Vorweg: Ich bin im Moment leider etwas erkältet und habe deshalb Zeit, ausführlicher zu antworten. Ich schlage daher vor, Ferdinands Posting in einen neuen Thread (z.B. Herstellung von Damaszenerstahl) zu verschíeben, dort werde ich dann in aller Ruhe antworten.
da hier ja offenbar einige Damstspezialisten unterwegs sind, wollte ich mal einige Fragen diesbezüglich los werden.
Als erstes stellt sich mir die Frage wie sauber der Stahl beim Feuerverschweißen sein muss. Hab in einigen Fernsehberichten gesehen, dass nur mit der Drahtbürste gereinigt wurde. Reicht das oder muss der Stahl wirklich blank sein zum Feuerschweißen?
Das bringt mich auch gleich zur nächsten Frage. Wann wird das “Flussmittel” aufgetragen? Mir stellt sich immer die Frage wie ich das Flussmittel so auf das Werkstück bringe, dass nichts davon herunterfällt bwz. überhaupt noch was drauf bleibt. Das Flussmittel soll ja soweit ich weiß dazu dienen Oxidationen vorzubeugen.
Und als dritte und letzte Frage würde ich gerne wissen, welches Flussmittel besser geeignet ist. Quarzsand, Borax? Oder gibt es noch weitere mit denen ihr Erfahrungen gesammelt habt?
Hoffe das waren nicht allzudoofe Frage. Wenn ihr noch weitere Tips zum Damastizieren habt, dann her damit. Ich möchte das demnächst mit meinen bescheidenen Mitteln mal ausprobieren und wäre über jegliche Hilfestellung sehr dankbar.
Soweit meine Erfahrungen beim Damast, kann ich nur sagen, die verwendete Säure bzw. deren Erfolg, hängt vom verwendeten Stahl hab, gab Damastklingen bei mir, wo Essig super ergebnisse hervorgebracht hat, andere Stähle… da hat der Stahl über Essig / oder Schwefelsäure gelacht…
Teilweise war Ascorbinsäure, oder Eisen 3 Chlorid erfolgreich aber bei allen Säuren kann ich nur dringlichst dazu raten, sich erstmal das Sicherheits DAtenblatt der entsprechenden Säure durchzulesen, denn Schwefel, oder Salpetersäure, können echt unschöne verletztungen / verätzungen hervorrufen… also, erst lesen, dann handeln ;9
Wir (Die Fechtschule von Wolfgang Abart sowie meine Wenigkeit) veranstalten am 13. / 14. März ein eben solches Treffen in Stuttgart am Landesmuseum. Es sind dabei einige erfahrene Experten (Schmiede, Ingenieure, Archäologen) anwesend und auch die Streitfrage der Damastnachbehandlung zur Betonung der Struktur (ja, das ist leider eine Streitfrage) wird, unter dem Gesichtspunkt historischer Gegebenheiten, behandelt werden. Einzelheiten gibt es auf meiner Homepage unter “Termine”
Ansonsten:
ßtzen schädigt den Stahl sehr wohl nachhaltig. Es ist Unsinn zu glauben, Stahl sei ein “dichtes” Material. Insbesondere bei Schweißverbundwerkstoffen gibt es immer “Fehlstellen”, in welche die Säure eindringen und Schaden anrichten kann. Eine etwas sanftere ßtzmethode ist die Verwendung von Eisen (III) Chlorid, die aber am besten nur bei kontrastreichen Kombinationen funktioniert. Allgemein sollte man nur leicht ätzen und nicht, wie noch in den 90er Jahren üblich, bis eine fühlbare Struktur entsteht. dann hält sich der Schaden in grenzen. Wer die Struktur dann immer noch nicht sieht, für den ist Schweißverbundstahl schlicht das falsche Material…
Als erstes möchte ich mich für die schnelle Reaktion von Euch bedanken. Die Bücher sind bestellt und ich habe auch schon kontakt mit den Autor aufgenommen. Ich hoffe diesbezüglich werden noch einige Einträge hier erscheinen.
Gab oder gibt es schon mal ein Treffen der Schmiede hier? Zwecks Erfahrungsaustausch?
Ich kann mir vorstellen das es da richtig zu Sache gehen könte;-) Einige von Euch kennen sich sicher Privat oder aus dem Netz. Und es werden sicher unterschiedliche Ansichten vertreten sein.
Was haltet Ihr so von einem speziellem Schmiedetreffen der Damastschmiede??
Es ist eine reine Oberflächenbehandlung, greift also nicht in das innere Gefüge des Werkstückes ein.
Dabei werden die unterschiedlichen Kohlenstoffanteile des Stahles, bzw. des Eisens im Damast unterschiedlich stark weggeätzt, wodurch die charakteristische Maserung des Materiales zum Vorschein kommt. Ohne diese Behandlung könnte man Damast rein optisch kaum von einfachem Stahl oder Eisen unterscheiden.
Vergleichbar ist dieser Vorgang damit, wenn du Holz mit einer Stahlbürste bearbeitest, die weichen Jahrringe werden abgtragen und die Maserung zeichnet sich deutlicher ab.
@Peter
Heinz Denig empfiehlt 30%ige Schwefelsäure. Aber ich würde dir empfehlen seine Bücher mal durchzulesen wenn du was über Damast wissen willst ;O)
Ich (einfacher Schmiedemeister) habe mit großem intresse die ganzen eintragungen über Schwerter und Klingen sowie das Thema der Metallsorten und des Damaszieren nachgelesen.
Da ich auch schon selber mal kleine Schwerter und Klingen geschmiedet habe ist das Thema für mich von großer bedeutung. So wie ich feststellen konte sind auch echte Profis hier die mir sicher weiterhelfen können.
Ich versuche nun schon seit einiger Zeit einen
Damaststahl selber aus zwei verschiedenen Stählen
herzustellen und daraus einfache Dolche zu Schmieden.
Nun zur eigendlichen Frage:
Weches ßtzmittel benutzt Ihr um die (Maserung) sichtbar zu machen. Ich habe schon etliche Säuren (vom Essig über Salz und Salpetersäure) versucht jedoch mit mässigem erfolg.
Auch über Buchempfehlungen in dieser Richtung wäre ich Euch dankbar.