Wie sieht’s mit Zwiebelschalen aus? Menge & Anleitung? Kalt erst mal einweichen lassen in Wasser, dann aufkochen und dann die Sachen dazutun oder kann man direkt die Schalen kochen und sobald das Wasser kocht die Sachen reintun? Wie lange müssen die Sachen drinliegen? Ich wollte vorerst an Leinenbeuteln testen. Ich habe von einem 2500 gr Säckchen Zwiebeln mal alles an Schale genommen, was brauchbar war von der braunen aber meist war es die zweite Schicht der Schale. Hat da schon jemand Erfahrung? Danach muß ich mir noch eine Hose aus Leinen färben.
(Was mache ich jetzt bloß mit so viel Zwiebeln?? *g* ist mehr als ein Zwiebelkuchen, was ich da jetzt habe ^^.)
Man muss hier wohl zwischen der Esskastanie und der Rosskastanie unterscheiden.
Die Esskastanie (die die leckeren Maronen hergibt) ist z.B. seit der Roemerzeit im Rheinland nachweisbar. Soweit ich weiss, waren auch ziemlich viele Eimer im 15. Jh aus Kastanienholz (dabei vermute ich auch Esskastanie).
Die Rosskastanie kam weit spaeter, wie David schon beschrieb.
man benutzt, wie zuvor bereits erwähnt, am besten die äusseren Schalen (ist eigentlich das Fruchtfleisch). Diese enthalten am meisten Farbstoff und Tannin. Allerdings geht wohl das Laub auch, aber wesentlich uneffektiver. Du kannst die Schalen grün oder getrocknet verwenden, solltest das aber bei der Mengenberechnung beachten.
Ps: ebenfalls im “Flinkhand” Forum: Färben mit Kastanie. Davon würde ich die Finger lassen, die Kastanie war in Deutschland bis zum Ende des 16.Jhdt. unbekannt (wurde aus Byzanz eingeführt, und erstmals 1565 öffentlich beschrieben).
Schau mal bei Eintrag 15, da ists schon erklärt, aber nochmal, natürlich die äussere grüne / braungrüne Hülle. Nicht die harten Schalen. Davon werden auch die Hände schön fleckig, wenn man die beim Sammeln abpuhlt.
ja, DAS ist auch noch so eine Frage, die ich mir stelle: mit welchen Walnussschalen wird nun gefärbt?
Ich vergleiche jetzt die Walnuss mal mit der Kastanie. Genauso wie die Kastanie hat die Walnuss eine Schale außenrum, die sich öffnet und die Kastanie bzw. Walnuss vom Baum fallen läßt. Die Kastanie hat dann nochmal eine Schale und dann erst den “Kern”. Die Walnuss hat ja ebenfalls noch eine harte Schale. Mit welcher Schale wird nun gefärbt? Ich hätte auf die ganz äußerste getippt, die am Baum hängen bleibt, wenn sie sich öffnet und die Walnuss mit der harten Schale fallen läßt. Oder ist es doch die Walnussschale, die um die Walnuss noch drumherum ist? Die ist ja bestimmt auch noch grün, wenn die Walnuss noch nicht reif ist. Aber allein 1 kg auf 100 gr Stoff ist schon mit einer mehrstündigen Sammelarbeit verbunden, wenn man seine Klamotten einfärben will, denke ich mir.
nur mal so: ich habe auch schon mal gehört, daß im Kontakt mit Sauerstoff, das Braun noch intensiver werden soll. Wir habens mehrere Male probiert, und es wurde nicht brauner als während der eigentlichen Färbung.
im handbuch der naturfarbstoffe (schweppe), konnten wir keinerlei hinweis auf historische färberezepte mit brennessel entdecken. hat irgendjemand einen hinweis darauf (außer den, daß es brennessel halt gab - das ist mir klar und reicht mir nicht).
Laut Flinkhand.de brauchst du Brennessel für grün und Walnussschalen (grüne) für braun. Braun wird der Stoff nach dem Färben, nachdem alles mit Sauerstoff reagiert hat.
erstmal zu den Zwiebeln. Wenn man eine größere Menge an Schalen benötigt, kauft man sich einen großen Sack, schält die Zwiebeln - und öegt sie dann an einem luftigen trocknenen Ort aus. Die äußere frische Schicht trocknet dann, es wächst sozusagen eine Schale nach. Und so - Schicht um Schicht - schälen, trocknen, schälen, trocknen… bis die Zwiebeln weg sind.
Braunfärbung: Eisenrinden. Möglichst nicht die borkigen alten, sondern die saftige Rinde der jungen ßstchen. Abschälen, Färben, fertig. Gibt ein Sandbraun.
Zum Färben mit Zwiebeln bleibt noch zu sagen, das man die Zwiebeln auch in Form von Kuchen entsorgen kann. Als unabdingbar erweist sich dazu der Werkstoff Federweißer! Dann sollte es klappen.
Alternative wäre eine Suppe (bitte getrennt vom Färbersud zubereiten).
Das einfachste sind tatsaechlich Zwiebelschalen. Vor zwei Wochen habe ich eine Faerbung damit gesehen, da ist ein wirklich wunderschoenes intensives mittelbraun dabei rausgekommen.
Wichtig: ein Teil der Schalen war von roten Zwiebeln.
Man braucht etwa 70 - 100g Zwiebelschalen fuer 100g Wolle, das ist schon eine ziemliche Menge.
Hier ist es guenstig, bei Restaurants oder der Doenerbude um die Ecke nachzufragen, ob man von denen die Schalen haben kann. Da ist dann meist noch eine fleischige Zwiebelschicht drin, so dass man ganz schoen Nacharbeit hat, aber besser als 10 Jahre zu sammeln…
Walnussschalen: Sooo schwierig kann die Beschaffung auch wieder nicht sein. Hier in Dresden z.B. haben sehr viele Leute einen Walnussbaum auf dem Grundstueck. Wenn man sich da anbietet, im Herbst die laestige Aufgabe der Schalenbeseitigung zu uebernehmen, kann man das Zeugs bestimmt umsonst bekommen.
Wenn man mit Nusschalen faerbt, wuerde ich empfehlen, die Faerbeflotte von den Schalen abzuseihen, bevor man die Wolle reintut. Das gibt einfach eine gleichmaessigere Faerbung ohne Flecken.
Bei der Faerbeaktion letztens habe ich auch Faerbungen mit Erlenblaettern, Eichenblaettern, Krapp (suuuuuper Rot!), Cochenille und Mixturen aus den Restflotten gesehen. Eine Riesenfarbpalette!
Und leuchtende Farben! Eine der Krappfaerbungen ergab z.B. ein fast unnatuerlich aussehendes Kreischorange. Wenn mir vorher jemand mit einem MA-Kleid in der Farbe begegnet waere, haette ich ihm/ihr geraten, sich doch mal eine weniger chemisch aussehende Farbe zuzulegen…
Bei Walnüssen werden nicht die Nüsse verwendet, sondern die grüne, fleischige Außenhülle. Sozusagen das “Fleisch”, wenn man die Walnuß mit einer Pflaume vergleichen würde. Der “Kern” ist dann die Nuß (Botaniker bitte weglesen *g*). Wegen Haselnüssen muß ich zuhause mal in der Literatur nachschauen.
Bitte nicht “glauben”, wir sind hier nicht in der Kirche ;-)