Angerostetes Plattenzeug lässt sich super mit 800-1000er Naßschleifpapier und ßl reinigen. Hat mir ein Verkäufer von KK Verraten, habs getestet und Ruck Zuck war das ding wieder blank. Abputzen, Balistol drauf, und mal sehen, wie lange es hölt. Für Kettenhemden: Ein Fass mit Sand und Kettenhemd, Die Kinder freuen sich beim Rollen und haben eine menge Spaß daran :) Schwupp, ist der Rost weg. dann leicht mit Balistol einreiben (nicht tränken) und schon ist es wie neu
Ob Klinge oder Kette… einmal richtig rostfrei machen, egal wie, bei Kettenteilen empfehle ich: tragen, tragen, tragen natürlich mit adequatem Untergewand. Dann in unlackierten Holztruhen mit Filz oder besser Fell lagern. Zieht die Feuchtigkeit raus, Papier tut´s auch, für echte Spezies: Silizia-Gelkugeln, sind in Beuteln verpackt in Kartons von Feuchtigkeitsempfindlichen Artikeln (Festplatten, teure Portemonais). Diese Art Feuchtigkeitsentzug zusammen mit einem Sinnvollem maß an ßl reicht… Hab halt keinen Bock wie ne Dieselheizung zu stinken wenn es auf´s Schlachtfeld geht, und mein Teppich im Wohnzimmer dankt es mir auch.
Seyd gegrüßt! Nach meiner Erfahrung ist das beste Mittel gegen Rost immer noch Ballistol und trocken lagern. Ist zwar nicht “Mittelalterlich”, aber was soll´s. Die Waffen und Ausrüstungsteile sind teuer genug und da kann man schon einmal ein Auge zudrücken.
Marc: Kann es sein, daß die braune Farbe nicht vom Rost, sondern aus dem Leder kommt ? Ich hatte mal einen braunen Ledergeldbeutel, der wurde naß. Draufhin hatte ich einen ganzen Stapel hellbrauner Münzen. Und 5DM Stücke rosten eigentlich nicht. Besser wäre hier wohl ein Leinenbeutel, oder sonstwas farbechtes.
Also ich hab´die Hinweise in der Karfunkel-Bibliothek →Wartung und Pflege befolgt…wo auch die Sache mit dem Fass und dem Sand drinsteht….und bin voll auf die Nase gefallen!!! Ich hab´, wie´s da stand, in einen Lederbeutel mein Hemdlein gestoppft, Salz und ßl drübergegossen ….das Ergebnis war scheißbraun. Und zwar so, das ich dem Rost bis heute nicht mehr Herr geworden bin.Lasst die Finger vom Salz oder diesem Flußßsand!!! Das Zeugs geht nie rückstandsfrei ab und zpeichert die Feuchtigkeit enorm. Dieser Bibliotheks-Tipp sollte vielleicht überarbeitet werden?!?
Claas, gute Eingabe, doch die fässer wurden von Hand gerollt auf ebenem Boden. Denn auf Dauer halten solche, auch recht teuren, Küferwaren das nicht aus. Und was seinerzeit zur körperlichen Ertüchtigung der Knappen diente, ist glaube ich keinem mehr so ganz recht heute. Sicher hat das seine Wirkung, genau wie das “Kettenhemd hinters Pferd binden”, Doch wer reitet fürs Kettenhemd sein Pferd Gassi (wer eins hat)?
Hallo allerseits, zum Thema Kettenhemden und ähnlichen Geflechtwerk ist mir in Herzberg (weiss leider nicht mehr von wem ) berichtet worden das man diese in einen Eimer/Fass mit Sand und ordentlich ßl getan hat und einen Berg/Hügel runterrollen lässt. Am Fuße ist der Rost dann weg und man muß nur noch per ßl Bad den Sand herausholen. Dieses System könnte sich auf bei Platten und Helmen als nützlich erweisen. Wie Ledeteile ( die ja meistens mit dabei sind ) daruaf reagieren ist mir nicht bekannt. MfG Claas Kruhöfer
Andrew, hab zu Hause ne Menge Literatur und werde mal sehen, ob ich die passenden Stellen wiederfinde (bin halt kein Fachlexikon mit Quellenangabe im Fußtext). An sonsten sieht und findet man eine ganze Menge in Museen (weniger) und auf Burgen, in rek. Waffenkammern etc. Ich versuch, mal was zusammen zu stellen.
Nun möchte ich aber dennoch mal höhren, worauf sich der Standpunkt von Jörg und Lars stützt. Man “findet” ja nicht einfach, dass etwas so gemacht wurde. Quellen?
Tim, genau das was du sagst, war der Konsenz meiner Ausführungen. Lagerung ohne und Transport mit, falls finanzierbar. Aber ob eine Scheide den Rost begünstigt, will ich weder abstreiten noch beteuern. Ich habe Schwerter mit und ohne Scheiden. Und gegen meine eigene Empfehlung bleibt mein Schwert auch zur Lagerung in der Scheide. Die Wirkung bleibt mit den Schwertern ohne Scheide gleich. ´n bisschen Rost, das war´s. Was eure Patentrezepte angeht, sind sie sicherlich, weil erwiesen, praktisch und empfehlenswert. Mein Punkt meinte rein die Finanzfrage und die praktische und schützende Lagerung. Euer
Ach je! Morgen, Tim, sei mal nicht sauer, war weder böse noch wirklich schadenfroh gemeint. Wenn wir uns mal treffen, erzähl ich Dir mal, was ich so alles verbockt habe. Bitte nicht humorlos werden, das sind schon genug andere. Was ich nicht verbockt habe, aber hier in Berlin gehört habe. Jemand sandstrahlte sein Kettenhemd. Danach war es rostfrei. Leider nur sehr kurz. Anscheinend wird die Oberfläche durch das Sandstrahlen so rau bzw. vergrößert, daß das Zeug dann erst recht rostet. Joachim - I.G. Hospitalis
Hallo Joachim, jo, das habe ich einmal verbockt! Aber wenn ich nicht schon tausend Sachen ausprobiert hätte, hätte ich jetzt keinerlei Erfahrung mit der Entfernung von Rost. Ob man da jetzt Schadenfroh seinen muß, kann ich nicht beurteilen. Es gibt aber Leute, die von diesen Erfahrungen profitieren. So… dann würde ich bitten, wieder zum Thema zurückzukommen… Ach… bevor ich es vergesse… Ich habe meinen ersten Schild auch verpatzt. Nur für den Fall, das du in meiner Mülltonne wühlen möchtest findest du die ßberreste unter meinem letzten Verkehrsunfall… (da bin ich nämlich auch schuld dran…)
Sag mal, Tim, aus gut unterrichteter Quelle habe ich vernommen, daß Du sehr erfolgreich im Entrosten von Kettenhauben mittels Säure sein sollst, eher schon etwas ZU erfolgreich… Oder war es ein Anschlag der Staufer? Willst Du nicht mal berichten? Beste Grüße Joachim - I.G. Hospitalis (und schadenfroh)
Hallo Ihr Schwertspezialisten, hier mal ein paar Infos zum Rost off-topic: Wie stark Eure Metalle rosten hängt auch mit Eurem individuellen Säuregehalt in der Haut zusammen. Früher mußte jeder, der bei einem Schmied o.ä. metallverarbeitenden Handwerker in die Lehre gehen wollte, ein Stück Eisen in die Hand nehmen, auf ein Regal legen und durfte drei Tage später wiederkommen. Wenn sich in der Zwischenzeit viel Rost gebildet hatte und die Handabdrücke zu sehen waren, war er leider als Lehrling durchgefallen. Dann war seine Haut schlicht zu sauer und er würde alles verderben, was er anfaßt. Achtet mal drauf, wenn Ihr das nächste Mal Eure Helme, Kettenhemden u.ä. anfaßt, bei manchen gibt´s ziemlich schnell Fingerabdrücke in rotbraun. Off-topic-Ende. Mein Schwert wird nach jedem Einsatz kurz abgerieben, mit Waffenöl (kein Ballistol sondern ein synthetisches) bestrichen und verschwindet in der Scheide. Ich habe seit Jahren keine Probleme mit Rost, achte aber auch genau drauf, daß mir keiner auf die Klinge langt. Und mich würde jeder Schmied in die Lehre nehmen, s.o. ;-) Rostige Grüße
Hallo Lars, über diese Waffen (Ausgabewaffen) gibt es Belege: Diese wurden z.B. in Fässern mit ßl transportiert. Diese waren verschlossen und dienten als Waffenlager auf “Reisezügen”. Das hängt aber nicht daran, das die Waffe durch den Transport in Scheiden schaden genommen hätte, sondern vielmehr an dem preislichen Aspekt. Der Preis eines Schwertes war mit Scheide ein drittel teurer als ohne. Auch weniger Arbeitsschritte waren nötig: - Schmied - Schwertfeger - fertig Wo hingegen die normale 08/15 Klinge eines Ritters noch zusätzlich eine Scheide und eine Griffwicklung erhielt.
Salut, ich möchte mich der Meinung von Jörg anschließen. Schwerter und andere Klingen wurden ohne Scheide gelagert. Zum Transport wurde die Scheide verwendet. Doch glaube ich, daß Christoph das falsch verstanden hat. “Transport” meint auch das Schlendern über den Hof - einfach rumtragen halt. So verstehe und denke ich mir das. Daß Klingen in Lagerungsperioden in geöltes Tuch oder Fell eingewickelt wurde, wird auch oft genug in Quellen erwähnt. Die Scheide diente dem bequemen Transport am Mann. Um aber mal in eine ganz andere Richtung zu schießen. Denkt einmal an die hunderten und gar tausenden Klingen, die an Knechte, Soldaten und solche ausgegeben wurden. Für die gab es keine Scheiden, alleine schon aus Geldfragen. Später zu Söldner- und Landsknechtszeiten haben viele Krieger Scheiden auch weggelassen, weil bei längerer Klingenlänge irgendwann doch hinderlich. Außerdem hier gleiches wie vorher: Geldfrage. Das Schwert ist Beutestück, aber ohne Scheide. Welcher arme Kämpfer läßt sich da wohl extra eine neue anfertigen ? Zu einem Ritter gehört jedoch unbestritten ein ordentliches Schwertgehänge mit Scheide. Basta. Frage: Waren Scheiden eigentlich Thema in diesem Thread ? …
Moin Christoph! Ich bleibe dabei: Schwertscheide zum Transport vom Ort der Aufbewahrung bis zum Gebrauch der Waffe, wie ein modernes Pistolenholster. In Arsenalen bzw. Waffenkammern wurden die Waffen eingefettet in Holzständern aufbewahrt, siehe z.B. Graz. Schwertscheiden waren Verbrauchsmaterial, genau wie Schilde oder -mit Einschränkung- die Schwerter selbst.