Holunder ist wie alle Beerenfarben nicht sonderlich lichtecht. Die Farbe verbleicht in der Sonne sehr schnell und sieht dann nicht mehr blau/lila aus, sondern eher gräulich.
Soweit ich weiß, ist die Färbung mit Holunderbeeren belegt (wobei ich das nur von anderen Webseiten weiß, denen ich hier einfach mal Vertrauen schenke …).
Hat jemand Erfahrungen mit diesem Färbemittel insbesondere was die Lichtbeständigkeit der Farbe betrifft?
Ich würde gern etwas damit färben, wenn man aber schon nach der 1.VA mit ein wenig Sonne starke Bleicherscheinungen sieht, würde ich den Stoff natürlich mit was anderem färben.
Ein Stoff kann aus verschiedenen Gründen fleckig werden:
1. Es wurde beim Färben nicht genug gerührt (hast Du ja schon probiert)
2. Der Stoff schwamm in zuwenig Wasser, so dass die Farbeaufnahme in den innenliegenden Falten nicht gut ist (da hilft mehr rühren auch nur bedingt). In dem Fall grösseren Kessel verwenden.
3.Es wurde beim Beizen zuwenig gerührt oder zuwenig Wasser verwendet.
4. Die farbgebenden Pflanzenteile waren noch im Färbesud. Das kann bei grösseren Teilen wie z.B. Zwiebelschalen, doch schon mal Flecken verursachen (das sind dann aber in der Regel kleine und viele Flecken, und sie sind dunkel statt hell).
5. Der Stoff wurde vor dem Beizen nicht gut genug vorgewaschen, um Appreturen zu entfernen.
6. Während des Färbens wurde der Kessel stark nachgeheizt. Trotz fleissigen Rührens nimmt der Stoff dann an den Stellen, die am Kesselboden liegen, die Farbe deutlich schneller auf. So schnell kann man gar nicht rühren. Am besten ist es, die Flotte vor dem Einlegen des Stoffes auf die gewünschte Temperatur zu bringen und dann den Stoff einzulegen und nicht mehr nachzuheizen (d.h. mit absteigender Temperatur zu färben).
7. Der Stoff wurde trocken in das Farbbad gegeben. Immer vorher nassmachen! Es macht dem Wollstoff nichts, wenn er aus kaltem Wasser in heisses kommt, nur von heiss zu kalt verträgt er nicht! D.h. man kann getrost den SToff vorher mit kaltem oder lauwarmem Wasser anfeuchten und dann in die heisse Färbeflotte geben. Nur beim Rausnehmen muss man ihn abkühlen lassen, bevor man ihn spülen kann.
1.) ßber ein bestimmtes Maß hinaus nein. Je nach Färbeart gibt es weitere Faktoren: Material des Kessels, Wasserhärte, Kontakt mit Sauerstoff, Länge und Intensität der Beizung, die die resultierende Farbe beeinflussen.
2.) Es gibt zwar historishce Bleichverfahren, aber nichtfür gefärbten Stoff, jedenfalls kenne ich keine, und ich kann mir auch nicht vorstellen, das Chlorix gut für die Wolle ist.
Fehlfärbungen wurden entweder weggeworfen, billigst verhöckert, überfärbt, irgendwie weiterverwendet (und sei es als Toilettenpapier ;) )
Nachdem ich jetzt ein paar Färbeversuche hinter mir habe, stellen sich mir ein paar Fragen.
(Ich hoffe, ich habe die Antwort in entsprechenden Threads nicht überlesen und die Suche richtig bedient.)
1.Steigert ein doppeltes Färben mit gleichem Färbemittel (hier Birkenblätter) die Intesität des Farbtons oder muss ich mit einem anderen Farbstoff färben und so ein Mischton erreichen?
2.Kann ich einen gefärbten Stoff wieder entfärben? Wenn ja, gibt es eine A-Methode oder das gute alte Chlorix?
3.Bei meinem Zwiebelschalenfärbeversuch war der Stoff danach arg fleckig. Ich habe es auf das zu seltene Umrühren geschoben. Bei dem test mit Brikenblättern habe ich aber permanent gerührt und wenn man den in starkes Sonnenlicht hält, scheinen dort auch ganz leichte Farbunterschiede zu sehen zu sein. Wie kann ich das Verhindern? (Ich nehme nämlich an, das die geringeren Farbunterschiede bei Birke nur daran liegen, das der Farbton im Vergleich zu Zwiebel viel heller ist - also mach ich scheinbar noch etwas falsch).
Die Beutel für Leinenfärbung hab ich vor einigen Jahren getestet. Kaum komplizierter in der Handhabung als die Chemiefarben für die Waschmaschine, die Farbe bleicht aber relativ schnell aus. Ich hab dann beim Nachfärben doch wieder auf die Wunderwelt von Simplicol und Co. zurückgegriffen ;-)
Nein, zumindest nicht mit den Weja-Beuteln für Wolle und Seide.
Nur bei den etwas aufwendigeren Färbungen, die z.B. auf Temperatur gehalten werden müssten oder fürs Blaumachen, ist die Pflanzenfärbung etwas aufwendiger.
Bei den Beuteln für Leinenfärbung kommt vielleicht mehr Arbeitserleichterung, aber die hab ich nie ausprobiert.
möchte gern für den Anfang mit Pflanzenfärben die Weja-Färbebeutel von Traub-wolle.de verwenden. Leider weiss ich aber nicht, ob das bei Wolle geht und ob das Resultat einigermaßen zufriedenstellend ist.
Hat jemand Erfahrungen damit gemacht. Am besten Wolle und veilleicht sogar in der Maschine?
ßbrigens: Die Suche gab zwei Threadeinträge zu dem Thema preis. Einmal wird nur auf die Beutel verwiesen, im zweiten nach Erfahrungen gefragt, aber nicht beantwortet.
Mir ist bewusst, dass man auch mit normal mit Färbepflanzen färben kann und vielleicht sogar bessere ergebnisse erzielt. Da ich das aber noch nie gamacht habe (und es nach eingem Lesen wohl doch nicht kinderleicht ist), möchgte ich mit den Färbebeuteln anfangen.
Hat einer von Euch Erfahrung im Umgang mit Faerberwaid?
Ich werde Dieses Jahr welches anplanzen und wollte dann auch eigentlich damit faerben aber ich habe keine genaue Anleitung ueber gasnaues Vorgehen oder Mengen gefunden.
eigentlich wollte ich mich gerade daran machen, Seidengarn mit Krapp zu färben…
Beim Studieren der verschiedenen Rezepte kamen mir dann aber doch Bedenken…
Meine Quellen sind Dorothea Fischer, der Schweppe und das Heftchen “Pflanzenfärben ohne Gift”.
Bei Fischer steht, dass man bei Seide nur kupferfarben färben könne - was meiner bisherigen Erfahrung entsprechen würde. Der Schweppe sagt gar nix über Seide und im Heftchen steht eh nur was von erdfarbigen Rottönen…
Mein Ziel ist so ein Kirschrot.
OK, was ich bisher schon zu wissen glaube, abweichend von den Büchern: doppelte Menge Krapp, leicht ansäuern, nicht über 70 °C.
Meine Frage nun (bevor ich mir die Seide versaue): hat jemand schon mal Seide mit Krapp so richtig schön Rot gefärbt? Wenn ja, wie? ;-)
Und muss man den Stoff wirklich 3 -7 Tage gebeizt rumliegen lassen?
Dann wird es wahrscheinlich daran gelegen haben, dass die Bedingungen bei Leinen und Wolle nicht zu 100% gleich waren.
Während ich das Leinen gekocht habe hatte ich bei bei der Wolle nur etwa 40°C. Da Wollstoff Hitze nicht so besonders ab kann (wegen einlaufen, verfilzen usw.) bin ich dort bei der Temperatur etwas vorsichtiger gewesen.
Das wird wohl den Ausschlag gegeben haben. Dann werde ich beim nächsten mal den Wollstoff einfach über eine längere Zeit färben.
Mit der Wolle war auch nur ein zusätzlicher Färbeversuch aus Neugier da ich noch etwas frische übrig hatte.
Inzwischen habe ich mir aus den Leinenstoff mein Kreuz gemacht und auf den Wappenrock genäht. Und ich muss sagen, dass mir dieser tiefe Braunton besser gefällt als das vorher provisorisch aufgenähte schwarze Kreuz. Kommt in meinen Augen irgendwie authentischer rüber finde ich.
Walnußschalen sind ein substantiver Farbstoff. Für Wolle und Seide ist überhaupt keine Beize nötig.
Walnußfärbungen sollten entweder sehr heiß (möglichst kochend)oder sehr lange durchgeführt werden. Um ein kräftiges braun zu färben, empfehlen sich ungefähr 300-400% trockene Schalen.
Wenn du Leinen und Wolle unter gleichen Bedingungen färbst, wird die Wolle definitv intensiver eingefärbt.
Hast du für deine Wollfärbung eine frische Flotte angesetzt? War es wirklich sicher 100% reine Schurwolle? Es nimmt auch nicht jede Wollsorte gleich stark Farbe an.
Das dunkle Ergebnis beim Leinen, hängt sicher mit der Gallapfelbeize und dem Eisen zusammen. Alaun bringt da m.E. überhaupt nichts, und Soda ebenfalls nicht.
Falls du dich intensiver mit der Pflanzenfärberei beschäftigen möchtest, empfehle ich dir für den Einstieg folgende Bücher:
Fischer, Dorothea. Wolle und Seide mit Naturstoffen färben. Leuchtende Farben ohne giftige Zusätze. Aarau, 1999.
Ploss, E. Ernst. Ein Buch von alten Farben. Technologie der Textilfarben im Mittelalter mit einem festen Ausblick auf die festen Farben. Heidelberg u. Berlin 1962. (antiquarisch)
Sakuma, Hironuba: Die Nürberger Tuchmacher, Weber, Färber und Bereiter vom 14. bis 17. Jahrhundert (Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte. Diefenbacher, Endres, Hirschmann Hrsg. Band 51)Nürnberg, 1993.
Kann ich dir auch nicht sagen warum zig Mal mit Alaun und Soda gebeizt wird, bin kein Chemiker oder ähnliches.
Ich habe die Anleitung so von jemanden bekommen. Diese “Spezialbehandlung” soll angeblich harte Pflanzenfasern wie Leinen oder Hanf besser auf das eigentliche Färben vorbereiten.
Da ich überhaupt zum ersten Mal gefärbt habe kann ich auch nicht sagen ob die vielen Beizen eine bessere Wirkung haben als eine einmalige Beize.
Ich weiss nur, dass das Färbeergebnis ziemlich gut geworden ist und die Färbung recht gut zu halten scheint, was bei Leinen ja immer so eine Sache ist. Inzwischen habe ich einen der gefärbten Leinenreste mehrmals von Hand gewaschen ohne, dass ich eine kleine Farbänderung zum einmalig gewaschenen Stoff feststellen konnte.
Inzwischen habe ich auch einen Versuch mit Wollstoff unternommen der eine einmalige Alaunbeize bekam und natürlich beim Färbevorgang nicht wie das Leinen gekocht (wohl aber etwas erwärmt) wurde. Ansonsten war der Färbevorgang identisch.
Das Ergebnis hat mich etwas überrascht. Der allgemeinen Meinung nach, dass Wolle die Farbe normalerweise besser aufnimmt als Leinen habe ich mit einem ähnlichen oder besseren (sprich dunkleren) Ergebnis als beim Leinen gerechnet. Es war aber eher das Gegenteil der Fall. Anstatt einen sehr dunklen Braunton wie beim Leinen hat der Wollstoff nun ein eher mittleres bis dunkles Braun. Auf jeden Fall deutlich heller als beim Leinen.