Hi Tobias Als einfach zu bekommendes Material für Messer etc. (auch zum Damastschmieden) empfehle ich dir alte Feilen. Sie haben von Haus aus einen genügend hohen Kohlenstoffgehalt um daraus geschmiedete Klingen zu härten. Du darfst sie beim schmieden nur nicht zu heiß werden lassen, denn wenn es funkelt wie eine Wunderkerze ist dein Werkstück nur noch gut für die Schrottkiste. Das Härten geht in der Esse bei abgestellter Gebläßeluft (verhindert das verzundern) und das Anlassen im Backofen bei 200 Grad Cels. (Anlassfarbe: Strohgelb). Also auf den Schrottplatz gehen oder Schloßereien abklappern und nach alten Feilen fragen. Viel Spaß beim schmieden.
Tag zusammen! Besten Dank an Euch beide. So schnell hatte ich keine Antwort erwartet. @Joachim: ßber das Swordforum bin ich vor einem guten Jahr mal gestolpert, es postete jemand im Forum “Schaut mal, ich habe da ein Tachi im Comic-Stil geschmiedet”. Nachdem ich das Bild gesehen habe, bin ich ganz schnell in meinen Keller gegangen und habe alles, was ich jemals geschmiedet hatte, gut versteckt… seit ich bei www.engnath.com gelernt habe, wie man poliert, habe ich wieder ein wenig Selbstbewußtsein. *g*. Danke für den Tip, das Forum ist wirklich wertvoll. @Peter: Danke für die beiden Gruppenbezeichnungen. Mit belastungsintensiven Dingen (Keuschheitsgürtel *g*) will ich mich noch nicht beschäftigen. Meine Ziele liegen eher bei Speerspitzen, Sax-Klingen und Gürtelschließen. In ein paar Jahren wage ich mich vielleicht an etwas Größeres. Besten Dank nochmals an Euch beide. Ich möchte natürlich keinen davon abhalten, hier noch etwas zum Thema zu posten. MfG, Tobias *seit gestern Abend regelmäßiger Leser des Forums*
Ohjeohjeh. Joachim, das war kein Glücksgriff mit der FH-Adresse. Da dreht sich jedem Werkstoffler der Magen um! Wie kommt der Mann dazu, solches Zeug zu veröffentlichen? Aber was Tobias eigentlich interessiert: Entscheidend ist für Dich tatsächlich der Kohlenstoffgehalt. Eisen heißt das Zeug definitiv nur dann, wenns elementar (also ohne irgendwas drin) ist, und das ist eigentlich im Handel als Werkstoff gar nicht erhältlich. Trotzdem wird halt grad bei Schmieden umgangssprachlich “Eisen” zu unlegiertem Material gesagt. Sobald nur ein Fünkchen Kohlenstoff drin ist (und da reichen schon Promillebruchteile) heißt das Zeug Stahl. ßber 2% Kohlenstoffgehalt kommt man (bis auf einige Ausnahmen) in den Bereich des Gußeisens. Um vernünftig härten bzw vergüten zu können muß mindestens 0,3% C drin sein. Schmiedbar sind alle Stähle, auch Werkzeugstähle mit mehr wie 2% C, Federstähle und auch Stahlguß, dafür wurde das Zeug nämlich entwicklt. Aber nur nicht zu speziell werden. Zum Praktischen: Halte Dich am Besten in zwei/drei Stahlgruppen auf, wenn Du schmieden willst. Verwende Baustähle, wenns nicht gehärtet werden soll. Handelsübliche Kurzbezeichnung nach alter Norm (hab grad mein Tabellenbuch nicht da): St37, St52, etc in steigender Festigkeit. Wenns gehärtet werden soll, tust Du Dich mit einem Vergütungsstahl oder einem unlegierten Werkzeugstahl am leichtesten, authentischerweise sollten eh keine Schwermetalle als Legierungselemente im Werkstoff auftauchen. Also z.B. C 60, C 70, C 110 W1 … Wenns hochbelastet wird (Schwerter, Armbrustbögen, Keuschheitsgürtel) hat jeder Schmied wohl seine speziellen Empfehlungen, für so was würde ich hier vielleicht noch mal extra posten. Wenns nicht drauf an kommt, kannst Du so ziemlich alles verwenden, was auf dem Schrottplatz rumliegt und nicht gegossen aussieht. Bei Lastwagenfedern wünsch ich Deinem Arm gute Erholung. Was Werkstoffe, Techniken etc angeht: Das angedachte Plattner/Schmiedeforum wäre dafür eine prima Plattform.. allzeit schlag breit
Die Abgrenzung Stahl/Eisen erfolgt durch den Kohlenstoffgehalt, der beim Eisen höher ist. Geh(t) mal einfach auf: www.fh-weihenstephan.de/la/[ ]/st-2-1abgrenzung.PD[ ] da findest Du eine kurze, gute ßbersicht, die ich nur empfehlen kann. Wenn Du Dich darüber hinaus schlau machen willst, was die Profis so verwenden, lege ich Dir swordforum.com/magazine sehr ans Herz. In den 4 Ausgaben dieses online-Magazins wird das Thema öfter behandelt. Ich entsinne mich an einen Artikel über das Härten, wo der Kohlenstoff als kleine, faule Fische dargestellt wurde - niedlich. Gruß Joachim
An die Schmiede: Tag zusammen! Nach der Diskussion um die Rekonstruktion von Schwertstählen im Thread “scharfe Schwerter/Schnittest” traue ich mich kaum zu fragen, aber… Welches Metall benutzt Ihr zum Schmieden, und wo bekommt Ihr es her? Und weiter: “Metall? Der Kerl sagt tatsächlich Metall?” werdet Ihr jetzt fragen. Ich bin vorsichtig geworden und in der letzten Zeit von Ponitus zu Pilatus gelaufen, um etwas vernünftiges zu finden… Mein Lieblingsschlosser besteht darauf, “Eisen” zu sagen und schickte mich zu einem Stahlwerk, um mir Roheisen zu besorgen, die wiederum meinten, das wäre viel zu brüchig, ich sollte einfach bei ´nem Handwerkerbedarf nach “Stahl” fragen, mein Vater (Schlosser/Maschinenbauer) bestand die ganze Zeit darauf, daß es “Eisen” nur als Erz gibt und alles bearbeitet ein “Stahl” ist (und unter 20mm immer ein “Blech”) und das Handbuch zur DIN-Norm ist auch nicht gerade aufschlußreich… Dann waren da noch Leute vom Handwerkerbedarf (Heller&Köster), die wiederum keine Material- sondern nur Härtegrad-Bezeichnungen in Rockwell benutzten. Ach, ein anderer Schlosser redete dann munter von Carbon-Stählen und empfohl schlichtweg Edelstahl (wovon ich Abstand genommen habe). An die Schmiede: Wie schafft Ihr es, da den Durchblick zu behalten? Und wie nennt man das Zeug nun, damit man auch kriegt, was man will? Und nicht zu vergessen: Wo? MfG, Tobias Prinz P.S.: Messer und Pfeilspitzen habe ich bisher aus 5mm starkem Bandstahl vom Schrottplatz geschmiedet. Unbearbeitet ist das weiches Zeug, das man mit einem Nagel ritzen kann. Was auch immer…