… wird es mit Naturfarben allemal. Gute Erfahrungen habe ich bei Hanf und Leinen mit Eichenrinde (die enthält dann gleich das Tannin = Gerbsäure) gemacht, ergab ein schönes beige. und mit Krapp nach vorheriger Alaunbeize, ein sehr schönes Rot. Dann habe ich noch erfolgreich Indigoblau auf Wolle und Leinen hinbekommen, allerdings im un“a” Hydrosulfidverfahren. Aber das Waidbeet ist gepflanzt… ;-)
Pflanzenfasern müssen schon gebeizt, also chemisch angegriffen werden, sonst bleibt die Färbung oberflächlich. Und selbstverständlich hänge ich das Färbegut nochmal und nochmal in die Suppe, bis ich mit dem Farbton zufrieden bin.
Wenn man wegen des historischen Interesses naturfärbt, sollte man allerdings schauen, daß die Farbstoffe damals schon verfügbar waren. Also Waid statt Indigo, und Blau-,Rot-,Gelbholz nur fürs südamerikanische Indianer-Reenactment. Tee und Kaffee färben auch. Ich würde auch empfehlen, sich ein Buch zum Thema Pflanzenfärben zuzulegen.
Und dann lustig experimentieren. Es kommt eh nie zweimal der gleiche Farbton zustande.
Und Grün- u. Brauntöne sind aufwendiger als bunte Färben, weil aus zwei Färbungen doppelt gemoppelt.
Bei der “Spindel” bekommt man schon einiges -allerdings kein Tannin. Das bekommt man aber z.B. auch bei www.kremer-pigmente.de
Sicher kann man versuchen, das Leinen mehrfach zu färben - allerdings liegt das Problem in den Pflanzenfasern - durch die Beize werden die Fasern geöffnet, damit der Farbstoff eindringen kann. Wenn das aber (prinzipiell bedingt) nur zu einem gewiessen grade funktioniert, kannst Du das Zeug so lange in der Brühe lassen wie du willst - es wird nicht kräftiger.
Aber mal davon abgesehen, bin ich von dem Ergebniss trotzdem begeistert. Es ist eben das, was mit den damaligen Mitteln möglich war. (Ok, mit einer anderen Beize kann man sicher noch mehr rausholen …)
hatte ich mir ehrlichgesagt nicht so aufwendig vorgestellt. aber was macht man nicht alles…
ich werde mich trotz allem nicht davon abringen lassen, wenigstens meine gugel und tunika zu färben (da setzt sich wieder der optimismus durch :-))
ist es nicht möglich, das man das leinen mehrmals färbt? könnte mir vorstellen, das daurch die farbe vielleicht etwas kräftiger wird. aber mal ´ne andere frage: wo bekomme ich eigentlich die färberpflanzen herß aus der apotheke? vom acker neben an?
Tja nun - ich habe das Experiement bereits hinter mir. Gleich vornweg - es war eine Sauarbeit.
Gefärbt habe ich mit Krapp. Eine einheimische Wurzel. Ergbit ein (Orange)Rot.
Zu beachten ist, daß die meisten Stoffe vor dem Färben Gebizt werden müssen. Womit das eigentliche Problem anfängt. Denn die meisten “a” Beizen sind recht giftig. Ich habe Tannin genommen. Auch ein Pflanzenstoff und ungiftig.
Was wilst Du färben? Leinen ist recht problematisch. Die Pflanzenfaser nimmt die Naturfarbstoffe recht schlecht auf. Der Farbton wird dadurch recht blass.
Besser geht Wolle - da wird die Farbe sogar recht intensiv und leuchtet ziemlich kräftig.
Selbst wenn man sich nur auf die pflanzlichen Farben konzentriert, findet man eine Unmenge an Färbemöglichkeiten und Farbtönen.
Ziebelschalen z.B. machen ein intressantes Gelb-Orange mit braunem Einschlag.
Grün läßt sich mit fast jeder grünen Pflanze färben (Brennnessel, div. Gräser etc.), vom matschig Gelbgrün bis hin zum dunkleren Grün hat jede Pflanze eine andere Farbe.
Was ihr beachten müßt:
Moderne Waschmittel sind safür ausgelegt, solch garstige Dinge wie z.B. Grasflecken zu besiegen, also solltet ihr euren naturgefärbten Stoff besser nicht der Maschine anvertrauen.
ich hab letzt in einem Artikel was von Kapuziner-Kresse gesehen. Wenn’s denn färbt, dann vermutlich gelb/orange. Das sollte mal jemand ausprobieren. K-Kresse hab ich jedes Jahr, aber zu Farbe zu verarbeiten hab ich bisher noch nicht versucht.