Wappenrolle

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Wappenrolle von Paul Borner
Jens Börner
Paul Borner
Nestelmachergeselle aus Nürnberg
1470 n.Chr. bis 1485 n.Chr.
Charakterbeschreibung
In dieser Rolle stelle ich Paul Borner, einen fiktiven Handwerker (Nestelmacher) aus Nürnberg, dar.
Die vor allem für Publikumsinteraktion genutzte Hintergrundgeschichte der Person basiert sowohl auf meiner eigenen Familiengeschichte als auch auf historischen Umständen, ist in dieser Kombination jedoch fiktiv; sie ist soweit wie möglich in die Quelllage der Stadt Nürnerg integriert.
Zur Person
Paul Borners Familie kam vor einigen Generationen über die Handelsstrassen aus Thüringen: www.genealogienetz.de/reg/THU/KYF/namen-kyf.html , genauer gesagt aus Heldrungen ( www.wasserburg-heldrungen.de ) im Kyffhaeuser, wo sie eine Schmiede besaßen (Der Ursprung des Familiennamens-> Born = "Brennen, Aufkohlen"), nach Nürnberg.
Er fertigt Bänder aus verschiedenen Materialien wie Seide, Wolle, Leinen, Gold, Silber oder Leder, die zum Zu-und Anbinden von Kleidungsstücken und anderen Gegenständen, oder zur Zierde benutzt werden. Da die spätmittelalterliche Kleidung sehr viele Anwendungen für derartige, hauptsächlich in Fingerschlaufentechnik gefertigten Bänder hat, ist immer viel zu tun. Zusätzlich versieht er die Bänder mit den entsprechenden Spitzen.
Nestelmacher in Nürnberg
Die Quellage über die Nestelmacher in Nürnberg ist bislang relativ dürftig. Es ist nicht eindeutig eingrenzbar, ob sie, wie z.B. in der Menelschen Zwölfbruderstiftung dargestellt, die Bänder mit den Spitzen versahen, oder auch die Bänder herstellten, wie es spätere Bilder aus den Nürnberger Hausbüchern, und Textquellen aus anderen Städten nahelegen. Da die Nestelmacher bei der Einlagerung von Salzscheiben erwähnt werden, ist davon auszugehen, dass sie nicht den freien Künsten zugehörig waren, und auf Grund verschiedener Quellen ist ihre Einkommen bis in das der unteren Mittelschichten ansiedelbar. Vermutlich arbeiteten die meisten im Verlagswesen, d.h. sie verkauften ihre Produkte nicht selber, sondern lieferten diese an, wobei zumindestens spätere Bildquellen auch einen eigenen Verkauf darstellen. Es ist möglich, dass die Nestelmacher, wie in anderen Städten, sofern sie die Spitzen anfertigten, weitere Kleinarbeiten mit Messing durchführten, wie Ortbänder für Schwertscheiden etc.- konkrete Hinweise für Nürnberg gibt es jedoch nicht.
Obgleich der Nestelmacher bzw. ein Handwerker aus dem mittleren Bürgertum (was an sich schon eine elitäre Stellung in der Stadt war) meine zentrale Darstellung ist, bewegt es sich jenseits des Handwerks durchaus auch immer mehr im Rahmen des gehobenen Bürgertums, z.B. jemanden, der selber Handelsgeschäfte treibt, was durchaus üblich für Handwerker war.
Nestelbänder
Nesteln dieser Art wurden in England, Frankreich und anderen Ländern gefunden, und die Fertigung ist in Hausbüchern des Spätmittelalters beschrieben, sie lassen sich teils auf Abbildungen spätestens seit dem 12ten Jahrhunderts belegen. Der Befundlage nach bestanden sie aus Leder oder Textil, wenn letzteres, dann in Fingerschlaufentechnik gewoben. Für die in Darstellerkreisen verbreitete Methode des "Tüntelns" mittels der Finger, das endlose Bänder produziert, fehlen mir bislang jedwede Hinweise!
Militärdarstellung
Die Darstellung ist primär zivil, doch, wie in Städten, und auch Nürnberg üblich, besitzt Paul Borner auch Harnischteile, und beteiligt sich 1474 am ersten, 300 Mann starken Aufgebot Nürnbergs für den Entsatz der Stadt Neuss gegen Karl den Kühnen (-> www.reichsaufgebot.de ) als Fussknecht. Darüber hinaus steht er in Solddiensten Nürnbergs, d.h. er nimmt in Friedenszeiten an regelmässigen Übungen teil, um im Ernstfalle die Stadt mitzuverteidigen. Angepeilt ist ein vollständiger Harnisch zu Fuss, derzeit fehlt noch das Beinzeug.
Diu Minnezît
Die Darstellung erfolgt in Zusammenarbeit mit meiner Frau [Profil von Myriam Gateault] .
Darstellung und Handwerk
Typische Darstellungselemente sind:

  • Nestelweben in Fingerschlaufentechnik
  • Spitzenherstellung
  • Beschlagherstellung und -Montage
  • Troddelherstellung
  • Fechten, Drill

Historisches Fechten
Ich konzentriere mich auf die Rekonstruktion historischer Fechttechniken vor allem mit dem langen Schwert nach Johannes Liechtenauer (sowie dem langen Messer, waffenlosen Kampf/Ringen, etc.). Dies mache ich ihm Rahmen einer Kampfkunst- Interessengemeinschaft, mehr dazu unter www.meisterhauw.de Das beinhaltet auf Veranstaltungen in der Regel die Präsentation von hist. Fechttechniken, aber auch Gerichtskämpfe usw. Schlachtenreenactment mache ich selten, "Freikampf" noch seltener, das veträgt sich nur bedingt mit dem Fechten.
Wenn ihr Bänder braucht, oder Fragen habt, könnt ihr mich gerne ansprechen!
www.nestelmacher.de