Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Feldbrand (von Ton)

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Eintrag #1 vom 17. Aug. 1999 10:53 Uhr Patrick Schubert  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Patrick Schubert eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo! Ich bin mitlerweile zu dem Schluss gekommen das ich verschiedene gebrauchsgegenstände für unser Lager aus Ton anfertigen möchte. Das Problem dabei ist aber wie ich die Stücke nachher brennen kann. OK man kann sie in eine Brennerrei geben, schoener waehre es aber das gleich im Lager zu machen. Da viel mir der Begriff Feldbrand ein. Kann mir jemand sagen wie sowas funktioniert ? Macht man ein Loch das dann zugedeckt wird (wie beim Köhlern) oder funktioniert das ganz anders ? Irgendwie muss man ja ueber lange Zeit Temperaturen von 1100 - 1200 grad C erreichen. viele Grüße Patrick

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Eintrag #2 vom 17. Aug. 1999 12:43 Uhr Ranes Haduwolff  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ranes Haduwolff eine Nachricht zu schreiben.

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Grüß Dich, geh zum Freilichtmuseum Oerlinghausen, die machen da Kurse, und sind sehr hilfsbereit!
Euer Haduwolff

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Eintrag #3 vom 17. Aug. 1999 20:11 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Moin Patrick, ich weiß jetzt leider nciht aus welcher Gegend Du kommst. Wende Dich doch vielleicht mal an Harm Paulsen im Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum Gottorp. Soweit ich weiß, hat er im Rahmen seiner experimentalarchäologischen Studien mal so ein Ding gebaut. Er ist auch in der Wiki-Szene aktiv also nicht fernab vom Reenactment. Bis dann Thorsten

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Eintrag #4 vom 18. Aug. 1999 00:53 Uhr   Nachricht

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Ja, wie beim köhlern ist gar nicht schlecht. Wir haben das mal gemacht und zwar wie folgt. Die Tonware sollte Lufttrocken sein oder am Lagerfeuer vorsichtig getrocknet, so das man es anfaßen kann und den eindruck hat, es wäre schon hart. Dann, am besten morgens eine Grube ausheben oder einen Erdwall aufschütten, am besten Ringförmig. Dorthinein dünne Zweige, Rießig und so als Untergrund. Darauf Sägespänne. Die Töpfe und Schallen, was Du halt so gemacht hast, mit Sägespänen füllen und auf den Untergrund legen. Jetzt nochmal Sägespäne. Dann darüber Reißig, kleine zweige und kleine ßste.Gut wäre es, wenn die ganzen Hölzer Harthölzer wären, gibt die beste Temperatur. Dann mach Feuer und wenn sich aussenrum Gluht anfängt zu bilden, dann wie besagter Köhlermeiler abdecken und warten bis er durch geglüht ist. Das war jetzt mal èine ganz grobe Beschreibung, viel Spaß beim ausprobieren. Mit ungefähr einem Drittel schwund muß man am Anfang rechnen, oder sogar mehr. Nicht aufgeben !
Tschüß Olaf

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Eintrag #5 vom 18. Aug. 1999 09:36 Uhr Monika Podzierski   Nachricht

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Ich habe eine kleine Ergänzung zu Olafs Methode: Laß Belüftungsrohre in Deinen “Meiler” ragen (einfache Tonröhren) wenn Du höhere Temperaturen, d.h. eben auch einen festeren Scherben haben möchtest. Gib Luft dazu, mit Blasebalg beispielsweise, wie die Schmiede. Du wirst ein schnelleres und besseres Brennergebnis haben. ßbrigens kann ich Dir ein Buch zu dem Thema empfehlen, das allerdings eher auf einer künstlerischen Basis arbeitet: Jane Perryman: Rauchbrand-Töpferei Haupt-Verlag Bern
Monika

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Eintrag #6 vom 25. Nov. 2001 22:49 Uhr Florian Storch   Nachricht

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zum Thema Rauchbrand, Ton u.s.w. giebt euch der Keramikfachhandel ( also Töpfereibedarf, Tonlieferanten u.s.w. ) gerne auskunft.
Mein Literaturtipp zum Thema Brennen von Keramik:
Bernd Pfannkuche “Handbuch der Keramikbrennöfen”
Bei Interesse zum könnt Ihr mir genre mailen.
Mit freundlichen Grüßen Florian Storch ( Töpfereibedarf)

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Eintrag #7 vom 03. Jun. 2004 07:12 Uhr Angelina Von Borcke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Angelina Von Borcke eine Nachricht zu schreiben.

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Hi,
ist zwar schon ein alter Thread - aber so richtig viel hilfreiches kam bisher noch nicht zusammen.
Mi ist neulich folgender Link untergekommen: www.neccessaire.com/keramikseminar/inhalt.htm
Eine ganz gute Beschreibung der Feldbrandtechnik, denke ich.
Angy.

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Eintrag #8 vom 08. Jun. 2004 13:25 Uhr Axel Schmitt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Axel Schmitt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
gerade letzes Wochenende habe ich bei dem zweiten Versuch von Ars Replika www.ars-replika.de/[…]/keramikherstellung.html
mitgewirkt, Keramik in einem Grubenbrand zu brennen.
Wie sich da herausstellte, ist es von nicht zu verachtender Wichtigkeit, dass man gutes Holz zum Brennen hat.
Ansonsten ist die Technik recht einfach.
Man gräbt eine Grube, am besten ca. 80 cm im Durchmesser und 100 cm tief, und beginnt die getrocknete Keramik hineinzulegen. Aber so das sich die Gefäße nicht berühren. Daziwschen schichtet man Holzscheite (am besten wird wohl Buche sein). ßber die erste Lage Keramik kommt eine Schicht Holz (darauf achten das nirgendwo die Keramik zu tragenden Element wird), dann wieder Keramik und so weiter bis knapp unter den oberen Rand der Grube.
Darüber kommen Größere Holzscheite, die angezündet werden und für eine dicke Glutschicht sorgen sollen.
Unbelüftet brennt so eine Grube die Keramik bei ca. 600 °C mit einem Lüftungsrohr aus Metall (2 cm Innendurchmesser), welches vor dem Aufschichten der Keramit in der Grube platziert wird erhält man ca. 700 - 750 °C.
Wenn man jetzt noch eine historisch belegte Technik findet, über dieses Rohr, bzw. vorher gegrabene Belüftungskanäle, massiv Luft zuzuführen, kann man die Temperatur vermutlich leicht über 1000°C treiben.
Gruss,
Axel

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Eintrag #9 vom 29. Dez. 2004 19:49 Uhr Jerome (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jerome eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
im Westerwald wurde lange Zeit mit Buchenholz gefeuert und man erreichte temperaturen von ca 1250°C allerdings mit einem anderen Aufbau. ich würde große Steine (Durcmesser ca 30 cm, Kanäle 3-5 cm) auf den Boden legen, so dass Luft nachziehen kann. Auf die Steine eine Art nach vorne offene brennstelle bauen, ein bischen wie ein Iglu mit flachem Dach. Darauf achten dass das Abgas nach oben abziehen kann. dann Keramik in den Abgasstrom stellen und darum
Lehm aufschichten, damit die Wärme möglichst an der Keramik bleibt. Bann noch oben ein Loch für das Abgas, fertig ist der Ofen. befeuern würde ich das ganze mit Buche. Je stärker der Zug, höher das Gebilde ist, desto heißer wird es.
Natürlich kann man das ganze im Boden einbuddeln, muss aber auf ausreichende Luftzufuhr achten.
Euer Keramikstudent

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Eintrag #10 vom 08. Jul. 2009 14:33 Uhr Glymur   Nachricht

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Leider weiß ich nicht was ihr darstellt. Ich weiß aber, dass slawen und Nordmänner im Frühmittelalter keinesfalls bei 1100°, sondern bei 500 - 600° ihren Ton gebrannt haben. Vorteil ist bei nicht zu Hoch gebrannter KEramik, dass sie feuerbeständiger ist.

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Eintrag #11 vom 08. Jul. 2009 14:43 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Ich glaube, da irrst Du Dich. Die Umwandlung des Tons in einen Scherben findet erst oberhalb von 600 Grad statt.
Viele historische Kramik ist relativ niedrig gebrannt, aber mehr als 700 Grad müssen es schon sein, damit der Topf verwendbar ist.
Genaue Brenntemperaturbereiche, die für slawische Keramik angewandt wurden, kann ich jetzt aus dem Hut auch nicht nennen, aber 500-600 Grad können einfach nicht stimmen.

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Eintrag #12 vom 09. Jul. 2009 12:36 Uhr Andreas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas eine Nachricht zu schreiben.

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Nach dem “Handbuch zur mittelalterlichen Keramik in Nordeuropa” (3 Bde) im Kapitel über slawische Keramik (kann leider gerade keine Seitenangabe machen, dürfte aber relativ leicht zu finden sein)liegt die Brenntemperatur zwischen 500 und 800 Grad, bei einigen wenigen späteren Stücken auch bei um die 1000 Grad. Brennöfen wurden im slawischen Gebiet bisher nur sehr wenige gefunden, weswegen noch einige Unklarheiten bestehen. Auch niedrig gebrannte Keramik eignet sich teils gut zum Kochen (man schaue sich mal das Zeug aus dem Neolithikum an). Sie ist nur anfälliger gegen Beschädigungen. Dass die Keramik schlecht gebrannt war, dürfte jeder Archäologe leicht bestätigen können, da viel frühmittelalterliche und besonders slawische Keramik einem bei der Grabung oft unter der Hand wegbröselt oder sich spätestens beim Waschen in Wohlgefallen auflöst. Ausschlaggebend sind hier v.a. der schlechte Brand und die lange Bodenlagerung.
Andreas

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Eintrag #13 vom 09. Jul. 2009 14:03 Uhr Andreas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas eine Nachricht zu schreiben.

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Mit Beschädigungen meine ich natürlich nicht Beschädigungen durch das Feuer, sondern eher mechanische. Durch Feuer wird niedrig gebrannte Keramik in der Regel eher härter. Die heute so oft angebotenen hoch gebrannte, sehr harte Keramik, die oft schon Steinzeugcharakter hat, ist übrigens für offenes Feuer eher weniger gut geeignet. Sie verträgt die auftretenden Hitzeschwankungen nur sehr schlecht und man muss ständig aufpassen, dass sie nicht kaputt geht. Irdenware und niedrig gebrannte Keramik ist da weniger anspruchsvoll.
Andreas

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Eintrag #14 vom 09. Jul. 2009 14:12 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Niedrig gebrannt ist klar, aber 500 Grad?
Meines Wissens erfolgt die Umwandlung in einen Scherben halt erst oberhalb von 600 Grad. Und auch eine bei 700 Grad gebrannte Keramik ist immer noch niedrig gebrannt.

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Eintrag #15 vom 09. Jul. 2009 14:15 Uhr Julia Rode  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Julia Rode eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Keine / wenig...

Brennöfen da sehr oft im hauseigenen Ofen gebrannt wurde…

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Eintrag #16 vom 09. Jul. 2009 16:41 Uhr Andreas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas eine Nachricht zu schreiben.

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Es ist halt dummerweise Fakt, dass teilweise sehr niedrige Brenntemperaturen nachgewiesen wurden. Die erzeugte Keramik scheint fest genug zu sein, um darin zu kochen. Da müsste man mal mit einem Experimentalarchäologen sprechen, der selbst schon Grubenbrand bei niedrigen Temperaturen durchgeführt hat. Ich habe selbst schon genug Ur- und Früh- sowie Fma Keramik in der Hand gehabt, die sehr niedrig gebrannt war. Da muss man nach 500 oder mehr Jahren sehr aufpassen, das das Zeug einem nicht beim Waschen zerfließt. Natürlich gibt es auch höher gebrannte Ware, aber die alltägliche Gebrauchskeramik ist eher niedriger gebrannt.
Andreas

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Eintrag #17 vom 09. Jul. 2009 17:31 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Klar waren die Töppe “niedrig” gebrannt. Und ja, sie zerfallen einem heute zwischen den Fingern.
Aber wenn ein Topf nicht hoch genug (hoch GENUG, nicht “hoch”!) gebrannt ist, zerfällt er einem bereits, wenn man länger als ein paar Minuten was Flüssiges drinhat. Habe ich leider schon selbst erfahren dürfen mit Keramik, die ich selbst in einer Grube gebrannt habe. Hat das Abwaschen nach dem Brennen gut überstanden, aber beim Gebrauch gingen zuerst die Henkel ab (gleich nach ein par Stunden), dann bröselten plötzlich beim Abwaschen die Ränder runter…
Solange man nur Trockenes drinhatte, schien die Keramik perfekt hart zu sein, klang sogar. Aber das Wasser brachte es an den Tag…
Ich hab leider die Temperatur bei dieser Aktion nicht messen können.
Weshalb ich mich halt so wundere über die behaupteten 500 Grad ist, daß nach allem, was ich weiß, die Umwandlung in einen Scherben erst bei über 600 Grad stattfindet. Das heißt, bei Gefäßen, die mit weniger als 600 Grad gebrannt sind, müßte dasselbe passieren wie mit meinen Grubenbrandtöppen. Und darin zu kochen, macht sie (zumindest innen) auch nicht härter, da sich die Flüssigkeit im Topf nicht über 100 Grad erhitzen kann und den Topf wieder kühlt. Heißer als beim vorherigen Keramikbrand kann es im Kochfeuer nicht werden.

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Eintrag #18 vom 10. Jul. 2009 11:41 Uhr Andreas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas eine Nachricht zu schreiben.

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Es kommt sehr auf den Ton und die Magerung an. Bei “normaler” Irdenware liegt der Brennbereich zwischen ca. 450 bis um die 1000 Grad Celcius. Dass die Keramik um 500 Grad gebrannt keine besonders gute Qualität hat und wahrscheinlich sogar Probleme bei der Verwendung verursachen könnte, bestreite ich ja nicht, ich sage nur, dass sie trotzdem verwendet wurde, was durch archäologische und technische Untersuchungen nunmal hinreichend belegt ist. Dass der Brennbereich bei slawischer Keramik zwischen 500 und 800 Grad liegt heißt auch noch lange nicht, dass alles nur mit 500 Grad gebrannt wurde. Ich bin kein Töpfer und habe mich bisher besonders eingehend nur mit neuzeitlicher Keramik beschäftigt, aber selbst da kommt es zum Beispiel auch darauf an, wo im Ofen der einzelne Pott steht, wie gut der Töpfer die Brandführung beherrscht. Das ist mit Öfen des 18. und 19. Jahrhunderts schon schwierig genug. Im Gruben- und Feldbrand, könnte ich mir vorstellen, sind die entsprechenden Bedingungen noch schwieriger zu kontrollieren. Da könnte es meines Erachtens gut vorkommen, dass im Mittelpunkt gut und gerne 800 bis um die 1200 Grad erreicht werden können, zu den Rändern könnten die Temperaturen aber eventuell drastisch abnehmen.
Andreas

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Eintrag #19 vom 10. Jul. 2009 13:45 Uhr Andreas (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas eine Nachricht zu schreiben.

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Ergänzend bleibt mir noch zu sagen, dass es in Brennathmosphäre und -temperaturen einen fundamentalen Unterschied zwischen offenem und geschlossenem Grubenbrand einerseits und offenem und geschlossenem Feldbrand andererseits gibt. Feld- und Grubenbrand scheinen hier in der Diskussion immer als ein und dasselbe verstanden zu werden, doch sind sie das nicht. Beim offenen Grubenbrand wird unter Sauerstoffzufuhr in einer Grube gebrannt, wodurch oxidierend gebrannte Keramik als Ergebnis entsteht. Beim geschlossenen Grubenbrand wird der Meiler abgedeckt, so dass reduzierend gebrannte Keramik entsteht. Die beiden Arten des Feldbrandes unterscheiden sich hauptsächlich vom Grubenbrand dadurch, dass direkt auf dem Laufhorizont ein Meiler aufgesetzt wird, also ohne Grube gearbeitet wird. Wie beim Grubenbrand entsteht je nach Art auch oxidierend oder reduzierend gebrannte Keramik.
Andreas

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