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Eintrag #1 vom 08. Nov. 2002 18:52 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo allerseits,
ich trage mich seit diesem Sommer mit der Idee, Seife selbst herzustellen, einerseits weil ich nicht mehr mit diesen quietschbunten modernen Seifenstuecken auf einer Veranstaltung aufkreuzen will, andererseits weil ich gern wissen moechte, wie’s geht.
Ich habe schon Rezepte wie man heute selbst Seife herstellen kann, aber historische Rezepte sind schwer aufzutreiben. Das frueheste, was ich gefunden habe, war aus dem 18. Jh.
Weiss da jemand mehr oder hat es vielleicht schon selbst versucht?
Gibt es irgendwelche mittelalterlichen Hinweise?
Mir wuerde ja schon die ERWAEHNUNG von Seife in irgendeiner mittelalterlichen Handschrift ausreichen - bisher ist mir dazu ueberhaupt nix untergekommen.
Ich hatte mal gelesen, dass die Roemer die Seifenherstellung von den Germanen gelernt haetten, da kann ich mir schlecht vorstellen, dass das dann im MA nicht mehr bekannt war (im Unterschied zu den Techniken, die von den Roemern kamen).
Ich weiss bisher, dass die aeltesten Varianten aus Rinder- oder Hammeltalg und einer Lauge aus Holzasche gemacht wurden. Genaue Rezepte dazu habe ich aber bisher nicht.
Wer kann mir also Tips geben, praktischer oder historischer Art?
Gruss, Claudia

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Eintrag #2 vom 11. Nov. 2002 09:10 Uhr Wolfram Troeder  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Wolfram Troeder eine Nachricht zu schreiben.

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Hi,
WIe so oft bin ich bei der SCA fündig geworden.
Unter oak.atlantia.sca.org/17/17soap.pdf findet sich ein Artikel aus “The oak”, der A&S-Publikation von Atlantia, mit einem Rezept und Quellen.
Gruß
Tassilo von Rabennest
Kämmerer von Isengau
www.isengau.com

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Eintrag #3 vom 11. Nov. 2002 13:29 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Danke, das ist doch schon ein guter Hinweis!
“Mappae Clavicula” hatte ich schon mal gehoert, wusste aber nie, womit sich diese Handschrift befasst. Weiss jemand, ob es auch deutsche Veroeffentlichungen ueber die Mappae Clavicula gibt? Ich kann zwar Englisch, aber deutsche Literatur ist halt leichter zu beschaffen und ich erwarte auch eher Verweise auf eventuelle deutsche Parallelueberlieferung.
Gruss, Claudia

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Eintrag #4 vom 12. Dez. 2002 15:39 Uhr Andreas Clessienne  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Andreas Clessienne eine Nachricht zu schreiben.

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Hallo,
in der aktuellen Ausgabe der Karfunkel (und ich möchte hier keine Schleichwerbung machen) ist ein ausführlicher Bericht zur Herstellung von Seife. Dort sind sowohl mittelalterliche Quellen, als auch Rezepte zur Herstellung dargestellt.
Grüße aus Mainz, Andreas

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Eintrag #5 vom 09. Jun. 2005 08:07 Uhr Heiko Marquardt  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Heiko Marquardt eine Nachricht zu schreiben.

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Waschen und Bügeln im MA?
Heiko Marquardt
badbone@arcor.de 09.06.2005 08:07 Uhr - 26 von 26
40789 monheim
Mal sehen, wie könnteman eine Lauge herstellen?
Ich habe mir mal duie Herstellung von NaOH durch das Kalk Sodaverfahren angeschaut durch Umsetzung von Sodalösung mit der berechneten Menge gelöschtem Kalk in Form von Natronlauge :
Na2CO3 + Ca(OH)2 → CaCO3 + 2NaOH
Soda fällt natürlich für unsere Mitteleuropäische Region weg.
Also müsste man als Grundlage Aschenlauge nehmen.
Dazu bräuchte man nur mal ein großes Feuer mit ßsten, Zweigen u.ä. zu machen. Die Holzasche sammeln mit Wasser zu einem Brei verrühren und durch ein Tuch pressen.Ich habe auch eine Abbildung von einem Pottasche Bottich mit “Filtereinrichtung”, ich weiss allerdings nicht aus welchem Jahre der ist. Für den Haushalt und für kleinere Mengen reicht ein Abtrockentuch.
Das Ergebniss dürfte Kalilauge sein, die durchaus als Lauge für die Seifenherstellung verwand werden kann.Im Nachfolgenden werde ich allerdings den Begriff “Aschenlauge” dafür verwenden.
Die Frage ist ob, auch ein Verfahren Angewendet werden kann wie es bei der NaOH herstellung der Fall ist.
Sprich die Umsetzung des Kaliumcarbonat K2CO3 mit gelöschtem Kalk Ca(OH)2 um Kaliumhydroxid herzustellen. Ich weiss allerdings nicht ob dieses Verfahren für das Mittelalter schon belegt ist. Ich denke mal nicht das es “A” wäre.
Nach der Summenformel haut es hin:
K2CO3 + Ca(OH)2 → KaOH + H2O
Also würde ich sicherheitshalber bei der “Aschenlauge” bleiben.
Die Einsatzmengen an ßl/Fett und der Lauge müsste Experimentel herausgefunden werden.
Ich würde mal vorschlagen wie folgt im Laborversuch vorzugehen:
Versuch: Herstellen von Kernseife
(Schülerversuch 35 min)
Sicherheitshinweis:
Vorsicht! Bei diesem Versuch wird mit Lauge erhitzt. Unbedingt mit Schutzbrille arbeiten (Spritzgefahr!).
Geräte:
Becherglas (100 ml), Becherglas (200 ml), Rührstab aus Glas, Löffelspatel, Dreifuß, Bunsenbrenner, Streichholzschachtel
Chemikalien:
Kokosfett , Aschenlauge, Kochsalz, dest. Wasser
Durchführung:
Es werden 10 g Kokosfett und 5 ml dest. Wasser langsam in einem Becherglas erhitzt (Schutzbrille!). Nach und nach werden unter Rühren 10 ml Aschenlauge hinzugegeben. Man läßt die Mischung 20 Minuten unter ständigem Umrühren auf kleiner Flamme kochen, wobei verdampftes Wasser durch dest. Wasser ersetzt wird. Anschließend wird der Inhalt des Becherglases in ein Gefäß mit konz. Kochsalzlösung gegossen. Die entstehende Seife sammelt sich auf der Oberfläche der Flüssigkeit. Sie wird mit einem Löffelspatel abgeschöpft und in eine Streichholzschachtel gepreßt. Nach etwa 2 Stunden ist die Seife trocken.
Soweit so gut. 10ml Kalilauge (25%) wären für das gelingen notwendig. Ergo würde ich halt mit 10ml Aschenlauge anfangen. Und bei einem misslungenem Versuch, die Menge um 5 ml steigern. Ich weiss leider nicht wie hoch konzentriert die Aschenlauge werden kann.
Viele Grüße
Viele Grüße

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Eintrag #6 vom 09. Jun. 2005 18:39 Uhr Claudia (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Claudia eine Nachricht zu schreiben.

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Das Problem ist, daß die Aschenlauge unterschiedlich stark sein kann, je nach der verwendeten Asche (selbst wenn man die selbe Menge Asche und Wasser nimmt). Dadurch ist ein die experimentelle Ermittlung der benötigten Laugenmenge nicht wirklich möglich. Wenn man die nächste Charge Aschenlauge nimmt, ist plötzlich alles wieder anders.
Ich hatte mal was gelesen, wie man die Stärke der Lauge prüfen kann… war etwas mit rohem Ei drauf schwimmen lassen *such*
Außerdem arbeiten alle alten Seifenrezepte mit einem deutlichen Laugenüberschuss und Aussalzen - wahrscheinlich aus genau dem Grund, daß man die benötigte Laugenmenge nicht wirklich berechnen konnte.
Also kommt es nur drauf an, die Lauge wirklich _stark_ zu bekommen. (Das würde ich dann lieber mit modernen chemischen Methoden prüfen, das könnte ßrger und Experimente sparen)
Von der Verwendung von Löschkalk würde ich mal selbstverständlich ausgehen. Kalk wurde schon in der Eisenzeit bei den Germanen fast industriell hergestellt, da glaube ich nicht an ein Verschwinden im Mittelalter.
Kann mir jemand mit konkreten Belegen aushelfen? Kalk wird doch auch auf dem Bau in grösseren Mengen gebraucht?
Gruss, Claudia

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