ich war schon ganz erfreut auf diesen Thread zu stossen. Leider entpuppte er sich als zu “früh” für meine Darstellung. Könntet ihr mir eventuell auch für o.g. Zeitrahmen mit Tipps und Infos zur Seite stehen (Fertigungsweise, Befestigung am Gürtel, etc.pp.)?
Genau mit dem von Thomas erwähnten Köcher aus Haithabu (Ausgrabungsbericht 21, W. Groemnmann-van Waateringe) beschäftige ich mich auch zur Zeit wegen Nachbauüberlegungen.
Aber mittlerweile bin ich von der “Rekonstruktion”, die ja fast nur aus einer knappen Beschreibung der Fundstücke besteht, nicht mehr so begeistert. Es ist meiner Meinung nach ziemlich unklar, wie die Köcher konstruiert gewesen sind, denn die Skizze gibt nicht viel her.
Evt. möglich: aus einem längsgefalteten Lederstück (die Breite der Fragmente 1 & 2 ergäbe einen Köcher, der (nach eigenen Berechnungen) gut ein Dutzend Pfeile aufnehmen könnte); folglich mit einer Seitennaht (die eingefaßt war) und einem angeschnittenen und einem angenähten Schlaufen-“Ohr”. Auf diesem platten, scheidenartigen Stück der aufgesetzte, gepolsterte/versteifte runde Köchermund. Hört sich nicht wirklich elegant an, außerdem wäre die Spitze zu eng und würde bei vollem Köcher breiter aussehen als der obere Teil, also keine parallelen Seiten.
Die Konstruktion eines zylindrischen Behältnisses (mit evt. leicht verjüngter Spitze) bietet allerdings keine Nähte, die eingefaßt weren könnten. Mit den zwei langezogen tropfenförmigen Fragmenten 6 kann ich aber bei all meinen bisherigen ßberlegungen nichts anfangen, ihnen keinen Platz in der Konstuktion zuweisen. Ich denke ohnehin, das es sich eher um Teile dreier denn zweier Köcher handelt, wie auch der Autor andeutet.
Aber davon abgesehen andere Funde, Beschreibungen oder Quellen aus ähnlichen Zusammenhängen sind Euch auch nicht bekannt, oder?
In “Ausgrabungen in Haithabu, Bericht 21, Die Lederfunde von Haithabu” wird ab Seite 38 auch über Pfeilköcher geschrieben: Gesamtlänge mindestens 62cm, verdickter oberer Rand, Seiten parallel geführt, das untere Ende gerundet und die Köcher selber zumeist am Gürtel befestigt. Das passt auch mit den Abbildungen auf dem Teppich von Bayeux überein. Im Buch sind die fragmentarischen Funde und ein Rekonstruktions-versuch abgebildet.