Weis jemand etwas von spezieller Literatur zum thema böttchern bzw eimerbau.
Auch eine ausarbeitung/ dissertation/archeologischer pfundbericht mir details würde ja schon einiges an wissen bieten! Wenn es sowas gibt?. Ich habe nur leider keine zugangsmöglichkeiten dazu. Vielleicht sind ja hier mal die archeologen gefragt??
Ich habe immer noch das problem das ich noch keine quelle gefunden habe wo man historisch hergestellte eimer bekommen kann. Die schreiben zwar alle,“gefertigt nach alter handwerkskunst”, aber die dauben sind maschinell hergestellt, größtenteils gesägt(egal wie der faserverlauf ist) und auch maschinell geholbelt.
Bad winsheim hat bisher nicht geantworted, und auf die bilder der Eimer von der Böttcherei warte ich noch.
Habe da sehr gute Erfahrungen gerade mit Eimern und Daubenschalen. Kann aber sein, das er nicht gleich antworten kann, weil er wieder auf einer Messe ist. Er macht aber eigentlich alles was machbar ist.
Ohne wieder einen neueren Threth aufzumachen, reaktiviere ich mal den hier.
Frage: gibt es eine Böttcherei wo man noch gute eimer aus !reiner! handarbeit bekommen kann??
Worum es mir geht ist: das die dauben richtig aus dem holz gespallten sind und dann mit dem hobel bearbeited wurden. Dann wird ein eimer draus gefertigt.
Es gibt zwar jede menge Böttchereien, aber die verarbeiten in der regel nur gesägte ware. Ich suche aber nach gespalltenen Dauben(s.o.)
da Daubenschalen damals mehrmals täglich im Gebrauch waren, erübrigte sich ein Nachwässern der Daubenschalen. Durch den täglichen Gebrauch und das damit verbundene Quellen des Holzes waren sie eben dicht. Man darf auch nicht vergessen, dass Daubenschalen bedingt durch den täglichen Gebrauch, wohl nicht länger als ein paar Monate, wenn überhaupt, zu gebrauchen waren.
Am besten über Winter ab und zu wässern oder mit Wasser besprühen. Das “Arbeiten” des Holzes wirst du nie verhindern können. Außerdem, wenn du die Schale fettest, kann sie noch kaum noch Feuchtigkeit aufnehmen und wird sehr wahrscheinlich schwer dicht zu bekommen sein.
Nachdem sie nun im Winter im geheizten Innenraum stand war sie ziemlich durchgetrocknet, so dass man durch die Ritzen zwischen den Dauben schon hindurchgucken konnte. Also habe ich sie gewässert, und sie wurde auch wieder dicht.
War sie früher aber dann fast eine Woche annähernd dicht ist sie heute nach 24 stunden schon wieder föllig locker. Gibt es irgendeine Möglichkeit das wieder hinzubekommen? In Fett tränken oder sowas?
Vielleicht sollten wir da einen eigenen Bier-Thread aufmachen?
Lieber Johannes,
genau diese Erklärung von Fabian Peise aus Düppel bereitet mir Kopfzerbrechen, weil ich sie in diesem Punkt für widersprüchlich halte (s. auch die Diskussion auf www.vikingnet.de/start.html im Diskussions-Forum, >Holzhandwerk, >Daubenschalen). Alle von Dir aufgeführten Hinweise sprechen für das nachträgliche Biegen. Ich bin grade dabei, mir eine Schale auf diese Weise zu bauen, und es scheint gut zu funktionieren.
Damit kann man aber nur nachweisen: Ja, so gehts auch. Vielleicht sogar ganz gut.
Ich hätte halt sooo gerne irgendeinen Hinweis, mit dem man beweisen kann: So muss es gewesen sein, und anders kanns nicht gewesen sein. Der Winkel der Jahrringe zueinander wäre so ein Merkmal, allerdings wird man den bei den dünnen Dauben kaum in ausreichender Genauigkeit messen können.
Man könnte auch den Durchmesser der Leitgefäße im Holzgewebe mikroskopisch messen. Bei nachträglich gebogenen Dauben müssten sie an den Innenseiten kleiner (gestaucht), an den Außenseiten größer (gestreckt) sein. Der Unterschied wäre aber sehr gering (etwa 2%) und man müsste für eine ordentliche Statistik mehrere Dauben zerschneiden.
Der Vergleich der Anzahl der jeweils sichtbaren angeschnittenen Jahrringe an der Außenseite und der Innenseite ginge zerstörungsfrei, würde aber nur bei genau radial gespaltenen Dauben einen sinnvollen Vergleich zulassen. Naturgemäß (und auch laut Fabian Peise) haben wir das aber nicht.
Und je mehr ich überlege, umso mehr gehts mir wie Mozart, der einmal meinte:“ Mir fällt nichts gescheites ein…”
Dort wird das von Dir angesprochene “schale” alkoholfreie Bier mit den Bezeichnungen Scherpent und Kofend - in Bayern auch “Schöps” als minderwertiges bzw Nährbier tatsächlich angesprochen.
Nochmal was zum Bier: Bei uns (in Franken) gabs noch bis vor 20 Jahren ein ganz bestimmtes Hausbräu. Das war ein ungespundenes Bier, das grün war. Die Bauern hatten das bei der Kommunbräu oder bei der Genossenschaft bezogen. Man hat sich ein Faß in den Keller gestellt, das Spundloch offen gelassen. Dann ist die Brühe, die eigentlich keine Kohlensäure hatte und auch nicht schäumte, vor sich hin gegohren. Das ganze hatte kaum Alkohol, weil eben noch nicht fertig (grün). So konnte man eine Woche und länger daran trinken. Dieses Bier gibt es heute an manchen besonderen Ecken immer noch. Dieses Bier hält auch in der Flasche nicht lang und wird nach 1 Monat langsam sauer aber immer noch trinkbar. Selten schimmelt es. So ähnlich stelle ich mir auch das Bier im Mittelalter vor. Nur daß es da noch anderes Zeugs (vor dem Reinheitsgebot) drin gab (z.B. Bisenkraut…)
Also meines wissens wurden Dauben für Daubenschalen gerade gespalten und durch den Zug der Weidenreifen in Form gedrückt. Es kommt dabei allerdings auf die richtige Ausrichtung der Jahresringe im Holz an. (Besser als ich erklärt es das Düppel-Online-Lexikon)
Dafür spricht, dass es deutlich einfacher ist, gerade Holzscheiben zu spalten als runde und Daubenschalen waren ja quasi die “Tupperware” des Mittelalters, also überaus gebräuchlich und vermutlich auch Eigenproduktion, was eigentlich für eine relativ einfache Herstellungsweise sprechen würde.
Auch dafür spricht, dass das ganze bei meiner eigenen Daubenschale ganz hervorragend funktioniert, aber das ist natürlich nur ein etwas fragwürdiger Grund :)
Naja, man kann sich schon einmal verrechnen. Glaub mir, ich weiß das.
Also das mit dem Bier hätten wir ja geklärt. Vielen Dank an alle Beteiligten! Meine zweite Frage wäre mir aber noch wichtiger, nur ist sie bisher ohne Reaktion geblieben:
Wurden die Dauben von Daubenschalen gerade herausgespalten und nachträglich gebogen? Was spricht dafür, was dagegen?
Bei www.vikingnet.de/start.html im Forum unter >Holzhandwerk >Daubenschalen hab ich eine kleine Skizze mit meinem Problem reingestellt.
Vielleicht hat ja doch irgendjemand eine Meinung dazu…
Sigma ist die zulässige Zugspannung des Reifenholzes (max. 60 N/mm2 für Weide), dr ist der Durchmesser des (halbierten) Reifenmaterials, d der mittlere Durchmesser des Fasses, l die Länge des Fasses, n die Anzahl der Reifen, p der Druck in bar, pi ist pi.
Und so hält unser Fass jetzt nichtmehr 0,79 bar sondern gleich 4,9 bar aus! Und das reicht plötzlich auch für das prickelndste Bier der Tabelle (0,76% CO2) bei der höchsten Temperatur (18°), dann hats nämlich 3,33 bar!
ohne ein paar Kniffe ist Bier wirklich eine flache Sache.
Wie bereits gesagt ist es an sich steril durch das Kochen und die Inhaltstoffe (Hopfen, Rest-CO2, etc.). Wenn das Gefäß dann zumindest luftdicht ist, kommen später keine Keime rein; nach Anbruch heißt es dann aber bald leeren (kein Problem!)
Bier ist auch ohne CO2 schon etwas sauer, aus dem Brauprozess.
Um ein frisches Bier mit(!) Schaum zu bekommen, muss man sich allerdings schon etwas bemühen, Stichwort Flaschengärung! Denn nachträgliche CO2-Zugabe ist m.E. geschummelt.
Wenn man es allerdings übertreibt, dann machts auch schon mal vor dem Trinken plopp.