Bei www.marketender.de gibts auch Nestelhülsen. Aber Achtung! Die sind ziemlich klein. Guckt euch lieber vorher mal an, was 4 mm wirklich sind. Ich hab mmeine Nestelbänder - aus Wollgarn 5 Schlaufen - grad so rein bekommen.
Also mit Fingerloop Braiding (Fingerschlaufen Flechten) geht das übrigens ganz gut, wenn man es einmal kapiert hat :) Wenn man das mit den 7 Schlaufen, also für eine Person, macht und zwei Schlaufen eine anderen farbe haben die direkt hintereinander sind, sehen die Bänder nachher fast wie diese gemusteretn Schnürsenkel aus die man heutzutage überall bekommt.
Nur hab ich jetzt lauter Bänder aber immer noch keine Nestelspitzen.
Hab bisher im Internet nur welche bei Reenactorsworld gefunden, doch diese gefallen mir nicht so sehr, wo bekommt man die noch her?
Nestelhülsen der verschiedensten Datierungen (auch vor 1200) sind dort publiziert:
Krabath, Stefan. Die hoch- und spätmittelalterlichen Buntmetallfunde nördlich der Alpen; eine archäologisch- kunsthistorische Untersuchung zu ihrer Herstellungstechnik, funktionalen und zeitlichen Bestimmung. Internationale Archäologie Bd. 63. Leidorf, 2001.
Guck mal in die Dress Accessoirs, da sind Nestelspitzenfunde drinnem, ich weiss das nicht grad auswendig, aber ich glaube, da datieren auch welche vor dem 14ten.
kann mir jemand sagen, ob man im späten 13. Jahrhundert an den Nestelbändern, die man zum Befestigen der Beinlinge benutzte, bereits Nestelspitzen/-hülsen benutzte? Oder verwendete man einfach die bloßen Bänder?
Zumindest auf den Bildern der Mac-Bibel sieht es nach letzterem aus.
Dank an Patrizia!Wird umgehend ausprobiert!Und vielen Dank an Lorenz, dem ich gern ´ne Mail geschickt hätte,aber dieses verflixte Programm funktioniert schon wieder nicht!?!
also, ich mach einfach oben und unten in das Nestelband einen Knoten (bzw. eine Schlaufe, die ich dann abends wieder aufziehen kann)und stopfe diesen dann unter die Schnürung. Bänder rausbaumeln lassen sollte man nicht unbedingt, jedenfalls kenn ich es nicht von Abbildungen.
So ein Band selber herstellen kann man z. B. durch tundeln, der englische Ausdruck ist Fingerloop Braiding, schickt den mal durchs Google, es gibt ein paar brauchbare Anleitungen dazu im Netz, vornehmlich in Englisch. Klingt furchtbar kompliziert, ist aber total einfach, wir bringen das auf Veranstaltungen zum Teil Kindern bei. ßhnliches Verfahren wie das “Freundschaftsbändchen-knüpfen” aus Bast, was wir manchmal als Kinder drauf hatten… :-))
ich kann hier nur für die Zeit um 1450-1500 sprechen, in allen anderen Zeiten kenn ich mich nicht so aus. Für diese Zeit sieht man vorwiegend vorne mittig die Schnürung. Ausnahme sind Umstandskleider, die meist zwei Schnürungen seitlich haben. Oftmals sieht man die Schnürung auch vorne nicht, es ist aber eine vorhanden. Wie kann denn das sein? Dazu folgendes:
- Gängig sind vor allem Nestellöcher, das ist richtig. Sie sollten per Hand genäht sein, am besten mit Leinengarn, es gibt da einen bestimmten Knopflochstich, der das ausfransen und ausreißen verhindert. Die Nestellöcher sollten vor dem Umnähen mit einem Pfriem geweitet werden, nicht aber gestanzt, das würde dann zum Reissen des Stoffes führen.
- Was man außerdem ab und an sieht, sind ßsen, die innen oder außen auf das Kleid aufgenäht wurden und durch die dann die Nestelschnur gezogen wird. Die ßsen sehen genauso aus wie die, die man kaufen kann. Wenn man’s A will, sollten sie aus Messing- oder Silberdraht sein. Kann man ohne Probleme selber biegen.
- Die nächste Variante wären kleine Ringe, die zur Verstärkung auf das Nestelloch genäht werden, bzw. auch wieder ßsen, die sozusagen in das Nestelloch versenkt werden und nur mit der halben Rundung herausgucken und festgenäht werden.
- und dann gibts noch: gar kein Nestelband, nur Haken und ßsen. Auf einigen Bildern im süddeutschen Raum sind diese sogar recht groß, haben eher Schmuckcharakter (oft in Blattform), und schließen das Kleid oben unter dem Ausschnitt mit drei oder vier Haken und ßsen auf Brusthöhe. Darunter ist das Kleid dann entweder weiter und gegürtet oder enger und offensichtlich mit versteckten Haken innen geschlossen.
- Allmorgendliches Zunähen ist übrigens auch A…
Nestelbänder:
Hier eignen sich mit der Lucet oder per Fingerlooptechnik gemachte Leinengarnbänder, wer’s schick will, macht sie in Seidengarn. Nestelspitze drauf, damit man sie gut durch die Löcher fädeln kann, fertig ist der Lack. Vereinzelt soll’s auch Lederbänder gegeben haben. Kann ich persönlich nicht empfehlen, sie färben aus, wenn sie naß werden, dehnen sich, werden porös und reißen mitunter.
Fädeltechnik:
Auf den Abbildungen sieht man fast ausschließlich die mit einem einzelnen Band abwechselnd rechts-links durchgezogene Technik, manchmal sogar unter Auslassung einzelner Löcher. Die kreuzweise Variante mit zwei Nestelbändern von unten nach oben, die den Vorteil hat, daß das Kleid nicht “verzieht”, habe ich persönlich noch nie auf Abbildungen gesehen, wohl aber massenweise auf Märkten… :-))
Für die Variante mit den innen eingenähten ßsen, durch die ein Nestelband läuft, gilt, daß das Kleid auch durchaus ganz zu schließen geht. Dann sieht man vorne gar keine Nestelschnur, nur zwei aufeinander stoßende Säume. Kommt eigentlich auf den Abbildungen am häufigsten vor.
So, das war mein Scherflein :-) Sorry für den langen Text.
Hallo erstmal und noch ein “paar” Fragen! Habe ein Kleid bekommen das seitlich geschnürt wird. Allerdings frag ich mich jetzt: wie denn genau? Von oben nach unten oder umgekehrt und wie wird die Nestelschnur geführt, immer von oben in das Loch oder im Wechsel, wird unter dem Stoff geknotet oder darüber?Wer kann mir helfen?
Und noch ganz wichtig: aus welchem Material war die Nestelschnur? Zeit um 1470
Bitte um Löschung des von mir nicht ordnungsgemäß beschriften Beitrages. - Nein, ich habe in der Tat nicht die Statuten gelesen, sondern die für mich wichtigen Informationen und füge mich gesenkten Hauptes dem Urteil…
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als absoluter Nichtwisser erlaube ich mir den Hinweis, dass du schon einiges an Informationen hier im Forum finden kannst, wenn du dir z.B. den Thread “Nähen - wie geht das?” durchliest. :-)
Da ich die letzten 24 Stunden hier alles (samt sämtlicher Querverweise) durchgelesen habe, verspreche ich dir, dass du sicher fündig wirst.
Wie und wo die Schnürungen nun exakt zu welchen Zeiten üblich waren, traue ich mich nicht wieder zu geben, aber unter www.gewandung.com und dort unter “Wer wir sind” findest du ein sehr gut aufgenommenes Nestelloch. Viel Spaß beim Nähen!
Die Verwendungen von Schnürungen kommt es immer auf die von dir dargestellte Zeit an, ob du sie auch vorne tragen kannst.
So gab es im Spätmittelalter sehr viele Frauenkleider, die vorne geschnürt wurden.
Mir ist noch nichts eingefallen, was P ist, ohne direkt aufzufallen.
A ist, dass das Kleid bis unter der Taillie vorne offen ist und jeder Seite viele Nestellöcher hat (ich habe pro Seite mindestens 20) und die lange Nestelschnur bei jedem Anziehen durch die Löcher gearbeitet wird.
Bis jetzt habe ich immer nur gelesen, dass es Schnürungen gab, die seitlich oder am Rücken angebracht waren. Jetzt will ich meine erste Gewandung selbst nähen.
Meine Fragen sind: Gab es Schnürungen auch vorne? Wie nähe ich das? Gibt es da eine sinnvolle Variante, die nicht nur A, sondern auch P ist?