Thema als Feed (RSS 2.0) Thema als Feed (ATOM 1.0) Klebstoffe

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Eintrag #1 vom 06. Jan. 2004 19:30 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

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Schon lange frage ich mich: Was gab es von der Antike bis in die Neuzeit eigentlich an Klebstoffen? Klar, Die Glutinleime (Knochenleim, Hasenleim….) o.ä. Aber was ist mit Harzen, Naturgummi, Wachsen und deren Mischungen? Wer kennt Rezepte, Quellen, Eigenschaften, Tipps und Tricks?
Ich bin dankbar für jeden Eintrag.
Euer Traumschmied

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Eintrag #2 vom 07. Jan. 2004 00:35 Uhr Gunter Krebs  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gunter Krebs eine Nachricht zu schreiben.

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Ich kann da speziell das Werk “De diversis artibus” von Theophilus Presbyter aus dem 12 Jh. empfehlen. Im 1. Teil über Malerei sind einige Rezepte vorhanden. Kurz zusammengefasst, es wurden verwendet hauptsächlich:
- Glutinleime (Knochenleim, Fischleim, etc.wie schon aufgeführt) z.B. zum Aufleimen von Haut auf Holz.
- Kalk Kasein Leim (ideal für Holz, wasserfest)
- Fruchtgummi (z.B. Kirschgummi) als Farbbindemittel hauptsächlich, da wasserlöslich
- Honig (als Kleber für Blattgold)
Speziell zum Kalk-Kasein werden wir demnächst einige Experimente durchführen. Erfahrungsberichte werden wir dann nachliefern.
Gruß, Gunter Krebs - turba-delirantium.skyrocket.de

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Eintrag #3 vom 07. Jan. 2004 12:16 Uhr David Seidlitz  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um David Seidlitz eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
mir ist da noch Birkenpech, und Holzteer bekannt.
Im Orient und im alten Rom wohl auch einige Naturgummiarten (Gummi arabicum). Letzteres wurde auch als Bindemittel zur Tintenherstellung benutzt.
Mehr ist mir nicht (ausser den unten schon genannten Arten) bekannt, aber ist auch nicht unbedingt mein Gebiet.
Grüße, David
familia ministerialis - Alltagsleben um 1280
www.familia-ministerialis.de

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Eintrag #4 vom 08. Jan. 2004 08:26 Uhr Claus J. Billet   Nachricht

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hm…
nicht zu vergessen die einfachsten Binde-Klebemittel:
Eiweiß, oder auch Mehl/Wasser,
Kartoffelstärke/Wasser
Billet de Muisson

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Eintrag #5 vom 08. Jan. 2004 08:29 Uhr Gunter Krebs  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Gunter Krebs eine Nachricht zu schreiben.

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mit den ersten beiden bin ich einverstanden. Kartoffelstärke ist mit sicherheit nicht authentisch - zumindest nicht auf dieser Seite des großen Teichs.
Gunter Krebs turba-delirantium.skyrocket.de

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Eintrag #6 vom 08. Jan. 2004 12:33 Uhr Claus J. Billet   Nachricht

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…richtig !
Die Kartoffel kam erst 1585 nach Europa !
…sorry !
aber war nach einer Zeit gefragt ?
ich dacht es ging um Klebe-Bindemittel allgemein ! :-)
Billet de Muisson

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Eintrag #7 vom 09. Jan. 2004 07:37 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Ihr
Also, vielen Dank schonmal für die bisherigen Einträge.
Das Mit der Kartoffel ist insofern egal, als das man den entsprechenden Klebstoff “Dextrin” auch auch Getreidestärke herstellen kann… das Zeug wird übrigens heute noch bei vielen “kinderfreundlichen” Papierklebstoffen zum Basteln verwendet!
Ich möchte natürlich, das es hier tatsächlich um alte Klebstoffe ganz allgemein geht. Allerdings muß ich gestehen, das ich derzeit ein Rezept für einen harzhaltigen Kleber suche, der sich zum Kleben von Holzgriffhülsen auf Messer- und Schwertangeln eignet. Ich habe kürzlich einige Indische Kukris restauriert (ca. 150 Jahre alt) und die waren mit einem deutlich aromatisch duftendem Klebstoff gepeppt, und das bei einer nach heutigen Maßstäben eigentlich viel zu kurzen Angel. Der Kleber war außerdem noch gut elastisch (etwa wie moderner Heißkleber). Sowas in die Richtung suche ich. Drauflosexperimentieren hat wenig Sinn, da ich inzwiischen mindestens 20 Harze und 200 weitere, mögliche Inhaltsstoffe kenne.
Stefan Deuble hat mal woanders eine Rezeptur (harz und Wachs) zum Kleben von Messergriffen gepostet. Diese erscheint mir aber für meine Zwecke zu spröde und auch etwas zu weich. Bei Messern o.k., ich bräuchte aber schon etwas besseres oder aber eine genauere Beschreibung.
Postet einfach fleißig weiter, was Ihr so alles kennt.
Euer Traumschmied

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Eintrag #8 vom 10. Feb. 2004 21:08 Uhr Heinrich Butschal  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heinrich Butschal eine Nachricht zu schreiben.

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Versuch es doch mal mit Kolphonium.
Im reinen Zustand ist es sehr hart und spröde, riecht aber beim Erwärmen wunderbar aromatisch.
Geschmolzen mit Wachsen, Fetten oder Heisskelber ergeben sich vielfältige Effekte und eine hervorragend elastische Klebewirkung.
Siehe auch weiter unten im Artikel zu Harzen: www.schmuckfabrik.de/seminar/kapitel1.htm
Viele Grüße, Heinrich Butschal

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Eintrag #9 vom 11. Feb. 2004 12:19 Uhr Uli Gasper  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Uli Gasper eine Nachricht zu schreiben.

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Moin!
Ich hab beim Schuhenähen mit Herrn Von der Heiden erste Erfahrungen mit Schusterpech, einer Harzmischung gemacht. klebt bei Erwärmung ordentlich. ßber die ZUsammensetzung weiß ich allerdings nix, da müsstest Du mal bei knieriem.de nachfragen
Gruß, Uli

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Eintrag #10 vom 11. Feb. 2004 12:55 Uhr Ameli (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Ameli eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Uli,
es ist knieriem.NET - bei .de kommt Ihr auf einer Grafikerseite raus.
Gruß
Ameli

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Eintrag #11 vom 11. Feb. 2004 14:25 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Uli,
also Schusterpech (bekannt aus der Verwendung in der Schumacherei zur Versteifung und Haltbarmachung von Fäden) besteht aus einer Mischung von Kolophonium, Harzölen, Paraffin und “Ozokerit” sowie weiteren anorganischen Stoffen z.B. Talk oder Kaolin. Wird aber eher nicht als Klebstoff verwendet (obwohl das sicher gut an Händen, Kittel oder Hose klebt). ;-)
Gruß, Ingo

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Eintrag #12 vom 11. Feb. 2004 17:57 Uhr Lena Pechar  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Lena Pechar eine Nachricht zu schreiben.

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Ich brauche zum Geige Spielen Kolphonium. Mir wurde beigebracht, dass das Zeug nicht ungiftig ist.
Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, was das eigentlich genau ist - weiß das einer?
Lena_P

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Eintrag #13 vom 12. Feb. 2004 01:38 Uhr Margarete Jaeger  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Margarete Jaeger eine Nachricht zu schreiben.

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Hab mal kurz nachgeschaut, und diesen Text gefunden: “Erhitzt man Kiefernharze in geschlossenen Kesseln auf über 100°, so destillieren Wasser und Terpentinöl über, während die im Kessel zurückbleibende Schmelze bei der Abkühlung zu einer glasartigen Masse - Kolophonium genannt - erstarrt”
Margarete

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Eintrag #14 vom 12. Feb. 2004 09:49 Uhr Ingo Ludwig  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Ingo Ludwig eine Nachricht zu schreiben.

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Also zur Herstellung und Verwendung von Kolophonium gibt es unter members.aol.com/woinem1/index/rosin.htm
eine gute und ausführliche ßbersicht (auch zur Geschichte). Dort steht aber auch (entgegen des Vorschlags von Heinrich im Beitrag 8), dass K. nicht kleben soll (ist ja auch beim Geige Spielen eher hinderlich ;-)).
Kleben kann man nur mit den Ausgangsprodukten (verschiedene Arten von Harzen der Nadelbäume) - auch geschichtlich als Klebstoff zur Befestigung steinzeitlicher Pfeilspitzen belegt.
Gruß, Ingo

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Eintrag #15 vom 12. Feb. 2004 11:22 Uhr Heinrich Butschal  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heinrich Butschal eine Nachricht zu schreiben.

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Kolophonium klebt bei Zimmertemperatur nicht, wenn man es erhitzt dafür sehr stark (auch nach dem abkühlen noch).
Wenn man nun zum geschmolzenen Kolophonium niedrigerchmelzende Stoffe hinzufügt wird es bei Zimmertemperatur elastischer und die Klebewirkung setzt schon früher ein.
Man kann beliebig mit solchen Mischungen die unterschiedlichsten Eigenschaften erzielen.
Viele Grüße, Heinrich Butschal www.schmuckfabrik.de

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Eintrag #16 vom 20. Feb. 2004 22:02 Uhr Stephen Pajer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stephen Pajer eine Nachricht zu schreiben.

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Wir Drehleierspieler benutzen Kolophonium, das in Alkohol gelöst ist, um Watte auf die Saiten zu kleben, damit sich diese nicht am Rad durchreiben und die Watte den Ton besser transportiert. der Alkohol verdunstet, übrig bleibt das Kolophonium, das allerdings in seiner Reinform viel zu spröde ist, um damit etwas derart belastbares wie Messergriffe zu kleben.

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Eintrag #17 vom 20. Feb. 2004 22:05 Uhr Stephen Pajer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Stephen Pajer eine Nachricht zu schreiben.

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Nachtrag: wir erhitzen das Kolophonium nicht vor dem Auftragen. Es klebt auch bei Zimmertemperatur. Auch um das Rad der Leuier “griffiger” zu machen, verwendet man Kolophonium, in fester oder pulverisierter Form. Das Pulver ist ein wenig klebrig und setzt sich an lackierten Holzflächen gut an (siehe auch der weiße Staub, der auf vielen armen Geigendecken klebt)

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Eintrag #18 vom 22. Feb. 2004 12:12 Uhr Arno Eckhardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Arno Eckhardt eine Nachricht zu schreiben.

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hallo Ihr
Vielen Dank nochmal für die bisherigen Beiträge. Ich denke, Kolophonium ist der Richtige Weg, evtl. mit etwas Wachs und Füllstoff (z.B. Ziegelmehl o.a.) Ich werde damit mal experimentieren.
Euer Traumschmied

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Eintrag #19 vom 02. Mrz. 2004 07:20 Uhr Heinrich Butschal  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heinrich Butschal eine Nachricht zu schreiben.

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Im Bild der Wissenschaft habe ich in einem Artikel über ßtzi zu der Herstellung von Birkenteer als Klebstoff zur Fixierung der Bindung von Pfeilspitzen die Adresse: www.dueppel.de/lexikon/holzteer.htm
Viele Grüße, Heinrich Butschal www.schmuckfabrik.de

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