Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Brot als Tellerersatz ???

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Eintrag #1 vom 10. Nov. 2004 21:01 Uhr Gunter Krebs  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gunter Krebs eine Nachricht zu schreiben.

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Ein Zitat in einem anderen Thread hat mich gerade mal wieder nachdenklich gemacht:
>…im Mittelalter sind ja lange Zeit Brotscheiben oder ausgehöhlte Brotlaibe als “Teller” genutzt worden. (siehe Threadhttp://www.tempus-vivit.net/taverne/thema/3056

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Eintrag #2 vom 11. Nov. 2004 09:51 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

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Schön, machen wir daraus ein eigenes Thema.
Also das Zitat stammt von mir und ist inhaltlich ledig eine Wiedergabe von “oft gehörtem”. Die darüber hinaus erwähnten dicken Tischplatten mit Vertiefung für Suppe (auch als Tellerersatz) erwähnt F. SEIBT in seinem Buch “Die Begründung Europas” (2004).
Klar ist dies kein Beleg aber vielleicht doch ein Anstoß für eine angeregte Diskussion, vielleicht kann ja jemand die Originalquelle für dieses Statements auftreiben (ich kenne sie nicht).
Noch allen einen schönen Tag
Gruß, Ingo

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Eintrag #3 vom 11. Nov. 2004 16:51 Uhr Hans-Christoph (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Hans-Christoph eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Brot = Schüssel

Ich stiess Neulich auf einen Artikel mit folgendem Inhalt:
…Die “Piadina” ist aus der Gegend rund um Ravenna nicht wegzudenken. In jeder Ortschaft der italienischen Provinz Emilia-Romagna gibt es Kioske am Straßenrand, die dieses köstliche Fladenbrot mitsamt allerlei Beilagen als kleine Mahlzeit zwischendurch verkaufen…
…Die Geschichte der “Piadina” führt in den Mittelmeerraum und in den Orient. Der Teig - man mischte nur gemahlenes Getreide mit Wasser - wurde ohne Hefe auf Stein oder Terrakottaplatten gebacken. Auch die Herkunft des Wortes “Piada” weist auf diesen Ursprung hin: Es leitet sich von dem griechischen Wort “Plàthanon” ab, was nichts anderes bedeutete als “Schüssel”.
Tatsächlich benutzten bereits die Griechen ungesäuertes Brot als Teller oder Schüssel für gebratenes Fleisch. Das Ganze wurde dann zusammen mit anderen Speisen gegessen.
Gericheim

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Eintrag #4 vom 14. Nov. 2004 20:31 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ihr
Also ist es eher ein “Sandwich” oder auch “Döner” bzw “Gyros” als ein Teller nach heutigem Verständnis ;-) ?
Euer Traumschmied

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Eintrag #5 vom 14. Nov. 2004 22:43 Uhr Maik Vogel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Maik Vogel eine Nachricht zu schreiben.

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Ist zwar kein Beleg oder ähnliches.
Aber bei unserem letzten “Ritteressen” wo jedes Jahr ein anderes Lokal ausprobiert wird, wurde die Zwiebelsuppe in Schüsseln aus kleinen Brotleiben serviert. Hat super funktioniert, waren alle dicht und danach innen mit Suppe vollgesaugt. Viele haben dann auch die Schüssel verdrückt. :)
Hab auch mal in einer Doku über die “armen” Ritter im Mittelalter gesehn, wie direkt aus den Töpfen gegessen wurde, nur mit ein paar Scheiben Brot, wo man sich dann das Fleisch oder Gemüse draufgelegt hat.
Ist allerdings auch kein Beweis, da müsste man mal alte Zeichnungen oder Bilder unter die Lupe nehmen, ob auf den Tischen immer Teller sind oder nich doch was Brotartiges.
MFG Maik

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Eintrag #6 vom 15. Nov. 2004 21:18 Uhr Sandra Neuser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sandra Neuser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
S. Fischer-Fabian beschreibt in seinem Buch “Ritter Tod und Teufel - Die Deutschen im späten Mittelalter” eine bürgerliche Hochzeit. Da werden schon beschriebene Brotschüsseln als Essschalen benutzt und hinterher als Armenspeise verteilt. Und es tauchen auch immer wieder Berichte auf in denen Brotscheiben als Teller benutzt wurden. Inwieweit das Fehlerberichte sind, weiss ich nicht.
Liebe Grüsse, Xia

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Eintrag #7 vom 17. Nov. 2004 16:39 Uhr Volker Bach  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Volker Bach eine Nachricht zu schreiben.

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Dass im Mittelalter grundsätzlich Brotscheiben die Teller ersetzten würde ich schon deswegen bezweifeln, weil es ja im archäologischen Fundmaterial Teller gibt (eine Alternativverwendung ist schwer vorstellbar). Aber dass von Brotscheiben gegessen wuirde, ist recht gut belegt. IIRC (ich habe keine Kopie zur Hand) findet sich das in der ‘Tischzucht’ den Tannhäuser, und bestimmt in einem Benimmbuch des 15. Jh aus England “The Babee’s Boke”. Terence Scully (The Art of Cookery in the Middle Ages, p. 170) geht davon aus, dass Teller einem solchen ‘trencher’ untergelegt werden konnten, mglw. um ein Durchsuppen zu verhindern.
Ianus

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Eintrag #8 vom 26. Jul. 2007 15:16 Uhr Anna (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Anna eine Nachricht zu schreiben.

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In Trude Ehlerts “Kochbuch des Mittelalters” steht:
“Tafelgeschirr gibt es kaum. Die einzelnen Speisen werden aus der Vorlegeschüssel auf den als Teller dienenden Brotfladen serviert, der am Ende dann auch verspeist wird. Individuelles Eßbesteck kam erst allmählich auf: zu Beginn des 13. Jh der Löffel und das Messer, erst im 16. Jh setzte sich auch die individuelle Gabel durch […]
Individuelle Eßteller kommen in der frühen Neuzeit auf und bestehen je nach Reichtum des Haushalts aus Holz, Keramik, Zinn, Silber oder Gold.”
Liebe Grüße, Anna

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Eintrag #9 vom 26. Jul. 2007 17:35 Uhr Martin (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Martin eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo
Soweit ich weiß wurden die Teller bei großen Gelagen oft durch Brot erstetzt, dass man nach dem Mahl mit samt den Speiseresten den Bettlern vor den Toren gab. im “wie man ein Teutsches mannsbild bey Kräfften hält” steht hierzu sogar ein absatz in den angeblich aus einer originalen Handschrift stammenden Tischsitten: “Las ein klein stuk vom am bredt armen zu geben” (bredt= Brett oder bredt = Brot?) außerdem wird im “Buch von Guter speise” erwähnt, dass suppen meißt dickflüssige Brühen waren, die man mit Brot aufsaugte, um sie zu essen. Löffel wurden angeblich eher selten verwendet. Für den normalen Bürger, handwerker oder Bauer kam eine derartige Lebensmittelverschwendung selbstverständlich nicht in Frage.
Gruß
Martin

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