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Eintrag #1 vom 25. Feb. 2009 05:52 Uhr Sonja Mayer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sonja Mayer eine Nachricht zu schreiben.

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hallo.
ich besitze bereits wendegenähte rehlederschuhe die ja doch sehr… ähm… unangenehm auf gestein zu tragen sind. deswegen wollte ich mir trippen anfertigen.
nur weiss ich nicht wie. und vorallem, wo krieg ich zwei so grosse trümmer pappelholz her?
oder tuts das auch, wenn ich mir ein holzbrett zuschneide und da jeweils 3 stege drunternagel, kork als belag drüber (damit die nägel die sohle meiner schuhe nicht zerlegen im worst case) und feddich?

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Eintrag #2 vom 25. Feb. 2009 08:04 Uhr Timm (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Timm eine Nachricht zu schreiben.

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Hi Sonja,
für Absolutionen ist der Vatikan zuständig… ;o)
Mal im Ernst, mir sind keine solchen genagelten Konstrukte bekannt (schon garnicht mit irgendwelchen Korkeinlegesohlen).
Evtl. kannst du größere Pappelholzdurchmesser bei einem der großen Holzhändler bekommen, aber wesentlich sinniger wäre es, dich nach frisch gefällten Pappeln umzusehen (wir haben letztes Jahr gut und gerne 10 Festmeter verarbeitet, teils mit Stammdurchmessern von 1,5m).
Du kannst das Holz sowohl grün als auch durchgetrocknet zu deinen Trippen verarbeiten (bei der Grünverarbeitung erst grob zurichten, dann nachtrocknen lassen, dann feinbearbeiten).
Was die praktische Arbeit enbetrifft wirst du dich am besten aufs Sägen und ggf. Ausbeiteln verlegen.
Evtl. hast du ja auch Zugang zu jemanden mit einer sinnvollen Bandsäge.
Gruß,
Timm

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Eintrag #3 vom 25. Feb. 2009 08:53 Uhr Oliver (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Oliver eine Nachricht zu schreiben.

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Trippen und Trippen Rohlinge gibt es ohne größeren finanziellen Aufwand ( auch aus Pappelholz ) im Internet zu kaufen.
Da ist eine improvisierte Bastelarbeit in keinem Verhältnis von Nutzen zu Kosten.
Wenn es unbedingt was mit Kork sein sollte,
wegen chronischem Schweißfuß oder so ;-), In dem Buch “Historische Europäische Lederarbeiten” gibt es imho eine Ledertrippe mit einer Korkeinlage aus Spanien, spätes 15 Jhd.

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Eintrag #4 vom 25. Feb. 2009 10:30 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Mir wären keine Funde von Schuhen für den Zeitrahmen, in denen Trippen nachweisbar sind, bekannt, die aus Rehleder gefertigt wurden.
Vielleicht wäre es die beste Lösung, einfach neue Schuhe anzufertigen.

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Eintrag #5 vom 25. Feb. 2009 11:07 Uhr Frank (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Frank eine Nachricht zu schreiben.

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Holz gibt es im Holzhandel oder dem nächsten Sägewerk.
Oder man guckt, wo eine Pappel gefällt wurde.
Dann sägst du das Holz grob in Form (Dicke sollte min 5 cm sein) und dann nimmst du nem Hammer und nen Stechbeitel.
Wenn ich wirklich will, arbeite ich beide Rohlinge in 4 - 6 Stunden. Dazu muss ich aber wirklich Lust haben. Dann schleifen, Riemen zuschneiden, festnageln. Fertig.
Alles andere würde ich für lassen. Das was du machen willst, ist wie Gummisohlen.
Gruß
Frank

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Eintrag #6 vom 25. Feb. 2009 15:16 Uhr Sonja Mayer  Profil   Nachricht Bitte einloggen, um Sonja Mayer eine Nachricht zu schreiben.

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jens, mir ist das durchaus bekannt, aber ich hab nicht unbedingt den goldesel und die zeit mich da jetzt nochmal hinzusetzen und mich damit rumzuärgern. das war das einzig brauchbare leder was vegetabil gegerbt war, was ich hergekriegt hab. das hab ich bei ner trachtenhosenschneiderei gekauft.
es geht mir jetzt auch nicht um hundertprozentige autenzität, hauptsache es sieht danach aus ;)

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Eintrag #7 vom 25. Feb. 2009 16:34 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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“es geht mir jetzt auch nicht um hundertprozentige autenzität, hauptsache es sieht danach aus”
Sorry, das ist jetzt wieder die übliche Litanei. Du kannst gern tun, was Du magst.
Jedoch: Hirschleder ist meines Wissens nach nicht nur falsch, sondern sieht auch danach aus, und dürfte von den Eigenschaften (Thema Standigkeit) vermutlich auch nicht grad optimal sein, jedenfalls in der Art, in der man es i.A. bekommt.
Billiger als passendes Rinds-oder Ziegenleder (oder Schaf usw.) dürfte es auch kaum gewesen sein.
Ausserdem ist es nicht grad schlüssig, wenn jemand aus beklagtem Geld-und Zeitmangel auf falsches Leder zurückgreift, und die resultierenden Mängel mit einer weiteren Investition in etwas ergänzendes zu verringern sucht, anstatt das Grundproblem zu beheben, und dies dann vor dem Hintergrund einer - laut Wappenrolle- Adeligen Darstellung über einen Zeitrahmen von 150 Jahren.
Also: was Du machst, is dein Ding, solange Du es niemanden für historisch verkaufst, aber vielleicht wäre das Vorgehen doch überdenkenswert, einfach aus praktischen Erwägungen.

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Eintrag #8 vom 20. Jan. 2010 14:58 Uhr Thorsten (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Thorsten eine Nachricht zu schreiben.

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Dann ist vielleicht diese Seite interessant für Dich: www.trippen-atelier.de/Wissenswertes/Wisseswertes.html
pax et bonum
Gruß
Ursus

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Eintrag #9 vom 20. Jan. 2010 17:39 Uhr Jens (Nachname für Gäste nicht sichtbar)   Nachricht Bitte einloggen, um Jens eine Nachricht zu schreiben.

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Leider arg spärlich und pauschal, Thorsten. Um nicht zu sagen in Teilen falsch. z.B. wüsste ich nicht, dass das Tragen von Trippen vom Adel übernommen wurde, und dieser damit protzen wurde. Vielmehr war der Gebrauch ja gerade in Städten sinnvoll, und ist primär dafür belegbar. So ad hoc kenne ich keine Funde ausserhalb von Städten. Und gerade die erwähnten Ledertrippen sind so spät erst wirklich häufig nachweisbar (ein frühes Exemplar ist im Shoes and Pattens, die typischen Ledertrippen mit Korkkern aber post-1400 datiert), dass eine Übernahme vom Adel kaum wahrscheinlich ist.
Die Annahmen über die Landbevölkerung sind dann schlicht Spekulation.
Und die Produkte, nebenbei, meiner Ansicht nach massiv überteuert und größtenteils nicht den Funden entsprechend.

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