@ Jens du schaust mir immer genau auf die finger ;) recht so!
Also gelesen hab ichs unter anderem in walter salmens “spielfrauen im mittelalter”, ob es dort ein beleg oder die ansicht des autors war, kann ich nicht mehr genau sagen, hab das buch nur ausgeliehen. (memo an mich selbst: solche sachen kopieren.) ich werd nochmal in die bibliothek schaun, dann kann ichs sagen.
Irgendwie is das so schwer… ich will wirklich eine spielfrau darstellen, aber ich will nicht in ledertops und samtminiröcken herumlaufen. warum hatten die damals bloß noch keinen fotoapparat. :)
“Das die Seite sehr allgemein ist, hab ich mir wohl auch gedacht, aber ich hab schon oft davon gelesen, dass sich spielleute, wenn sie kleidung geschenkt bekamen, diese ein bisschen ummodelliert hatten”
Wo hast Du das denn gelesen? Ist das eine Ansicht, die ein Autor äussert, oder eine Primärquelle?
Um es noch einmal klar zu sagen: für das späte 15te Jahrhundert ist mir bei Frauen keine Kleidung mit “Schlitzen” bekannt, ohne konkrete Quellen wäre ich da sehr vorsichtig, und würde nicht irgendwelchen Allgemeinplätzen auf den Leim gehen. Die Rechnung “Spielleute = komische Kleidung” geht in vielerlei Hinsicht so nicht auf.
Mit “normaler” kleidung hab ich mich wohl schon auseinandergesetzt und bez. spielfrauen bin ich den leuten in unseren Museen einige male auf den geist gegangen. :)
Das die Seite sehr allgemein ist, hab ich mir wohl auch gedacht, aber ich hab schon oft davon gelesen, dass sich spielleute, wenn sie kleidung geschenkt bekamen, diese ein bisschen ummodelliert hatten.
Noch eine kleine Frage: seh ich das richtig, dass bei den schlitzen kein stoff unterlegt wird, sondern das untergewand einfach durchblitzt? bin was bildquellen deuten angeht noch nicht so fit. :)
Bei den Londonfunden - in diesem Fall afaik Ende 14. Jhdt. - bestehen die gefundenen Zaddeln aus einem festgewalkten Tuch und hatten keinerlei weitere Versäuberung. Bei den Grönlandfunden sollte man bedenken, dass es sich um “normale”, alltagstaugliche Kleidung gehandelt hat, die weder Zaddeln, noch die frühneuzeitlichen Zerhaue (vielleicht ist das hier mit Schlitzen gemeint) hatten.
Ich (!!) würde das einfach einschneiden und knappkanting umlegen und versäubern (wie bei den Grönlandfunden). In der Spitze ist es etwas fitzelig, ist aber zu bewältigen. Ich mach das bei Halsschlitzen, etc. immer so. Man muß natürlich entsprechend fein stechen…
Ich fürchte, ich muss Dich da etwas bremsen: so wird das nicht klappen.
Das fängt erstmal damit an, dass die ersten Schlitzverzierungen (“zerhauenes Zeug”) mir aus der Frührenaissance, ab Mitte 15tes Jahrhundert, und sehr zögerlich, mit verboten belegt, und vor allem von Italien aus bekannt sind, und dann kaum bis nicht bei Frauen.
Die Seite dort ist viel zu allgemein, ich fürchte, Du wirst Dich erst einmal grundsätzlich mit der Kleidung im 15ten Jahrhundert auseinander setzen müssen, und dann vor allem auch nochmal mit der Frage, ob, wie und inwieweit es überhaupt zu der Zeit in hiesigen Landen so etwas wie “Spielfrauen” gab.
Ich würde auch eher von einem angesetzten Rockteil abraten, auch wenn sich die ca. ab der Mitte des 15ten Jahrhunderts nachweisen lassen, ist die notwendige Stoffmenge doch recht hoch.
Also… ich habe hier mugi.hfmt-hamburg.de/spielfrauen/3/muster.html den Hinweis gefunden, dass Spielfrauen oft ihre Kleider mit Schlitzen verschönert haben. Ich denke mal, dass das diese Art von Schlitzen ist, wo drunter dann noch ein Stoff ist, oder? Jetz wollte ich mal fragen, wie man sowas näht. Nachdem ich nun nämlich schon 3 kleider hab bei denen ich im nahhineien draufgekommen bin dass sie nicht wirklich passen will ich jetz nicht schon wieder alles verhaun. Das Kleid wird übrigens im Schnitt des 15. Jhdt., mit angesetztem Rock und ßrmeln und vorne zu zuschnüren. (eben auf das hin, dass Spielleute ja oft mit Gewand entlohnt wurden)