wohl kaum jemand, der mit Pferden zu tun hat, wird bestreiten, dass Eisen den Huf-Federmechanismus empfindlich stören.
Aber leider ist der Unterschied zur freien Wildbahn, in die dein Beispielpferd gesetzt wird, und unserer dicht besiedelten mitteleuropäischen Heimat, dass es hier massenweise Asphalt und Schotter gibt. Wenn du schon mal einen Wanderritt gemacht hast, wirst du sicher bemerkt haben, wie schnell ein Barfußpferd an seine Grenzen kommt.
Und da bleibt dann nur als Alternative seltenere Nutzung (ist schließlich ein Nutztier), Hufschuhe oder Kunststoffbeschläge.
Es ist schon interessant, wie ihr beim Thema Ausbildungsplätze für Waffenschmiede plötzlich fast nur noch über Hufschmiede diskutiert.
Ich bin eigentlich hierher geraten, weil ich mich mit der gleichen Frage beschäftige: Wo gibt es Ausbildungsmöglichkeiten als Waffenschmied??? Hier haben mich eure Einträge schon ein gutes Stück weiter gebracht, ich hatte nämlich vorher so gar keine Ahnung, wie es sich auf diesem Gebiet verhält.
Aber jetzt muss ich mich doch noch mal zu der Hufschmiedgeschichte hier äußern…Warum sind alle der Meinung, ein Pferd bräuchte Eisen? Kommen Pferde etwa in der freien Wildbahn mit Eisen auf die Welt? Ich glaube nicht. Natürlich lässt sich nicht bestreiten, dass regelmäßig nach den Hufen gesehen werden muss, weil Pferde in ihrer heutigen Nutzung ganz anderen Ansprüchen ausgesetzt sind, als in freier Natur, aber deshalb gleich ein Eisen? Wir besitzen sechs Pferde und keines davon ist beschlagen. Wir haben einen Hufpleger, der regelmäßig nach ihnen sieht und sie ausschneidet. Meiner Meinung nach schaden Eisen viel mehr, als sie nützen. Aber diese Erfahrung muss wohl jeder selbst machen…
Ich habe vor, im kommenden Jahr solche Kurse anzubieten. Das wäre dann bei mir in Altenburg (Großraum Stuttgart) und für max. 4 Leute gleichzeitig. Ich werde das dann hier und ggf. auch auf meiner Homepage bekanntgeben. Allerdings fürchte ich, das solche Kurse schneller ausgebucht sein werden, als ich sie ins Netz stellen kann…
Also, ich trau mich ja gar nicht recht zu fragen, aber ich möchte gerne einen Schmiedekurs machen.
Ich dachte so an einen 2-Tageskurs. Es geht nicht darum hinterher als der große, versierte Waffenschmied da zu stehen, einfach mal unter fachkundiger Anleitung reinschnuppern. Ich würde gerne Pfeilspitzen, kleine Metallteile wie eine Gürtelschnalle oder sowas machen und als höchstes der Gefühle evtl. eine Messerklinge.
Und jetzt kommt die Frage(n):
Gibt’s im Raum Nürnberg –> Franken –> Nordbayern –> Bayern –> Süddeutschland eine Möglichkeit für so einen ‘Kurs’?
Oder ist gibt’s vielleicht ein Schmied, der bereit dazu wäre mich mal ein/zwei Tage anzuleiten?
Evtl. gibts ja auch sowas in Tschechien - is ja nicht so weit von mir?
der Hufschmied ist eine Art Pferdeorthopäde, dessen Hauptaugenmerk nicht darauf liegt, U-fürmige Metallteile dekorativ auf Pferdehufe zu nageln. Er korrigiert Fehlstellungen des Hufs, und muß sie daher auch erkennen können. Und: Ja, wes gibt solche Kurse, nach 3 Stk solcher Kurse ist ein Reiter in der Lage, einen sogenannten Notbeschlag zu machen, also einen Beschlag durchzuführen, der das Pferd zum nächstmöglichen Stall bringt. Ein Hufschmied muß körperlich in Topform sein (die Arbeit ist mehr als nur anstrengend!), sehr(!) gute Kenntnisse der Pferdeanatomie haben, Pferde verstehen und lieben, und auch darauf eingestellt sein, einen großteil seiner Zeit im Auto auf der GFahrt von Stall zu Stall zu verbringen.
Ein Waffenschmied stellt Waffen her, also Dinge, die den höchsten möglichen Belastungen bei minimalem Eigengewicht ausgesetzt sind. Das ist nix für Probierer ohne metallurgische Vorkenntnisse und jahrelange Erfahrung. Auf rotglühendes Eisen einzudreschen und es zu verformen und dann zischend im Wasser abzukühlen macht noch keinen Waffenschmied aus. Ein Schwert ist ein hochsensibler Gegenstand, der in vielen Arbeitsschritten hergestellt wird. Wird einer dieser Schritte falsch durchgeführt, ist das Produkt eine schwertförmige Gefahr für die Allgemeinheit. Hier ist also Vorsicht geboten, nicht jeder der Modellautos mit Benzinantrieb basteln kann, kann auch einen straßentauglichen Sportwagen bauen.
Gebrauchsschmiede stellten im Mittelalter und auch in der Neuzeit Dinge her, die das Dorf brauchte. Sicheln, Messer, Nägel, Haken, Wagenradbeschläge, Axtköpfe…. Diese Dinge sind weit weniger sensibel als zB eine Schwertklinge und können daher mit einigem Geschick auch von Hobbyschmieden hergestellt werden, die über eine wie vorher erwähnte Esse verfügen. Auch im Mittelalter war nicht automatisch jeder Schmied in der Lage, ein Schwert herzustellen, das war eine Aufgabe für Spezialisten. Einfache Werkzeuge herzustellen kann aber ein Einstieg in die Welt des Schwertschmiedes sein, da man sich hier die meisten der notwendigen Techniken aneignen und verinnerlichen kann.
Wer in der Herstellung dieser “einfachen” Gegenstände eine gewisse Meisterschaft erreicht hat, kann sich nun überlegen, bei einem Schwertschmied “in die Lehre zu gehen”, da er die grundlegenden Techniken bereits beherrscht und somit für den Schmied selber auch eine Hilfe darstellen kann (Parierstangen und Knäufe anfertigen zum Beispiel) und sich durch das Vorhandensein der grundlegenden Techniken die “Lehrzeit” verkürzt. Wichtig ist hierbei allerdings, daß sich der “Azubi” auch in die Thematik einliest und nicht erwartet, für die “Lehrstelle” auch noch Geld zu bekommen, sonder eher, daß er zB einmal die Woche einen Schwertschmied besuchen kann, und ihm dann Fragen stellen, wie er denn gewisse Dinge vermeiden/ausgleichen/… kann.
abgesehen davon besteht natürlich für den Hobbyschmied immer die Möglichkeit, zu Hufschmieden, Schwertschmieden oder diversen Kursen zu gehen, die ihm dort die für sein Hobby notwendigen Techniken zeigen oder erklären können.
da ich zur zeit noch etwa 4 wochen erwerbslos bin und ohnehin das meiste selber machen, hab ich mich in diesen tag als schmied versucht.
eine mit etwas gehirnschmalz gegrabene grube mit durch ein stück baustahl abgedeckten luftschacht und als herzstück ein fön frisch aus dem badezimmer (männerhaushalt) ergaben mit etwas holzkohle und etwas werkzeug eine passable freiluft schmiede. nach kurzer übung konnte ich den preiswerten flachstahl aus dem baumarkt so ziemlich jede von mir gewünscht form geben.
entstandem sind bisher ein gürtelhaken und zwei messerklingen. die qualität ist recht gut. die klingen sind schnitthaltig und sollten als gebrauchsmesser im lagerleben gute dienste leisten. ich wollte euch hiermit nur ermuntern euch mal selber als “schmied” zu versuchen.
es macht wirklich spaß und man ist in der lage einfache ausrüstungsteile selber anzufertigen.
Ich hatte schon befürchtet, das entsprechende Bedenken kommen. Ihr habt ja auch Recht. Doch bevor wir hier in Diskussionen außerhalb des Themas verfallen: Ich traue den TV Usern genug gesunden Menschenverstand zu, nicht einfach zu Eisen, Nagel und Hammer zu greifen und Pferdehufe zu maltretieren. Thema dieses Threads ist doch “Ausbildung…” und nicht “Do it yourself”.
Natürlich muß man solche Sachen mit Bedacht und “richtig”, will sagen mit vollem Einsatz angehen. Wer sich entsprechend informiert und sich die Sache von geschulten Leuten zeigen und erklären lässt und zudem nicht gerade über zwei linke Hände verfügt, dem traue ich, zunächst unter fachkundiger Aufsicht und danach selbstständig die Arbeit am lebenden Objekt durchaus zu.
Kurz: Man muß sich eben selber darum kümmern, das alles Hand und Fuß hat. Ich denke, das ist den Leuten hier auch klar. Wer ein oder mehrere Pferde besitzt, wird sicher wissen, wieviel “Vergnügen” ein vernagelter Huf bereitet.
Meine Freundin erzählt mir übrigens gerade, das es Lehrgänge für “Ottonormalpferdehalter” zumindest zum Ausschneiden der Hufe/Hufpflege geben soll. Vermutlich wissen die ßrtlichen Reitvereine/Schulen mehr darüber. Auch der Hufschmied könnte da weiterhelfen.
hast du bei deinen Tips mit dem Selberlernen auch bedacht, daß es beim Hufbeschlag nicht in erster Linie auf das Schmieden des Eisens ankommt (das sowieso meist als fast fertiger Rohling gekauft wird), sondern um das Anbringen desselben am Pferdehuf? Und hier handelt es sich um ein Lebewesen, das u.U. vier unterschiedliche Füße mit diversen orthopädischen Problemen hat, die erkannt und behandelt werden müssen. Ein schlechter Hufbeschlag kann das Pferd zum Schlachter bringen!
Wenn’s um Geld sparen geht, würde ich mein Pferd eher barfuß laufen lassen - und selbst da muß ab und zu der “richtige” Hufschmied her, um nach dem Rechten zu sehen.
Auskunft über die Anforderungen der Jeweiligen Ausbildung erteilen die zuständigen Handwerkskammern, die ja auch die Prüfungsrichtlinien festlegen und die Kurse/Prüfungen durchführen.
Die Entsprechenden Adressen finden sich im Telefonbuch, vermutlich unter “H” wie Handwerkskammer.
Ich könnte mir schon vorstellen, das ein “Quereinstieg” möglich ist, allerdings vermutlich nicht ohne wenigstens einen Schmiede- und einen Schweißlehrgang zusätzlich. Die Kosten sind da allerdings sehr hoch (ca.2.500 bis 5.000.- EUR/Kurs). Normalerweise übernimmt das der Ausbildungsbetrieb. Wenn Du das Also “Privat” machen möchtest, mußt Du tief in die Tasche greifen.
Man kann sich aber auch die wichtgsten Fertigkeiten selbst aneignen, wenn es nur darum geht, die eigenen Pferde zu beschlagen. Auf vielen Höfen gibt es Leute, die das so machen. Da Die meisten “echten” Hufschmiede ohnehin ziemlich ausgebucht sind, lohnt es sich u.U. auch mal, einfach ganz frech zu fragen, ob da nicht ein paar Tips möglich wären.
Es gibt auch ein paar recht gute Bücher zu dem Thema. (Kann leider keine Titel nennen, hatte die nur mal auf einen Messe in der Hand).
Der Selbstbeschlag spart aber eigentlich nur dann Geld, wenn zumindest ein Teil der Nötigen Ausrüstung schon vorhanden ist (Ofen oder esse, kleiner Amboß, Handwerkszeug) und vor allem mehrere Pferde des ßfteren beschlagen werden sollen.
Aber Vorsicht: Wer schonmal zugeschaut oder gar geholfen hat weiß, wie anstrengend die Sache ist. Die mir bekannten Hufschmiede machen nicht mehr als 5 Komplettbeschläge am Tag. Zeit geht also auf jeden Fall mit drauf.
Das aber nur zum Bedenken, nicht als Abschreckung!
Zur Zeit bin ich Landwirt und suche nach einer Möglichkeit mich zum Hufschmied weiter zu bilden.
Da Ich bereits eine abgeschlossene Ausbildung zum Landwirt habe ist meine Frage, gibt es eine Möglichkeit für Quereinsteiger oder muss ich die gesamte Lehre zum Hufschmied durchlaufen.
Wohin kann ich mich für nähere Informationen wenden. Ich bin für jegliche Hilfe dankbar.
Titel sagts ja schon, aber trotzdem nochmal: Herzlichen Dank! :-)
Hat mir einiges weitergeholfen. Heute hab ich eine als “Kunstschmiede” ausgewiesene Werkstatt besucht und mich ein bisschen mit dem Meister unterhalten.
Fazit: Genau das, wovor hier schon gewarnt wurde: In erster Linie Schweiß- und Weiterverarbeitung von vorgefertigten Teilen. “Geschmiedet” wurden da nur noch Dekorteile, die mit dem Schweißgerät auf Temperatur gebracht werden…… (hilfe)
Ich hab allerdings noch ne ganze Liste mit Betrieben, die ich in den nächsten Tagen/Wochen abklappern werde.
estmal muß ich Arno rechtgeben, die Berufbezeichnung Schmied gibt es heute (leider!!) nicht mehr.
Der Beruf in dem man am meisten über das Schmieden erlernt ist der <Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung>, früher Kunstschmied (nicht zu verwechseln mit dem Goldschmied).
Dabei kommt es aber auch sehr auf den Ausbildungsbetrieb an. Manche sogenannte Kunstschmieden fügen einfach maschinell vorgefertigte Teile zu Geländern etc. zusammen. Ich persönlich hatte das Glück in einem Kunstschmiedebetrieb ausgebildet worden zu sein, in dem jedes, auch noch so kleine Teil von Hand hergestellt wurde. Also falls jemand mit dem Gedanken spielt eine Ausbildung anzufangen, sollte er sich den Betrieb genau ansehen, ob dort noch wirklich geschmiedet wird, oder ob es eher eine Schweißerei ist.
Wenn man im richtigen Betrieb ist, wird viel nach freien Vorlagen geschmiedet und man lernt länger als 2 Wochen das Freiformschmieden (Sorry Thomas, wegen dem Widerspruch).
Zum Thema Hufschmied: Um Hufschmied zu werden, muß man erst eine abgeschlossene Berufsausbildung im Metallhandwerk (ca. 3Jahre) haben. Dann folgt eine Zusatzausbildung, die meines Wissens (ein ehemaliger Berufschulkollege ist jetzt Hufschmied) länger als ein Jahr dauert. Bei dieser Zusatzausbildung muß man unter anderem 2 Semester Tiermedizin studieren! Also wirklich nur etwas für Leute, die sich wirklich für Pferde interessieren, weniger für welche, die an der Herstellung historischer Waffen interessiert sind.
Was noch abschließend zu sagen ist:
Wer sich mit dem Waffenschmieden auseinandersetzen will, lernt das leider in keinem der heutigen Berufe. Zwar kann man die dafür benötigten handwerklichen Fähigkeiten erlernen, aber den Großteil muß man sich selbst beibringen und durch Versuch und Irrtum immer weiter verbessern. Auf jeden Fall lernt man in diesem Bereich nie aus!
Damit will ich aber niemanden den Mut nehmen! Wer sich das Ziel gesetzt hat, das schmieden von historischen Waffen zu erlernen, der soll dieses Ziel im Auge behalten und nicht aufgeben. Auch ich hatte mal den gleichen Traum wie Frederic. Ich habe meinen Traum umgesetzt, eine Ausbildung als Kunstschmied (oder <Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung>)gemacht (nach Feierabend habe ich meine ersten Blankwaffen hergestellt), danach war ich Aushilfe bei einem Plattner und Waffenschmied, wo ich einiges an Wissen mitnehmen konnte und heute kann ich meiner Meinung nach ganz passable Erzeugnisse herstellen. Zwar bin ich nicht mehr Hauptberuflich im Schmiedehandwerk tätig, aber ich habe Wissen und Fertigkeiten, die mir niemand nehmen kann (die aber immer noch weiter Ausgebaut werden).
Vielleicht ist mir da was entgangen, aber soweit ich weiß gibt es den Begriff “Schmied” (egal was für einen) nicht mehr in unserer modernen Arbeitswelt.
Das läuft jetzt alles unter der Bezeichnung “Metallbau Fachrichtung konstruktionstechnik” (Schlosser) oder “Metallbau Fachrichtung Metallgestaltung” (Kunstschmied o.ä.). In welche Richtung man bei letzterem ausgebildet wird, hängt einzig und allein von der Art des Betriebes ab, bei dem man lernt.
Selbst der Hufschmied ist eine ich glaube etwa zwei Wochen oder Monate dauernde ZUSATZausbildung (Lehrgang bei den Handwerkskammern) für Leute mit Ausbildung im “Metallbau”
Gefällt mir auch nicht, ist aber so.
Wenn sich da in den letzten fünf Jahren was geändert hat, klärt mich bitte auf.
da hast du noch einen teil frei schmieden (nur in der ausbildung in der praxis nicht mehr )
am besten bei einem Alten meister , die haben oft och das wissen und das geschick und die erfahrung
um etwas zu vermitteln .
ansonten mach eine schlosser lehre löcher alte meister und du lernst ne menge , und wenn du es einmal raus hast ist esegal ob du ein hufeisen
, eine werkzeug oder eine waffe schmiedest , die techniken dind gleich (nicht die werkstoffe) da du dich bei schneid und schlagwaffen meist nur mit unlegierten stählen befasst ( oder doch nicht :-) )
reicht dfas föllig aus , die 3 einhalb jahre lehre geben dir massig zeit alles andrere auch zu lehrnen , du must nur infos sammenln und erfahrungen .
Wie sieht es mit der Ausbildung zum Kunstschmied aus???
Der Beruf existiert immer noch. Die Lehrzeit beträgt 3 1/2 Jahre.
Nachteil: Ausbildungsbetriebe sind recht rah. Ich hatte auch mal mit dem Gedanken bespielt eine neue Ausbildung in diese richtung zu machen allerdings sah ich da noch ein hauptproblem. Der Anteil der Freiformschmiederei ist in der Ausbildung eher kurz(zwei Wochen). Da bekommt man zwar schon das wichtigste vermittelt, aber im späteren Beruf ist es seltener nach freien vorgaben zu schmieden.
Man kann, wie Arno bereits erwähnte, das erlernte dann als Sprungbrett für was neues nutzen.
@ Frederic: Schau doch einfach mal im branchenbuch nach Kunstschmied.(goggelt oder sonst wo)Vieleicht findest Du da ja was in der nähe??Viel Glück!
Ich werde fast täglich gefragt, wo man sowas denn lernen kann und bin ganz froh, somit hier einmal für ein evtl. breiteres Publikum etwas dazu sagen zu können.
Also:
Den Beruf “Waffenschmied” gibt es derzeit in Deutschland natürlich nicht mehr.
Messerschmied (den gibt es noch, allerdings soweit ich weiß unter einer anderen Berufsbezeichnung) ist etwas so völlig anderes, das ich davon sogar abraten würde. Zumal auch in diesem Berufszweig nur schwer eine Lehrstelle zu finden sein wird.
Damit sind wie auch schon beim Hauptproblem:
Diejenigen, die direkt zum Waffenschmied ausbilden könnten (von der Befähigung her) sind hoffnungslos mit Arbeit ausgebucht. Gleichzeitig reicht´s aber nicht gleich für Zwei (unser Steuer- und Sozialversicherungssysthem kennt Ihr ja), zumal ein Lehrling ja auch erst LERNEN muß, also nicht von Anfang an eine große Hilfe ist. Habe ich schon ausprobiert…
Der nächste, schwierige Punkt ist, das man, da es den Beruf ja nicht mehr offiziell gibt, auch keine Berufsausbildung im eigentlichen Sinne absolvieren könnte, selbst WENN sich ein Ausbilder finden würde…
Fazit:
Es ist am Sinnvollsten, einen “Normalen”, anerkannten und natürlich handwerklich orientierten Beruf zu erlernen und danach auf das gelernte autodidaktisch aufzubauen.
Letzteres geht dann recht gut, denn wir “Waffenschmiede” sind im allgemeinen längst nicht so knauserig mit unseren Erfahrungen, wie gemeinhin angenommen wird und helfen dem “Nachwuchs” eigentlich gerne weiter, wenn machbar.
Sinnvolle Lehrberufe heißen heute z.B.:
- Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung (früherer “Schmied” bzw. Kunstschmied). Auch hier sind GUTE Lehrbetriebe rar!!!!
- Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik (früher “Schlosser”. Habe ich gemacht. Da gibt es einige Betriebe, die ausbilden UND hin und wieder auch noch schmieden. bei einer guten Wahl lässt sich so schon noch einiges mitnehmen)
- Goldschmied (aktuelle Bezeichnung, soweit ich weiß) Ist nie verkehrt, alle gängigen Metallarbeiten werden hier zur Perfektion vermittelt. Ist allerdings nix für Grobmotoriker! Und Geduld ist gefragt. Ebenfalls eine Gute Grundlage.
- Von allen Industrieberufszweigen rate ich grundsätzlich eher ab, da hier der Schwerpunkt zumeist auf Theorie und Maschinen Liegt. Auch Feinmechaniker oder Werkzeugmacher sind weniger geeignet, weil zu weit vom Ziel entfernt. letztenendes sollte man im Hinterkopf behalten, ist der Waffenschmied etwas sehr Praxisorientiertes.
was auch nie verkehrt ist:
Manche Schmiede bieten Kurse an. Schaut dazu speziell mal bei www.dick-gmbh.de die machen den besten Eindruck von allem, was ich bisher gesehen habe. Ist allerdings nicht ganz billig.
Mit einigen solcher Kurse könnte ich mir auch vorstellen, ohne eine direkte Ausbildung zum Ziel zu kommen. Der Nachteil ist allerdings, das man, sollte die Sache doch nicht so recht klappen, keine abgeschlossene Ausbildung vorweisen kann! Und das ist auf dem heutigen Arbeitsmarkt sehr schlecht.
Ich selbst würde nur zu gerne ausbilden, allerdings gehöre ich zu genau denen, die zuviel zu tun haben und gleichzeitig nicht genug für zwei. Abgesehen von den anderen bereits erwähnten Stolpersteinen. Nun ja, vielleicht irgendwann…
Ich trage mich schon einige Zeit mit dem Gedanken herum, eine Ausbildung als Schmied anzufangen mit dem Fernziel (Traum?), selbst Waffen schmieden zu können.
Ich wollte fragen, ob mir dazu jemand Infos geben kann? Vor allem, ob es überhaupt noch Schmieden in Deutschland gibt, in denen man zum Waffenschmied ausgebildet werden kann.
Wenn nicht, gibt’s andere Ausbildungen, die einem ähnliche Fähigkeiten geben?