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Eintrag #12 vom 17. Okt. 2001 12:13 Uhr Nikolaj Thon  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaj Thon eine Nachricht zu schreiben.

nach oben / Zur Übersicht HAGEBUTTEN

Finde gerade folgende dpa - Meldung vom 09.10.2001 14:54 Uhr, die vielleicht interessant sein könnte im Zusammenhang dieses Threads, und gebe sie daher vollständig wieder:
“Die orange- bis korallenroten Hagebutten gelten als Scheinfrüchte der wilden Rose. Verzehrfähig ist nur die fleischige Schale, die Samen werden für Tee verwendet. Bei Kindern ist die Hagebutte durch ihre juckenden Härchen auch als Juckpulver bekannt.
Im Mittelalter und in der Steinzeit waren die Früchte beliebt, weil sie als potenz- und libidostärkend galten. Als Irrtum hat sich jedoch die alte Annahme erwiesen, dass Hagebutten gegen Tollwut wirken, so die Verbraucher-Zentrale Hessen in Frankfurt in ihrem Ratgeber «Obst à la Saison».
In Deutschland werden diese Früchte nicht eigens angebaut, sondern wachsen wild an Waldrändern, Hecken und Weiden. Wer sie sammelt, kann einiges für seine Gesundheit tun. Hagebutten gelten als Vitamin-C-reich und sollen die Hormonproduktion in der Schilddrüse, Hirnanhangdrüse und den Nebennieren steigern. Außerdem sollen sie bei Venenleiden und Krampfadern helfen. Die Samen, die botanisch als Nüsschen bezeichnet werden, wirken hingegen Harn treibend. Nach dem Ernten der Hagebutten sollten diese schnell weiterverarbeitet werden, empfiehlt die Verbraucher-Zentrale.Eingefroren sind sie jedoch etwa sechs Monate haltbar. Andere Konservierungsmethoden sind das Kochen von Marmelade oder das Trocknen. Für die Verarbeitung werden die Früchte von Blüte und Stiel getrennt und längs durchgeschnitten. Das Trocknen soll schnell geschehen. Als Schutz vor den kratzenden Samen reibt man die Hände am besten mit etwas Speisestärke ein”.
Also dann sammeln wir man schön: Die Jahreszeit dazu ist je gekommen (und sehen wir mal, ob die MA-Meinung stimmt ;-).
Beste Grüße Nikolaj

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Eintrag #11 vom 29. Aug. 2001 15:11 Uhr Aitor Garcia   Nachricht

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Was hat man zu der damaligen Zeit zum Dinner in der Hofburg gegessen ?
Was für ein Trank passte am besten dazu ?
Bitte gebt mir Euren Input baldmöglichst,
tausendmal DAnk !

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Eintrag #10 vom 15. Apr. 2001 09:23 Uhr Silke Kaiser   Nachricht

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Seiet gegrüßt edele Recken und holde Maiden, Ich bin gerade dabei für unsere MA-Gruppe ein Kochbuch mit “lagertauglichen” Rezepten (solche die man ohne Herd und Backofen, also am Lagerfeuer zubereiten kann)zusammen zustellen, falls Ihr solche habt oder Quellen dazu kennt, würde ich mich über Eure Antworten sehr freuen.
Alsdann gehabt Euch wohl, Konrada die Köchin

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Eintrag #9 vom 14. Jan. 2001 23:27 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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Hallo nochmal! Um es mit Miraculix zu sagen: “Es fehlen noch Erdbeeren!”. Tatsächlich ist in Konstanz ein Erdbeermus aus dem 15. Jh. nachgewiesen, das in einem Topf angetrocknet war. Das jedenfalls berichtete Hansjörg Küster 1988 in einem Symposiumsbeitrag über mittelalterliche Pflanzenreste aus Konstanz. Darüber hinaus fanden sich die Samen in vier Latrinen des 13. und 14. Jh. in der Stadt. Auch Reste von Heidel-, Him- und Brombeeren wurden gefunden. Alle diese Arten gelten im Mittelalter noch als Wildobst. Selbst Pfirsiche ließen sich anhand der Steine im Konstanz jener Zeit nachweisen. In Duisburg ist der Pfirsich auch schon für das 12. Jh. belegt. Beim Pfirsich ist allerdings davon auszugehen, daß er in Kultur gehalten wurde. Beim Gemüse ist der Fenchel noch nicht erwähnt worden. Archeobotanisch in Konstanz seit dem frühen 14. Jh., in Duisburg seit dem 15. Jh. nachgewiesen findet er sich auch in mittelalterlichen italienischen Kochbüchern wieder. Bei den Mehlfrüchten sei noch der Buchweizen erwähnt. In Polen ist der schon seit dem frühen Mittelalter nachweisbar, nach Deutschland gelangt er wohl erst etwas später. In Dunum/ Ostfriesland ist Buchweizen durch Pollenanalysen seit dem 12. Jh. nachgewiesen, urkundlich genannt wird er 1380 für die Gegend von Elze im Leinetal, in Duisburg hat man ihn in Schichten des 14./ 15. Jh. gefunden. 1470 wird Buchweizen auch in einer Bibel genannt, die in Deiner Heimatstadt Köln gefertigt wurde. Buchweizen war besonders für den Anbau in den niederdt. Hochmoor- und Heidegebieten geeignet, er ersetzte hier teilweise den zuvor überwiegend angebauten Roggen. Und dann gab das natürlich noch die Hirse. Die ist schon seit der Steinzeit nachweisbar. Im Mittelalter wurde vor allem Rispenhirse kultiviert. Insgesamt soll der Anteil von Hirse am Getreide jedoch gering gewesen sein. Sie findet sich jedoch in fast allen süddeutschen Städten Städten in großer Menge und auch in Duisburg ist sie bestimmt worden. In ländlichen süddeutschen Siedlungen soll sie dagegen kaum nachweisbar sein. Hirse verträgt-s trocken, hat es aber gerne warm. Eine “Spezialität” des Ländle ist noch der Dinkel. Das soll nicht etwa heißen, daß er anderswo nicht vorkam, etwa südl. von Köln oder gelegentlich auch am Niederrhein, aber in Schwaben läßt er sich besonders oft nachweisen. Und hier noch die zugehörige Literatur: Knörzer, Karl-Heinz: Vorbericht über paläo-ethnobotanische Untersuchungen in Duisburg, in: Stadtarchäologie in Duisburg 1980-1990, hrsg. von Günter Krause, Duisburg 1992 Körber-Grohne, Udelgard: Nutzpflanzen in Deutschland - Kulturgeschichte und Biologie, Stuttgart 1994 Küster, Hansjörg: mittelalterliche Pflanzenreste aus Konstanz am Bodensee, in: Archeobotanik. Symposium der Universität Hohenheim/ Stuttgartvom 11.-16. Juli 1988Dissertationes Botanicae, Stuttgart / Belin 1989, S. 201-216 Redon, Sabban, Serventi: Die Kochkunst des Mittelalters - Wiederentdeckt für Genießer von heute, Frankfurt (Main) 1991 Stadluft, Hirsebrei und Bettelmönch - Die Stadt um 1300, Ausstellungskatalog hrsg. vom Landesdenkmalamt Baden-Württemberg und der Stadt Zürich, Stuttgart 1992 Den Miraculix habe ich frei zitiert nach: Goscinny, Rene; Uderzo, Albert: Asterix der Gallier, Band I, Stuttgart 1968 Herzlichen Gruß Sascha

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Eintrag #8 vom 14. Jan. 2001 13:56 Uhr Heike Schlachter  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heike Schlachter eine Nachricht zu schreiben.

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Um Markus Text noch zu ergänzen: Ich habe ebenfalls Quellen gefunden (geltend für das SMA, im Hanseraum) die auch von folgendem sprechen: Honig, Käse, Speck und vielen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Hopfen (allerdings erst ziemlich spät - vor dem Hopfen kamen Kräuter ins Bier), Hirse, Malz und Grütze. Auch Reis wurde genannt (bezieht sich evtl. aber nur aufs 16. Jhd). Im Hanseraum war weiterhin der Handel und Verzehr der folgenden Fischsorten verbreitet: Hering, Kabeljau, Bückling, Aal, Lachs und Stör. Als Gewürze werden auch noch (zu den von Markus genannten) Muskat(blüte), Nelken und Zimt aufgeführt. Rosmarin müßte ebenfalls verwendet worden sein (es gibt ein Heidekraut, das falscher Rosmarin geannt wurde - als müßte es auch echten gegeben haben). Statt Pfeffer wurde sehr oft auch mit Paradieskörner gewürzt - die damals noch um einiges günstiger waren als Pfeffer (heute ist da andersherum der Fall). Quelle: Handel mit Lebensmittel im Hanseraum (oder so ähnlich - steht schon wieder in der Stadtbibliothek).
Gruß, Heike

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Eintrag #7 vom 13. Jan. 2001 12:05 Uhr Sascha Sturm   Nachricht

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Hallo, Frank, noch zwei Anmerkungen zu des Magisters Ausführungen bei Markus. Soweit von Bohnen die Rede ist, können die aus Afrika stammenden Kuhbohnen (Vigna unguiculata) gemeint sein. Albertus Magnus hat sie 1260 als “faseolus” beschrieben, eine Bezeichnung, die sich auch schon im Capitulare de villis und im St. Gallener Klosterplan findet. Auch gab es - vor allem in Mitteleuropa - die Dicken Bohnen oder Ackerbohne (Vicia faba), auch Sau- oder Pferdebohnen genannt. Die sind hellgrün und sehen aus wie überdimensionale, etwas flachgedrückte “weiße Bohnen”. ßbrigens, im schon erwähnten Ménagier de Paris gibt es ein Rezept für ein Mus aus eben diesen Dicken Bohnen mit Ingwer gewürzt und mit Ei legiert - lecker! Was wir heute gemeinhin Bohnen nennen (diese langen, grünen oder gelben Dinger;-), sind erst aus Amerika importiert worden. Auf schlau heißen die Phaseolus spec.. Für den Kürbis ist das ähnlich. In Europa gab es Melone und Flaschenkürbis, wohl aus dem Mittelmeergebiet. Die “Helloween”-Kürbisse sind neuweltlichen Ursprungs. Allerdings empfehlen auch die Herren Redon, Sabban und Serventi in ihrem “Die Kochkunst des Mittelalter” Flaschenkürbis durch andere Kürbisse zu ersetzen, schmeckt im Ergebnis wohl nicht viel anders…. Das von Frank Moser schon erwähnte Buch von Udelgart Körber-Grohne über die Nutzpflanzen in Deutschland kann ich nur noch mal empfehlen. Da habe ich jetzt auch wieder reingeschaut:-) Hallo, Markus! Hast Du zufällig auch das Schlehenrezept aus dem Ménagier de Paris - und könntest es mir zukommen lassen? Herzlichen Gruß Sascha

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Eintrag #6 vom 13. Jan. 2001 01:06 Uhr Markus Seitz   Nachricht

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Hallo Frank, Magister Rother hat mir zu der gleichen Frage mal einiges kopiert. Daraus ein kleiner Auszug: “ßberall in Mitteleuropa wurden als typische Gartenfrüchte Erbsen, Linsen, Bohnen, Wasser- und Herbstrüben, weiße und rote Rüben (Bete), Wurzeln und Möhren, Zwiebeln, Kresse und Salat sowie auch Rettich angebaut. Schließlich wurde in großem Ausmaß Kopfkohl (Rot- und Weißkohl) gepflanzt. Hinzu kamen - nach dem Capitulare de villis - verschiedene Kürbisgewächse, ferner Ampferarten, Pastinak, Wegerich und sogar Brennesseln. Als Würzpflanzen wurden wahrscheinlich schon früh Sellerie, Kümmel, Senf und Porree gezogen.” Außerdem sind in dem Text noch Radieschen und Spinat genannt. Ein Obstanbau fand vor allen Dingen bei ßpfeln, Birnen, Pflaumen & Kirschen statt. Im “Le Ménagier de Paris” einem Hausbuch aus dem späten 14. Jahrhundert tauchen aber auch Rezepte mit Feigen, Datteln, Trauben, Haselnüssen, Walnüssen, Pfirsichen, Tamarinden, Quitten, Mandeln und Schlehen auf. Mein neuzeitlicher Buchtip ist von Bruno Laurioux: Tafelfreuden im Mittelalter ISBN 3-8289-0727-X erschienen im Weltbild Verlag. Gruß Markus

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Eintrag #5 vom 12. Jan. 2001 12:45 Uhr Mario Schaus   Nachricht

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Hallo Frank Eine weitere möglichkeit herauszufinden welche Pflanzen es gegeben hat ist im Botanischen Garten nachzusehen. Zumindest in dem hier in Giessen gibt es Beete auf denen nach Epochen die bekannten Kulturpflanzen angepflanzt sind. Gruß Mario

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Eintrag #4 vom 12. Jan. 2001 10:04 Uhr Frank Moser  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Frank Moser eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo Frank, darüber hinaus gibt es nooch 2 “Standartwerke”: Pflaumen, Kirschpflaumen, Schlehen. Heutige Pflanzen und ihre Geschichte seit der Frühzeit.   Udelgard Körber-Grohne   Preis: DM 98,00 Gebundene Ausgabe - 314 Seiten (1996) Theiss Vlg., Stgt.; ISBN: 3806212120 Nutzpflanzen in Deutschland. Studienausgabe. Kulturgeschichte und Biologie. Von: Udelgard Körber-Grohne Sind wohl beide in einer UB einzusehen. Die Nutzpflanzengeschichte ist auch als Studienausgabe für 39,- erhältlich. Und schau mal hier: www.baselland.ch/docs/ekd/geschichte/[…]/ge_20.htm
Frank

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Eintrag #3 vom 12. Jan. 2001 09:33 Uhr Matthias Gramß  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Matthias Gramß eine Nachricht zu schreiben.

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Sevus, versuch es doch mal bei de egroup “mittelalterlich-kochen”, da werden solche Fragen häufiger diskutiert: www.egroups.de/group/mittelalterlich-kochen
Gruß Matze

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Eintrag #2 vom 12. Jan. 2001 07:53 Uhr Nikolaus Hofbauer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Nikolaus Hofbauer eine Nachricht zu schreiben.

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Morgen, Frank zu den Früchten und Gemüsen des ausgehenden HMA und beginnenden SMA gibts 2 gute Literaturangaben: “Stadluft, Hirsebrei und Bettelmönch”, ISBN 3-8062-1059-4 Ein exzellentes Buch im Allgemein, enthält es umfassenden Info zu archäobotanischen Untersuchen von Latrinen in Konstanz und Basel. “Fundgruben”, der Austellungskatalog zur Latrinenfundaustellung in Basel, geht noch etwas weiter ins Detail, ist aber auszugsweise auch im obigen Werk enthalten. Die Bandbreite der gefundenen Früchte und Gemüse ist wirklich enorm und zu lang um sie hier anzuführen, bei konkreten Fragen, kann ich gern mal nachschlagen. Gruß aus Wien Nikolaus

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Eintrag #1 vom 12. Jan. 2001 05:57 Uhr Frank Browers  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Frank Browers eine Nachricht zu schreiben.

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Morgen liebe Leute, gestern abend kam mir beim Abendessen eine Frage, die ich hoffe hier beantwortet zu bekommen! Was für heimische Früchte und Gemüse gab es im MA? Wie wurden sie gelagert und haltbar gemacht? Was überhaupt hat man davon überhaupt verzehrt und in welchem Stand? Hoffe auf Eure Mitarbeit, Gott zum Gruße Tancred

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