Danke für die Tipps! Die Sache mit dem Salzen hab ich direkt mal ausprobiert. Hab aufgrund Ivains Tipp am 28.06. eine Ladung Muskelfleisch in Salz begraben und luftdicht im Kühlschrank verstaut. Eine erste Zwischenprobe am 30.06. sah ziemlich ungesund aus, verursachte aber zumindest keine ßbelkeit. Werde Morgen nochmal schauen. Getrockneter Käse (hab’s einfach mal mit Gouda probiert)scheint zu funktionieren ist jedoch kein kulinarischer Hochgenuß. Werde als nächstes mal den Dörr-Tipp von Heinrich ausprobieren (obwohl’s mir vor der Stromrechnung graut! Anderthalb Tage im Elektroofen?) Wenn’s klappt wage ich mich an Trocken-Fisch und auch das Essigtuch werde ich mal testen.
Ich weiß natürlich nicht, ob das auf Reisen gegessen wurde, aber Trockenfisch war ein großer Exportartikel Skandinaviens, der besonders von der Hanse gehandelt wurde und in Mitteleuropa gerne gekauft wurde.
Würde sich doch auch eignen - von wegen Haltbarkeit und so…
Aufgrund der Erfahrung einiger längerer Wanderungen kann ich noch folgenede Tips zum Kampf gegen den Schimmel geben.
Hartkäse oder auch durchgebratenes Fleisch wickelt man in ein it Essig getränktes Tuch ein. Man muß dann nur noch aufpassen das es trocken bleibt.
Dörrfleisch kann man im Backofen herstellen.
Dazu wird dieser bei Umluft auf ca 50° C geheitzt. Das Fleisch wird dann für ca 1 1/2 Tage getrocknet. Zur Kontroolle kann man es wiegen. Durch den wasserverlust wird es leichter. Es ist fertig, wenn sich das Gewicht nicht mehr verringert. Zum trocknen nimmt man reines Muskelfleisch, da Fett auch getrocknet ranzig werden kann. Dieses Fleisch hält sich jahrelang. Von meiner letzten Produktion hebe ich die reste nach 2 Jahren gegessen.
Ansonsten gibt es gans gute Literatur zur so genannten Outdoor küche.
u.a. zu Unterwegssein im Mittelalter. Reisen, Transport und Verkehr bis zum Ende des Mittelalters Proseminar zur mittelalterliche Geschichte mit ausführlichen Bibliographien und Quellen von der Uni Marburg (tolle Seite)
Dann macht man eben von anfang an flache Brote, die kann man auch im harten Zustand noch kleinkriegen.
Zur Not in Wasser/Wein/Milch (was auch immer auf der Getränkekarte steht) einweichen.
Käse:
Hartkäse ist gut Haltbar.
Wenn man Käse trocken lagert, wird so ziemlich jeder Leerdammer/Emmentaler u.ä. Käse hart und trocken und damit ziemlich unempfindlich gegen Schimmel.
Fleisch:
In Salz einlegen, im Ofen dörren, räuchern…
Wurst ist altbekannt, seit dem Beginn des HMA auf jeden Fall.
…
Stellt sich nur die Frage, ob es haltbaren Reiseproviant in der form gab…
Größere Züge hatten oftmal Verpflegungswagen, einzelne Reisende hatten meist ein Tagesziel, Siedler hatten ihre Rohstoffe, die zum Teil vor Ort zubereitet wurden.
Dazu kommt noch die Verpflegung, die man unterwegs ‘findet’.
…wird man ja bekanntlich besonders hungrig. Weiss jemand, was so um 1000 an Reiseproviant verwendet wurde und wie man ihn herstellte/konservierte? Ich meine jetzt nicht irgendwelche Gerichte, die am Feuer zubereitet wurden sondern sozusagen die Müsli-Riegel unserer Vorfahren. Von Trockenfleisch und -obst habe ich schon gehört, wie stellt man dieses her (auch in einer modernen Küche)? Was gabs sonst noch an haltbarem Reiseproviant? Was ist mit Käse (welcher) und mit Wurst? Gabs hierzulande Salami oder ähnliches? Was ist mit Brot, wie bekommt man das einigermassen haltbar? Ich bin für jeden Tipp dankbar.
da ist mir doch noch was eingefallen. Getrocknete Hülsenfrüchte, also Erbsen, Bohnen, Linsen (gab’s Linsen im MA schon?). Am Vorabend einweichen, kann man am nächsten Tag lecker Eintopf kochen.
ich denke mal, Getreide (Haferflocken, Gerstenflocken) wären schon mal eine gute Basis. Als Brei, einfach mit Milch, oder als “Bratling”. Dann würde ich auf einheimisches Gemüse, frisch und unzubereitet, zum mitnehmen zurückgreifen. Pastinaken, Kohl, Zwiebeln, … da läßt sich (auch ohne Kartoffeln…) was draus zaubern (Eintopf, Suppe).
Fleisch und Fisch kannst Du vergessen - es sei denn, Du hast eine “A”-Kühltasche ;)) Obwohl… wenn’s geraucht ist? Aber mir wäre das zu heikel. Gabs im MA schon Salmonellen…?
Dann würde ich Brot vorab backen und mitnehmen. Ich hab da heute Mittag ein Rezept für norwegisches haltbares Fladenbort ausgegraben, das es schon seit Jahrhunderten gibt. Soll sich angeblich einen ganzen Winter halten. Also zuhause vorbereiten und mitnehmen:
225g Roggenvollkornschrot (Typ 1800)
225g Weizenvollkornschrot (Typ 1700)
1/2 Teel. Salz
0,35l lauwarmes Wasser
Die Mehle mit dem Salz in eine Schüssel sieben. Mit einem Holzlöffel genügend lauwarmes Wasser einrühren, so daß sich ein weicher Teig formt. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche 15 Minuten kneten, bis der Teig glatt ist. Wenn er gerollt und gebogen wird, soll er nicht brechen. Den Teig in eine ausgefettete Schüssel legen, mit einem feuchten Tuch zudecken und 2 Stunden ruhen lassen.
Den Teig in 8 Stücke teilen. Jedes Stück zu einem Ball rollen und zu einem Kreis ausrollen (Durchmesser 25cm). Eine schwere Eisenpfanne sehr heißt werden lassen. Die Fladen solange braten, bis auf der Unetrseite braune Flecken entstehen. Dann umdrehen, bis die andere Seite braun ist. Jetzt die Hitze herunterschalten. Die Fladen so lange braten, bis sie knusprig sind. Die Fladen könne auch alternativ im vorgewärmten Backofen (220°C, Gasstufe 4) 20 Minten gebacken werden, bis sie braun und knursprig sind.
Bemerkung: Fladen können auch aus einer Mehl- Gemüsemischung gebacken werden: Ein Fünftel Mehl zu vierfünftel gekochtem und durch ein Sieb gepresstem Wurzelgemüse.
[Quelle: Das große Buch vom Brot, ßber200 Rezepte aus aller Welt]
Falls Ihr das Rezept ausprobiert, würde mich Eure Meinung dazu interessieren :))