ich weis nicht, in wie weit sind Lederscharniere “a” Aber wenn Du weisst, wie Eisenbeschläge in der von Dir genannten Zeit aussahen, vielleicht wirst Du im www.frehe-shop.de fündig ;-)
es gibt zumindest sicher römisch, ich meine aber auch bis in FMA Nachweise für Schaniere aus Knochenmaterial.
Vielleicht auch für spätere Zeitstellungen ein Ansatz?
Viele Stücke werden nicht sehr genau ausgewertet und beschrieben - vielleicht einfachmal diverse “nicht definierte Stücke” und Halbfabrikate in diesem Zusammenhang sichten ?
Wenn die Truhe auf Lager mitsoll, nimm lieber keine Buche. Buche vertraegt Feuchtigkeit schlecht und neigt nach Aussage eines bekannten “Holzwurms” nach Jahren noch zu fiesen Rissen.
Achso, ich glaube das die Truhen weniger genagelt waren. In erster Linie waren sie mit Holzverbindungen gearbeitet.
Für den Nachbau einer Truhe kann ich das von Uli in Eintrag 2 erwähnte Buch von Stülpnagel nur wärmstens Empfehlen. Dort werden sämtliche Aspekte der Rekonstruktion erläutert, von den Werkzeugen bis hin zur Schloßkonstruktion. Ein Mitglied unserer Gruppe beschäftigt sich mit der Rekonstruktion von Frontstollentruhen und schwört auf den Stülpnagel.
aber eine problem habe ich noch, wo bekomme ich handgeschmiedete nägel günstig her ? nicht die für 4 euro das stück).
maschinelle bekommt man ja über all wie zb diese gebläuten hellernägel.
und dann kommt noch die frage auf, die auch leider keine der lesenswerten schriften mir verraten hat..welche nagel form hatten- gab es 1100- 1200?
habe gelesen, das es viele gab rosenhopfnägel, blattnägel, usw usw ..also da liegt mein problem..ich will metallbeschläge- schaniere nehmen und die kann ich ja nicht mit holznäglen festmachen.
im Katalog “Die Franken - Wegbereiter Europas” ist ein ausführlicher Bericht über einen Sattelfund aus dem fränkischen Gräberfeld bei Wesel-Bislich. Bei genauerer Untersuchung zeigte sich, daß Vorder- und Hinterzwiesel aus mehreren Lagen verleimten Holzes gearbeitet waren. Die Forscher waren beeindruckt von der handwerklichen Fähigkeit der damaligen Sattler, weil man die Leimholzkonstruktion erst auf den zweiten Blick erkannte (am abgeplatzten Rand konnte man erst die darunterliegenden Schichten erkennen).
Allerdings wurde hier nicht quer zur Oberfläche verleimt, sondern ähnlich der Furniertechnik: das Werkstück war aus mehreren Lagen übereinander gearbeitet.
Albrecht, Thorsten: Truhen, Kisten, Laden: vom Mittelalter bis zur Gegenwart, am Beispiel der Lüneburger Heide. Mit einem Beitr. von Axel Lindloff über Zunft- und Innungsladen im ehemaligen Fürstentum Lüneburg. Petersberg 1997.
Ich hab das Buch nicht bei mir, aber wenn ich mich richtig erinnere, stand da drin, daß bei den von ihm untersuchten Truhen Laubhölzer öfter verwendet wurden als Nadelhölzer; insofern liegst Du mit Buche sicher nicht falsch.
Der Link, den Du gebracht hast, zeigt bei den Konstruktionszeichnungen etwas, das Albrecht eine “Standseitentruhe” nennt. Ich glaube, da gibt es auch schon recht frühe Beispiele für, aber unter den älteren Beispielen des Buches ist die sogenannte “Stollentruhe” häufiger.
Bevor ich jetzt umständlich die Konstruktion beschreibe, bringe ich lieber ein paar Links zu (späteren) Stollentruhen; das oben genannte Buch hat auch Abbildungen von hochmittelalterlichen Stollentruhen und sogenannte Explosionszeichnungen, bei denen die Konstruktion wirklich deutlich wird.
Von Werkzeugen über Maße, Hölzer, Bearbeitung… steht da alles drin.
Meine Meinung:
Je nach Verwendungszweck Hölzer wählen. Ich denke eine simple Transportkiste kann man problemlos aus Fichtenbrettern herstellen. Leicht, leicht zu bearbeiten und billig. Das Konstruktionsprinzip könnte sich an die bekannten Armee Munitionskisten anlehnen.
Das heißt: An 4 senkrechten Kanthölzern und den Bodenbretternwerden die Seitenbretter befestigt, mit Dübeln oder Nägeln, wers solider will benutzt noch eiserne Beschläge und nagelt die gleich mit fest.
Der Deckel wird mittels eisernen Scharnieren oder im simpelsten Fall mit simplen Lederriemen befestigt, noch ein Lederstreifen und eine Krampe mit Stift als Verschluss, fertig ist die Transportkiste.
Vorsicht: Simpel aber meines Wissens nicht durch Funde belegt. Solche Kisten dürften ähnliche Lebensdauer gehabt haben wie heutzutage Paletten…
Aufwendigere Truhen waren eher aus soliderem Holz, z.B. aus Eiche.