Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Geweihgriffe

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Eintrag #1 vom 08. Okt. 2002 16:46 Uhr Kornelius Kusch  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Kornelius Kusch eine Nachricht zu schreiben.

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ich habe ein paar sehr schöne geweih
stücke bekommen und möcht mir nun ein griff für ein etwas grösseres sax und ein eifaches gebrauchsmesser fertigen,…
nun ein paar fragen:
wie befestige ich die klinge am besten in dem griffstück???
über eine anleitung oder tips und links würde ich mich freuen,…
mange tak Kornelius

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Eintrag #2 vom 08. Okt. 2002 21:42 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Kornelius
Tja, das ist gar nicht so einfach:
Hirschgeweih u.ä. (ich nehme an, das es sich um soetwas handelt) hat so seine Tücken:
Innen ist es porös, sozusagen “schaumig” und nicht sehr stabil. Man kann also nicht wie bei Holz einfach Schäften wie bei einem Feilenheft o.ä.
Anfang und Ende des Griffes tragen dann zwangsläufig auch dieses unschöne Innenleben zur Schau. Man müßte also eigentlich mit “Deckeln” arbeiten…
Messermacher lösen das Problem heute gerne, indem sie die Angeln mit reichlich Epoxidharzzweikomponentenkleber (z.B. Uhu Endfest) in das zuvor weitgehend ausgehöhlte Horn kleben und mit der Parierstange o.ä. das Loch vorne verschließen. Wenn´s das Hornstück erlaubt, kann man am Anderen Ende die “Rose” als “Knauf” belassen.
Unsere Vorfahren haben sich geholfen, indem sie Horn als Messergriff nur selten verwendet haben…;-)
Weit häufiger (weil stabiler und weniger aufwendig) wurden Holz, Knochen, Elfenbein oder ähnliche, massive Materialien verwendet. Manchmal auch in Kombination mit Rinderhorn, dem Plastikersatz unserer Vofahren.
Auch wegen des “historistischen” aussehens sind Horngriffe in der Messermacherszene etwas aus der Mode geraten.
Wenn Du dennoch (was ich nachvollziehen kann) etwas hübsches daraus machen willst, rate ich Dir zum Epoxidharz. Das Zeug hält wirklich! Alles Andere ist sehr schwierig und meist Glücksfallabhängig. Durchführen der Angel und Vernieten am Knaufende ist absolut nichts für Anfänger!
Ansonsten:
Nimm Holz für die Griffe (da gibt´s auch schöne Sachen) und mach aus dem Horn Knöpfe, Knebel oder Nadelbehälter… Eben die Accessoires, die man schon immer daraus gemacht hat und zu denen es sich besser eignet.
Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Euer Traumschmied

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Eintrag #3 vom 09. Okt. 2002 07:36 Uhr Joachim Meinicke  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Joachim Meinicke eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht alt oder neu?

Ich wäre mir auch nicht sicher, ob man alte Geweihe, die man auf jedem Flohmarkt hinterhergeworfen bekommt, noch verarbeiten kann. Aber vielleicht sind Deine ja noch “frisch”.
Joachim

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Eintrag #4 vom 10. Okt. 2002 18:20 Uhr wilfried reichenbach   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Alter spielt keine Rolle

Das Geweih lässt sich unabhängig vom Alter verarbeiten. Um es für die Bearbeitung weicher zu machen, kann man es ein paar Tage in Wasser legen.
Wenn das Messer eine Rundangel hat, kann man die dünneren Enden (Spitzen) verwenden, da ist innen wenig schwammiges Material, das man herausbohren kann. Auf den letzten Zentimetern ist das Horn sogar massiv.
Die dickeren Teile kann man für Messer mit Flachangel einsetzen. Einfach der Länge nach auftrennen, das schwammige Material wegschleifen und die beiden Griffschalen aufnieten. Evtl zur Sicherheit noch vernieten.
Wenn dir die urige Hirschhornoptik nicht gefällt, kannst du das dunkle äussere Material auch wegschleifen und das helle Horn polieren. Das sieht dann fast wie Elfenbein aus.
Gruß gervase-ap-rhys, Hornschnitzer

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Eintrag #5 vom 13. Okt. 2002 12:05 Uhr Rolf Schubert   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Epoxydharz

Hallo,
wie schon geschrieben eignet sich Epoxydharz sehr gut. Allerdings sollte man folgendes beachten:
Von der Fa. UHU gibt es verschiedene Sorten, rot, blau und grün (Verpackungen). Diese unterscheiden sich in den Abbindezeiten/Standfestigkeit. Für das einkleben von Klingen eignet sich eigendlich am besten die grüne Verpackung (Tuben). Nach ca. 24 std. ist das Zeug hart und erreicht seine absolute Festigkeit.Wichtig ist aber wie bei allen 2 Kompontenklebern (Binder+Härter) das das Mischungsverhältnis unbedingt eingehalten wird, ansonsten kann es zu bösen ßberraschungen kommen (das Zeug wird nicht hart).
Ein kleiner Tipp noch von mir: Nach dem anrühren, Härter und Binder, etwas feingemahlene Holzkohle/Grafit od. Pottasche dazugeben. Das ergibt den Effekt von Birkenpech. Das ist z.B. ein Klebstoff den die Messermacher damals verwendet haben. Natürlich kann man seine Klingen immer noch mit Birkenpech einkleben aber die Standzeiten/festigkeit sind nicht so hoch wie Epoxydharz.
Es wurde auch schon vom polieren gesprochen des Geweihstücks gesprochen. Das kann ich auch nur empfehlen. Also alles mit Raspel, Feile o.ä. herunterholen bis das Werkstück eine Knochenfarbige Oberfläche aufweist. Dann mit groben, mittleren und sehr feinen Schleifpapier solange bearbeiten bis die Oberfläche glatt ist. Als Finisch das ganze mit Stahlwolle polieren (Oberfläche glänzt)und mit Hartwachs einreiben.
Und nun viel Spass
Rollo Rolfson, Lodur Sippe

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Eintrag #6 vom 13. Okt. 2002 19:42 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Nochmal Epoxy von Uhu...

Hallo Nochmal
…Die rot und blau verpackten gehen auch. Einziger Unterschied ist die Zeit, die sie zum abbinden brauchen. Mit dem roten (“Sofortfest”) sitzt die Klinge schon nach ein paar Minuten. Kann aber dem Laien zu schnell sein. Ich würde deshalb den Blauen (“Endfest”) empfehlen. Grün hab´ ich noch gar nicht probiert. Aber warum nicht.
Gute Idee, das mit dem Ruß. Allerdings würde ich lieber zusehen, das man von dem Kleber gar nix sieht.
Hat eigentlich jemand erfahrung mit echtem Birkenpech beim Einkleben von Klingen?
Pottasche ist übrigens eigentlich weiß (Kaliumkarbonat, das durch “Auslaugen” (spülen)von Holzasche mit Wasser gewonnen wird. Nach dem Filtrieren und Eindampfen der Brühe in einem “Pott” bleibt die “Pottasche” zurück. Hat man u.a. Seife draus gemacht).
Das Abschleifen und Polieren des Horns ist in der Tat eine gute Möglichkeit, hat aber auch seine Tücken. Man schleift leicht auf den “Schaum” durch. Es können also nur Stücke mit genügend dicker “Wandstärke” und relativ wenig Strucktur sauber verarbeitet werden.
Euer Traumschmied

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Eintrag #7 vom 13. Okt. 2002 19:49 Uhr Hilmar Becker  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Hilmar Becker eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Und damals?

Und nun mal weg von dem modernen Teufelszeug ;-)
Wie hat man es früher gemacht? Da muß es doch was ohne moderne Chemie gegeben haben?
Mehr Input!!!!
Gruß
Hilmar

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Eintrag #8 vom 13. Okt. 2002 20:02 Uhr Walter Ruf  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Walter Ruf eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Griff

Hallo,
Ein Bekannter hat das Horn eingeweicht und etwas erhitzt,
danach die Angel in das Horn geklopft…
Nach dem Aushärten die Klinge fest verankert…
Nach seiner Aussage war die Methode im10.Jhd. üblich,
ich habe allerdings Zweifel, ob das dem Horn so gut tut… (Keilwirkung)
Gruss,
Walter

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Eintrag #9 vom 13. Okt. 2002 22:12 Uhr Thomas Schiebel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Schiebel eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Harz

In einer anderen Diskussion habe ich mal was gelesen, was ich hier ungeprüft hineinkopiere.
Zitat on:
In Dänemark sagte mir ein alter Schmied , das er seine Messer wie früher einschaftet .
Er nimmt dafür Baumharz.
Es wird getrocknet und dann fein gemahlen .
In die ßffnung des Schaftes wird das gemahlene Harz eingestreut. Das Messer wird an der Angel leicht erhitzt und dann in heissem zustand in den schaft gedrückt. Durch die Hitze schmilzt das Harz und umschliesst die Angel des Messers.
Es ist der selbe effekt wie bei Eoxidharz.
Zitat off.
Viele Grüße, Gorm

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Eintrag #10 vom 14. Okt. 2002 07:26 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Früher...

Hallo Hilmar,Thomas, Walter
Also, beide genannten Methoden hören sich sehr brauchbar an (wobei mir die mit Naturharz am besten gefällt). Ich muß gestehen, darauf noch nicht gekommen zu sein.
Bei Hilmars Frage “wie hat man es Früher gemacht” bleibt bei mir das schon erwähnte Problem, das es so aussieht, als hätte man solches Horn möglichst nicht (d.h. eher selten) verwendet. Und ich nehme an, das das daran liegt, daß es sich eben in seinem Ursprungszustand (also einfach ein Stück Geweih) aus den hier schon genannten, vielschichtigen Gründen nicht so toll für Werkzeuggriffe eignet.
Ich kenne fast nur Beispiele aus dem Ho- bis Spämi, und allesamt sind Stücke, die nicht übermäßig belastet werden (oft Essbesteck) oder aber sehr aufwendig gemacht sind (mit “Zwingen” um die Hornenden und durchgehenden Angeln z.B. bei Waidbesteck).
Hier könnte ich auch “mehr Input” vertragen.
Euer Traumschmied

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Eintrag #11 vom 17. Okt. 2002 19:06 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Bohren!

Moin!
Gegen die Spaltwirkung der Angel könnte man doch den Griff mittels eines Löffelbohrers vorbohren? Hat Stephan Deuble bei meinem Hippengriff gemacht (Eschenholz) und hält prima.
gruß, uli

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Eintrag #12 vom 20. Okt. 2002 10:43 Uhr wilfried reichenbach   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Baumharz

Reines Baumharz als Kleber ist sehr spröde und splittert. Deshalb wurde immer etwas Bienenwachs beigemischt, um den Kleber elastischer zu machen.
Baumharz in fertiger Form bekommt man in Musikläden, in Form von Kolophonium, das verwendet wird, um die Geigenbögen einzureiben.
Ist allerdings recht teuer.
Gruß gervase-ap-rhys, Hornschnitzer

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Eintrag #13 vom 22. Okt. 2002 16:52 Uhr Florian Voigt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Florian Voigt eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Holzpech

Birkenpech gibts in der Apoteke, ist aber sehr flüssig und muß stark eingekocht werden.
Einfacher und billiger gibt es Buchenpech im Jagtbedarf (schmiert man an Baume, lockt Wildschweine). Muß vieleicht noch ein bischen eingekocht werden, aber nicht viel.
viel Spaß damit
Tamnek

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Eintrag #14 vom 22. Okt. 2002 21:42 Uhr Rolf Schubert   Nachricht

nach oben / Zur Übersicht Klebstoff - woher??

Hallo,
warum in der Apotheke viel Geld ausgeben?
Knochenleim, Holzteer und auch Birkenpech bekommt man bei Agil. www.agil-online.de dann weiter auf Rohstoffe. Das ist viel bequemer von zu Hause aus, am Compi mit der Heizung im Rücken, als bei der derzeitigen Schlechtwetterlage durch die Gemeinde zu ziehen *GGG*
Rollo Rolfson, Lodur Sippe

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Eintrag #15 vom 23. Okt. 2002 20:34 Uhr Thomas Schiebel  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Thomas Schiebel eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht oder selbermachen

Vielleicht habe ich ja nur kein Glück gehabt (sondern Pech ;-) ), aber das mir von Agil gelieferte Birkenpech taugt ausser als Stinkbombe höchstens als schwarze Farbe. Eher empfehle ich beim Besuch eines teerkochenden Museums etwas mitzubringen, oder tatsächlich selber herstellen (aber draußen !!!).
Tips dazu gibts unter anderem im Forum von www.dueppel.de
Viele Grüße, Gorm

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Eintrag #16 vom 23. Okt. 2002 20:48 Uhr Martin Opitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Martin Opitz eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Birkenpech

Hallo,
ich habe das selbe Problem mit dem Birkenpech von AGIL, als Kleber taugt es nix. Fast so flüssig wie Wasser. Und fürs einkochen, wie Florian empfiehlt, muss ich mir einen Platz fernab jeglicher Zivilisation suchen, so sehr stinkt das Zeug. Aber trotzdem: gibts sonst Erfahrungen mit einkochen? Vielleicht kann ich ja doch noch was brauchbares draus machen.
Grüße
Martin

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Eintrag #17 vom 23. Okt. 2002 20:56 Uhr Hilmar Becker  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Hilmar Becker eine Nachricht zu schreiben.

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… und die Diskussion darüber gibts da: [Taverne, Thread: birkenpech]
und bitte nicht hier.
Gruß
Hilmar
TV-Team

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Eintrag #18 vom 10. Jun. 2004 15:03 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

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Nochmal zurück zum Thema:
Mir ist aufgefallen, dass hier die Begriffe “Horn” und “Geweih” lustig durcheinander geworfen wurden.
Ja, es stimmt, Geweih wird (wurde) auch oft “Hirschhorn” genannt, aber Horn z.B. vom Rind(aus Keratin, ähnelt unseren Fingernägeln) ist etwas ganz anderes als Geweih (ein Knochenmaterial) von einem Hirsch oder Reh, ergo sind beide Materialien unterschiedlich im Verhalten gegenüber Klebstoffen, Spaltbarkeit usw.
Geweih hat z.B. oft unterschiedliche Dichtebereiche (wie bei Röhrenknochen gibt es schwammartige [spongiöse] und dichte Anteile), Horn dagegen ist immer gleich dicht - oder eben hohl ;-) und faserartig.
Zur Verwendung als Messer- oder Werkzeuggriff sind aber trotzdem prinzipiell beide Materialien geeignet.
Also bitte hier genau überlegen, was jeweils wirklich gemeint ist - sonst führt es nur zur Verwirrung - gerade bei den Anfängern.
Gruß, Ingo

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Eintrag #19 vom 08. Okt. 2004 20:38 Uhr Daniel Van den Woldenberg  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Daniel Van den Woldenberg eine Nachricht zu schreiben.

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Zu Geweihgriffen:
Ich mache meine Griffe auf eine ganz simple Art.
Das Schwammige Material wird dort, wo die klinge eingesetzt werden soll 3-4cm tief eingebohrt(oder auch kürzer bis gar nicht) , dann wird die Messerklinge so weit es geht eingesetzt, gegen eine Tischlerbank aus Holz gehalten und gegen die Rückseite des Geweihgriffes geschlagen(ein Holzhammer eignet sich hierfür gut).
Die Angel drückt sich in das Schwammige Material, verdichtet dieses und verkantet sich automatisch, sie ist nicht mehr herauszubekommen(mit menschlicher Kraft hat es bisher noch keiner geschafft).
Das Poröse oder schwammige Material kann man gut verschwinden lassen, wenn man es abschabt(bis zu einem cm runterschaben) und dann mit Bienenwachs ausgießt. Gibt man etwas Harz zu dem Wachs wird es fester, lässt sich aber meines wissens nach nicht so leicht wieder erneuern.
Soweit mein erfahrungsbericht.
Gruß,
Der Knochenschnitzer Wilhelm

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Eintrag #20 vom 08. Okt. 2004 22:40 Uhr Heiko Marquardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heiko Marquardt eine Nachricht zu schreiben.

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Na endlich kann ich mal wieder den Chemiemeister heraushängen lassen:
So verkehrt ist das mit dem Baumharz nicht, dient er auch heute noch als Grundstoff für die Klebesticks für die Heißklebepistole. Warum auch nicht, war doch Baumharz schließlich der Heißkleber der Vergangenheit! Vieleicht helfen folgende Tips für die Verarbeitung:
Am einfachsten bekommt man Kleber aus dem Baumharz von Kiefer, Tanne oder Fichte. Das Baumharz hat etwa die doppelte Klebekraft von handelsüblichen Klebern und hat nebenbei noch viele andere Anwendungen, wie zum Verkitten von Rissen in Holzschalen, als Nahtdichter zum Beispiel für Schuhwerk oder etwa um Körbe wasserdicht zu machen; mit Alkohol verdünnt ergibt das Harz sogar einen brauchbaren Firnislack.
Ersteinmal muß man natürlich Baumharz sammeln. Am besten in einer Tüte oder einem anderen geeigneten Behältnis. Geeignet ist sowohl flüssiges, als auch ausgehärtetes Baumharz. Man sollte darauf achten, daß sich in dem Harz so wenig Verunreinigungen wie möglich befinden.
Um nun Kleber herzustellen, gibt man das Baumharz in möglichst kleinen Stücken in ein Gefäß. Wenn man keines zur Verfügung hat, dann reicht auch ein flacher Stein, auf dem man das Harz am Feuer erhitzt oder gar ein Stock, an dessen Spitze man das Harz am Feuer erhitzt, aber Vorsicht, Harz ist hochentzüdlich. Das Harz muß nun vorsichtig erhitzt werden, es darf nicht überhitzt werden, da der Kleber sonst an Qualität einbüßt. Wenn Sich das Harz verflüssigt hat, kann man es zum Kleben verwenden indem man es entweder direkt auf die Klebefläche gießt oder es mit Hilfe eines kurzen Stockes aufträgt, quasi als Härter kann man dem Harz Holzasche beimischen.
Kollophonium ist natürlich die einfachste Art an Harz zu kommen, den einfach in den Wald gehen und eventl. ein paar Weihnachtsbäume anzuzapfen dürfte mächtig ärger bringen.

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Eintrag #21 vom 16. Jun. 2005 13:08 Uhr Dirk Jerusalem  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Dirk Jerusalem eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht Geweih ... einweichen

Hallo zusammen,
da hier schonmal das Thema einweichen erwähnt wurde … mir ist da gerade etwas beim Lesen über den Weg gelaufen.
Zitat: “Hirschgeweihe sind im allgemeinen zu hart um bearbeitet werden zu können. Sie wurden deshalb in einem Säurebad aufgeweicht. Versuche haben ergeben, daß ein sechswöchiges Bad in Sauerampfer Geweih so weich macht, daß es wie Holz bearbeitet werden kann und daß es 4 Tage nach der Entnahme wieder die alte Festigkeit erlangt.”
Dabei wird auf folgende Literatur verwiesen: J. Tauber, Beinschnitzer auf der Frohburg, Festschrift Elisabeth Schmid, Basel 1977, 214-225, S. 18
Das Zitat stammt aus: Sabine Felgenhauer-Schmiedt: “Sachkultur des Mittelalters im Spiegel der archäologischen Funde”
Gruß,
Terricus

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