Hey Andreas, Ich hab Dein Rezept ausgedruckt und unserem Kantinenenkoch vorgelegt. Der tippte sich an die Stirn, hat 15 Minuten herumgetüftelt (Zitat:“Buuääh, das war zuviel…!”) und mir danach Rinderbraten (gabs heut in der Kantine) mit Minzsauce vorgesetzt. Verbesserungsfähig, aber genießbar. Ich war überrascht. Die Minzsauce, die ich aus England kannte war widerlich (für meinen Geschmack), aber die heute war recht ordentlich. ´N bißchen Tüfteln, dann kann´s was werden! Frohes Ausprobier, Abschmecken und Vorkosten, *zufiedensattdenwansthaltend*
Tach zusammen, die Geschichte der Nudel scheint doch weiter zurückzugehen als hier an dieser Stelle bisher vermutet. Zum einen schein es Vorläufer der Nudeln aus einer Rezeptsammlung zu geben die sich mit Anglo-Normannischen Rezepten beschäftigt, die ich aber noch nicht genau zeitlich einordnen kann, zum anderen scheint es lombardische Nudelrezepte aus dem 11. bis 12. Jh. zu geben. Wenn ich genaueres weis, meld ich mich wieder.
So für alle, die das Gnocchi-Rezept haben wollten, ich habs mal auf meiner Homepage geparkt: www.alchemikus.de/buecher.htm Thomas: Ich habe hier mindestens 15 Seiten Saucenrezepte, z.B.: Knoblauchsauce, Rosa Knoblauchsauce, Grüne Sauce, Pfeffersaucen mit und ohne Pfeffer, Jance… Schick ich Dir auch nächste Wocher gerne mal zu (per Post und nicht per Mail). Mailde Dich einfach kurz mal bei mir, falls da Interesse besteht. Schönen Tag noch Frank der kochende Alchemist *und die Küche macht kraaaabumm*
Wer sagt, daß die in England erfunden wurde? “Ein Würzbrühlein Nimm Rindfleisch, wie es gerade kommt, koch es gar, salz es gut. Nimm Schalotten und Minze dazu (nimm genug von diesem Kraut), laß es in einer fetten Brühe gut kochen und bereit es zu, wie Du willst, und servier es.” Quelle: Ehlert, Trude; Das Kochbuch des Mittelalters; ISBN 376081025X Gruß Andreas Minzsoße ist lecker! ;o)
Welch erbauliches Thema (Im Gegensatz zu Thread 89!)! Hat jemad Informationen zu Saucen ganz allgemein. Also nicht nur zu Nudelsaucen, sondern auch zu Bratensaucen oder flüssigen Beilagen aller Art? Find ich ja tierisch interessant? Wann wurde eigentlich in England die Pfefferminzsauce (Spuck!) erfunden? An Lasagne denkend,
Hallo zusammen, es gibt aber noch eine Alternative, ich zitiere mal nach Master Huen:= www.labs.net/dmccormick/huen/huenrec/hrec6.htm Ein Rezept aus “Curye on Inglish”, Manuskripe aus dem 14. Jh. !: Hieatt, Constance B. and Sharon Butler. Curye on Inglish: English Culinary Manuscripts of the Fourteenth-Century (Including the Forme of Cury). New York: for The Early English Text Society by the Oxford University Press, 1985. 5 Makerouns. Take and make a thynne foyle of dowh, and kerue it on pieces, and cast hym on boiling water & seeþ it wele. Take chese and grate it, and butter imelte, cast bynethen and abouven as losyns; and serue forth. Forme of cury frei übersetzt: nach der neuengl. ßbersetzung von Master Huen) Makaroni, Nimm einen dünnen Teig, schneid ihn in Stücke, gibs in kochendes Wasser und koch es gar. Nimm geriebenen Käse, flüssige Butter und schichte es in Lagen wie Lasagne. (Gibs hin) Nun ist die Namensgleichheit von Macaroni und Lasagne zu den heutigen Bezeichnungen nicht zu übersehen, das es sich dabei aber tatsächlich um Nudeln im heutigen Sinne (d.h. mit Hartweizengries) handelt kann man wohl ausschließen, sie sind IMHO mit Wasser, Mehl, Ei, also wie Späzle. Und selbstgemachte Nudeln schmecken sowieso viel besser. Frank (Mit Loch im Bauch vor Hunger und keine Kantine da)
Tach zusammen, leider, leider hab ich total daneben gelegen: Tegernseer Kloster Kochbuch ist von 1535. Hallo Dietrich, frag Helga und Patrizia mal, bitte. Und Patrizia möchte doch bitte mal ihr LINUX ans laufenkriegen, damit man sich was zumailen kann.:-)
Ausgezeichnete Idee Dietrich, denn wenn das Tegernsee´er Buch wirklich aus dem HMA stammt, dann würden endlich mal Ronald und ich nicht wieder dumm in die (Back-)Röhre gucken bei dem Thema. ;o) Andreas
Moin Frank. Helga und Patrizia haben was über besagte Spätzle rausgefunden, und da es die in letzter Zeit öfter mal gegeben hat, kann man wohl davon ausgehen, daß sie- wenigstens für´s SMA- belegt sind. Soll ich mal fragen, woher sie das haben? Dietrich
Hallo Hadu, IMHO sind die Vorläufer der Spätzle die sgn. Knöpfle oder Knöpfla, die nicht geschabt sondern durch ein Sieb geschlagen werden.(?) Soweit das “Kochbuch des Barock”, zum MA Thema hab ich leider noch nichts gefunden. Vermutlich sind aber die geschmälzten Spätzle, Knöpfla gewesen. Das Kochbuch der Tegernseer Mönche ist, wenn ich nicht irre aus dem HMA, eines der wenigen Bücher das auch Mengenangaben beinhaltet, da sich die Rezepte auf die Anzahl (30?) der Mönche im Kloster beziehen. Muß ich zuhaus noch mal nachschlagen.
Hi Frank, klasse, das Rezept für die Gnocchi hätt ich gerne! Nicht nur fürs mittelalterliche Kochen, aber dafür natürlich auch…wie nannte man das dann damals genau? Menno, überall nur Stauferküchen…
Spätzle finden sich in einem Rezept der Klosterküche zu Tegernsee (siehe auch "Wie man eyn teutsches Mannsbild…, S. 82). Leider weiß ich nicht, von die Rezeptesammlung stammt. Meiner Einschätzung jedoch wohl auch aus dem SMA. Ich krieg langsam Appetit! Andreas
Hallo aus Aachen, was ich auch sehr empfehlen kann ist: Reddon - Sabban - Serventi: Die Kochkunst des Mittelalters Es findet sich dort folgendes Lasagnerezept: “ßber Lasagne Um Lasagne zu machen, nimm den aufgegangenen Teig und rolle ihn aus, so dünn wie du kannst. Dann teile ihn in drei Finger große Quadrate. Nimm dann gesalzenes Wasser und laß obengenannte Lasagne darin garen. Und wenn sie recht gar sind, gib geriebenen Käse hinzu. Und wenn du willst, kannst du auch gute gemahlene Gewürze hinzutun und sie darüber mahlen, wenn sie schon auf dem Scheideteller sind. Dann lege eine Lage Lasagne darüber und mahle [Gewürze] desgleichen; und darüber eine weitere Lage und mahle [Gewürze] und das so lange, bis der Scheideteller oder die Schale voll sind. Dann ißt man sie, indem man sie mit einem spitzen Holzstäbchen nimmt.” Falls jemand das Originalrezept habn möchte oder eine Kochanleitung mit Mengenangaben, sagt bitte Bescheid, dann poste ich das auch gerne hier. Was ich interessant finde, ist die Erwähnung der Holzstäbchen (Mensch will sich ja nicht die Finger verbrennen), da ist es bis zur Gabel wirklich nicht mehr weit. Zu Tina (#5): Gnocchi hat es auch schon im Mittelalter gegeben, wohl nicht auf Kartoffel- (wie auch) Kürbis oder Grießklöschenbasis. Gnocchi wurden aus Mehl, Frischkäse und Eigelb gemacht und im kochenden Wasser gegart. Auch hier liefer ich gerne auf Wunsch noch ein Rezept - Gnocchi sind eine einfach herzustellende, leckere Beilage. Zum Brei hab ich leider auf die Schnelle nichts gefunden. Magnus der kochende Alchemist aka Frank
Hmmm… Kann sich jemand Loriot in mittelalterlicher Gewandund mit der berühmten Nudel an der Backe vorstellen, wie er seiner Frouwe die Aufwartung macht? Ich nicht. Kann also gar keine Nudeln gegeben haben. (Klassischer Fall von Umkehrschlußlogik) Gruß, Stefan
Nudel oder nicht Nudel - das ist hier die Frage, aber ich denke mal, daß meine Frage im Prinzipp beantwortet wurde :-) Also Nudeln als Flache Teigscheiben, hatte ich schon für wahrscheinlich gehalten. Die anderen Formen der Pasta : Spirelli, Toretellini, Spagetti usw, gehören dann doch vielleicht eher ins SMA .. Aber ich kann mich zumindest mal áuf etwas breiteren Bandnudeln (selbstgemacht von unserer lieben Deborah)freuen und unsere Tafel das nächste mal um ein mittelalterliches Pastagericht oder eine Nudelsuppe bereichern !! Vielen Dank für die Info .. Und das Buch werde ich auf jeden Fall bestellen ! In diesem Sinne, ein genudelter Ronald