Möchte hier mal einen Buchtip abgeben. Die Lebensmittel waren sicher regionalen und saisonalen Gegebenheiten angepasst unterschiedlich. Die Archäeobotanik befasst sich mit dem Wissensgebiet.
Habe hier aber ein Buch was recht nützliches Wissen und auch brauchbare Rezepte beinhaltet. Mir gibt es zumindest auch gute Anregungen und ich finde es gut.
Hallo Leute, anbei, wie versprochen, die Literaturstellen zu Beitrag 8. Kossack, G., Behre, K.-E. & P. Schmidt (1984): Deutsche Forschungsgemeinschaft. Archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen an ländlichen und frühstädtischen Siedlungen im deutschen Küstengebiet vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 11. Jahrhundert n. Chr. Band 1. Ländliche Siedlungen.- 461 S., Weinheim: Acta humaniora, ISBN 3-527-17005-7. Jankuhn, H., Schietzel, K. & H. Reichstein (1984): Deutsche Forschungsgemeinschaft. Archäologische und naturwissenschaftliche Untersuchungen an ländlichen und frühstädtischen Siedlungen im deutschen Küstengebiet vom 5. Jahrhundert v. Chr. bis zum 11. Jahrhundert n. Chr. Band 2. Handelsplätze des frühen und hohen Mittelalters.- 453 S., Weinheim: Acta humaniora, ISBN 3-527-17009-X.
Tach, also ich kann nur für Germanen sprechen und beziehe mich dabei auf S.Fischer-Fabian “Die ersten Deutschen” erschienen im Knaur Verlag. (ISBN hab ich leider nicht bei der Hand; ist eine Jubiläumsausgabe für 9.- DM). Demnach wurde bei den Germanen der oben erwähnte Getreidebrei gegessen, der aus allerlei “Getreide” bestand. Auf Grund der schlechten “technischen Einrichtungen” (weiß nicht wie ich das anders sagen soll) war es den Germanen nur schwer möglich die Samen der kultivierten Getreidesorten vom “Unkraut” zu trennen, deshalb wurde das wohl oder übel mitgegessen. Ein englischer Wissenschaftler hat nach einem Experiment (er hat die Suppe nach archäol. Funden irgendwie nachgekocht) gesagt es würde ihn an das erinnern was ihm seine Frau als Poretsch (o.ä.) anbietet. Mehr kann ich dazu erstmal nicht sagen, müsste bei Bedarf nochmal in dem Buch blättern… MfG
Hallo Leute, gute Darstellungen zu Landwirtschaft und Eßgewohnheiten im FMA finden sich in den Bänden des “Küstenprojektes” der DFG. Das genaue Zitat liefere ich später nach. Behandelt wird der Zeitraum von der römischen Kaiserzeit bis zum Untergang von Haitabu. Der untersuchte Raum liegt außerhalb des “Reiches”, lediglich kleine Teilbereiche unterstehen zur Ottonenzeit dem Reich. Im Gedächtnis habe ich folgende Angaben: Wichtige Feldfrüchte: Dicke Bohnen (Saubohnen, Pferdebohnen, vicia faba)(bis zu 1/3 der Ackerflächen!), Lein (als ßllieferant, weniger als Faserpflanze), Roggen in Gebieten mit Plaggenesch-Wirtschaft, Gerste in Bereichen ohne Düngung Weizen-Produkte nur in der obersten Gesellschaftsschicht! Schweinefleisch auf der Geest (Schweinehaltung erfordert Wälder zur Mast!), Rindfleisch in der Marsch Der Wildanteil bei der Ernährung ist verschwindend gering. Fischverzehr läßt sich archäologisch nur schwer nachweisen, da die Knochen sehr vergänglich sind. Heringskonservierung und der Handel mit Hochseefischen ist jedoch belegt. An Obst sind v.a. Prunus-Arten (Kirschen und Schlehen) nachweisbar. Die heutigen, großen Kulturformen des Apfels existieren in Untersuchungsgebiet noch nicht.
Hallo, also zu der Frage Wikinger und fisch kann ich beisteuern, daß der Stock- oder Klippfisch (getrocknet und/oder gesalzen, wurde auf den Klippen - name! - oder auf gestellen getrocknet) in Norwegen schon eine sehr lange Tradition hat, mindestens bis zu den Wikingern. Wurde auch sehr gerne als Reiseproviant mitgenommen weil leicht und hält sich ewig.
Hallo, es gibt eine kurze Liste mit Funden aus Gräbern (mit einigen Erläuterungen) der Wikunger unter folgender Adresse:www.cs.vassar.edu/~capriest/vikfood.html Vermitteln eine ungefähre Vorstellung der möglichen Eßgewohnheiten.
Hallo Soweit ich weiß wurde wohl hauptsächlich eine Art Getreidebrei gegessen und eher selten Fleisch. Wenn ich jedoch Zuhause bin werde ich nochmal meine Bücher wälzen und genauere Infos posten.
Hallo, Nun, das liegt natürlich daran, daß wirkliche Kochbücher in größerer Zeit erst aus dem Spätmittelalter bekannt sind. Man hat aus dieser Zeit einfach viel mehr schriftliche - und damit auch leichter zugängliche - Quellen (Kochbücher, “Einkaufslisten”, Inventurlisten, Beschreibungen von Banketten, Gastmahlen etc. ). Für die früheren Epochen muß man sich mit den wenigen schriftlichen Quellen begnügen und sich hauptsächlich auf Tier- und Pflanzenreste in Grabungsbefunden stützen (Samen, Pollen, Hölzer, Nahrungsreste in Müllgruben,Herdfeuern und Gefäßen, Opferreste etc.). Diese sind schwerer zugänglich und auch nicht immer leicht zu interpretieren, geben dafür vielleicht aber auch ein wirklichkeitsgetreueres Bild über den Ernährungsalltag wieder, als das stark subjektiv gefärbte oder zumindest selektiv sich auf ein begrenztes Gebiet beziehende schriftliche Quellen können. Ruth
Mir ist aufgefallen, das in den Diskussionen über Ernährung und Kochrezepte bisher immer nur das Hoch- und Spätmittelalter abgedeckt haben. Ich suche allerdings Informationen über die Ernährung der Wickinger und Kelten, diese aber gerne auch im Unterschied zur Esskultur des HMA und SMA. Welche Speisen wurden bevorzugt, gab es religiöse Verzichte, wie wurde aufbewahrt im Frühmittelalter/kurz nach Christus? Ist es so, dass die Wikinger viel Fisch aßen? Wie war das bei den Kelten? Gibt es ßberlieferungen zu ihren Essgewohnheiten, die sich sehr vom MA unterscheiden (z.B. gerade, was die Gewürze angeht)?
Hedwig Swende von Weinheim, Freie Ritterschaft Odenwald