Im Bild der Wissenschaft habe ich in einem Artikel über ßtzi zu der Herstellung von Birkenteer als Klebstoff zur Fixierung der Bindung von Pfeilspitzen die Adresse:
www.dueppel.de/lexikon/holzteer.htm
Vielen Dank nochmal für die bisherigen Beiträge. Ich denke, Kolophonium ist der Richtige Weg, evtl. mit etwas Wachs und Füllstoff (z.B. Ziegelmehl o.a.) Ich werde damit mal experimentieren.
Nachtrag: wir erhitzen das Kolophonium nicht vor dem Auftragen. Es klebt auch bei Zimmertemperatur. Auch um das Rad der Leuier “griffiger” zu machen, verwendet man Kolophonium, in fester oder pulverisierter Form. Das Pulver ist ein wenig klebrig und setzt sich an lackierten Holzflächen gut an (siehe auch der weiße Staub, der auf vielen armen Geigendecken klebt)
Wir Drehleierspieler benutzen Kolophonium, das in Alkohol gelöst ist, um Watte auf die Saiten zu kleben, damit sich diese nicht am Rad durchreiben und die Watte den Ton besser transportiert. der Alkohol verdunstet, übrig bleibt das Kolophonium, das allerdings in seiner Reinform viel zu spröde ist, um damit etwas derart belastbares wie Messergriffe zu kleben.
Kolophonium klebt bei Zimmertemperatur nicht, wenn man es erhitzt dafür sehr stark (auch nach dem abkühlen noch).
Wenn man nun zum geschmolzenen Kolophonium niedrigerchmelzende Stoffe hinzufügt wird es bei Zimmertemperatur elastischer und die Klebewirkung setzt schon früher ein.
Man kann beliebig mit solchen Mischungen die unterschiedlichsten Eigenschaften erzielen.
eine gute und ausführliche ßbersicht (auch zur Geschichte). Dort steht aber auch (entgegen des Vorschlags von Heinrich im Beitrag 8), dass K. nicht kleben soll (ist ja auch beim Geige Spielen eher hinderlich ;-)).
Kleben kann man nur mit den Ausgangsprodukten (verschiedene Arten von Harzen der Nadelbäume) - auch geschichtlich als Klebstoff zur Befestigung steinzeitlicher Pfeilspitzen belegt.
Hab mal kurz nachgeschaut, und diesen Text gefunden: “Erhitzt man Kiefernharze in geschlossenen Kesseln auf über 100°, so destillieren Wasser und Terpentinöl über, während die im Kessel zurückbleibende Schmelze bei der Abkühlung zu einer glasartigen Masse - Kolophonium genannt - erstarrt”
also Schusterpech (bekannt aus der Verwendung in der Schumacherei zur Versteifung und Haltbarmachung von Fäden) besteht aus einer Mischung von Kolophonium, Harzölen, Paraffin und “Ozokerit” sowie weiteren anorganischen Stoffen z.B. Talk oder Kaolin. Wird aber eher nicht als Klebstoff verwendet (obwohl das sicher gut an Händen, Kittel oder Hose klebt). ;-)
Ich hab beim Schuhenähen mit Herrn Von der Heiden erste Erfahrungen mit Schusterpech, einer Harzmischung gemacht. klebt bei Erwärmung ordentlich. ßber die ZUsammensetzung weiß ich allerdings nix, da müsstest Du mal bei knieriem.de nachfragen
Also, vielen Dank schonmal für die bisherigen Einträge.
Das Mit der Kartoffel ist insofern egal, als das man den entsprechenden Klebstoff “Dextrin” auch auch Getreidestärke herstellen kann… das Zeug wird übrigens heute noch bei vielen “kinderfreundlichen” Papierklebstoffen zum Basteln verwendet!
Ich möchte natürlich, das es hier tatsächlich um alte Klebstoffe ganz allgemein geht. Allerdings muß ich gestehen, das ich derzeit ein Rezept für einen harzhaltigen Kleber suche, der sich zum Kleben von Holzgriffhülsen auf Messer- und Schwertangeln eignet. Ich habe kürzlich einige Indische Kukris restauriert (ca. 150 Jahre alt) und die waren mit einem deutlich aromatisch duftendem Klebstoff gepeppt, und das bei einer nach heutigen Maßstäben eigentlich viel zu kurzen Angel. Der Kleber war außerdem noch gut elastisch (etwa wie moderner Heißkleber). Sowas in die Richtung suche ich. Drauflosexperimentieren hat wenig Sinn, da ich inzwiischen mindestens 20 Harze und 200 weitere, mögliche Inhaltsstoffe kenne.
Stefan Deuble hat mal woanders eine Rezeptur (harz und Wachs) zum Kleben von Messergriffen gepostet. Diese erscheint mir aber für meine Zwecke zu spröde und auch etwas zu weich. Bei Messern o.k., ich bräuchte aber schon etwas besseres oder aber eine genauere Beschreibung.
Postet einfach fleißig weiter, was Ihr so alles kennt.
mit den ersten beiden bin ich einverstanden. Kartoffelstärke ist mit sicherheit nicht authentisch - zumindest nicht auf dieser Seite des großen Teichs.
Ich kann da speziell das Werk “De diversis artibus” von Theophilus Presbyter aus dem 12 Jh. empfehlen. Im 1. Teil über Malerei sind einige Rezepte vorhanden. Kurz zusammengefasst, es wurden verwendet hauptsächlich:
- Glutinleime (Knochenleim, Fischleim, etc.wie schon aufgeführt) z.B. zum Aufleimen von Haut auf Holz.
- Kalk Kasein Leim (ideal für Holz, wasserfest)
- Fruchtgummi (z.B. Kirschgummi) als Farbbindemittel hauptsächlich, da wasserlöslich
- Honig (als Kleber für Blattgold)
Speziell zum Kalk-Kasein werden wir demnächst einige Experimente durchführen. Erfahrungsberichte werden wir dann nachliefern.
Schon lange frage ich mich: Was gab es von der Antike bis in die Neuzeit eigentlich an Klebstoffen? Klar, Die Glutinleime (Knochenleim, Hasenleim….) o.ä. Aber was ist mit Harzen, Naturgummi, Wachsen und deren Mischungen? Wer kennt Rezepte, Quellen, Eigenschaften, Tipps und Tricks?