Hallo Patrick, eigentlich wollte ich nur grob die Richtung, in der du recherchieren kannst, aufzeigen. Aber im Moment habe ich ein bischen Zeit, also für den Konsummenschen nochmal in ausführlich: Der Sachsaenspiegel ist eine Rechtssammlung, die zwischen 1230 und 1240 aufgeschrieben wurde. Was davon an Faksimiles zur Verfügung steht, kann ich gerade nicht beantworten. Die Stadt Oldenburg besitzt jedenfalls eines der Originale und hat 1995 eine Ausstellung dazu veranstaltet. Als Begleitbuch dazu ist ein zweibändiger Ausstellungskatalog erschienen, der die meisten Exponate noch einmal abbildet und kommentiert. Band 2 hat dabei den Schwerpunkt auf Bodenfunden von Kriegs- und Alltagsgegenständen, während Band 1 sich mehr mit dem Buch an sich befaßt. Band 2 bildet halt auch verschiedenes Werkzeug ab, von Spaten bis Zange. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Entstehungszeit des Sachsenspiegels, also das HMA, beschränkt sich aber nicht nur auf diese Zeit. "Der Sassen Speyghel", Band 1 und 2, Isensee-Verlag Oldenburg, 1995 "Das Reich der Salier" ist eine Ausstellung, die das Historische Museum der Pfalz 1992 veranstaltet hat. Thema war die Zeit der Salier (1024 - 1125). Abbildungen von Werkzeugen sind hier nur sehr wenige drin, lohnt sich aber ganz allgemein, mal aufzuschlagen und zu sehen, was man mit den Werkzeugen denn wunderschönes gemacht hat. "Das Reich der Salier", Jan Thorbecke Verlag, 1992 Tja, wo findet man Fundstücke, wenn man nicht zum Raubgräber werden will? Im Museum! Sieh Dich einfach mal in Deiner Umgebung nach solchen Gebäuden um... Vielleicht fährst Du an Wochenenden, wo Du nicht auf einem Markt bist, einfach mal da hin und siehst Dich um. Die Tourismusinformationen der Städte führen meist Prospekte dieser Einrichtungen, so daß Du einen ersten Überblick bekommst, was allgemein ausgestellt wird. Archäologische und historische Museen könnten dafür interessanter sein, als Kunsthallen :O) Die meisten Museen haben einiges an Begleitheften und Büchern zu diversen Themen. Das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg ist da mit der Reihe "ALManach" recht rührig. Sonderausstellungen zu einem bestimmten Thema kommen des öfteren vor; es müssen ja nicht gleich die "großen Ausstellungen" wie in Paderborn sein. Auch darüber kannst Du über die Tourismusinfo der Städte und Gemeinden was erfahren. Eine reine Werkzeugausstellung brauchst Du dabei allerdings nicht zu erwarten. Eher was zu bestimmten Zeiten oder manchmal auch Handwerken. Da sind dann die Werkzeuge, mit denen die Sachen gefertigt wurden, eher sowas wie die Salatbeilage zum Steak, aber immerhin mit auf dem Teller. Grußvoll, Matthias Topasius
Hallo Leute. Danke schonmal für Eure Postings. Soweit war ich aber auch schon. Mir ist klar, dass, wenn sich z.B. eine Zange sowohl im FMA als auch im SMA findet, es sie wohl auch im HMA gegeben hat - und das wahrscheinlich ohne nennenswerte Veränderung... Wahrscheinlich...wohl...vielleicht... :0) Aber genau darum geht es mir. Haitabu-, Karolinger- und SMA-Funde hin oder her, ich suche nach einem Zangen-, Feilenfund konkret aus dem frühen 13. Jahrhundert, da ich mir diese Werkzeuge gerne nachschmieden lassen will. Hallo Matthias, Du schreibst: "Wenn ich das mit hoch- oder spätmittelalterlichen Funden oder Darstellungen vergleiche, dann..." Sag mir doch noch kurz , wo ich diese finde. Bitte , bitte :0) Grüße, Patrick.
Hippodromus
Seyd gegrüßt, ich würde den Werkzeugenthusiasten mal einen Besuch auf der Saalburg empfehlen. Ist zwar alles römisch jedoch Orghinalfundstücke, Feilen, Hämmer, Hobel,usw. Also kurzum, was die Römer hatten dürfte sich mit ziemlicher Sicherheit zumindest teilweise auch im Mittelalter wiederfinden lassen. Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung Gehabt Euch wohl
Johanna von Callmunz,Markgräfin zu Wiesenthal
Hallo Es stimmt, was Matthias sagt: Da der Verwendungszweck bei Werkzeugen die Form bestimmt, gibt es jede Menge altes Werkzeug, das seine Form über viele tausend Jahre kaum- bis garnicht verändert hat. Eine typische Ausnahme ist z.B. die Schere, die aber in ihrer ursprünglichen Form gerade wieder eine Renaissance erlebt, wo es um feinfühliges Arbeiten geht. Bei Feilen weis auch ich leider nicht genau, wann diese erfunden wurden, dürfte aber auch schon recht lange her sein...ausgesehen haben wird sie aber auch wie heute.
Gruß, Arno der Traumschmied
Hallo Patrick, Feilen zur Metallverarbeitung tauchen anscheinend erst in der frühen Neuzeit auf, Holzraspeln kennt auch schon das HMA (habe dafür leider keine schriftlichen Quellen). Zangen und Hämmer tauchen in Siedlungsgebieten immer wieder und nicht sehr selten auf. Verschiedenste Ausstellungskataloge ("Wikingermuseum Haithabu: Schaufenster einer frühen Stadt", "799 - Kunst und Kultur der Karolingerzeit", "Das Reich der Salier", "Der Sassen Speyghel", etc.) haben brauchbare Fotos von Fundstücken. Der "Bildatlas der Weltkulturen - Die Wikinger" (Bechtermünz Verlag) geht an verschiedenen Stellen auf Werkzeug ein, darunter Funde aus Gotland und ein Hort aus Lagoda (Mitte 8.Jh.), dessen Zangen z.T. noch funktionstüchtig sind. Wenn ich das mit hoch- oder spätmittelalterlichen Funden oder Darstellungen vergleiche, kann ich da keine nennenswerten Unterschiede in der Form finden. Grußvoll, Matthias Topasius
Tach Leute, ich suche seit einiger Zeit Informationen über die Werkzeuge im Mittelalter. Insbesondere interessieren mich Zangen und Feilen... Ich finde aber nur Infos, bzw. Funde ab ca. 1400 - suche aber Material über die Zeit von 1200 bis 1250. Wenn also jemand etwas darüber weiß, dann postet bitte! Ich wäre über einen "wertvollen" Literaturtip ebenfalls dankbar. Grüße, Patrick. P.S.: Habe die Taverne überflogen und keinen ähnlichen Thread gefunden... also nicht steinigen, wenn ich was übersehen habe :0) www.hippodromus.de