Elisabeth von Tannenberg war mit Konrad II. von Tannenberg aus Seeheim/Bergstraße verheiratet. Man erzählt sich, daß Konrad an einem Kreuzzug teilnahm und dort in Gefangenschaft geriet. Elisabeth wollte ihn nicht seinem Schicksal überlassen, verkleidete sich als fahrender Sänger und reiste selbst ins Heilige Land. Dort angekommen, schaffte sie es, vor dem Sultan Harfe zu spielen und zu singen. Dieser war so gerührt von der Kunst des vermeintlichen Sängers, daß er ihm/ihr einen Wunsch freigab. Elisabeth wünschte sich einen der fränkischen Gefangenen und wählte natürlich ihren Mann aus, den sie zuvor im Dienst des Sultans gesehen hatte. Der Sultan hielt Wort und ließ Konrad frei. Elisabeth gab sich ihrem Mann noch nicht zu erkennen. Vor Worms trennten sich ihre Wege und sie versuchte, vor ihm auf der heimischen Tannenburg zu sein. Als Herr Konrad endlich in Seeheim anlangte, kamen ihm Gerüchte über das ungebührliche Benehmen seiner Frau zu Ohren, die in Männerkleidung fortgeritten war, die Burg so lange alleine gelassen hatte und auch gerade erst eingetroffen sei. Als er in die Kemenate stürmte, fand er dort den vermeintlichen Sänger und erkannte erst jetzt seine Frau.
Die Familie der Tannenbergs stammt ursprünglich aus dem Haus Münzenberg. Ulrich von Münzenberg hat die Tannenburg oberhalb von Seeheim gebaut und sein Enkel Konrad II. nannte sich "de Danberg" (Inschrift auf der Stiftertafel in der Jugenheimer Kirche). Seine Frau war eine gebürtige Falkensteinerin (Taunus). Sie entstammte aus einer Ministerialenfamilie und brachte aus erster Ehe zahlreiche Güter um Klingenberg am Main mit. Konrad und Elisabeth haben eine Pilgerreise ins Heilige Land angetreten als Dank für die Genesung Elisabeths von einer schweren Krankheit. Außerdem stifteten sie die Bergkirche in Jugenheim. Auf Elisabeth geht auch die Gründung eines Klosters auf dem Heiligenberg oberhalb Jugenheims zurück. Ihre Tochter Agnes heiratete Konrad von Bickenbach, der die Burg oberhalb von Alsbach erbauen ließ. Die Geschichte vom Kreuzzug und der Befreiung Konrads durch die verkleidete Elisabeth dürfte aber der Phantasie der Seeheimer Bürger entsprungen sein. Der Wappenschild (mangels ßberlieferung ein sprechendes Wappen) zeigt drei Tannen, in einem Dreieck angeordnet, auf kupferfarbenem Grund. Auf Turnieren ist Herr Konrad von Tannenberg mit seinem Streitroß Janosch anzutreffen. Mein Motto: concedo nulli