolfram anscheinend nicht um Holzbearbeitung im allgemeinen, sondern speziell um die Reifen aus HOLZ die das Gebötcherte zusammenhalten!
"Zu den Holzreifen weiß ich leider nur das sie geschmiedet sind..." (Die 2. Satzhälfte ist durch die Rechtschreibung fast unverständlich?!?....Du meinst wohl das Wässern?
Das Holz das man schmieden kann mußt du mir mal zeigen... selbst Eisenholz ist nicht schmiedbar, es sei denn in Form von Holzkohle! ;O)

Hallo Wolfram,

Man kann doch nicht einfach stillschweigend vorraussetzen, dass alle Welt weiß, dass Holzreifen bei Bötcherwaren im Mittelalter gebräuchlicher waren als Eisenreifen!!! ;O)

Das gebräuchlichste Holz dafür dürfte Weide oder Haselnuss gewesen sein....
die (möglichst astfreien und gleichmäßig gewachsenen) Ruten werden gespalten und dann auf einer Länge von etwas weniger als 2 oder 3 x Fassumfang mit hakenförmigen Kerben versehen. Diese Kerben Haken sich ineinander und bilden eine Art Schloss. Der Reifen wird dann vermutlich (ab hier ist es Spekulation! denn ich weiß nicht ob das wirklich _SO_ geht...;O) ) zusammengelegt, das Schloss verhakt, und der Reifen ähnlich einem Eisenreifen auf die Dauben getrieben.
Dadurch dass der Reifen etwas zu klein ist, spannt er sich fest sobald er auf den größeren Umfang des Fasses getrieben wird.

Spezielles Werkzeug gibt es dafür wohl, aber ich kann es dir beim besten Willen nicht besser als im Folgenden beschreiben...

Zum Spalten gibt es ein Spalteisen. das sieht von der Seite aus wie ein 'L' der senkrechte Teil ist ein Holzstiel der in einem Haus der Klinge sitzt, diese bildet den waagrechten Teil des 'L'.
Die Schneide befindet sich unten am 'L'.
Das Holz wird nicht immer genau in der Hälfte der Rute spalten und der Riss läuft nach aussen weg... Mit dem Griff kannst du das Spalteisen dagegen in die Richtung dirigieren wo du spalten willst.

Für die Schloss-Kerben brauchst du nur ein gutes Messer (und das Wissen um die Form der Kerben, und um die Reifenlänge ;O) )

Zum Aufziehen der Reifen würde ich statt des Setzhammers für Eisenreifen (Eisen-Hammer mit gekerbter in Stielrichtung stehender Finne) eine Holzlatte auf die Reifen legen um mit einem anderen Hammer daraufschlagend die Reifen aufzutreiben. Diese Latte verhindert das Zerschlagen des Reifens dadurch das es die Schläge abmildert und verteilt....
Immer im Kreis rum, in mehreren Umgängen den Reifen weitertreiben bis er an der Stelle sitzt wo er hin soll.

Grüße
Lutz

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Eintrag #2 vom 05. Jul. 2003 15:06 UhrMichael Finger Email

nach oben / Zur ÜbersichtÜber Daube

Hallo ,
mit dem Holz und deren Beareitung kann ich dir weiter helfen, das ist was im Netz zu finden unter www.holzwurm-page.de/technik/dauben/das_fass.htm

Zu den Holzreifen weiß ich leider nur das sie geschmiedet sind und durch das abkühlen und das Wässerer des Holzes fest wurden.

MfG

Michael Finger
Holztechniker

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Eintrag #1 vom 10. Jun. 2003 15:41 UhrWolfram Troeder Profil

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...Infos zu traditionellen Böttchern.
Wer weiss genau wie Holzreifen hergestellt werden? Gibts da spezielles Werkzeug? Welches Holz?

Danke
Gruß Wolfram

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