Zum einen vernichtest du Geld, zum anderen ein Steuervergehen, solltest du dieses Werkstück später verkaufen. Da Bullions in D mit reduziertem Steuersatz verkauft werden, dürfen sie nicht zur Herstellung von Schmuck oder industriellen Erzeugnissen verwendet werden. Dafür gibt es Silbergranulat, welches dem normalen MwSt unterliegt.
ich maße mir nicht an, Granulation in schmucktauglicher Perfektion zu beherrschen. Was ich allerdings festgestellt habe, ist, dass zum “auflöten” von Silbergranalien bereits Spucke oder Zuckerwasser ausreicht. Silber bildet offenbar mit Kohlenstoff eine Verbindung, die einen sehr deutlich niedrigeren Schmelzpunkt als reines Silber hat (Deshalb geht es auch, dass man einen eben erst erstarrten Silbertropfen mit einem Holzstäbchen in der Mitte durchschmilzt und aufspießt. Habe früher manchmal Rohlinge für Ringe auf diese Weise gemacht.)
Also probier’s aus! Möglichst reines Silber (etwa Blech und Granalien aus einer 999/000 Philharmoniker Münze), das Blech mit Zuckerwasser, Bier, Spucke, Knochenleim… einstreichen und die Granalien damit ankleben,
gleichmäßig erhitzen, bis sich an der Oberfläche glänzende Schmelzspuren zeigen, dann müssten die Granalien eigentlich halten. (zumindest ich habe sie mit nichts mehr abbrechen können.)
Dort wird schon die eine oder andere Frage beantwortet bzw. kann dort auch gezielt gestellt werden. Das Thema Reaktionslot wird dort auch behandelt, einfach die SuFu benutzen. Hoffe ich konnte damit etwas helfen.
Nachtrag: Habe gerade gesehen das Herr Brepohl dort ein aktives Forenmitglied ist.
danke für Info, habe schon vermutet, spart mir eigene Versuche mit Bronze
heißt es dass ich auch mit Reaktionslot nur Gold oder Silber löten kann.
Ich hätte dabei auch an löten von kleinen Teilen wie z.B. Filigrandrähte oder Stege bei Emailarbeiten, gilt hier das Gleiche wie beim Granulieren, nur Gold und Silber verwenden, bei dem Träger und bei Verzierungen.
Granalien erstellen, sollte glaube auch beim Bronze gehen, beim Schmelzen und Gießen von Bronze entstehen auch feine Kügelchen, wenn kleine Stücken z.B. aufs Holzkohle fallen.
der eintrag ist zwar schon zwei jahre alt aber ich versuche trotzdem nochmals nachzufragen
mich würde interessieren ob jemand praktische erfahrungen mit den beiden techniken gemacht hat, theoretisch habe schon selbe sehr viel gelesen,
kann man mit reaktionslot auch bronze und kupfer löten, eigenet sich die granulation auch für bronze oder funktioniert nur bei gold und silber, ich möchte mich demnächst mit dem thema auch praktisch auseinandersetzen und würde gerne einige tipps ausprobieren bevor ich wieder von anfang alles entdecken muss
bin neu im chat, kann aber zu diesem Thema ein bischen was beitragen. Der Hinweis auf Brepohl ist ganz bauchbar. Ich habe letzte Woche einen Vortrag zu diesem Thema von Prof., Dr. Raub vom Edelmetall-Forschungsinstitut in Schwäbisch Gmünd gehört. “Das Gold vom Maisacker/Heuneburg”.
Die Granulation ist viel älter und bereits den Sumerern bekannt. Ich helfe gerne weiter, Details sprengen aber den Rahmen. Stichworte: Löten ohne Lot, Tips und Tricks, Physikalisch-chemische Wirkungsweise, ….
na da hat sich jemand was anspruchsvolles vor genommen! Beide Techniken sind machbar aber sie erfordern viel Geduld, deshalb werden sie so gut wie nicht mehr bei der Goldschmiede-Ausbildung gelehrt weil nicht “Wirtschaftlich” der Zeitaufwand im Vergleich zu dem was man verlangen kann steht in keinem Verhältnis, zu dem ist das Zeug sehr billig im Orient zu haben. Habe beide Techniken damals bei meinem Gesellenstück verwendet, hat einiges an Schweiß und Geduld erfordert, da sehr leicht was schief gehen kann.
Und Nina: Nein, bislang habe ich noch keine Goldschmiedeerfahrung. Dafür aber ein Talent, mir immer gleich die schwierigsten Techniken herauszusuchen… *augenverdreh*
meine erste Frage wäre, ob Du schon Goldschmiedetechnisch etwas gemacht hast?
Granulation wird nämlich auch gerne die Königsdiziplin unter Techniken genannt…
Ich persönlich habe mich bis jetzt nur theoretisch damit befasst, da mir momentan die Zeit fehlt noch eine Technik zu Erlernen, aber irgendwann möchte ich das auch einmal probieren…
Als weitere Bücher wären das noch
Theophilus Prespyter von E. Brepohl
oder modern Praktikum Goldschmieden Band 13… obwohl ich das selbst nicht haben und nicht sagen kann inwieweit dort dieselbe Technik verwand wird “Pseudogranulation”…
Die Suchfunktion hat nix ergeben, also mache ich hier mal ein neues Thema auf.
Und zwar würde ich mich im kommenden Jahr gerne mit Filigran- und Granulationsarbeiten beschäftigen. Da es bestimmt noch ein paar andere Leute mit ähnlichem Ansinnen gibt, wäre hier eine Literatur- und Erfahrungssammlung vielleicht ganz nett.
Speziell würde mich interessieren, welche Materialien und Werkzeuge ihr benutzt, und woher ihr die habt. Welche Probleme gibt es, wie kann man die lösen… das übliche halt :)
Zeitlich-/räumliche Einordnung (bei mir): Nordeuropa, 800-1000 n. Chr.
Mangels Erfahrungen beginne ich mit ein wenig Literatur:
Duczko, W. (1985): Birka V: The filigree and granulation work of the Viking period: an analysis of the material from Björkö.
Eilbracht, H. (1999): Filigran- und Granulationskunst im wikingischen Norden. Untersuchungen zum Transfer Frühmittelalterlicher Gold- und Silberschmiedetechniken zwischen dem Kontinent und Nordeuropa.